Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 52 (1911)
- Issue
- Heft 46 (16.11.1911)
- Date
- 1911-11-16
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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-^7 D« ASraeltt. II. Der Inhalt deS Sulvt ist ebenso wie der des Jozer der Einschattestelle sehr gut angepaßt. Setzte nach den Worten flK - das Jozer mit dem E chöpfungsberichte ein, so hier nach “inbu ö’pbit pK unser Sulot, daß als Hauptinhalt die feste Zuoerstchr auf Gott und den unerschütterlichen Glauben an ihn, den Einig- Einzigen auLsprtcht. Der Dichter erwähnt zunächst Israels Leiden, dann den Spott der feindlichen Völker, aber auch die Lockungen, oenen Israel auSgesetzt rst, denen es aber widersteht in der festen glaubensstarken Hoffnung auf Gottes aüwaltende Gerechtigkeit und Wunderkraft. Die gleichmäßige Anpassung sreUt sich als Kunstwerk etnes und debseloen Dichters dar. Und auch zwischen beiden Ptutim ist ein Zusammenhang leicht ersichtlich. Jozer ist die Grundlage von Sulvt. Ist dort Gott der chöpfer, so ist er hier der Lenker, Letter und Erhalter. Zeigt sich m der Schöpfung feine Allmacht und Weisheit, so wird nun oas feste Vertrauen auf die Wunderkraft und Treue GotteS hervorgehoben, denen Israel mit gleicher Treue enrgegenlommt. Wie aus dem Chaos durch Gottes Wort die schöne Welt erstand, so wtrd aus Exilöleiö uns ewiges Heil erfprießen} und wie Gott beim Schöpfungscckte alles widerstrebende niederkampfte, so werden die uns feindlichen Mächte unschädlich gemacht werden. W,e die Schöpfung eme irdische Welt zeugte, so weist Sulvt hm auf Israels Boltwerdung, auf den Auszug aus Aeghpten, den Anfang einer gersttgen Weltiphäre, das Vordud jeglicher Erlösung. Das Gedrcht bestrht aus 16 Strophen, jede aus 2 Distichen. Die Aorm ist das Akrostichon. Die Ansangsbuchstaben der Distichen in den 11 ersten Sttophen ergeben das hebräische Alphabet Bet Strophe 12,18 und 14 find die AnfangSbuchstaven jedes Verses verwendet und ergeben die Worte |g)pn Die 15. Strophe nimmt auch noch den Anfangsbuchstaben des 2. Wortes vom 4. Verse zu Hilfe und dttder das Wort rnVD* Die 16. Strophe venützr ziemlich wrllkürlich erne Anzahl Buchstaben und zwar von Vers 1 die drei ersten Buchstaben des 1. Wortes, dann den ersten und die drei letzten Buchstaben des 2. Wortes, ferner ^e den ersten Buchstaben des 1. u. d 2. Wortes von Vers 2 und den ersten Buchstaben von Vers 3 und bildet den Schlußwunsch n?D pin: 1 und 2, inhaltlich zusammengehörig. ninS 2VNX nach Psalm 73, 16. — irTlD von fflD/ die tzuunovedeutung ist „übermäßig uno oarum werrws fern",' so otc Schleppe, aber auch vor Aller üdelrtecheno fein) hier ui Anlehnung an Jerem. 49, 7. — o’JItt Stammwort j-jji bedrückten; auf das geschäftliche Leven übertragen: „üvervortetlen", so z. B. M. 25, 14hier wohl „täuschen, trügen". Im ralmud. Sprachgevrauche riM21K und KJVJ1K* (Fortsetzung folgt.) Verein äer jüctircben Ledrer in äe» ifadvlnalsberisiren km<ien-vi<iend«rg-üremen. Protokoll über die 27. Konferenz im Sitzungssaal e der Synagoge zu Emden am 10. Oktober 1011. Am 10. Oktober versammelten sich die Mitglieder unseres Vereins in dem vom Vorstände der Emder Gemeinde freundtichst zur Verfügung gestellten Sitzungssaale der Synagoge zur 27. Konferenz. Von allen Seiten loamt die Kollegen zahlreich herbeigceilt. Zur festgesetzleii Stunde erössnete der 2. Vorsitzende Wolss-Äurlch an Stelle des leider durch Krankheit verhinderten 1. Vorsitzenden die Versammlung mit einer von Hetzen komnienden und zu Herzen gehenden Ansprache, in welcher er die Kollegen zunächst mit dem Festgrnß narr -p-D wiUtomntcn beißt, in lättße* rer Ausführung aus das Opfer