Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 52 (1911)
- Issue
- Heft 47 (23.11.1911)
- Date
- 1911-11-23
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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V Dem 8. 9tr. 17,_ S*t diesem (offen auch äffe Fragm, bevor sie vom f*T N'2 die letzte Erledigung erhalten, zur öffentlichen Besprechung gelangen, damit die Behörde sich über die öffentliche Mische Meinung immer im klaren befinde. Natürlich würde das p fi’3 auch alS Repräsentanz der JudÄcheit nach außen hin, auch gegenüber der Regierung, zu gelten haben. v Rabbiner Howscha ist überzeugt, daß von fetten der türkischen Regierung, die ja von jeher dem Thacham- Baschi eine offizielle Stellung eingeräumt har, dem Plane keinerlei Schwierigkeiten erwachsen werben. Wiewohl der Autor zugebm muß, daß die Sache noch nicht so wett gediehen sei, macht er doch den Versuch, uns auch einige Zahlen aus dem Budget der von chm gedachten Organisation mitzuteilen. Danach würdm stch die Gesamtkosten der Organisation auf rund 150000 Rubel (330000 Ml.) belaufen. Ueber geeignete Einnahmequellen für diese Ausgaben kommt der Amor nicht in Verlegenheit. Die 3 Millionen Mark, die als Grundkapital für diese Ausgaben nötig feien, wärm, so meint er, mit HIfc jüdischer Phtlanttopen leicht aufzubrtngen. Da er sich aber auch scheinbar darüber klar ist, daß die jüdischen PHNanttopen, praktische Männer, wie sie find, mit ihrem Geldbeutel vorläufig noch wohlweislich zurückhalten werden, so schlägt er fürs erste einen anderen Weg vor: Nachdem üaS ^man f'N FP3 in Jerusalem gebildet und von der Mischen Gesamtheit anerkannt ist, wirb es jedem im Alter von 35 bis 55 Jahren stehenden Juden zur heiligen Pflicht gemacht, 30 Kopeken (65 Pfg.) jährlich zu entrichten. Die Rabbiner und Führer der Gemeinden hätten für dm Eingang und die richtige AbsÜhrung dieser Gelder Sorge zu tragen. Ohne Zweifel würbe es sich kein Jude, der Interesse an den Geschicken brr Gesamtheit hat, nehmen lcmen, auf diese Weise aus seinen eigenen Mitteln die Institution mit zu fundieren. Nach der Schätzung des AuwrS würde dann die BolkSspende in Rußland allein rtwa 150000 Rbl. jährlich betragen. Dazu kämm die Gelder aus den anderen Ländern. Der - unverbrauchte Rest müßte dann dem Fonds einverleibt werde», der später die jährlichen Sammlungen überflüssig machen soll. Wir haben den Plan des Herrn Rabbiner Howscha trotz seiner Kuriosität hier wiedergegeben, um zu zeigen, wie wett die vom einigenden Thoragedanken geleitete Organtsations- und Zentralisattonsbewegung in Rußland bereits gediehen ist und wie sehr dort das große Einheitssehnen in den leider noch nicht geschloffenen Reihen der Traditionstreuen nach greifbaren Ausdrucksformen ringt. Hier im speziellen Falle , des Herrn Rabbiner Howscha scheint uns indessen, wie bereits an gedeutet, vor allem die Grundlage viel zu schwach und schwank, um diesen ganz respektablen Oberbau tragen zu können. Mit der größten Sicherheit de^ Welt gründet Howscha seine Argumente auf tro Statthaftigkeit und Verbindlichkeit der ro'BD für die Gegenwart. Wir wissen ^rns darin einig mit namhaften D'Svtt unserer Zeit, wenn wir diese fundamentale Voraussetzung der Schrift für höchst unsicher erklären. Es handelt sich hier, wie ja der Autor selbst anführt, um eine alte Streitfrage zwischen Rabbi Jakob Btrab und R. Levi Chabib (n"3T0/ die \ mzt! 1223 Zur liätnrgescfticbte des Judenhasses. (3«tm Wochenabschnitt.) Jeder, der sich in der agabifchen Literatur, dieser