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Der Israelit · 1911-12-07 · Heft 49 (7.12.1911) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 49 (7.12.1911)
Date
1911-12-07
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Retz die Fürsorge der Gemeindeverwaltung für , eine kleine Bummelet, für die er als Milderung« dasMtsche Handwerk Berlins in keinem besonders! arund nur den einen Umstand in Anspruch nahm günstigen Lichte erscheinen. Als eine Nachwirkung dieses Wahlkampfes kann man die Versammlung ansehen, die, von dem „Verein selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens" einberufen, neulich in Dräsels Festsälen getagt hat. Die im Wahlkampf angewandte Methode des Appells an die Oeffentlichkeit scheint sich bewährt zu haben. Der rührige Handwerkerveretn ist auch diesmal mit seinen Beschwerden vor das Forum der Oeffentlichkeit getreten. Der erste Vorsitzende des Vereins, der verdienstvolle Bor kkmpfer der jüdischen Handwerket-Bewegung in Berlin, Herr Wolf, legte in einem markigen und vorbildlich klaren Referate dar, was der Verein selbständiger Handwerker/jüdischen Glau benS neuerdings an Beschwerden gegenüber der Verwaltung der jüdischen Gemeinde vorzubringen habe. Es handelt sich diesmal um das Reffort der Bau-Kommission. Im Mai 1911 hatte der genannte Verein eine Elngaßean den Vorstand gerichtet, des Inhalts, bei Vergebung von Bau arbeiten auch die im Vereine selbständiger Hand Werker Mischen Glaubes organisierten Fachleute berücksichtigen zu wollen. Aus dieft Eingabe ist bis zum Tage der Versammlung, d. h. bis Mitte November 1911 eine Antwort nicht eingegangen. Dagegen wurde im Schoße der Gemeindeverwaltung ein Beschluß gefaßt, der schließlich den Gegenstand der Petition betraf. Es wurde eine Kommission für die Bau-Angelegenheiten der Kn Gemeinde geschaffen mit dem Rechte »ptation von 2 Mitgliedern aus der Zahl der Gemeinde-Angehörigen Berlins. Nachdem dieser anerkennenswerte Beschluß gefaßt war richtete der Verein selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens eine neuerliche Eingabe an fe Gemeindeverwaltung, in der er eine vom Verein gefaßte Resolution dem Vorstande übermittelte In dieser Resolution bat der Verein, daß die beiden, aus dem Kreise der Gemetnden- Mitglieder zu wählenden Mitglieder der Kommission, aus dem Kreise das Vereins genommen Herden möchten. Auch, auf diese Eingabe war bis zum Tage der Versammlung den Antragstellern kein Bescheid zugegangen. So wandte sich denn der Verein an die Oeffentlichkeit und trug einer gut besuchten Versammlung diese Tatsache vor. Ais zweiter Referent sprach Herr Baumeister Jakobowitz, der durch eine Reihe von interessanten Tatsachen die besondere Lage zu beleuchten in der Lage war, in der sich das jt.fi dische Handwerk Berlins befindet. Er wies u. a. daraus hin, daß einem jüdischen Unter rtzhmer, der sich um Berückfichttgung bei Vergebung von Lieferungen seitens einer Kirchen Gemeinde beworben hatte, bedeutet wurde, daß stt diesem Falle nur Unternehmer christlicher Religion berücksichtigt werden können. Andererseits wies er darauf hin, wie wenig die jüdischen Handwerker aus seiten der jüdischen Gemeindeverwaltung Entgegenkommen fänden, y Nach lebhafter Diskussion verlangte Herr Markus, Mitglied des Handwerkerveretns, eine grundsätzliche Aenderung des Systems, das bisher bei Vergehung von Lieferungen seitens der jüjüschen Gemeinde befolgt wird nach folgender Richtung: -1. OeffenÜiche Ausschreibung der Submissionen im Gegensatz zu dem bisher üblichen Verfahren einer Vergebung unter der Hand bezw. in beschränkter. Submission. 