Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 52 (1911)
- Issue
- Heft 52 (28.12.1911)
- Date
- 1911-12-28
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Ö8 $)caem6et 19il . c=s==s5C=s==s===cfa====s===ge=a=-- s*i‘ ^'gssa^feasassaBaBaiftr ■'iS,";■ *. ■— --- ten durch die Kündigung des Handelsvertrages ten mit Rußland mit in Fluß gebracht worden ist. beceiber )iernd irt, in nnzuxer von iginen ften linmch den M men b eös oorwar icht. M, ren, Beliegt chen raer ober Re. Tatein :rken Ixitil »aher dem s ge- Zamrsgejehen reitS I der erlin habe iums chen derer durch?aufzetti zur allen a ist. Me Be- Mit-!Ntgeaus- Vnne ufget von tegte- und % llung luden den nicht rnetn- Staa- Müucheu, 22. Dez. Am 7. Januar 1912 findet hier eine Sitzung der Bayrischen Rabbinerkonferenz statt, die sich mit der Verteilung des Staatszuschusfes für leistungsschwache Gemeinden in Bayern laut Entschließung des K. Staatsministeriums für Kirchen- und Schulangelegenheiten befaffen wird. Die Gesamtsumme des Staatszuschuffes beträgt Mk. 16000. Ueber die von den interessierten Gemeinden bei den Rabbinaten eingeretchten Gesuche werden Delegierte der Raboinerkonferenz und Delegierte des Landesvereins gemeinschaftlich beraten und Vorschläge an die Kreisregierungen machen. Kamvurg, 24. Dez. Die über hundert Jahre alte Talmud-Thora-Realschule hat am Dienstag ihr seit mehr als fünfzig Jahren bewohntes Gebäude an den Kohlhöfen verlassen, um ein neues den Anforderungen der Neuzeit entsprechendes, bedeutend vergrößertes Gebäude, am Grindelhof, neben der Gemeindesynagoge und Seminarschule, zu beziehen, wo am 2. Januar 1912 der Unterricht eröffnet werden soll. Vor einer Reihe geladener Gäste und den Vertretern der Presse fand Montag vormittag die Besichtigung des neuen Schulhauses statt, das in der Hauptsache einer Stiftung des verstorbenen Gemeindevorstehers Herrn Moritz Marburg seine Entstehung verdankt. Der 4210 Quadratmeter große Bauplatz wurde vom Staate käuflich erworben. Das Gebäude ist mit einer Längssront an der Straße und einem Hofflügel erbaut, so daß der Schalhof vollständig geschützt liegt. Sechshundert Schüler sollen in sechzehn Klaffen untergebracht werden, außerdem sind Mi Reserveklassen vorhanden. Ferner ist ein Physik- und Chemiesaal mit Vorbereitungszimmern und Arbeitsraumen vorhanden sowie ein großer Zcichensaal und verschiedene Sammlungsräume. Bon weiteren Räumen seien hier hervorgehoben: der Sitzungssaal der Verwaltung, .das Dirrktorzimmer nebst Borraum, ein Konferenzsaal, ein Lehrerzimmer und Bibliotheksaal. An das Hauptgebäude ist die Turnhalle mit den Garderobenräumen angebaut. Sie ist so eingerichtet, daß sie zugleich als Aula benutzt werden kann. Im Souterrain befinden sich die Schuldienerwohnung, ein Aufbewahrungsraum für Fahrräder, eine Milchküche, u. a. m. Das Hauptgebäude enthält über dem Soutterrain das Erd- und zwei Obergeschossedas Dachgeschoß ist nur für eine Reserveklaffe und die Bibliothek ausgebaut. Im Erdgeschoß befindet sich eine sehr geräumige Flurhalle. Das Aeußere des Gebäudes ist in Formen neuzeitlicher Bauweise gehalten, wobei auf Einfügung des Gebäudes in die Baugruppe der Synagoge bedacht genommen ist. Im Innern haben nur einzelne Räume, in denen Gedenktafeln für den Stifter des jetzigen Schulgebäudes, Herrn Moritz Warb urg, und den Stifter des früheren Borschulgebäudes, Herrn Sally Lewisohn, angebracht sind, eine etwas reichere architektonische Gliederung erhalten. Alle Räume find hell und freundlich; die Klassenzimmer tragen Bilderschmuck. Das Gebäude ist nach den Plänen und unter der Leitung des Herrn Regierungsbaumeisters Friedheim erbaut worden. Die Einweihungsfeier fand heule morgen in der Aula der Schule in Gegenwart von Vertretern des Senats und der Bürgerschaft statt. Als Vertreter des Senats war der Präses der Oberschulbehörde, Herr Senator Dr. von Melle, als Vertreter der Bürgerschaft Herr Präsident Engel erschienen. Unter den zahlreichen