hinweift, das die Konserenztcilnehmcr am Feiertage durch ihr Erscheinen darbringen und zum Schlüsse auch des Heimganges des leider allzu früh verschiedenen Landrabbiners Dr. Löv gedenkt und dessen Verdienste um Erhaltung und Förderung der jüdischen Volksschule in unserem Bezirk besonders hervorhebt. „Weder Zeit, noch Mühe, noch Kosten hat er gescheut, um uns piit feinem besten Wissen und Können zn dielten, zu einer Zeit, als es galt, die jüdische Volksschule zu erhalten und jür die jüdischen VolksschuUehrer die Gleichstellung mit ihren christlicheii Kollegen zu erstreben; das soll ihn, unvergessen bleiben. Durch sein Wirken hat er sich ein unvergängliches Denkuial in unseren Herzen gesetzt, das auSdauern wird, solange noch einer aus unserem Kreise im rosigen Licht der Sonilc atmet." Tiefergriffen überbringt darauf noch der Redner die letzten Grüße des Verstorbenell, die er ihill in einer Unterredung in seinen letzten Lebenstagen für „seine Lehrer" aufgetragen. Mit Dankcsworten an den Vorstand der Emdener Gemeinde für Ueberlassullg des Sitzungssaales schließt der Vorsitzende seine Ausführungen. Darauf begrüßt der Vorstand der Shnagogengemeinde Emden, Herr Jacob Pels, die Versammelten und wünscht den Verhandlungen beit beste,! Erfolg. Gleichzeitig verspricht er, bei der delnnächstigen Besetzung der Landrabbinerftelle nach seinen Kräften dahin wirken zu wollen, daß ein solcher Herr gewählt werde, von dem man ..annehmen dürfe, daß er die Angelegenheiten des Landrabbiners im Geiste rrnd Sinne des verewigten Dr. Löb weiterführe. Darauf folgt der Vortrag des Unterzeichneten (Gottschalk - Esens) über: „ H ü l s s b ü ch e r z u r Vorbereitung aus den Unterricht für den jüdischen Religionslehrer. Er führt aus: „Während dem Lehrer in den profanen Wisjenssächcrn die Vorbereitung aus den Unterricht sehr leicht ge,nacht ist, da fast für alle Unterrichisgegenstände gute und ausführliche Stoffsammlungen uno Erklärungen dazu vorliegen, macht der speziell jüdische Unterricht hiervon eine Ausnahme. Wir haben weder eine fchulgemäße Behandlung der Biblischen Geschichte im jüdischen -sinne, noch des Pentateuchs oder des Gebetbuches, noch der systematischen Religionslehre. Dies verursacht sowohl für Lehrer wie für Schüler mancherlei Nachteile. Es wäre daher wünschenswert, wenn Pädagogen und Theologen zusammenarbeiten würden, um Hilss- oder Vorbereitungswerke für die Hand des Lehrers herauszugeben. Eine solche Arbeit würde einem tiefgefühlten Bedürfnisse cntgegenkoimnen und des Dankes der jüdischen Lehrerschaft sicher sein. Der Referent macht nun einige Bücher namhaft, die ihn, während einer zwanzigjährigen Praxis bei seiner Vorbereitung vorzügliche Dienste geleistet haben. Aus jedem Werke trägt er einige charakteristische Beispiele vor, welche die Brauchbarkeit des betreffenden Buches für besagten Ziveck dartu,, sollen. Dabei kommt er zu folgender Zusammenstellung: 1. für biblische Geschichte: a) Hirs ch's Ch um mesch, b) Präparationen zu beit biblijcfycu Geschichten des alten Testaments von Dr. Richard Staude, 1. Teil, die indes nur mit Vorsicht und Auswahl zu verwerten sei, c) Real-Encyclopädie des Judentums von Dr. I. Hamburger, Leipzig 1806, in Eomm. bei Köhler. '2. Wadjibiblifd}? Geschichte: a) Löwenstein, Geschichte der Juden, b) Doctor Hecht und Kaiserling, c) Hamburger, Real-Encyclopädie, S. Müller, jüdische Geschichte in Charakterbildern. , 3. P e n t a t e u ch - U e b e r s e tz u n g e n: a) Raschi, b) Hirsch, c) Hoffmann-LeviticuS. 4. Gebetnbersetznngen: a) Hirsch's und Nobel's Psalmenerklärungen, h) Hirsch's T'flilloh, c) Bär's große T'flilloh, ä) BambergerS und Lehmanns Perek-Erklärnngen, e) Be iS Otocheil T'flilloh mit ihren Kommentaren. 