Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 52 (1911)
- Issue
- Heft 46 (16.11.1911)
- Date
- 1911-11-16
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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fette 6. Btt 46 D« Statdit für den Bolksschukehrerberuf umsonst gewesen, wenn er jetzt seine Kenntnisse und Fähigkeiten in der bestehenden Konfessionsschule nicht verwerten könnte, sie würden total brach liegen. Der Lehrer selber wäre dadurch zum Müssiggang verurteilt, da er ja als Vorsänger bei weitem nicht vollauf beschäftigt ist, und Müssiggang ist aller Laster Anfang. Auch lehrt die Erfahrung, daß solche Lehrer, die früher jeden Tag ihre Schule zu halten hatten, nachher aber reine Vorsängerstellen bekleideten, die ihnen nur für zwei oder höchstens drei Tage in der Woche Arbeit machten, vielfach in ihrer Schaffensfteude erlahmt sind aus Mangel an Beschäftigung und späterhin, als sie wieder Schulstellen übernehmen sollten, die vermehrte Arbeit nicht mehr wünschten, oder wenn sie dieselben übernahmen, bei weitem das nicht mehr leisteten, was sie geleistet hätten, wenn sie ununterbrochen im Schulberuf gestanden wären. Das Pflichtgefühl der Lehrer wird also wesentlich gehoben und verstärk durch eine regelmäßige Beschäftigung in der Konfessionsschule. Und das ist nicht nur ein Vorteil für die Lehrer selber, sondern auch für die israelitischen Gemeinden, in. welchen solche Ärfifte angestellt sind, und nicht zu allerletzt auch ein Vorteil für den Staat, wenn er Jugendbildner und Religionsdiener unterhält, die schasfensfreudig sind und ein scharf ausgeprägtes Pflichtbewußtfetn besitzen. (Fortsetzung folgt.) im Vergleich mit der Reichsversicherung hervorgehoben werden und den jüdischen Beamten und den jüdischen Gemeinden der sofortige Beitritt zu dieser Kasse in warmen Worten empfohlen wird. Nach unserer Auffassung ist, wie in der oben abgedruckten Korrespondenz dargelegt, das Unternehmen, wenn die Kommissionsbeschlüsse in Kraft bleiben, überhaupt unausführbar, da die in Aussicht genommene Rückversicherungskasse nicht vor dem 15. Oktober bestanden hat. Gleichzeitig geht uns ein Artikel des verdienstvollen Herrn Adolf P eritz in Königsberg zur Ersatzkaffen-Frage zu, der den Standpunkt vertritt, daß trotz der Kommissionsbeschlüffe die beabsichtigte Ersatzkasse noch möglich sei. Herr Peritz stützt seine Auffassung darauf, daß diese Ersatzkaffe lediglich einen Ansbau der bereits vor dem 15. Oktober vorhanden gewesenen Hülsskassen bedeutet. Wir glauben nicht, daß damit durchzudringen sein dürfte. Wie wir hören, sollte am 22. d. eine Aussprache in Berlin über die beabsichtigten Maßnahmen stattsinden, und es würde für die Interessenten wohl am geeignetsten sein, den Verlauf dieser Aussprache abzuwarten, bevor sie einen Sprung ins Dunkle machen. keprüsenlsnlensitzung Ser iUdifchen Gemeinde. E. Rs. Werkln, 29. Okt. JLfc**. €orrc$ponde«zcn «. Nachrichten. WeMsty»» fßtub. Sur Versilberung Ser prloslbesmien. Irankfurt a. M., 12. November. Bon verschiedenen Seiten wird Aufklärung darüber verlangt, ob nach den Beschlüssen der Reichstagskommisfion in erster Lesung die Bemühungen zur Herbeiführung eines Zusammenschlusses der bestehenden Lehrer- und Rabbiner-Hülfskassen behufs Bildung einer Ersatzkaffe gegenüber der Reichsversicherung noch praktischen Zweck habe. Bekanntlich hat die Kommission beschlossen, daß nur solche Ersatzkassen anerkannt werden dürfen, die vor dem 15. Oktober bereits bestanden haben. Es scheint nun in den Kreisen der Interessenten die Annahme zu bestehen, daß ein Zusammenschluß der bestehenden Kassen von der einschränkenden Frist-Bestimmung der Kommissions- Beschlüsse nicht betroffen werde. Wie uns von maßgebender, parlamentarischer Seite mitgeteilt