schönen Literatur unserer Alten, ein wenig auskennt, weiß, wie meisterhaft es unsere Weisen verstanden haben, oft in der anspruchslosesten Form einer Schristerklärung in die tiefsten Gründe ewiger Probleme einzudringen) ein Wort, ein so im Borübergehen hingeworfenes Bild und unser Geiftethorizont ist um ein beträchtliches geweitet und wir schauen klar in die dunkelsten Zusammenhänge der Dinge. Ein solcher Wunderschlüffel zu einem der weltbewegenden Probleme aller Zetten: dem Probleme des Rassen- und Klasfenhasses, scheint uns das erklärende Wort, das unsere Midraschlehrer dem Satze '121 Pimpn D^Drr 1SSWI in unserem Thoraabschnitte qzrgedeihen lassen. B-r JSri»ltr nicht als gelöst gilt und keineswegs heute von Einem in dieser Weise gelöst werden darf. f Aber selbst angenommen, daß alle rabbinischen Kapazitäten der Gegenwart sich darüber einigen, den Standpunkt des 2"V2 '""»no für die heutigen Verhältniffe zu akzeptieren und theoretisch das Recht zur weiteren Erteilung von N2'122 auf palüstinänsischem Boden anzuerkennen, würden doch damit, wie heute die Dinge in Jerusaliegen, die Schwierigkeit nicht behoben sein, sondern eigentlich erst beginnen. Konnte doch bekanntlich der chaotische Zustand in Jerusalem bis dato die seit Jahren schwebende Oberrabinerfräge keiner Lösung zuführen. Wie will nun Herr Rabbiner Howscha das Wunder vollführen, den Mann in Jerusalem zu entdecken, der kraft seiner überragenden min und fiöDn von der gesamten, aus den verschiedensten Richtungen und Landsmannschaften zusammengesetzten jüdischen Bevölkerung Palästinas wie von allen '7N1 •HntP' 'Q2M der weltumfassenden jüdischen Diaspora ohne weiteres als 'nnanp rvan ttfto, als obersten Leiter aller religiösen — und nach Howscha, auch der politischen und sozialen — Geschicke des Gesamtjudentums anerkannt wird? Darum darf doch die Schrift, wenn auch als Unterlage für die Zentralisierung der geistigen Interessen des Judentums unbrauchbar, als ehrlicher Versuch, mitten im Chaos der Erscheinungen in Rußland dem gesetzestreuen Lager etwas mehr Zielsicherheit und bestimmte Willensrichtmig zu geben, noch mehr aber als erfreuliches Symptom' dafür, wie sehr man sich heute auch in diesen Kreisen auf die Zeichen der Zeit versteht, wohlwollendst beurteilt werden. Wir halten es übrigens gar nicht für ausgeschlossen, daß der eine oder andere, durch die Howschasche Schrift zum Nachdenken angeregt, auch einen anderen gangbaren Weg zur Lösung manchen hier aufgerollten hochbedeutsamen Problem?s findet. Zu dieser Hoffnung berechtigt uns vor allem das Schreiben eines uns nahestehenden jüngeren deutschen Rabbiners, dem Rabbi Howscha seine Schrift zugesandt hatte. Das Schreiben lautet, soweit es sich auf die zur Diskussion stehende Frage bezieht, folgendermaßen: „Zum theoretischen Urteil über die Möglichkeit, heute ein Sanhedrin auch nur ein DOIDD p rV2 zu errichten, dazu gehört eingehendes Swdium des. vor« liegenden umfangreichen Materials. Ich würbe 'auch nicht wagen, eine auch nur theoretische Entscheidung zu fällen, bevor ich mich nicht mit den Autoritäten verschiedener Länder in Verbindung gesetzt hätte. Praktisch halte ich Y'PäS die Einsetzung eines Sanheörtn für unmöglich. Wenn die Aussicht zur Zeit des Rabbi Josef Karo nicht zu entschiedenen Stegen geführt werden konnte, zu einer Zktt, wo die „Es bewegten sich die Kinder he'tig gegeneinander in ihrem Schoße." Der Grund ihres Widerstreites lag, so sagen die einen, darin, daß nN NI StP VIS TflÖ NI HT StP VIS YTlia, daß von dem