2. Aufhebung des tatsächlichen Monopols gewisser Unternehmer bei der jüdischen Gemeinde und Heranziehung eines größeren Kreises und 3. keine Millionen-Lieferungen an einzelne Unternehmer, sondern, Teilung großer Aufträge in mehrere Lose, Auf einen ähnlichen Standpunkt stellt sich Herr Dr. Ginsberg von: der Repräsentanz der jüdischen Gemeinde. Er erklärte offen, das Verfahren, wie es dem Handwerkerverein gegenüber befolgt worden sei, nicht rechtfertigen zu wollen oder zu können, sondern nannte es daß sie im Gemeindebureau gewissermaßen usuell seiauch ihm selber habe man auf ein ringe reichtes Schriftstück keine Antwort erteilt. Was er gehört habe, seien Dinge, die von der jüdischen Gemeindeverwaltung ernsthaft zu prüfen seien und er erwarte besonders fruchtbare Ergebnisse von dem Zusammenwirken der aus dem Handwerkerverein zu kooptierenden Mitglieder der Bau-Kommission, weil das der beste Weg sei, etwa bestehende Mißverständnisse oder gar Ani mofitäten zu beseitigen. Er billigte die Forderung einer grundsätzlichen Aenderung des Verwaltungs- Systems, weil das bestehende, auf weit weniger entwickelte Verhältnisse berechnet, den heutigen Aufgaben der Mischen Gemeinde mit ihrem gewaltig gewachsenen Etat nicht mehr entspreche. Er gab seiner besonderen Wertschätzung des jüdischen Handwerkerstandes und der Bestrebung die auf seine Förderung gerichtet sind, Ausdruck und wies u. a. mit Genugtuung darauf hin, daß die jüdische Gemeinde Berlins in Pankow ein Waisenhaus unterhalte, dessen Zöglinge zu Handwerkern herangebildet würden, ebenso wie man heute in Palästina Ackerbau ansässig mache. Das sei ein wünschenswerter Weg, der übergroßen Beteiligung der Juden an dem Handelsstande zu steuern Die Kundgebung des jüdischen Handwerker Vereins ist in mehrfacher Hinsicht bedeutsam. Das Prinzip der Oeffentlichkeit, auch in Ange-'' legenhetten der jüdischen Gemeinde, hat sich durchgesetzt und als fruchtbar erwiesen Als das be oeutenste Ergebnis trat aber durch diese Versammlung die Tatsache zu Tage, daß die vom Neuen jüdischen Gemeindeverein im letzten Wahlkampfe erhobenen Forderungen nicht sämtlich fruchtlos gewesen sind. Kauih, 1. Dez. Die neue Untersuchung in der Konitzer Mordaffäre fängt doch allmählich an, die weitesten Kreise zu interessieren. Der verhaftete Agent B r e u l i ch ist nach Beuthen in Untersuchungshaft überführt worden. Wenn man auch, wie bereits gemeldet, noch vielfach der Sache skeptisch gegenübe'rfieht, so sind doch die Aussagen seiner Frau derart für ihn belastend, daß seine Mittäterschaft an der Mordaffäre mehr wie wahrscheinlich ist. Ein erneues Verhör der Frau ergab, daß Breulich noch die Worte äußerte: „Um den Kragen wird es mir ja nicht gehen, höchstens bekomme ich 15 Jahre Zuchthaus." Die Behörden in Könitz konnten feststellen, daß der F l e i s ch e r m e i st e r Hoffmann, der vor 3 Wochen verstorben ist, mit dem Fleischer Lewy keine persönlichen Beziehungen unterhalten hat. Festgestellt wurde ebenfalls, daß im Mordjahre 1900 ein Bäckermeister Fitzner in Pleschen unweit Könitz gewohnt hat. Dagegen ist die Frage offen, wo sich Breulich, der bei Fitzner in Beschäftigung stand, zur Zeit des Mordes aufhielt. Die zweite Frage ist die, ob Breulich für die Auffindung eines Leichenteils des Winter 500 Mk. bekommen hat und von wem. Breulich hat die seiner Frau gemachte Mitteilung auch anderen Personen in Sjemianowitz erzählt. Ungar«. Die orthodoxe baadesoerlammluag in Ungarn. (Von unserem Kvrrespondeten.) Budapest, 5. Dezember 5671. Ter große Tag ist endlich da. Die ihn mit freudiger Sehnsucht erwarteten, haben sich nicht getäuscht. Aus allen Gauen des Ungarlandes sind die Gesetzestreuen herbeigeeilt, um dem RNfe 4>er Leitung zu folgen. Bon den orthodoxen Muttergemeinden haben 251 ihre Delegierten entsendet. Manch hervorragender Teilnehmer wurde mit Toppelmandat beehrt. 