Ehrengästen befanden sich außer den Mitgliedern des Gemeindevorstandes, des Repräsentanten-Kollegiums und vieler anderer Gemeindeinstitutionen, auch die Rabbiner und Vorsteher der Nachbargemeinden A l t o na und W a n d s b ek. Auch mehrere Direktoren unserer Staatsfchulen hatten der Einladung des Vorstandes Folge geleistet. _ fttt JSraelK. _____ Eingeleitet wurde die Feier durch einen Gesang des Schülerchors. Hierauf hielt Herr Oberrabbtner Dr. S. Spitzer die Weiherede, in der er zunächst allen denen dankte, die den Bau errichten halfen. Die Einweihung des Schulhauses bedeute einen Freudentag für die Hamburger Gemeinde- In diese Freude mische sich aber ein Wermutstropfen, denn der edle Mann, durch dessen hochherzige Spende in Gemeinschaft mit seinen Kindern den Grundstock zu diesem Bau gelegt sei, der langjährige Vorsitzende des Schulvorstandes, Herr Moritz Marburg, weile nicht mehr unter den Lebenden. Mit Wehmut gedachte Redner auch des Oberrabbiners M. Hirsch, der dem Schulvorstande angehörte sowie des erst kürzlich verstorbenen zweiten Versitzenden, Herrn Dr. B. Levy, der ein so eifriger Förderer des neuen Schulhauses war. Redner verbreitete sich dann näher über die Ziele und Zwecke der jüdischen Schule, die neben den profanen Wiffenschaften die Pflege der Thora zu ihrer Hauptaufgabe machen muß. Nach einem Festgesang des Schülerchors hielt Herr Direktor Dr. I. Goldschmidt die Festrede, in der er einleitend darauf hinwies, daß mit dem heutigen Tage ein langgehegter Wunsch in Erfüllung gegangen sei. Redner verbreitete sich dann nach einem Dank an die Behörden und Baumeister eingehend über die Geschichte der Schule, über die Aufgaben des modernen Unterrichts, und schloß mit einer Mahnug an die Schüler, sich der Ziele bewußt zu fein und vor allen Dingen Vaterlandsliebe und Treue zu üben gegenüber dem Kaiser und den Behörden unserer Stadt. Unter Führung des Direktors und der Schulvorsteher nahmen die Mitglieder des Senats' und der Bürgerschaft sowie die übrigen Gäste eine Besichtigung des Hauses vor. Man hörte nur eine Stimme des Lobes über die vorzüglichen Einrichtungen. Ares tan, 25. Dezember. Die »freisinnige" »Breslauer Zeitung" leistet sich in einer Besprechung des Konfliktes zwischen der Union und Rußland in ihrer Nummer vom 21. Dezbr. u. a. folgendes Meisterstückchen: „Sieht man aber die Sache näher an, so erkennt man, daß daS Recht doch auf seiten Rußlands liegt, und daß die Unicn sich Ihm gegenüber eine Flegelhaftigkeit erlaubt. Denn jene amerikanischen Bürger, derenPSsse anzuerkennen Rußland sich weigert, sind geborene Russen, allerlei unruhige Elemente, die, zum Teil auS Rußland auSgewiesen, nach Amerika, dem Lande der Freiheit, sich flüchteten und dort bas amerikanische Bürgerrecht erwarben. Hierdurch geschützt, hofften sie nun, ihre bürgerlichen und politischen Geschäfte in Rußland wieder aufnehmen zu können, sahen stch aber darin getäuscht, da man sich in Rußland noch sehr wohl daran erinnerte, wes Geistes Kinder diese neugebackenen amerikanischen Bürger waren, und ihnen deshalb die Türe wies. Es bedeutet geradezu ewe Heuchelei, wenn die Amerikaner, die diese russischen Einwanderer nicht gerade mit Freuden aufnahmen, ja, ihnen sogar sehr deutlich zu verstehen gegeben haben sollen, daß fie besser taten, nach Rußland zurückzukehren, sich jetzt über das Borgehen Rußlands in dieser Angelegenheit entrüsten. Mag sein, daß die Affäre ihres Landsmannes, deS persischen Finanzrates Morgan Shuster, fie nervös gemacht hat, aber das war doch noch immer ketn Grund, um sich, entgegen jeder tnternationalenGepflogenheit, in die Angelegenheit eines fremden Landes zu mischen und mit Kündigung des Handelsvertrags zum ersten zulässigen Termin (IS. Dezember 1912) zu drohen. Es hätte vollständig genügt, wenn der Kongreß vom Präsident Taft verlangt hätte, daß er die Paßfrage dem Haager Schiedsgericht unterbreite usw." Dieser Artikel, so schreibt uns dazu ein Leser aus