einen unbeachtet blieb, was dem andern heilig Gebot war. Andere erklären sich aber diesen schon im Mutterleibe zum Ausdrucke gelangenden Haß und Hader dadurch, daß nt fix aiNNS p NI Nt DK annS m ntl, mit der dem Menschen angeborenen Neigung, das Dasein als einen harten Kampf auf Leben und Tod aufzufaffen und zu führen. Rabba 63.) „Heftig bewegen sich die Kinder gegeneinander" in der Zeiten Folgen, in der Bölkergeschichte ewigem Auf und Ab. Esaugrist und Jakobgrist stoßen hart aneinander - sie schaffen zwei entgegengesetzte Strömungen, deren eine uns zu den buntschillernden Reizen und\ Genüssen dieser Welt herabzieht, deren anderer aber uns von dem Gemeinen hinweg in höhere, reinere Regionen emporhebt . . . (Sr,n*sS Dana sppvmtn rrna Sr rrop nasS osna itrr mt mnp Tina-) Mein, ist diese Wesensverschiedenheit der eigentliche Grund des Kampfes, des glühenden Haffes, der Jakob allezeit und allerorts das Leben verleidet, ihm das Recht auf ein menschenwüdiges Dasein abstreitet und, wo er die Macht hat, auch nimmt, ihm die LGrng seiner gottgebenen Ausgabe so erschwert? # Biele glauben es und meinen damit auch das Mittel gefunden zu haben, zur Ueberbrückung der trennenden Abgründe, zur Beilegung des welthistorischen Kampfes für den sie so empfindlich geworden. Aller Uebel letzte Ursache, so argumentieren sie, sei darin zu suchen, daß '121 Nt StP VIS N'Nv Nt, daß heute noch, im Zeitalter der Aufklärung, religiöse Gesetze trennend zwischen die 23. November 1911 günstigsten Vorbedingungen schon dadurch gegeben wäre«, daß eine große Anzahl in der 'ganzen Welt unbestritten unerkannter Autoritäten damals in p"NA vereint waren, so wird man eS heute kaum wagen können, gegen dir Entscheidung deS n"2S^ ein Sanhedrin erstechen zu laffen, resv. die N2'tdV M erteilen. Ich glaube, baß die Frage eines Sanheörtn oder der TD'IÖB heute ganz undiSkutavel ist. Doch glaube ich, daß die Anregung des Herrn Rabbiner Howscha nach der Seite hin fruchtbar sein kann, daß man stch bemühen soll, MejtTMin 'Sna unserer Zeit zum mündlichenGedandenaustausch nachMöglichkeit zu vereinigen^ Die S*ntP' S2 StP D,KT fVTiaK/ wie wir sie alH ersehnen, und ins Leben rufen wollen, wirb nur dann lebenskräfttKsetn, wenn die Vorurteile, welche die Treugebliebenen der verschiedenen Gegenden gegeneinander beherrschen, so viel wie möglich zum Schweigen gebracht sind. Zu diesem Zweck ist es erforderlich, baß dem Weltoeretn der Frommen, ein Weltverein der wirklichen B'a2") parallel geht. Die Räbbontm der ganzen Welt müssen einen Verein gründen,' der periodisch Versammlungen abhält, zu welchen Destillierte aus allen Ländern gesandt werden. Die der verschiedenen Länder werden dadurch lernen, stch gegenseitig zu schätzen und zu verstehen. Heute steht Rußland beispielsweise auf Ungarn herab und umgekehrt. In Rußland und Ungarn steht man mit Mißtrauen und Geringschätzung auf die qvdS unseres Landes herab. Wenn wir auch in Deutschland un8 leider nicht so intenstv mit dem Lernen befchäfttgen können wie in Rußland und Ungarn, so nehmen doch die wirklichen fciayi Deutschlands lange nicht die niedere Stellung ein bezüglich mOV ftltfl, welche man ihnen in Ungarn und Rußland zuwetst. Mit den V'^2n deS Orients fehlt fast jede Verbindung. Wie gesagt, töe Ausführungen des Rabbiners Howscha haben den Gedanken in mir lebendig werben laffen, daß wir mit aller Kraft dahin streben sollen, in unserer Zeit des erleichterten Verkehrs etne Weltver tntgung der 2^2^ ins Leven zu rufen. Mitglied dieser Bereinigung