Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 52 (1911)
- Issue
- Heft 44 (2.11.1911)
- Date
- 1911-11-02
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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»er bestehenden Lehrerklldungsanstalten gedacht ist, zu bilden, so erübrigt eS sich, ausführlich darüber zu referieren. Der Gedanke, die Lehrer zum Gartenbau und zur Landwtrtfchrst anzuregen, ist in »Erz. u. Lehre" wiederholt erörtert worben. Man ging dabei von dem für uns näherliek.en-en Gesichtspunkte auS, den Lehrern auf dem Lande eine befriedigende und gewinnbringende Beschäftigung zu verschaffe» und so einen seßhaften Stamm tüchtiger Jugendbtldner auch dort zu erhalten, wo die Mittel der Gemeinden nicht ganz ausreichen, um ihnen eine gesicherte Existenz zu bieten. Die Peiner Anstalt gewährt die Möglichkeit einer gründlichen Ausbildung in Gartenbau und Handfertigkeit und darum ist fie mit Freuden zu begrüßen. Auch der Gedanke, durch die Lehrer auf die Jugend etnzuwtrken im Sinne einer landwirtschaftlichen und handwerklichen Betätigung, ist durchaus richtig. Trotzdem teilen wir nicht die hochgespannten Erwartungen, die die Verwaltung in ihr Werk fetzt) wir würden unS aber aufrichtig freuen, wenn uns die Zukunft eines besseren belehrte. Wir erwarten auch mit Zuverficht, daß das seitens der Verwaltung Herrn Rabbiner Bamberger -Würziburg gegebene Bersprechen, alle religionsgesetzlichen Bestimmungen zu be» rückftchttgen, strenge eingehalten wirb, und daß der reltgiöse Geist der Anstalt eS auch den gefitzeStrkuen Seminaren gestatten wirb, ihre Zöglinge chne Bedenken nach Peine zu überweisen, soweit sie Neigung und Befähigung für diese Art cer Weiterbildung zeigen. Wie der Referent in der erwähnten Konferenz Herr Dr. Derend-Hannover auSführte, hat die Simvnfche Stiftung annähernd 60 jüdische Unterrichtsanpallen bei der Errichtung von Schulgärten und bet der Einrichtung von HandfertigkettSunterrtcht mit Geld unterstützt. Wer hoffe», daß dteS auch künftig geschieht. SS wäre bedauerlich, wenn die Peiner Anstalt so große Mettel absorbieren würde, daß die bisherigen schönen Ansätze aus Mangel an materieller Unterstützung verkümmern und wenn Neu Gründungen nicht mehr in ausreichendem Maße subventioniert werden könnten. Die Piutitti von nwo raff. Ron Semirarlehrrr L Anfänger in Würzburg. Der röff bildet eine Art vermittelnden UebergangeS zwischen den frohen Gefühlen der ver stoffenen Ttschrt-Festtage und den kommenden Sorgen und Mühen des Alltagleblns, ein Gegensatz, der durch die etntrende unfreundliche Jahreszeit sich doppelt fühlbar macht. Es dürste also die Annahme nicht gar zu gewagt erscheinen, daß der Paitan des TageS in feinen fynagogalen Poesien diesem Umstande Rechnung trägt, um so mehr alS Jozer und Sulat den gleichen Verfasser haben, der Osan aber wie fast alle Ofanim mehr der Plazierung rm Gebete, der »eduscha durch die Engelschöre Rechnung trägt. Es sollen darum, abweichend vom sonst gewohnten Schema, zunächst Jozer und Sulat in ihrem wahrscheinlichen Zusammenhang besprochen werden, dann die Erklärung deS Ofan in möglichster Kürze folgen und auf die Verfasser der Hymnen am Schluffe erst etngegangen werben. I- W. DaS Gedicht ist ein Akrostichon. Jede Strophe hat vier Berfe, je mit dem gleichen Buchstaben des Alphabets, in strenger Reihenfolge von K bis 71, beginnend. Nach der 3. Strophe steht die bei allen Jozerot gebräuchliche „HeiligkettSstrophe", die am Ende als Refrain wiederlehrt. Nach oer /^-Strophe stehen vor dem Refrain