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Der Israelit · 1911-12-14 · Heft 50 (14.12.1911) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 50 (14.12.1911)
Date
1911-12-14
Page
– (sequence 18)
Language
German
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- ff ■ M i" « -T '!■ -; ~ f .. jtffg ■*5 5-* No. 50 Vette. 22_ erst in etwa 2 Stunden hier sein könne. Die übrigen Fahrgäste waren bitter enttäuscht, mir Kanne ans 1710 des Wormser Männerwohltätigkeit Vereins. jedoch wars eine Erleichterung, denn ich wußte, jetzt konnte ich in Ruhe meine Chanukalichter anzünden. Wir pflegten in meiner Kindheit immer zu sagen: „Der Jtzig ist erfinderisch" und das' dachte ich mir auch, als ich das Kistchen Mit verdorrten Blumen vom Fensterbrett des Wartezimmers herunterholte, das welke Kraut in den Ofen warf und meine Kerzchen in Parade aufstellte. Das zusammengewürfelte wartende Publikum sah-mich verwundert an, ich kümmerte mich aber nicht darum, und wenige Minuten später, nachdem ich „Maariw geort" hatten, blitzten meine Lichtchen auch schon von der Fensterbank aus hinaus in die unabsehbare Weite, über die blendende Schneefläche, weit hinaus zum fernen Lake Superior. Und was war da ein Publikum um mich herum! sprachen aus aller Herren Ländern konnte ich wahrnehmen, und alle waren herumgepfercht um den rotglühenden Ofen der primitiven Holzbude, die als Warteraum diente. Alle schauten zu meinen Lichtchen empor — und wie schön wär's gewesen, wenn sie's verstanden hätten, was diese Lichtchen erzählen konnten, selbst weit über dem Oeean in den im Winter erstarrten Einöden der Canadischen Wildnis, in der nur hie und da eine menschliche Niederlassung gleich einer Oase in der Wüste liegt. Der Zug ließ länger auf sich warten, als wir voraussetzen konnten. Aber er kam, um mich in langer Nachtfahrt nach Winipeg zu bringen, wo ich .die letzten Chanuka-Tage im Kreise einer armen, aber echtjüdischen Familie verbringen konnte. C. G. s Zur «ercdlcbte der (Uorm$er I jüdischen Gemeinde.! (Mir 4 Bildern). ' In der Gedenkfchrift zur Eröffnung des \ neuen Friedhofes in Worms macht Herr Max k Lewy in einer erschöpfenden Abhandlung über v dieGefchichte derWormser jüdischen t Gemeinde u. a. auch folgende Angaben: f Juden sollen sich schon in vorchristlicher Zeit l in Worms niedergelassen haben. So wird soi wohl in der Chronik eines Augustinermönchs |; aus dem bei Worms gelegenen Kloster Kirch- | ■' garten, als auch in dem Mase Nissim-Buche des jr Juspa Schames erzählt. Auch Jos. Fried. I Schannat, der Geschichtsschreiber des Bistums k Worms, reiht die Juden den ältesten Bewohnern I von Worms an. Joh. Friedrich Moritze führt Der J-raeltt. 14. Dezember 1011 ebenfalls viele angebliche Beweisstücke für das in die vorchristliche Zeit hineinragende Alter der Wormser jüdischen Ansiedelung an, ebenso eine handschriftliche Chronik aus dem 18. Jahrhundert in der Wormser Paulusbibliothek. Aus dem elften Jahrhundert befinden sich noch manche Grabsteine auf dem Friedhofe. Für Größe und Ansehen der Wormser jüdischen Gemeinde damaliger Zeit spricht auch die Tatsache, daß in ihr die erste Rabbinerversammlung auf deutschem Boden und zwar in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts abgehalten wurde. Rabbi Gerschom den Jehuda von Mainz, der als Begründer des Talmudstudiums in Deutschland gilt, war der Einberufer dieser Versammlung, deren wichtigster Beschluß in dem Verbote der Polygamie bestand. Und lockte nicht bald nach- Becher aus 1000 des Wormser Mänuertvohltätigkeitveretns. MM her die Talmudschule unter Isaak Halevi und Isaak Ben Jehuda den jungen Raschi (1040—1115) nach Worms? Damals war die Glanzzeit der Wormser jüdischen Gemeinde. Reeller kausmänmscher Großhandel verschaffte ihr Wohlbestand, der es ermöglichte, daß sie gleich den übrigen Wormsern dem schwerbedrängten