Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 1 (3.1.1898)
- Date
- 1898-01-03
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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10 rung benutzen; diese Vögel alle zeigen bei der ersten Gelegenheit ihr Raub- und Mordnaturell und sie geben, sobald sich eine Gelegenheit dazu bietet. Beweise ihrer Mordlust. Beschreibungen hierüber liegen in jedem diesbezüglichen Werke reichlich vor. Um auf die nsn Verhältnisse zurückzukommen, so glaube ich nun festgestellt zu haben, daß eS bei dem weit größten Theil der Vögel möglich ist, an der Krallenformation schon zu erkennen ob sie c*c*ih sind oder nicht; bei diesen Vogelarten bedarf eS überhaupt keiner weiteren Beobachtung über Gebrauch oder Nichtgebrauch ihrer Krallen, um zu ihrer Charakterisirung zu gelangen. Doch giebt es sehr viele Zwischenstufen zwischen Raubvögeln und Tauben in Bezug auf die Formation ihrer Krallen oder Nägel. Folglich giebt cs auch viele dazwischen liegende Vogelgruppen, bei welchen von der Bildung der Nägel durchaus kein Schluß über ihre Eigenschaft in Bezug auf Krallen gefolgert werden kann. Dies ist eben die Eigenthümlichkeit bei jeder Vogelfysteinatik, daß jedes einzelne Merkmal, auf welches man zur Einreihung der Vögel sich stützen will, bei gewissen Vogelarten stets versagt. Bei solchen Zwischenformen nun, wo sich an den Krallen oder Zehen nichts erkennen läßt, kann das Feststellen der nm nur durch längere oder kürzere Beobachtung der betreffenden Vögel geschehen. So wird im Talmud das xrtoin xc;xn Chulin 62 b., ein Schilfhuhn angeführt, von welchem erst nach langen Beobachtungen sich feststellen ließ, daß es m ist. Die Kallidae Huxley, zu welchen die beiden Vögel x^nn und xe;*n xr^nn gehören, besitzen die Eigenthümlichkeit, daß es Tage, oft Wochen langer Beobachtungen bedarf, bis man sie als Mordgesellen erkannt hat, wie es - wahr« fcheinlich die ganze Familie ist. — Vergleiche Brehms Vögel: Der Wiesenknarrer, Crex, — auch Naumann zur Stelle — deren Beschreibung und Angaben über die ganze Gruppe der Nallidae — als Sumpf-, Waffer- und Schilfhühner unzweideutig dieie beiden benannten Vögel und xnfnrr. als zu dieser Gruppe gehörend erkennen lassen. Nach der Besprechung der Erkennungsart der ncm zunächst nach der Formation der Krallen, dann durch die Beobachtung bleibt mir noch übrig die dritte Weife anzuführen, wodurch nach talmudifcher Angabe das Erkennen der ncn möglich ist. Als markantes Erkennungszeichen wird das Abhäuten der Mageninnenhaut, eutieuia, angeführt. ,'^mp cmna niKp pcpnp px L'XLvi s^pj, „Die reinen Vögel haben eine ablösbare Magenmnenhaut, die unreinen Vögel haben einen Magen, der sich nicht ablösen läßt. Chulin 62, b. Als allgemeine Bestimmungsregel ist vielleicht diese Methode, um die Unreinheit der Vögel zu erkennen, die durchschlagendste; doch nicht in Bezug aus die Reinheitbestimmung. Es giebt wohl keinen Vogel, deffen Magen keine lösbare Jnnenhaut besitzt, und der nicht zu den von der Bibel angeführten unreinen Vögel gehört. Der einzige Vogel in diesem Verbältniß, der, obwohl nach einigen Angaben sein Magen sich nicht abschälen, sich nicht aus die Bibel zurückführen läßt, ist der Eisvogel ^.loeäo. Jede talmüdische Angabe über denselben fehlt. Ob er überhaupt krallt oder nicht krallt, darüber habe ich noch in keinem Werk einen Anhalt gefunden. Er hat übrigens scharfe Krallen, keine lösbare eutieutn, also nur Zeichen der Unreinheit. Er läßt sich wahrscheinlich dem cm Racken als Nebengattung zulheilen. Doch nur für die Unreinheit im Allgeineinen ist die talmüdische Angabe s^pj pcpip px rxcc bestimmend. Das ncTi Verhältniß betreffend, giebt es noch zwei Vogelgruppen rpjw dis, die nicht om sind, obgleich keine lösbare Magenhaut bei ihnen sich findet. Bei allen übrigen Vögeln der alten Welt, bei denen es vorkommt, daß sich die Jnnenhaut des Magens nicht ablösen läßt, kommt auch ncm vor. Der andere Theil dieser talmuvischen Angabe s^pj pcpip omra nxv „Die reinen Vögel haben einen Magen, der geschält werden kann" entspricht wohl der Thatsache, daß es keinen reinen Vogel gibt, deffen Magen sich nicht abhäuten ließe, jedoch soll damit nicht gesagt sein, daß alle Vögel mit dieser Eigenthümlichkeit rein sind. Es gibt viele, sehr viele Ausnahmen; gar mancher in der Bibel als unrein angeführter Vogel hat eine lösbare Magen-Jnnenhaut. So der Strauß, die Eule, der Milan, der Rabe, der Wiedehopf, der Nashornvogel; von anderen ccmr, der Porphprion, der Papagei, die Mciße, der Zaunkönig, der Würger und noch einzelne im Talmud besonders angeführte Vögel. Diese alle haben eine mehr oder weniger leicht zu trennende Jnnenhaut des Magens. Wir sehen also, daß es drei verschiedene Methoden gibt, nach welchen es möglich ist festzustellen, ob ein Vogel bsixi am ist oder nicht. Und zwar A. durch die Strukturverhältniffe der Krallen, B. durch Beobachtung der Lebensweise, C. durch die Lösbarkeit oder Unlösbarkeit der eutieulu. Letzteres ist ein sicherer Beweis der Unreinheit der Vögel. Abgesehen von zwei Vogelgatlungen, die sich nur im Meere aufhalten, cwc 'N'rc x^, ist eine solche Beschaffenheit des Magens auch ein Beweis des Krallens. Die Merkmale, welche unter der Bezeichnung nein als Charakterzeichen von reinen oder unreinen Vögeln ausgestellt wurden, dienen uns nicht allein zur Bestimmung der Vogelarten selbst, sie geben uns vielmehr auch zugleich ein treues Charakterbild über das Leben und die Natur dieser Vögel selbst. (Fortsetzung folgt.)