5. S y st e n, atische r R e l i g i o n s u n t c r r i ch t: a) Stern: A,„udei- Hagauloh, b) Hirsch's Chanreiw, c) Lehrbuch der israelitischen Religion von Dr. B. H. Auerbach." Der Vorsitzende dankte dem Referenten fiir die klare, nüt großem Fleiße zusammengestellte Arbeit und weist auf die instruktiven und anregenden Darlegungen hin, die Zeugnis von einem nach Wahrheit strebenden Lehrer äblegcn und uns einen tiefen Blick in dessen treffliche Werkstatt gestatten. Er wird dabei durch die einsichtsvollen Bemerkungen Dr. Mannheimers unterstützt. Zu einer weiteren Besprechung bot dieser Vortrag keinen Anlaß. Daraus sprach Lehrer L a ch m a n n - Wittmuud über daS Thema: „Wie werden die Kinder in der einklassigen Schule während der R c l i g i o n s st u n d e n n a ch Z ei t n n d Stoff an, zw e ck »>, ä ß i g st e n beschäftig t." Der Redner lieferte eine sehr ausführliche Arbeit, die alle einschlägigen Gcdankcngnnge einer eingehenden Prüfung nnterzog und ihnen auch gerecht zu werden suchte. In der Einleitung .seines Vortrages wies er auf den Vorzug hin, den die jüdischen Volksschulen der Provinz Hannover bezüglich der Zahl und Lage der Religionsstnnden gegenüber den anderen Schulen Preußens genießen. Daran anschließend gab er eine Uebersicht seines Stundenplanes und feines UnterrichtSvetrieveS und stellte die Grundprinzipien .für die Einrichtung derselben auf. Diese bestehen hauptsächlich in der Verteilung der Stunden dergestalt, daß die Abteilungen abwechselnd schriftlich und mündlich, auch unter Zuhilfenahme von Helfern, beschäftigt werden und daß möglichst auf mündlichen Unterricht schriftliche Beschäftigililttg folgt und umgekehrt. Au der Hand des Stundenplans führte nun der Vortragende m anschaulicher Weise die Verteilung von Zeit und Stoff auf die einzelnen Abteilungen während der verschiedenen Retigionsstnnden in der einklassigen Volksschule vor und schloß mit der Mahnung einer gründlichen Vorbereitung des Lehrers für den Religionsunterricht, da nur unter dieser Bedingung eine rechte Ausnutzung der kurzen Unterrichtszeit möglich.sei. Reicher Beifall lohnte den Redner, und die nun einsetzende Besprechung zeigte, mit welchem Interesse 16. November 1911 16. N> die Mitglieder dem Bortrage gefolgt waren. GingA-—■ auch die Ansichten über die Zweckmäßigkeit und genai f4| Durchführbarkeit der vorgeschlagenen Zeitverteilu, auseinander, so stimmten doch wohl die meisten Z, i||ll|| Hörer mit bertt Grundgedanken des vorgeschlagcn» Planes, der sich schon seit einigen Jahren in me] reren einklassigen Schulen des diesseitigen Aufsicht bezirks bewährt hat, überein. Es soll übrigens hi bei noch ausdrücklich bemerkt werden, daß der sprochene Stundenplan von der Königlichen Regierui, zu Aurich geprüft und empfohlen worden ist. Dasselbe Thema behandelte in Hinsicht aus di einklassigc Religionsschule, Kollege Ha rtog-Jever Er hatte seine Arbeit um folgende Gedanke gruppiert: Die jüdische Religionsschule ist ein Inst tut für sich, das neben den öffentlichen Schulen b steht. Um die Schüler nicht zu .überbürden, müss darnni folgende Grundsätze gelten: Wenig Unterrichtszeit; darum wenig Stoff u» wenig häusliche Beschäftigung. Soll im Unterricl das Notwendigste behandelt werden und soll der Unte eicht von Erfolg gekrönt sein, so müssen auf d Unterstufe mindestens 3, aus der Mittel- und Obe stnfc mindestens 6 bis 7 Unterrichtsstunden 'erteil werden. Im systematischen Religionsunterricht un hebräischen Lesen werden Ober- und Mittelstufe ver einigt. Als stille Beschäftigung wird nur die schrift licke Wiedergabe der Uedersetzung und das hebräisch Schreiben verwendet. Auch