wird, ist dies ein Irrtum. Der Zusammenschluß der bestehenden Hülfskaffen würde ein neues Rechtsgebilde schaffen, das, da nach dem 15. Oktober 1911 gegründet, nicht mehr als Ersatzkaffe anerkannt werden könnte. Als Ausweg käme nach Ansicht unseres Gewährsmannes höchstens in Betracht, daß die verschiedenen Kassen in eine der bereits bestehenden Kassen aufgsthen würden. Bei diesen Ausführungen ist natürlich vorausgesetzt, daß es nicht gelingt, die Kommissionsbeschlüsse nachträglich günstiger zu gestalten. Aranstfurt, 14. Nov. Der „Rabbinerverband in Deutschland" (gez. Rabv. Dr. Guttmann), „der Verband der jüdischen Lehrervereine" (gez. Rektor Feiner), „der Allgemeine Deutsche Kantoren-Verband" (gez. Oberkantor M. Henle), sowie der herein Israelitischer Lehrer in Bayern" Goldstetn) übersenden uns zur Veröffentlichung einen Aufruf, in dem die bekannten Vorteile der durch den D. I. G.-B. geplanten Ersatzkasse Die Ergänzungswahlen zum Gemeindevorstand ergaben die Wiederwahl der Herren Neffer, Sanitätsrat Stern, Leopold Badt, Sanitätsrat Feilchenfeld und Geheimrat Landsberg. Zur Verteilung an Mische Arme wurde von Frau Sara Reichenheim geb. Prins durch Frau Lieben 6000 M. zugewendet. Der Nachtrag zum Etat 1911/12 in Summa von 441776 M. soll durch einen kleinen Aufschlag bei den Steuern aufgebracht werden. Herr Dr. Gt ns b erg hält dies nicht für angebrachterklärt sich aber doch schließlich damit einverstanden, vorkommendeBedürfnisse nicht eher zu befrtedigeu, bevor das Geld dazu im Hauptetat ausgeworfen ist. Der Rentier Siegmund Meyer hat ein Testament hinterlaffen mit der Verfügung, daß die Verwaltung des gesamten Erbteils seines Sohnes dem Vorstände der jüdischen Gemeinde zu Berlin zustehen solle. Derselbe erhält für seine Mühewaltung 5 Proz. der am Schluffe des Jahres sich ergebenden Einkünfte. Falls der Sohn ohne Deseendenz stirbt, soll das ganze Vermögen, 85- bis 90000 M. an die Gemeinde fallen. Es folgt nun eine Beratung über die Stellung Berlins zur geplanten Verfassung der jüdischen Gemeinden in Preußen. Referent Dr. Minden beginnt mit dem Rosinschen Entwurf. Unannehmbar für Berlin sei das unbedingte Veto der Rabbiner in religiösen Angelegenheiten. Die 133 Paragraphen könnte man hier heute natürlich nicht durchnehmen. Der Vorstand habe Material anfertigen lassen, welches dem Deutschisraelitischen Gemeindebund überreicht werden soll, damit es weiter arbeiten solle, weiter solle damit nichts geschehen. In der Debatte erklärte Dr. Kalischer, daß bei der vielfachen Bezugnahme auf Paragraphen des Gesetzentwurfes in der Vorlage ein Urteil nur möglich sei, wenn man in der Lage wäre, den Wortlaut dieser zitierten Paragraphen zum Vergleich vor sich zu haben. Der Redner erklärt sich gegen den in der zweiten Gruppe der Forderungen ausgestellten Wunsch, die Anstellung besoldeter Vorstandsmitglieder zu ermöglichen } eher wäre eine Vermehrung der Zahl der ehrenamtlichen Vorsteher anzustreben. Vom Vorstandstisch macht Herr Breslauer darauf aufmerksam, daß sich das von Herrn Dr. Kalischer beanstandete Petitum in jener Gruppe befinde, von der ausdrücklich bemerkt worden sei, daß die Gemeindebehörden zu ihnen keinerlei Stellung genommen haben. Die offiziell ausgestellten Forderungen bezögen sich nur aus eine angemessene Vertretung Berlins und darauf, daß Berlin, nicht gezwungen werden solle, unverhältnismäßig hohe Beiträge zu zahlen. Außerdem würden nur noch Forderungen, die das' Veto der Rabbiner und deren Stellung in der Gemeinde beträfen, aufgestellt. Herr Dr. Jgn. Cohn glaubt, daß genug Gelegenheit gegeben wäre, den Entwurf zu kennen. Man wolle vor allem, daß die Gesetzeskommission ihre Arbeit fortsetzsn möge. Die in der zweiten Gruppe enthaltenen Forderungen hätten für