Kaiser Heinrich IV im Kampfe gegen seine Widersacher treu zur Seite stehen und ihm zum Siege verhelfen konnte. Aber fürstlich war auch der Lohn. Der Kaiser gewährte in einer in Worms vollzogenen Urkunde vom 18. Januar 1074,. daß die Juden und die andern Bewohner^ von Worms künftig als Belohnung für ihre Treue in sechs königlichen Zollstätten, worunter Frankfurt a. M., Zollfreiheit genießen sollten. Doch das Schicksal wollte es, daß die Wormser jüdische Gemeinde bald von ihrer stolzen Höhe in kläglichen Niedergang kommen sollte: im Jahre 1096 bei Beginn des ersten Kreuzzugs erlag sie, die 800 Seelen zählte, grausamer Vernichtung. Das Andenken an die damaligen 12 Gemeindevorsteher, die heldenhaft starben, wird durch einen Stein mit kurzer Inschrift, der sich an der Südmauer des Friedhofs befindet, wach erhalten. Juden datiert aus der Zeit des zweiten Kreuzzugs, da sie gegen Geldopfer an die kaiserliche „Kammer" den kaiserlichen Schutz vor Verfolgungen erstrebten. Dennoch wurde im Jahre 1146 Rabbi Samuel ben Isaak erschlagen. Kaiser Friedrich Barbarossa gab der Wormser jüdischen Gemeinde am 6. April 1157 einen Schutzbrief. Aber bek^Begtrm des dritten Kreuzzugs 1196 erlagen trotzdem einige Wormser Juden mörderischer Verfolgung. Im Jahre 1213 stiftete Judith, die Frau des Rabbi Meir, die Frauensynagoge. Da der Friedhof sich um die Mitte des 13. Jahrhunderts als zu klein erwies, wurde er durch Niederreißen einiger von der jüdischen Gemeinde dem Andreaskloster abgekauften Häuser vergrößert. Aus dem Jahre 1278 berichtet Friedrich Zorns Chronik: „Die Judenschaft hat den Bürgern von Worms 4M Pfund Heller geben, daß sie ihnen ihren Kirchhof unzerstört gelassen haben, welchen sie im Sinne hatten einzureißen und gar zu schleifen." Der kaiserliche Schutz erwies sich in der Folge r>icht wirksam genug. Da schloß die Wormser jüdische Gemeinde mit dem Bischöfe, der sich mit wechselndem Glücke um die Vorherrschaft in Worms bemühte und auch inbezug auf die Gemeindeverwaltung und die Gerichtsverfassung der Juden mitzusprechen begehrte, im Jahre 1312 einen diese Fragen regelnden Vertrag, dessen Bestimmungen fast unverändert bis zum Ende des 18. Jahrhunderts im Verhältnisse zum Bischöfe in Kraft blieben, wenn sie auch durch die vielfachen späteren, das Wohn- und Handelsrecht bestimmenden Judenordnungen der Stadt von ihrer Bedeutung einbüßten. Im Jahre 1348 wurden nämlich die Juden der Stadt mit Leib und Gut von Kaiser Karl IV. überliefert. Sie fielen 1349 während einer Seuche als „Brunnenvergifter" grausam abergläubischem Fanattsmus, der von Geißlern genährt wurde, zum Opfer. Aber schon 1355 ließ sich der Wormser Rat von Karl IV. die Erlaubnis geben, Juden, die ein unentbehrliches Ingredienz der Bevölkerung geworden waren, wieder als Stadtbewohner aufzunehmen. Die Besiedelung der Wormser Judengaffe vollzog sich rasch. Rur waren die Häuser nicht mehr, wie früher, Eigentum der jüdischen Insassen, sondern durch kaiserliche be- ■nrmaamg... Portal und «ersammluugshalle des neuen Friedhofder Wormser jüd. «e mein de. . i sondere Schenkung nach 1349 der Stadt gehörig, Der Beginn der „Kammerknechtschaft" der! an die .von nun an die Juden Miete dafür 14 zahlet nur j unter könnt komm große Stad! )ie i ie zi konntl aber mußt, verpfl zu za D Warn Nmge erdiqi der \ Gulde W der jü Pfeffe an de rollen Glaub nis d, Thora befind' Pfeffe' Haupts Worm richtet Ni jüdisch Zähre tädtis, Gräbst profan Heiligei Worm: steher- >a best tellun, iander In den t Zünfti tädtisä Vorfall Zventa affener kaiserli nächster wurden wge t hrtedh, kx jü stschlac jer au, Wohlst, >cr W, leiten, üdische 1632 fi mßerg, >ies h )er I Kellern Nemeiri Lrytzde chehen mch sp Kurpfal ährlich jemetnt «als c 9 retten tttt ih sollte, >aß be llavbin Huden leiten c

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