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Der Israelit · 1898-01-06 · Heft 2 (6.1.1898) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 2 (6.1.1898)
Date
1898-01-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
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18 an Gott knüpfe und auch unter sich Zusammenhalte. Darum rief er sie vor seinem Tode zusammen, segnete, ermahnte und festigte sie im Glauben an den Gott der Ahnen, auf daß sie der göttlichen Hilfe, die er für sie herabflehte, stets würdig seien. Sein Segen sollte nicht Selbstzweck fein. Nicht bedingungslos und von der Bethätigung des freien Willens unabhängig verspricht er fernen Söhnen einen Segen, dessen Erfüllung ihnen gesichert ist, wie immer sie auch fernerhin leben möchten. Nein, nicht wie Jsak ihn gesegnet hatte, als er ihm das Familienheiligthum, das abrahamitische Bündniß übergab, da er seinen Charakter bereits kannte und dies ohne besondere Ermahnung thun konnte — denn, daß Jsak für Jakobs Werth durchaus nicht blind war, beweist sein: Ausruf: nrr -jro c; — überlieferte er den seiner Obhut anvertrauten Segen weiter; vielmehr verlangte er von seinen Söhnen: vv'rx bxiL" brr ijim Höret auf Israel euren Vater!" Damit will er nach der Deutung des Midrasch sagen: vv'Bx bx-,L>' brrb ii»tt> HöretaufdenGottJsraels, euresVaters. D i es ist der Inbegriff allen Segens. Was auch immer euch treffen mag, wo auch immer ihr weilen möget, und wie die Verhältnisie auch seien, der Gott, unter desien Schutze ich nur segnen kann — "i wp -piMp'b —, sei für ewig euer Gott, auf ihn höret, ihm dienet, ihm hanget an! Die Geschichte hat es bewiesen, wie richtig Jakobs Anschauung vom Segen gewesen ist. Nur als Israel seinem Gotte anhiug, als es noch nicht infolge des Abfalles war gestraft worden, sondern in den eigenen Grenzmarken wohnen konnte, als Staat, inmitten der Staaten, nur damals erfüllte sich der Segen an Juda, dem jungen Leu. Nur als wahre Frömmigkeit und unverbrüchliche Treue in Israel herrschte, gingen die Segnungen in Ersüllung, die Sebulun, dem Nährstand, und Jsach ar, dem Lehrstand ertheilt wurden. Die Gerechtigkeit des Dan. die Tapferkeit und derHeldenmuth des Gad, die Fruchtbarkeit von Aschers Land, wie N a p htalis Behändigkeit; der Segen für Joseph, den zarten Sproß und Benjamin, den reißenden Wolf, all diese Segnungen waren davon abhängig, ob Jakobs Gott noch ihr Gott sei und deßhalb mußten sie auch aufhören, als die Voraussetzung forlfiel. ^xitr bx mvn Und höret auf Israel, euren Vater, fährt der Midrasch in diesem Sinne fort: „rtzbv »tq orzx rx mebiy xtb rrspn nc Wie Gott Welten schafft, so schafft auch euer Vater Welten. Wie Gott einst das Weltall ins Dasein gerufen und cs erhält und lenkt und für seinen Fortbestand sorgt, so ist das religiöse Erziehungswerk des Vaters eine Weltenschöpfung zu nennen. Der Vater, der sein Kind auf Gott hinweist, auf den Urquell alles Heiles und Guten, der allein nur Trost und Erbauung zu spenden vermag in allen Lagen des Lebens, auf Gott, den Urquell der Liebe und der Gnade, der den Gesunden stärkt und den Erschöpften und im Lebenskampf Ermatteten labt und erquickt, ein Vater, der also an seinem Kinde handelt, hat ihm eine Welt erschloffen und verdient, daß sein Thun dem göttlichen Schöpfungswerke an die Seite gestellt werden dürfe: •ksbj unx spy» nyt» ycsr nx'ipb bx-it?' o? jksb B'opatp brE' bx ij?bb> onb *idx wb iw xip vbiyn p bxiv" v22> :b ncx rrnpn bv ripibnv v" xor vv'2X px “p rrspn bv np^nö pvb2 pxr a» “J’BX . '“bziwz vm» tPTß x:n p]m irx v'-ibx n xbx „Von hier," sagt der Midrasch weiter, wurde Israel gewürdigt, das w zu lesen. Zur Stunde, als unser Stammvater Jakob von der Welt schied, rief er seine zwölf Söhne und sagte zu ihnen: Höret auf Israel, Der im Himmel das ist euer Gott. Vielleicht tragt ihr Zweifel gegen Gott in eurem Herzen? Darauf sagten sie das yctr. O Vater, so wenig wie in deinem Herzen Zweifel gegen Gott sind, so wenig in den unseren, sondern der Ewige, unser Gott, ist gleich dem deinen, einig-einzig. Da öffnete auch er seine Lippen und sprach: Gepriesen sei der Name der Herrlichkeit seines Reiches für immer und ewig!" Damals hat das jene Wunderkraft in sich ausgenommen, die ihm stets innewohnte, zu allen Zeiten, als R. Akiba es sterbend aus dem Holzstoß ausschrie, als Spaniens und Deutschlands Juden als Märtyrer ihr Leben Hingaben, als Jünglinge und Jungsrauen sich heldenmüthig in die Meereswogen stlnzlen, weil die weite Erde keinen Raum für sie hatte, wo sie ihren Glauben bekennen durften; damals hat das wsv und tut weitern Sinne das Bekenntniß Israels jenen Werth und jene Bedeutung erhalten, die es zur Grundlage allen Segens macht. Und Jakob antwortet: Gepriesen sei der Nante der Herrlichkeit seines Reiches sür immer und ewig; gepriesen der Gott, der den Kindern den Weg weist, den ihre Vorfahren gewandelt sind, und von welchem jeder Stein des Anstoßes beseitigt ist. In diesem yotr der Kinder sieht der Patriarch das Zeugniß über seine Thätigkeit auf Erden, über sein Wirken als Lehrer und Vater, und stirbt ruhig und selbstzufrieden. Und nun die Nutzanwendung! O, daß doch auch heute in Israel die Väter es zum Zielpunkte ihres Strebens machten, den Kindern die Religion, den Glauben an den Gott Israels, als Grundlage ihrer Erziehung zu geben; daß sie doch von ihrer Macht, den Kindern eine Welt zu schaffen Gebrauch machten, daß sie sich gleich Jakob der Höhe ihrer Verantwort-

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