noch 2 ebenfalls vierfache Snophen) d»e Anfangsbuchsiaben dieser 8 Berfe ergeben den Namen des Dichters: svVN NQ?ff- Auch die Anfangsbuchstaben der Refratnftrophen ergeben zweimal das Wort nö^ff- Inhaltlich besingt dos 'ijjv den Schöpfer und die Schöpfung. Die ersten 3 Strophen bilden eine Art Zielangabe. Die Strophen J und t weisen auf bas menschliche Unvermögen hin, Gott in ausreichender Weise zu rühmen, n nnd 1 sprechen von den vorbereitenden Plänen und Beratungen Gottes; bis p wird dann der Schöpfungsbericht nach der GenestS aufgerollt. -f spricht vom Sündenfall der ersten Menschen) hierauf wirb bis zum Schluffe die Etnsctzung und Bedeutung deS erörtert. Erlärung und Ueberfetzung. (Die Ueberfetzung bietet wenig Schwierigkeiten) eS folgen darum zunächst alle einer Erklärung bcdüi senden Stellen und dann eine zusammenhängende Ueberfetzung deS ganzen Piut.) k) HUHPael, Infinitiv v. cbv, sich freuen) ähnlich Gpr. Gal. 7, 18: hier: lindem ich mich selbst besten freue." 2) ‘77DD In der Versammlung; so Genes. 49,6 — PHD rein, Epith. für Israel nach Hohelied 6,10 — -)*o erklären, eigentlich »graben" (*1*0 Brunnen), also den Sinn eruieren r hier ebenso wie das folgende Infi». der Abficht mit Bezug auf den BerS vorher. 3) Urteil, davon Richter. — SSb2 Piel bbür reden; aram. Wort, aber in der Thora nicht selten, erstmalig Genes. 21,7. — b'b) rpj Tag und Nacht} läßt fich inhaltlich zur vorausgegangenen wie zur folgenden BerSzetle ziehen) rP2 heißt wötttlch Helltakett. bbtiS vütt heben, hier in der Bedeutung, rühmen." *7) 12k'2 ffl^^ Belm Forschen wie die Schöpfung vor sich ging. — 1*7 geziemt. — von 1XV zurückhalten, Beschränkung, Zurückhalwng. blf , nach Psalm 141,3, der Wortarme nehme fich in Acht. - -IXpnnü nrn, Inversion, da er beschränkt an Einsicht ist. N) 12ff1v2 flpnffttH allegor. Persi nistkation nach midrasch. Quellen. Gottes Alltve shett bedarf eben keiner Beratung und Besinnung und so ist düse gleichsam »spielend" an seinem Sitze. 1) Auch diese ganze Strophe ist im eben angedeuteten Sinne aulzusasstn. 7) ~)JT7rr Nachdenken, hier Relativsatz, ö) p'NttN VerbalbUdung aus dem aramäischen rrp^rr Erde. — -yin Licht) Grundbedeutung: weiß, so Daniel 7,9) stammverwandt mich Tin Loch, also lichtdurchläsfig. - von glätten. — t^bü als Lohn, Entgelt, ober abverb. für, anstatt. — p'HJfÜ von pTJ? fliehen. Die Targumim übersetzen 2)2 und NT2 meistens mit diesem aram. Berb. Vier also übertragen einer der Gott flieht, ein Sünker. Ö) Vl"3lD eigentlich Decke, hier Himmel. — ff'Tpn von ffTp; Stammwoxt ist Tp Kälte; Wlp also zunächst vor Kälte gefrieren, fest werden, dann überhaupt gerinnen- S. Rascht zu Gen. l,6 in Anlehnung an Hiob 26,11. — iflD'E sov. w. VijrtM sein Ausgespanntes, baS Hrmmelsgewöloe. — T1T2 aram. Wort, in der Bedeutung fortstoßen, so der Targ. I. zu Gen. HI 24) dann audj einschlteßen, begrenzen, so Targ. I. zu Gen. 19,6; in übertragener Bedeutung ibid. Kap. 20 Vers 6 (Verschließung des Mutterschoßed). DnXlfi Die AuSbrechenden; das Wort N2kS ist säst stets in Verbindung mit N2"), in Jubel ausbrechen. Gemeint find die Gott lobenden Engelschöre, die nach dem Midrasch ebenso wie die „Höllengluten D’rtHp" an diesem Tage erschaffen wurden. — jtt1 von rttö/ bestimmen; so in Jona 11,1 Gott bestellte einen großen Fisch. 2) YTHÖ bildlicher Ausdruck für Wasser nach Jesatas 40,12; )^77ff2 *Hö '12- (Die Erklärung für diese Strophe f. in meiner Arbeit über die Piuttm deS NeumondsaöbotS in tiefen Blättern Jahrg. 