kann jeder werben, der fest auf dem Boden von #"tP1 fctn&l steht und von einem solchen 3t etne JTVin besitzt. Diese Weltvereinigung hält ihre Generalversammlungen, die cinen halben ober ganzen Monat bauern, in einem Lande» ab, das von allen Setten bequem zu erreichen ist. Die Weltvereinigung hat Sekttonen in den einzelnen Ländern. Diese Sektionen wählen Deputterte zu der Weltversammlung, und diese Deputierten wieder berichten nach ihrer Heimkehr in der Versammlung der Sektionen. Zunächst halte ich es für erforderlich, in B rbtndung mit der Gründung der nniJK alle pijyi der Welt zu einer großen Versammlung e.nzulaben. Das Wiederauflebenlassen des Sanhedrin halte ich in unserer Zeit nicht für ausführbar. Unsere große Aufgabe ist eS dagegen, die wahren S’mrp der ganzen Welt in der Art zu vereinigen, daß e Vorurteile eines Landes gegen bas andere schwinden und dazu wird eine Bereinigung der B'aS't in erster Linie beittagen. Svur? Hona n"tpn möge uns den rechten Weg SS2H nnitoS whren. •Y'pK" , . Dieser Hoffnung schließen auch wir uns an. Und geht fte einstens in allbefriedigender Weise in Erfüllung, so hätte auch Rabbiner Howscha seinen Appell zur Sammlung und Einigung nicht umsonst ergehen laffen. §> beacht bert \ Dr. 3 fechtei freien das gerichs schen ztpa Humo rech! idealei Gefich heute Helsen kraft und wür D habe Grabt wegzu den C jüdisch schaft wie v Gesam Stand des H stille nicht Gesichc Betra« gangei Expar komm auf dc Stellv U der A geleist besont ernstei Aerztc ggspro nenne schäfte gczerst mals in I Menschen treten, und mit np2*1/ aber in anderem Sinne, rufen sie: *03# nt HöS p DK-: „Wenn dem so ist, was soll uns heute noch das '23K, das hemmende Sinaiwort?" j „Mehr Anpassung an Esaus, — natürlich des modernen/ verfeinerten — Wesensart, mehr Annäherung an die Gesellschaft, und wäre es auch um den Preis der ,alten, längst entwerteten und vom Leben überholten^ religiösen Brauche, so spricht die Assimilation. „Modernisieren wir unser religiöses und rituelles Leven, lassen wir die alten Hoffnungen mitsamt der toten Sprache, in der fie konserviert find, fahren!" so spricht die oer Taufasftmtlation in die Hand arbeitende Reform. „Und ginge es nicht," so ftagt die nationale Bewegung, „ohne jede Preisgabe der Raffeneigentümlichkett des Individuums die Judenbeit als solche, als Bolksggnzes, als rein nattonales Gebilde mit gleichen nattonalen und kulturellen Ambitionen, dem Bölkerchore einzureihen? '\nä , zweifei nur w gehob« <& Und j hervor das 2 Geschl Kamps kamps sich zr wiesen E phettsö uns d 90 Volke /t2i mtpS Dvan S22. Dieser verhängnisvollen Auffassung der Dinge in all ihren Schßttierungen tritt die zweite und allein rtchttge' Erklärung*mit aller Entschiedenheit entgegen. Mit nichtem suchen wir des Judenhasses letzten Grund auf einem Gebiete, auf dem nur Menschenglück und Bölkerftiede erwachsen kann: aus dem Gebiete der Religion. Was wir für unsere Helligtümer eintauschen, ist — bas hat die Geschichte gelehrt — nicht Freiheit und Friede, sondern Seelenarmut und ttese Verachtung in den Augen der Außenwelt, Verachtung, die stch zum Haffe gesellt. Jener Haß hat aber seine ttefen Wurzeln im Lebenskämpfe, im großen Ringen unseres Mrtschaftslebens, in dem einmal der Stärkere dem Schwächere« d«z Platz an der Sonne streitig macht. Warum ,Me Kinder aneinander stoß.n?" Ganz einfach : 3HnS p nt nt ns ainnS p nti nt nt*. Und tn diesem ver- und A nr Misch« die Ar An p l glaube „I spricht D 2|W. glicht Q Völker Schrai M habe i mch i Et -«de«