21 Gemeinden haben ihre Zustimmung zu den zu fassenden Beschlüssen bereits erklärt. Und so kann die „AssHa Hagdola^ als der unverfälschte Willensausdmck der überwiegenden Majorität der ungarischen Orthodoxie betrachtet werden. Zn» SarMe — .es ist das Älte ParMMtHgebäude, in dem! einst einmal der „Meise der Nation", Franz Deak, feine donnernde Stimme für die Gewissensfreiheit der Orthodoxie ertönen ließ, wo demnach der geriius loci über die Beratung schwebt — geht es recht lebhaft zu. Die Galerre ist überfüllt. Im Saal herrsch freudige Festesstimmung, jeder fühlt, daß er Zeuge eines geschichtlichen Moments, der ein Wendepunkt in unserer Entwickelung werden kann, ist. Um V4II Uhr wurde dem Kongreß durch den Leiter des Arrangierungskomitees K 0 reiu, Pest, das alte Präsidium mit Adolf Frankl an der Spitze vorgestellt. Nachdem sich die Ovation für ihn gelegt hatte, begrüßte der Präses die Anwesenden in der ungarischen Landessprache, mit einer Huldigung für Seine Majestät den König beginnend. Er sei es, in dessen religiösem Empfinden, wir immer Schutz gefunden haben und noch finden werden. „Am 22: Oktober sind es 40 Jahre geworden, seit wir durch den König die Bestätigung unse rer Statuten erhalten haben. Diese hat es er möglicht, daß wir unsere Institution im alten Geiste haben ausrichten und ausbauen können. Möge der Allvater ihn mit jenen Segnungen beglücken, die wir ihm aus twfster Seele gön nen. . . ." Die Versammlung hörte die Ausführungen stehend an und brach in begeisterte Kundgebungen für das königliche Haus aus. Nun wandte er sich mit entschiedener Schärfe gegen alle, die da glauben, daß es' je eine Bereinigung zwischen den getrennten jüdischen Parteien in unserem Lande geben könne. „Diese Bereinigung wird nie sein. Durch den ewigen Abwehrkampf ist im Laufe der Zeit das piÄmktive Arbeiten für die heilige Tradition unmöglich gewesen. Erst wenn wir gefestigt und geMrkt im Rahmen der eigenen Autonomie unseren Wirkungskreis gefunden haben werden, wird diese von uns am meisten gewünschte produktive Arbeit geleistet werden können. Bon der heutige:: Wahl hängt die künftige Gestaltung unserer Geschicke ab. Diese Wahl Erschöpft die Tagesordnung, sie ist aber wichtig genug, um unsere Denkkraft bis aufs Aeußerste zu spannen. Mög« Gottes Segen auf unserem Dun ruhen." Gleich nach Frankl verliest Generalsekretär H a r t st e i n die Hüldigungsdepesche m den Kü nig wie auch an den Ministerpräsidenten Gras Hederwary und den Kultusminister Gmf Johann Zichy. Es wird hier der Wunsch ausgesprAen, daß die Regierung wie bis heute, mich später mit Wohlwollen sich der Sache der Gesetzestreuen annehme. Deutsch, Nagy Stöllos, erhielt dünn düs Wort zur Präsidialenunziation Er verwahrt sich einleitend gegen alle Versuche der Zwangsvereinigung mit der Neologie. „Mir habmr mit ihnen in punkto Judaice nichts, gemeint — Mir haben nie unser Geschick der jeweiligen Leitung anvertraut; diese erfüllt nur unseren Auftrag, der da lautet, daß wir gemäß der Parole, die wir von unseren Vätern übernommen haben, den Kampf zu Ende kämpfen und den endgültigen Sieg der heiligen Üeberlieferung sichern sollen. Sie leitet nicht, sie vollstreckt nur. Es! ist nicht wahr, daß bei uns eine tiefe Sehnsucht nach Bereinigung lebt. 600.000 ungoxtfdje $uben haben sich auf unseren Standpunkt gestellt, dieses erfordert Achtung, diesem muß sich unsere Leitung unterordnen. Erst, wenn die Autonomie MSgebaut fein wird, kann man über einen modus videndi diskutieren. Bis dahin verkünden wir es hier, und dies muß im ganzen Lande Widerhall erwecken, daß die Leitung so ist, weil wir sie so wollen! Behalten Sie, Meine Herren, dies vor Angen. Sie find solange unsere Anführer, solange die heilige Fahne, die in Ihrer Hand uns voranschwärt, rn ihrer allen Makellosen Reinheit erstrahlt. Möge es Ihnen glücken, die selbständige Autonomie, deren Fundamente unsere Ahnen medergelegt haben, auszubau^n und aufzürichten!" ten Ker des Dev men dam »csp dm für mill Unt, Seit Rak Wirt Fr< wie gejh steht 10 i wäh tet App J.hr> ausl Hack jüdij entg Dan brür ter i zöge Bon Tag uns viele jem erste Sto Aus! beisa tatkr ihn« kämj Unse müss uns und sind, sind wir habe das ferttj liche: Werl komr das Kant nun§ vorn tat fi dara doxei künd liste 1 der 9 fcrntti 1 biner scheu geger ter ' Wori

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