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Der Israelit · 1898-01-03 · Heft 1 (3.1.1898) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 1 (3.1.1898)
Date
1898-01-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
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5 daß die prachtvolle innere Außschmückung des Beth- Hamiorosch und der Synagoge im schönen Einklang stehen mit dem tüchtigen, mit einem schönen Rednerlatente begabten Nereinsrabbiners Kramer, mit welchem der Beth-Hamiorasch-Verein eine glückliche Requisition gemacht hat. Die schöne Chanukkafeier, in welcher die Festrede des Herrn Vereinsrabbiners Kramer den Haupttheil bildete, hat auf Schreiber dieses, und wie wir glauben, auf alle Anwesenden und Fkstgäste, unter denen wir viele Vorstände anderer BethauSvereine, auch Religionsschul-Jnfpektor M. Kanitz bemerkten, einen nachhaltigen Eintruck zurückgelassen. Nach der Verrichtung des Minchagebetes und nachdem vom Cantor Israel die Chanukkalichter angezündet und das „Haneroth iialolu“ in verständnißvoller Weise mit schöner Stimme vorgetragen wurde, bestieg Herr Vereinsrabbiner Kramer die Kanzel zur Abhaltung der Festrede. Ausgehend von der Midraschstelle: oww ‘tb rrr:en -e naow injn new ewiMn roun prrs rwwa bot Redner ein farbenreiches Bild der Zeit, in welcher mit Gottes Hilfe Judas Makkabai die damalige Judenheit, von der ein großer Theil gänzlich im Helenenthum aufzugehen drohte, durch sein muthiges Auftreten rettete, zugleich in geistreicher Weise die bekannte Frage beantwortend, warum im Talmud dem heldenmüthigen Kampfe der Makkabäer nur nebenher Erwähnung geschieht, während als Hauptgrund des Chanukkafestes nur das Lichtwunder hervorgehoben wird. Es wird nämlich, so führte er aus, damit angedeutet, daß unsere Macht nicht physische Kraft und im Kampfe und Siege gegen unsere Feinde, sondern in der Verbreitung des Lichtes der Thora bestehe, und daß wir daher Sorge tragen mögen, gleich dem Lichtwunder des Chanukka, bevor noch ein Licht der Thora erlischt, neues Oel zur Ellenchtung unserer Heranwachsenden Jugend herzuschoffen. Wir schließen mit dem Wunsche, daß es dem Vorstande des Beth-Hamiorasch „Talmud-Thora", in erster Linie dem rührigen, seine ganze Kraft dem Vereine widmenden geschätzten Obmanne deffelben, Herrn Simon Buchwald im Vereine mit Herrn Rabbiner Kramer gelingen möge, ihre sich gestellte Aufgabe recht viele junge Männer dem Thorastudium zuzuführen und dem Judenthume als treue begeisterte Anhänger zu erwerben, zu lösen. H. L ö.r. Prag, 26. Dez. Gestern, am raun rctr, hielt Oberrabbiner Dr. Ehrenfeld in der Großen- Hofsynagoge eine Predigt, welcher er einen Text zu Grunde legte, diesen in Beziehung zu den bedauerlichen Ereigniffen, deren Schauplatz vor Kurzem unsere Stadt gewesen, setzte, und dann zu einer lichtvollen Betrachtung des Makkabäerfestes überging. An die Predigt schloß sich ein talmudischer Vortrag an, welcher ebenso wie jene, den Beifall der anwesenden Kenner fand. Unter dem gewählten Auditorium, das dem Vortrage mit gespannter Aufmerksamkeit folgte, bemerkten wir Doktoren aller Fakultäten, Rabbiner u. a. hervorragende Männer der Wissenschaft. Dr. Biach, Rabbiner in Brüx (Böhmen) war für denselben Samstag von dem Vorstande des Tempels 311 einer Probepredigt und gleichzeitig auch eingcladen worden, heute eine Chanukkafestrede zu halten. Dr. Biach hat sich feiner Aufgabe in befriedigender Weise entledigt. Er verbindet mit einem angenehmen Aeußcrn ein kräftiges Organ, so daß er auch indem entferntesten 'Winkel des weiten Gebäudes deutlich vernehmbar war. Samstag entwickelte er sein Programm, wobei er sich als Anhänger der conservativen Richtung bekannte, der dem allgemeinen Fortschritt nur di huldigt, wo er nicht mit der Religion in Widerspruch geräth. — In der Chanukkafestrcde erörterte er es, wieso es geschehen konnte, daß die Tempeleinweihnng durch die Makkabäer zu einem Feste für alle Zeiten eingesetzt wurde und in dieser Weise einen Vorzug vor den wichtigsten Ereigniffen in der jüdischen Geschichte der Einweihung des Salomonischen und des zweiten Tempels erlangen konnte. Amerika. ** New-Nork. (Die Juden als Soloaten.) Vor einigen. Tagen starb hier der Kapitän Leopold Levy, ein früherer Bürger von Richmonv in Virginien, der im Sezessionskriege auf Seiten der Süostaaten keine unbedeutende Rolle spielte. General Stuart, der aus ihn aufmerksam geworden war, verwendete den kühnen Reiter als seinen eigenen Adjutanten zu allerlei gefährlichen Botschaftsritten, bei einem solchen fiel er aber im Mai 1863 in die Hände der Unionstruppen, wurde nach Washington geführt, unterwegs aber so schlecht behandelt, daß er dienstunfähig wurde. Ausgewechselt konnte er nur noch als Ouartiermeister sungiren, welchen Posten er bis zum Ende des Krieges inne hatte. Sprechsaal. München, im Dezember. Biele Orte, in denen vor wenigen Jahrzehnten noch l lühende jüdische Gemeinden bestanden, erinnern heutzutage, höchstens noch durch ihren Bcgräbnißplatz hieran. Jedoch auch diese Plätze werden nicht allzu lange Stand halten, wenn nicht bei Zeiten zur Restaurierung derselben beigetragen wird. So liegen beispielsweise die Verhältnisse in meinem Geburtsorte Deggingen i. Ries. Da jedoch zur Instandhaltung Mittel erforderlich sind. so wandte ich mich bereits an mehrere gebotene Degginger, welche mir Beiträge einsandten, und welche auch theilweise schon Verwendung fariden. Ich reise nun schon seit Jahrzehnten nach Deggingen, da mein Vater P'’S»T dort begraben liegt. Diesen, meinen Aufenthalt benutze ich auch dazu, uin nachzuselien, welche Reparchturen an den Grabsteinen vorzunehmen sind.

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