Breslau mit Recht, der auch jedem Antisemitenblatte Ehre gemacht haben würde, tst in einer führenden Zeitung des Schlesischen Freisinns, dem doch auch Juden als Abge- .ordnete angehvren — freisinniger Kandidat für Breslau-West ist auch ein Jude — zu lesen. Wie groß tst der Unterschied zwischen diesem Artikel und dem Verhalten der amerikanischen Geistlichkeit. _____ Jfflr. Sf Heite 7 Ungarn. Ungarifdier Brief. (Bon uitfemt Korrespondenten.) (Schlußbertcht über die Machstke Hadaß Bersammlungi. Z. B. A. Audapest, 7. Dez. Ueber die Anfrage eines, Delegierten, wie man sich zur Zusammenarbeit mit den Neologen in der Patronage der Minderjährigen zu stellen habe, entstand eine sehr anregende Debatte. Alle sind sich der Tragweite ihrer 'Worte bewußt: Sollen die Kinder unjüdisch, antijüdisch oder durch die eventuelle Zusammenarbeit mit den Neologen, wie von der Fünfkircher Gemeinde gefordert wird, zu guten Juden exogen werden? Da nun keine Einigung gut zu erzielen war und es sich hier um eine Angelegenheit handelt, die tief ins politische Leben der Landesorthodoxie einschneidet, worüber die Kompetenz der Landeskanzlei und der eben zu wählenden 10Ver-Kommisfion zusteht, wurde auf Anregung des Rabbiner Szofer- Paks und Herrn v. Freudiger befchloffen, die Lösung dieser prin-' zipiellen Frage dem kompetenten Forum, in dem doch die Vertreter des „M. H." Platz habest werden, zu überlaffen. Dann wird auf Anregung des Bolysker Rabbiners die überaus trostwse Lage der Bachurim, „deren Zahl in steter Abnahme begriffen ist," erörtert. Hier zeigte sich die schwierige Lage unserer Orthodoxie in ihrer ganzen Trostlosigkeit. Aus Mangel an genügenden Mitteln mußte der Eperyeser Verband die Unterstützung hervorragender Bachurim einstellen. Die Prämienerteilung hat auf daS Gemüt der jungen Bachurim anregend gewirkt, sie haben alle fleißig gelernt, Großes geleistet und sich im Lernen ausgezeichnet. Als es aber zur Verteilung neuerer Prämien kommen sollte, mußten sie enttäuscht zurückstehen. Diese waren wegen zu scharfer Konkurrenz — der Bachurim ausgeblieben. Der Kaffaer Rabbiner verwahrt den Eperyeser rc.-Verband gegen den Borwurf, daß er den „Machsike Hadas"-Gedanken durch Inanspruchnahme der Hülfe der deutschen Jehudim diskreditiece: „Wo es sich um Erhaltung, Hebung und den Ausbau von Talmudtauro, Jeschiwos und Bote Hamidrasch handelt, muß jeder Gedanke an unsere Privattntereffen verblüffen. Wo es - sich um mim *1133 handelt, hat unser Jntereffe zu schweigen. — Wer da glaubt, durchs unsere Arbeit, jm der wir durch den Zwang, die Not und den Drang der Zeit getrieben werden,, verletzt zu sein, möge dies, wir haben nichts dagegen einzuwenden, öffentlich erklären. Cs braucht: sich der Landesverband des Machstke Hadas nicht: mit unserer Kleinarbeit zu identifizieren." Nachdem sich der Vorsitzende und mehr«»' Mitglieder mit dieser Erklärung zufrieden gegeben, wurde noch zum Schluß die Anregung Dr. Jakob Schächters, den Budapester Landes-Bikurcholim-Berein, der die Versorgung der orthodoxen: Juden des Landes, wenn fie spitalbedürftig find), übernimmt, zu unterstützen, einstimmig zum Beschluß erhoben und die Sitzung wegen vorgerückte Zeit abgebrochen. Bei der Beratung des Budgets gqtz Parlament recht heftige Judendebatt ^n. Der antisemitische Abgeordnete Georg Szmer eesanvi griff die Verwaltung der Hauptstadt heftigste an, da sich dort der zersetzet Ä Geist der demokratischen Freimaurer und?jubtn immer »eftr und tiefer -Inniste. Alles, t 00t etnem Jahre Polonpt über die Juden b„ Hauptstadt unter dem Schutz der Immunst? ^»usaaen wagte, wurde von ihm diesmal einsack „„„üNeit Mf* f öo i # s°I? ann Hock, war es ein Leichter, dar Falsche m ,b Unaufrichtigfeiner Behauptungen nachzuweis en Unter schallenden, des Hauser st» ite et stst daß an der Judeninvasion Budapest , baS „ach Szmerecsanyt llt,n iS?a itn Zuwachs von 14000 unliebsame» Elementen haben soll, kein Körnchen Wahrhett ftt \a bei «„zig %