diese Arbeit, die von eine,, gewandten Praktiker und einem scharfen Blick für da tatsächlich Erreichbare zeugte, wurde mit Beifall auf genommen. In der Besprechung nahm die Frage einen bre tcn Raum ein, wie das Interesse der Schüler und Eltern an der ReligionSschnle geweckt und erhalte« werden könne und es wurden in dieser Richtung dir verschiedensten Vorschläge gemacht. Der Vorsitzende dankte auch diesen beiden Res reuten für ihre trefflichen Anregungen. Die nächste Konferenz soll am Pfingstmontag 191 morgens 11 Uhr, stattfinden. Arbeiten dazu übe nehmen: Abt- Leer: Besprechung von Hülssbüchern zur Vor bcreitung für den jüdischen Kultusbeamten. Popper- Weener: Ein noch näher zu bestimmen des selbstgewähltcs Thema. P s i s s e r l i n g - Anrich: Eine Lehrprvbe. Bei den freien Besprechungen wurde zur Sprache gebracht, daß im Regierungsbezirk Osnabrück die Angelegenheit wegen des Gehalts des Kultusamtes immer ) noch nicht geregelt ist, und daß die Kollegen daher in dieser Beziehung immer noch leer ausgehen. Der^bon ck Vorstand verspricht, diese Angelegenheit mit dem neuen icht un Landrabbiner zu besprechen und hoffentlich auch zu lemein, einem guten Ende zu fuhren. ° J Nachdem noch Dr. M a n n h e i m e r in einer längeren Ansprache das Verhältnis zwischen Rabbiner und Lehrer im Allgemeinen und in Bezug aus die Bezirke Oldenburg.und Emden im besonderen behandelt hatte, wurde die heutige Versammlung geschlossen. Ein gemeinschaftliches Mittagessen hielt die Mitglieder noch einige Zeit zusammen und mit dem Wunsche aus ein frohes Wiedersehen, strebte jeder seiner l)cttuatlid)cu Scholle zu. Der Schriftführer: A. G o t t s ch a l k - Esens. E Niei rannte sehr Jasser ieinde nck mö< D litteln Ile ede urch ih nck vor 8 tand zi ,mt Köi b eorrespondenzen. Au» der Provinz Hannover. Ein Muster-Statut. Die am 6. März 1010 gegründete Vereinigung von Shkiagogengemeinden der Provinz Hannover beruft ihren ersten OKmclndetag zur endgültigen Festsetzung ihrer Statuten ans Sonntag, 19. November, nach Hannover. Der von einer Kommission, an deren Spitze Herr Senator Fischer, ein Hanptrufer im Kampfe um das Organisativnsgesetz steht, ausgearbeitete Satznngs^tttwnrs enthält folgende Bestimmungen: 8 4. Privatpersonen, mit Ausschluß von Kultusveamten, können den. Verbände als außerordentliche Mitglieder beitreten. 8 12- Zur Vertretung der Gemeinde sind nur stimmberechtigte Mitglieder einer Verbandsgemeinde, unter Ausschluß -er KultuSveamte», berechtigt. ES wäre wirklich interessant, die Begründung dieser Bestimmungen kennen zu lernen. Einstweilen wollen wir uns jeden Kommentars enthalten, da wir nicht annehmen, daß die Gemeindevorsteher, die zur Versammlung erscheiueu, ihre Kultusbeamten, die in der Provinz Hannover in de« meisten Gemeinden mit den Lehrern .identisch sind, so gering einschätzen, sic bestlnimtingsgenräß von den Verhandlungen der Genrrindetage fernzuhalten. Eine andere Frage aber drängt sich uns unwillkürlich aus: Wo bleibt der Verein der jüdischen Lehrer in der Provinz Hannover mit seinem Protest gegen diese Bestimmungen? Oder will er die Hände im Schoße halten, bis es zu spät ist. Cöln. Mittwoch, 22. November, nachmittags 3 Uhr, findet im Hotel „Goldener Stern" dahier die Konferenz des Bundes gesetzestreuer jüdischer Lehrer lZweigverein Rheinland) mit folgender Tagesordnung statt: 1. Bericht über die Bundesversammlung (Schloß- Düsseldorf und Stern-Cöln), 2. Vortrag des Herrn Dr. Lorsch-Cöln (Thema wird noch bekannt gegeben!, 3. Fortsetzung der Debatte über den Antrag Stern- Cöln, 4. Freie Besprechungen. V .. 8.) ln treden ,r Best M lögen , ieinde K R Zu der beehre, (17114 ► falle« Jirs-re miäi