Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 1 (3.1.1898)
- Date
- 1898-01-03
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XXXIX, Jahrgang. Seilagr M M I des „JsnttlÜ“. Leitender Artikel. Eine wissenschaftliche Abhandlung über talmudische Systematik und Namen der bibl. Vögel von I. Gugenheim, Rabbiner in Saarunion. Die vier Charakterzeichen, die Aufstellung -er mna wovii. nD'il Das Einha<keu -er Krallen, erstes Charakterzeichen. (Fortsetzung aus 9ir. 98.*) Nach den vorangegangenen Ausführungen, die sich streng an das sogenannte harmonische Gesetz anlehnen, ist jedes fleischfresiende Thier, insofern es nicht andere hierzu geeignete Organe besitzt, direkt auf die nsn angewiesen, um seinen Lebensunterhalt zu decken. Alle fleischfressenden Vögel besitzen die hierzu geeigneten Krallen, um damit ihre Jagd betreiben zu können; dies doch nur soweit, auch bei ihnen, als nicht eine abweichende Organisation des ganzen Vogels demselben das Krallen entbehrlich macht. So z. B. einige ftschsressende Vögel, viele Insektenfresser nxn fc *uVip Chulin a, die ihre Nahrung in der Luft fangen wie Schwalben, Schwalme, Segler, Fliegenfänger Vombycilla, Seidenschwanz und noch einige vereinzelte Vögel anderer Arten. Alle andere Vogelarten haben, insofern sie aus animalische Kost angewiesen sind, ihre hierzu geeigneten stärkeren und spitzigeren Krallen. An der Struktur dieser Krallen kann man nun erkennen, ob die betreffenden Vögel E'Ein sind oder nicht. Also nicht allein beim Adler und den übrigen als Raubvögel spezialisirten Vögeln Haptatores ist es 'möglich, deren Eigenschaft, ob sie von Fleisch ooer Vegetabilien leben, von der Struktur ihrer Krallen abzulesen, dies tritt auch bei der größten Anzabl der anderen Vögel ein. So z, B. die Reiher, die Pelicane, die Möven u. s. w., besonders stark tritt dies Merkmal hervor bei der ganzen Reihe von Vögeln, welche von der Bibel wegen vorhandener ieii als unrein bestimmt ist. Die biblisch unreinen Vögel haben alle insgesammt, scharfe oder sehr spitzige Krallen. Nur drei Gattungen der in der Bibel angeführten Vögel sind nicht Bin und zwar, n>:r;, eie und n:rn rz der Strauß. Letzterer Vogel, entgegen der Annahme der früheren Commentatoren ist durchaus nicht Ein. Der Talmud selbst führt keine Spur von einem „Krallenden Strauß" an. Es gibt, glaube ich. manche biblische Vogel, gattung, die nur wegen der Formation ihrer *)Neu eingetretene Abonennten empfangen auf Wunsch die Anfänge dieser Abhandlung, so lange Vorrath, nachgesandt. Krallen im Talmud als E’Bin bezeichnet wurden; denn es gibt einzelne Vögel darunter, bei welchen es überhaupt keine Gelegenheit gibt, über Verwendung ihrer Krallen Beobachtungen anzustellen. So z. V. Einige Steganapodes, Ruderfüßler, Mergus, der Sägetaucher, mit Gänsefüßen und einer sehr starken Bekrallung; bei diesen Vögeln konnte seither nicht beobachtet werden, wie und ob in und unter dem Waffer ihre Krallen in Gebrauch genommenwerden oder nicht. Bei Racker vni, obwohl nur auf dem Lande sich aufhaltend, kann wahrscheinlich auch kein anderer .-wii - Beweis erbracht werden, als die Struktur seiner Krallen. Nach dem eben Gesagten kann auch als bestimmt angenommen werden, daß die Vogelarten, welche nicht von animalischer Kost leben, allgemein sich ibrcr Füße und Nägel nicht zu bedienen wissen. — Auch haben sie keine scharfen Nägel. So z. B. die Hühner-Arten, die Gänse, der größte Theil Enten, die Schnepfen, der weit größte Theil der Passerinen u. v. a. . . . Nur zwei Ausnahmen gibt es, insoweit mir die Vogelliteratur bekannt ist, von Vögeln, welche auf vegetabilische Nahrung angewiesen sind und dieser Lebenweise unbeachtet, ooch ihre Füße und Krallen beim Fressen benützen. Der erste dieser beiden Vögel ist der Kreuzschnabel, welcher seinen hierzu eigens geformten Schnabel benutzt, um die Samenkörnchen aus der Hülle herauszuzwängen, während er die Tannen- oder Fichtenzapfen mir seinen Füßen festhält; hierbei wird das Festhalten des Zapfens nsn durch seine, obgleich nur vegetabilische Nahrungsart, diesem Vogel nothwendig. Ein anderer bis jetzt unerklärter und einzig dastehender Fall ist die Auffindung einer ausAustralien stammenden Taube, der Krontaube. Obgleich wie die ganze Taubenfamilie auf Vegetalien angewiesen, soll diese Taube, nach Brehm's und anderer Ornithologen Angabe, mit einem ihrer Füße die vorgeworfene Speise halten. Ueberall sonst in der ganzen Vogelwelt ist die nsn streng mit der Nahrungsart verbunden. Es kommt wohl bei vereinzelten Vogelfamilien auch vor, daß es unter ihnen Abarten gibt, welche ihre Nahrungsart veränderten und von animalischer Kost zur vegetalischen übergingen, während sie hierbei doch B'Bin blieben und ihre Füße beim Fressen zur Anwendung bringen; dies Uebergehen zu einer anderen NahrungSart hat aber dennoch wenig oder keinen Einfluß auf ihr allgemeines Naturel; überall bei all den Vögeln, wo die ncn in Erscheinung tritt, läßt sich sofort hiervon auf ein raubthierartiges Wesen dieser Vögel schließen. So z. B. die von Früchten lebenden Papageiarten, und einzelne solcher Vogelarten vielleicht, welche ungeachtet ihrer vegetalischen Nahrnngsart doch ihre Füße zum Halten ihrer Nah-