die Gemeinde selbst keinerlei verbindlichen Charakter. Ein inzwischen formell gestellter Antrag, jenen Teil der Aeußerung, die die unverbindliche Gruppe von Wünschen resp. Anregungen enthält, zu streichen, dessen Zulässigkeit Herr Louis Sachs bezweifelt, Herr Dr. Cohn als statthast erachtet, wird zurückgezogen. Die Erklärung von Dr. Kalischer gegen die Anstellung besoldeter Vorsteher soll protokolliert werden. Nachdem Herr Dr. Minden in seinem Schlußworte sich für die Möglichkeit der Wahl besoldeter Vorsteher, wie sie auch in den politischen Kommunen üblich sei und sich sehr gut bewährt habe, ausgesprochen hatte, erfolgte die en bloe-Wnnatjme biefet Vorlage." Es folgen Rechnungsabschlüsse. Zur Herstellung von Zinsscheinbogen werden zur Zahlung an die Reichsdruckerei 565 M. bewilligt, für die Zwecke der Durchreisenden-Kommission 10000 Mark. Zur Ordnung und Katalogisierung der Albert Wolssschen Sammlung 600 M., zur Herstellung einer Gedenktafel für Leopold Zunz, Auguststr. 60, 200 M. Dresden- 15. Nov. Die Herren Antisemiten, denen es in Sachsen in letzter Zeit nicht sonderlich gut geht, können die Aufhebung desSchächtverbotes immer noch nicht verschmerzen. Trotz allen mißlungenen Versuchen hat jetzt der Alte Tierschutzverein in Dresden eine neue Eingabe um Wiederaufhebung der Verordnung, die das Schächten gestattet, dem Landtag eingereicht. Leider gelang es dem Vereine, auch einen Teil der Konservativen für ihre Sache zu gewinnen, die jetzt ebenfalls in der zweiten sächsischen Kammer einen Antrag auf völliges Schächtverbot eingebracht haben. Hindert- 10. Nov. Die Königl. Regierung hat die Ausschreibung der Landrabbinerstelle verfügt. Es können nur solche Bewerber berücksichtigt werden, die sich schriftlich melden. Die Berufung eines Rabbiners ohne vorherige Bewerbung ist nach den gesetzlichen Vorschriften ausgeschlossen. Auch sei darauf hingewiesen, daß weder die ein-] zelnen Vorstände der Gemeinden,-noch das Gesamtwahlkollegium bisher irgend eine bestimmte! Persönlichkeit ins Auge gefaßt oder ihr gegen- | über irgend eine Verbindlichkeit übernommen! haben. Oesterneirh. Organifafion der Religionslehrer. Wien- 5. Nov. Unter sehr reger Beteiligung aus allen Teilen j der Monarchie fand hier am 2. ds. Mts. die konstituierende Generalversammlung des Oesterr. - Israelitischen Religionslehrerbundes statt. Nachdem Herr Lehrer! Leopold Schulhof ein ausführliches Referat! über die Gründung eines Bundesorganes crftattct ] hatte, ergriff Herr Rabbiner Dr. D. Feucht-! wang das Wort zu einer Rede, in welcher tx\ mit warmen Akzenten für die Rechte der Lehrerschaft eintrat. Sodann ergriffen noch die Herren Dr. Schreiber und Prof. Dr. Weiß das Wort, um in glänzenden Reden für die Wahrnehmung der Interessen des Religionslehrer-! standes einzutreten, worauf der Vorsitzende zur Erledigung des formalen Teiles der Tagesordnung schritt. Den von der Statthalterei bereits genehmigten Bundessatzungen wird von der Versammlung das etnftrmmtge Placet erteilt, die Höhe des für das Bundesjahr 1911/12 gu| leistenden Beitrages mit vier Kronen festgesetzt. Die hierauf vorgenommenen Wahlen des 21gliedrigen Ausschusses sowie zweier Revisoren | erfolgten einstimmig. Ungarn. - Unsarifdier Brief. (Von unserem Korrespondeten.) Z. B. A. Wndapest, 2. Nov. Für alle, die mit gespanntem Interesse die! Geschehnisse des Tages, soweit, diese das jüdische Leben der Gegenwart beeinflussen, verfolgen, istj die Haltung des berufenen Führers derNeologie, w w de N ge B S ho Li lo D he de in ke di I' Ml dtk ist dü wi we nü toi bei die vei Kr ges der Hai Ui sch QU oro kar das sch' ent tun bet Er gm ela Un die in nac Ra drei rüh biel ma Sei vor die ein uni ent] für Mr wer ftaa fert sch» jene gan der, Jur mit zu s daß Ort