Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 52 (1911)
- Issue
- Heft 46 (16.11.1911)
- Date
- 1911-11-16
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Pflicht eines jeden Lehrers ist es deshalb, dafür Sorge zu tragen, daß die Gemeinden ungesäumt veranlaßt werden, der ihnen zugesandten Aufforderung, für ihre gegenwärtigen und zukünftigen Lehrer rc. den Beitritt zum Kassenderband zu erklären, Folge zu geben. Sowohl Lehrer als Gemeinden sollten den Wunsch haben, den Lehrern und Kultusbeamten eine standesgemäße Versorgung zu ermöglichen. Entscheidet selbst darüber, was uns größere Vorteile bringt: die eigene Pensionskasse oder die allgemeine Versicherungsanstalt: Kassenverband. 1. Der Kassenverband gewährt Ruhegeld bei Arbeitsunfähigkeit im et-' genen Beruf. 2. Die Penfionsbewilligung erfolgt durch Berufsgenofsen. 3. Ermäßigung des gesetzlichen Beitrages aus freien Mitteln der Rückversicherungskasse. 4. Gewährung eines Zuschlages zur garantierten Mindestpension, besonders der Hinterbliebenenpenfionen. 8. Heilverfahren in nur religionsgesetzlich zulässiger Weise. 6. Möglichkeit einer erhöhten Versicherung in unbegrenztem Umfang. 7. Abkürzungd.Wartezeit,Versicherung früherer Dtenstjahre. 8. Rückvergütung der Eigenbeiträge. 9. Ausrechterhaltung der erworbenen Anrechte, auch des Zuschusses, in voller Höhe bet vorzeitigem Ausscheiden aus der Staatliche Versicherung. 1. Verweist auf fremde, ähnliche Berufe, wenn nicht der Nachweis einer 50°/giaen Erwerbsunfähigkeit erbracht wirb. 2. Es entscheiden Pers nen, die mit den speziellen Verhältnissen der jüdischen Kultusöeamten nicht vertraut sind. 3. gesamten Beiträge müssen entrichtet werden. 4. Geringe Pensionen in den unteren Gehalt'klaffen u. noch geringere Hinterbliebenenpensionen. 5. Heilverfahren ohne Berücksichngung jüdischer Wünsche. 6. Erhöhung über die entsprechende Gehaltsklafse ausgeschlossen. 7. Wartezeit 10 Jahre. 8. Rückvergütung ausgeschlossen. 2. Aufrechthaltung der erworbenen Ansprüchenach einer Wartezeit, sowie Zahlung der Anerkennungsgebühr. Außerdem werden die Hilfskassen, deren Selbständigkeit voll und ganz gewahrt bl-eibt, noch bedeutende Zuschüsse zu den Pensionen leisten können. Es gibt für uns kein Schwanken mehr. Mit aller Kraft gilt es vorwärts zu kommen. Jeder muß auf seinem Posten fein. Die Zeit drängt. Wird jetzt nicht mit Hochdruck gearbeitet, so wird man später mit Recht sagen können, die Gründung einer Pensionskasse für Lehrer und Kultusbeamte gehört zu den verpaßten Gelegenheiten. Deshalb jtenbe in den nächsten Tagen jede Gemeinde ihre Beitrittserklärung zum Kassenverband ab. Insbesondere muß noch darauf hingetviesen werden, daß auch Gemeinden, deren gegen wartige Beamten möglicherweise von der Bersicherungspflicht befreit werben» jetzt schon für ihre zukünftigen Beamten den Beitritt zum Kassenverband erklären müssen. Unterlassen sie dies, so setzen sie sich der Gefahr aus, späterhin von den Wohltaten des Kassenverbandes ausgeschlossen zu werden, denn nach dem Inkrafttreten des Gesetzes ist es den Gemeinden nicht mehr gestattet sich der Pensionskasse anzuschließen. Diese Gemeinden erklären ebenfalls ihren Bmtritt zum Kassenverband; Kosten erwachsen ihnen erst dann, wenn sie versicherungspflichtige Beamten haben, andernfalls sitld sie solange von den Beiträgen befreit. Alle Vereine und Hilsskassen sollten sofort daran gehen, Versammlungen einzuberufen, wozu auch die einzelnen Landesverbände und Kultusgemeinden einzuladen wären. vie Pitttltn von n wo rn Bon Seminarlehrer 8. Anfänger in Würzburg. (Fortsetzung.) fi) aibfi wörtlich ausspeien, also herdorbringen. — NVIN'2 wörtlich: in ihrer Hitzenach der Stelle Gen. 30, 41 sov. w. Zeugnisakt. L) nach Hiob 40, 22 der Behemoth; jedenfalls gleichbedeutend mit schattiges Dickicht. — um eS zu schlachten; V2) ist die aramäische Uebersetzung brr meisten hevräischen Motte, deren Bedeutung töten und schlachten, wie (Tg. Jer. Genesis 22,10), N2V (iv. Gm. 43, 16) u. dgl. m. — V7VV? ihn zu verzehren; talmud. Wort, z. B. Berachot 37. p) eigentlich abkratzen, so Levtt. 