1909). ^7)''ff2n nach Midr. Rabb. ein Beiname der Ecde. X'ffLN? rom aram. ^12, zufammenfallend mit ff'S2, entsprechendem yedr. ,T2T vermehren. 2) *7I7)2£ p^272 die freudig Eiaherfchreiteade, die Sonne. IN siStr2 der treue Zeuge, der Mond. — v'Lp172 von FipiTi Festigkeit, sie halten fest. — TröHÖ baß fie' nicht wanken, von *777Ö, Psalm 18, 37. 2) chald-, Daniel 7,3, heraufsteigen. —' DWiri die verborgenen Tiefen (des Meeres). — OTlff die Kriechenden, hier die Wasser teere, Fische. — die Fliegenden, die Vögel, s. 5. B. M. 28, 4v oder Psalm 17,11. — ein Zeichen machen, bebezeichnen. (Gott gab d'e Zetchrn der Reinheit und Genußsähtgkett an). 27) ^1TZ7, im Sinne von "pT27 sN^lff, gedeckter Tisch, also Infinitiv: zum Auftischen. — Tl"!ff2 V2'27 (das Tier) dessen Augen wie Morgenröte (glänzen), den Leviathan, rach Hiob 41,10. — TNO? sich zum Mahle setzens. OnkeloS zu Gen. 37,IS. — Tflffft eigentlich »vom Morgen" - nach der Zusammenstellung -*,nffiB Brno in Psalm llü, 3 jedenfalls vom Lebensmorgen, von früher Zeit an. (Fortsetzung folgt.) Hessens erster Srokderrog «na sei« Einfluß auf die Erziehung der Wischen Ingens. Bon I. Lebermann, Turmftadt. (Schlud.) 6. Täe in diesen jüdischen Schulen zu gebrauchenden Vorlesebücher sind vorerst der Schulbehörde zur Genehmigung vorzulegen. 7. An denjenigen Orten, wo die Bekenner der nrosarschün Religio« eigene Schule» nicht, oder doch nur solche haben, in welchen außer der Religionslehre kein sonstiger Unterricht erteilt wird, sollen ihre Kinder die Ortsschulen besuchen und an dem in denselben erteilten Unterricht — jenen der Religion ausgenommen — teilnehmen. 8. Die Leitung des Schulwesens der Bekenner der mosaischen Religion ist, solange hierüber keine anderweitige Bestimmung erfolgt, derselben Behörde übertragen, welcher die Aufsicht und Leitung des Schulwesens überhaupt übertragen ist." Zum besseren Verständnis des 3. Punktes" dieses Ediktes sei bemerkt, daß die Behörde den Unterricht in der hebräischen Sprache eben als fremdsprachlichen UNkeKk VMM betrac schule ausgenommen haben ^wollte/ Jedenfalls ist den wenigen später gegründeten hessischen jüdist Volksschulen dieser Unterricht dennoch im Rahmen Religionsunterrichts erteilt worden. An dem gewaltigen Aufschwung, den das Gr herzogtikm unter Ludwig I. weiser und toleran Regierung genommen hatte, halte die jüdische völkerung einen nicht geringen Anteil. Allerdings w den die Bestimmungen der bisherigen Ausnahmeges nicht aus einmal beseitigt. So bestanden die souh barsten, den Juden im Interesse der Fürstlichen Nc kammer auserlegten eigentümlichen Steuern noch ein Zeit. Allein mit den nreisten rückständigen und drück den Verordnungen hatte Ludwigs I. toleranter ausgeräumt. Insbesondere sollte die durch seine weise F sorge betätigte Hebung des hesstschkn Schulwes, ^Gründung des Schullehrrrseminars in Friedberg, P ösfentlichung einer neuen Schulordnung), wie die V ordnung vom 17. Juli 1823 beweist, auch den Jui zugute kommen. Allerdings sind im Großherzogt Hessen nur wenige jüdische Volksschulen entstand denn im Jahre 1844 existierten eigene iscaclitii Schulen nur in Auerbach, Reichelsheim, Bürgel, W ßeubujcsk, Grebenau, Angenrod, Rödelheim (dam noch zu .Hessen gehörig), Guntersblum und Opp heim. Ist ja auch heute der simultane Charakter hessischen Volksschulwesens gesetzlich sestgelegt. _ In den dreißiger Jahren erheben jüdische Lch kandidalen in der pädagogischen Presse ernste vielsagende Klagen über den Zustand des jüdis Schlllwesens in Hessen, und im Jahre 1848 nach Gewährung des freien Bersammlungs- 1 rechts