14, 41 - davon Nominalbtldung NKlLpV der Hovel und daraus wohl die Bedeutung formen, bilden. — •ßf'np von JHp abkneipen; das Bild Hiob 38, 6 ist vom Töpfer entlehnt «nd würde wöttlich übersetzt heißen: auch ich vtn vom Lehm abgekneipt, überttagen dann: aus Lehm geformt, hier „sein Ebenbild", den Mensche«' v|jn Nominalbtldung von Hin lobfingen (Richter 5,11) "ifi# bildliche Bezeichnung für Gott, nach Hohelied 2, y und div. and. Stellen tbw. V) als et es hervorbrachte; vom aram. s> B. Onkelos zu Exod. 2, 1V. N) fich Mn machm. — vl^p, eigentlich an fich ziehen, hier fich zurückhaltm. — Ausgänge, hier auf baS Tragverbot und die B’ÄWVl bez., mit dem folgenbm rVlKttÖ fVltz, Lasten ttagm. — zu ermüden. Uebersetzung des „Jozer". Du bist erhaben, o Gott, rufe ich freudig und jubelnd} was Du Großes vollbracht hast, WÄ ich der Gemeinde künden. Der retnm Versammlung wM ich mich in echter Gesinnung zugesellm, um dm SchvpftmgSatt erklärend zu Sefprechm. Ja, richtet Euer Herz nur darauf, dem König der Ehre zu dimm, dem Hochhelligm l Die Machttaten defim, der so groß im Uttell, wollen weise Zurückhättung angezetgt; der Wortarme nehme fich tu Acht, da seine Einsicht nur beschränkt ist. Als Gott beavfichttgre, die Welt tnS Dafejn zu rufm, gwa er mit fich selbst zu Rate, wie spielend ^tms seinem Thronfitze. Und da seme Einsicht fich als ttchttg «wie« und er zu dem endgtlttgm Entschlüsse kam, die Welt zu schaffm, beeilte ex fich mit Eis«, dm Plan, üaS Resultat ferne« Nachdenkens auszuführen und bereitete aus Lichtalanz die Himmrlsrüume voll Reinheit. Er formte den Swball «nd sandte ihm Ltchtstrahlm zu, schärfte ab« auch die Sttafpfeile für die Bösewtchter. Er ließ das Himmelsgewölbe erstarren, gab chm festen Grund und wie« dm verborgmen Wassern gesondettm, avaetrmnttn Raum an. Dann bildete er die «lgeichöre, che feine Einheit pretfm, bestimmte ab« auch die Hölleuglutm zur Züchtigurw für die von ihm Abgefallenen. Er sammelte die mächtigen Wass« an einm Ott «nd zwang fie, als ste fich gegm ihn auflehnen wollten, durch seine furchtbare Machtentfaltung. Auf d« Erde Hvhm ließ « frisches Grün fptteßm, das eö fruchtbar fich mehre, Gamm trage und wetterwachse. Weitere Wette von chm V«ettrt, nur durch sein Wott entstandm, warm b« HimmelSltchttr Heere, durch einm Hauch von ihm ins Dasein gerufm: Die stolz chre Bahn ziehende Sonne, d«Monb wie etn ttm« Zmge am Himmel, fie beachtm treulich ihre vorgeschttebmm Nmlaufszettm, halten daran fest ohne Wanken. Aus Veröorgmm Tiefen ließ der Herr dann hndorgehm die Kriechtiere des Waff«S und die Flimtt«e b« Lust und gab bei allen Geschöpfen bestimmte Zeichen an, auf daß man stch von dm unretnm ferne haltm könne. Zur Mahlzett wählte « dm Leviathan mtt dm glänzenbm Augen, daß er dereinst v«zehtt werbe, wenn sich die von frühester Jugend an von Gott Getragmm zur Tastl setzen. D« weise Schöpfer gebot auch d« Erbe gleichsam zmgmd Wild und Bteh hervorzubrtngm, dacunt« dm im Dickicht fich aufhaltendm Behemoth, d« ebmfallS für die Tafel vorgesehm ist, auf daß, wenn « gefangen und geschlachttt, « dm Frommen zur Speise diene. Bon d« Erde seines Landes nahm bann d« Hellige und formte daraus sttn Ebenbild, gab chm die ansrechte Gestatt und schmückte chn mtt sein« Machtvollkommenheit. Da « aber auSatttte, minderte fich seine geistige Qualität, bas Netz des B«derbmS zog ihn hinab in die Gruft. Da Gott nun sein Werk vollendet hatte und ruhte in seinem Htmmelsraume, fetzte er dm 7. Tag ein, daß er auch von uns vor Entweihung gewahrt werde. Ein fchbneS Loblied drucke für die uns gespmdete Schönheit des Sabbats, dm der Wettherr uns als Sühne gebm wollte. Er bewahtte chn lange, um chn endlich seinem Erbfolge mied« zuzuertetlm und hat chn, da « das Manna fpmdtte, erstmals wird« verkündet. An chm freue man fich, an ihm schmücke man fich, an ihm hüte man stch vor wettm Wegen, an ihm ruhe man und ermüde sich nicht durch Lasttragen. Richtet En« Herz nur darauf, dem ftüntg der Ehre zu dimm, dem Hvchhelligm! Bemerkungen zumJozer. Leviathan und Behemot dürstm als Shmbolifierung all« zu Wasser und zu Lande wittmdm Kräfte »ufzufaffm sein. Mögen sie auch lange Zett eigne Wege scheinbar gehen, chr Endziel ist doch das allgemein gottgewollte imd so find fie „ein Tell von jen« Itraft, die, wmu sie BöseL will, doch stets das Gute schafft." In diesem Sinne btldm fie gleichsam „ein Gastmahl" für die Frommen. * Der -12 L? als allgemeine Jnstttutton war schon bei d« Wettschopfung von Gott gegebm worden. Rach dem Auszug aus Aeghptrn in Mara erfolgte der erste Tell ein« Gesetzgebung (Exod. 15,25), Speisegesetze nutz Sabbatgebot speziell für Israel, das SotteSvoik. -ilüt-.. •i .*.t.