lassen mehrere oberhessische Lehrer eine sch arfem Tone gehaltene Aufforderung an hessischen jüdischen Lehrer zu einer gemeinschaftli Äonfereuz nach Darmstadt ergehen, welche wieder eine geharnischte öffentliche Replik des damali; Rabbiners Tr. Levi-Gießen hervorruft. Bei Abfassii der Geschichte des jüdischen Schulwesens in Hes werden diese Dokumente und Borgänge noch eingehi besprochen werden. Petitio jr Die 5 nach dc liefe. our hinan lucttt; f cj Sprecdraai. wl Ha r mn Daß gute Lehrbücher unentbehrliche Hilfsmittel die Erzielung guter UnterrichtSresultate find, dafür belR^' es in einer Lehrerzettung wahcltch keines Beweises, ist für den pfltchtgetreuen Lehrer gar kein angcnel Gefühl zu triffen, baß die ton ihm benutzten L hcb nicht ganz auf bet Höhe btt Zeit stehen. Da möchte nun auf die Beiörsserung eineS Lehrmtttcls htnwtr das unsere Kinder fast während ihrer ganzen Schuh benutzen, unserer altehrwürdixen n^SJT Ich weiß daß wir in der von Levh Hera. Sgegebenen ,,S. Testlloh" ein nach vielen Setten hin verbessertes Lehr besitzen, aber lcider ist bei dieser Verbesserung die H lichketr und Uebersichtlichkeit des alten Stddur verloi gegangen. Die neuen Typen, die — einige Fibeln ai genommen — sonst nirgends Verwendung finden v gegen die auch von verbandssreundltcher Seite angekäw wird, lassen es gar manch m Lehrer nicht ratsam eislj nen, dieses Buch einzuführen und lassen den Wursch r werden, die alte ftftx TIBff möge, unter Betbehaltt ihres Formats und ihrer Anordnung, eine zettgemc Umarbeitung erfahren. Dazu rechne ich vor allem dcr dort häufig verkommende enge und gedrängte ^urch Einfügung größerer Zw sch.nräume zwischen den c zclnen Wörtern deutlicher und klarer «erde. Läßt fich ' in S. E. eme ganze Anzahl von Zeilen Nachweisen ein zusammenhängendes Ganze bilden wo der Schüler gerad zu raren muß, wo ein Wort fönst und wo es aufhöit, was gerade nicht zur zielung der Lesesentzketl beiträgt. Ebenso wäre es bracht, Satzzeichen in ähn tcher Weife in den Text fügen, wie fie bereits vor mehr als 20 Jahren der Wiener k. k. Zentralschulbüchervcrlag erscheine! Fuchs'sche Siddur m. W. zum ersten Male zur Anwendu gebracht hatte. Es wäre vtrlletcht für den »Bund g. L." eine dankbare Aufgabe, eine solche Umarbeitung die Wege zu letten, und ich bin überzeugt, daß auch Laienpublikum dieses Vorgehen mit Freuden grüßen würde. ilchen Beut tanbeil nchen seinen cigen, ahm, üc >rers an etn; Brieftomen. T. i« M. ES ist ttestraurtg, daß Gemeindev stände einen tüchtigen und gewissenhaften Lehrer in dir Weise su ikanieren und ihm selbst das versagen, was je! Mieter einer Wohnung nach vem bürgerlichen Gesttzbi zu beanspruchen hat. In einem solchen Konflikt Lehrer und Gemeinde wäre ja eigemllch der Rabbiner geeignetste Persönlichkeit, um vermittelnd etnzugreif aber ich weiß aus Erfahrung, wie wenig die Borstäl in einem solchen Fall auf ihn lören. Versuchen Sie auch einmal mit dem Bezirksamtmann (stehe obri vielleichst ist er eher in der Lago, einen moralischen Dv auszuüben. Erst wenn alle Stricke reißrn, wäre Stellenwechsel in Aussicht zu nehmen. O. 1» N. Die dirsjährtge Konferenz des ,,Unl hängigen Lehrerv.reins im Großherz. Hessen" ist vorm sichtlich Weihnachten. r e jed üsfttg die ) ettos l llten > an en, h hätze, Ghe d Li! d Nach Hän um ' § d A i) en « hönhei anders! nmelsr igen h heimi Iren u kämet ihlen e ihren edrtgeri abbat, igte, hl üllte i »st der er M tte. Bor dunk f in d r stur »d Em n Sin enschei »er die rboten eiten (s len S :Ucm S n Wel onne, efahr auf «