Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 52 (1911)
- Issue
- Heft 44 (2.11.1911)
- Date
- 1911-11-02
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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tetri als Vertreter von Gemeindeverbänden Stimmrecht auf dem Gemeindetag zusichern wollte, zunächst schon vom Vorsitzenden, Direkt tor Dr. Minden als „tief eingreifend" unter den Tisch fallen gelassen wurde, und daß dann auch Herr Professor Türk erklärte, der Antrag würde den Gemeindeverbänden einen Zwang auferlegen, dem sie sich unter Umständen nicht fügen könnten. Vorher hatte Herr Geheimrat Wollstein den Antrag als zweckmäßig und notwendig bezeichnet und war dafür eingetreten. Die unverbindliche und nichtssagende Resolution, die auf Antrag von Professor Türk schließlich angenommen wurde, ist. lediglich eine captatio benevolentiae an die Lehrerkreise und hat keinerlei praktischen Wert. Unser Bericht war der Sache nach also vollkommen korrekt. Aerki«, 30. Oktober. Die Versichern n g s k o m m i s s i o n des D. I. G. B. hat gestern den Wortlaut der Eingabe an den Reichstag festgestellt. Es wird darin ersucht, Rabbiner, Religionslehrer und Kultusbeamte jeder Art ausdrücklich in den Personenkreis, der von der Versicherung betroffen wird, einzubeziehen. Von der Gründung einer eigenen selbständigen Ersatzkasse soll abgesehen, dagegen ein Zusammenschluß der bestehenden Hilfs- und Pensionskafsen etc. zu einem Kassenverbande erstrebt werden. Acrttrt, 30. Oktober. Die Repräsentantenversammlung der Berliner jüdischen Gemeinde hat an die Kommission für das O r g a n i - s ationsgesetz die Aufforderung gerichtet, ihre Arbeiten fortzusetzen. Das Vetorecht der Rabbiner, auch ein lediglich ckufschiebendes, lehnt die Repräsentanten - VersamMlung definitiv ab. Zugestanden soll den Rabbinern lediglich werden, daß ihnen in den Kommissionen, die sich mit rein religiösen Angelegenheiten befassen, Sitz und Stimme zusteht, und daß sie bei Verhandlungen des Gemerndevorstandes über kultuelle und rituelle Fragen mit beratender Stimme zugezogen werden sollen. Ztertt», 22. Ott. Die Deutsche Konferenz-Gemeinschaft der Alliance Jsraslite Universelle versendet an ihre Mitglieder folgendes Rundschreiben: Am 18. Oktober 1911 hat in Paris eme überaus wichtige Sitzung des Zentral-Komitees der Alliance Jsraälite Universelle stattgefunden. Auf der Tagesordnung stand, wie .Ihnen bekannt sein wird, die Frage, ob der bisherige Wahlmodus, nach welchem die Mitglieder des Zentral-Komitees durch das allgemeine Wahl, echt bestimmt wurden, beseitigt und durch Kooptation ersetzt werden sollte. Zur Beratung über diese wichtige hatten sich fünf Mitglieder der Deutschen Konferenz-Gemeinschaft, nämlich von Berlin die Herren Justtzrat Max Fuchs und Geheimer Medizinalrat Pros. Dr. Landau, von Leipzi; Herr Hermann Wittncr, von Hamburg Herr Hermann Gumpertz, von Breslau Herr Heinrich Oschinsky, in Paris eingefunden. Sie erfuhren dort zu hrem Erstaunen, daß für die Einbringung des Antrages nicht bloß kas allgemeine, sondern das Wahlrecht überhaupt abzuschassen und die Ko ptation einzuführen, nicht all in die 25 Pariser Zentral-Komi ee M tglieder, sondern auch einige deutsche Mitglieder schriftlich votiert hatten, so daß in Gemäßhe t des Art. 22 der Statuten der Vorschlag zur Diskussion gestellt werden konnte. Wie diese Voten zustande gekommen sind,, davon werden Sie sich ohne weiteres eine Vorstellung machen, wenn Sie erfahren, daß Herr Bigart, der Generalsekretär der A. I. U., vorher bei den einzelnen Zentral-Komitee-Mitgliedern herumgereist ist, um sie zur Abgabe ihrer Stimmen für den Pariser Vorschlag zu veranlassen. In der mehrstündigen Debatte über diesen Antrag haben die samt! chen anwesenden deutschen Zentral Komitee-Ui itglieder das Wort ergriffen. Sie haben ausgeführt, daß der Antrag einen Bruch mit der ganzen fünfzigjährigen ergänzenden der Alliance Israelin Universelle darstelle, die auf dem Prinzip des allgemeinen Wahlrechts gegründet gewesrn sei, daß die Einführung der Ko ptation keine andere Wirkung haben könne, als die Alleinherrschaft einiger Pariser Herren zu stabilisieren und nichts anderebezwecke, als die M'tarbeit der auswärtigen, und namentlich der deutschen " itglieder, völlig auszuschalten, ein Bestreben, das schon seit vielen Jahren mit rücksichtsloser Energie von Paris aus verfolgt worden sei. Es wiirde damit für alle Zeit ein VerwaltungSshftem festgelegt werden, das, wie die vielfach an uns gelangten Beschwerden bewei en keineswegs das allgemeine Per ttauen genießt. Auf keinen dieser Einwände ist die Majorität singegangen S e hat sogar die dringende Bitte der deutschen Mitglieder die so wichtige Angelegenheit nicht zu überstürzen, sondern sie zunächst einer Kommission zur Prüfung zu überweiser, abgelehnt, und damit den Antrag mit einer Majorität von 19 gegen 5 St mmen der deutschen Z.-K Mitglieder zum Beschluß erhoben. In derselben Weise sind — immer mit einer Majorität von 19 gegen 5 — alle andern von uns gestellten Anttäge abgelebnt worden. Der Beschluß vom 18. Oktober birgt eine außerordentliche Gefahr in sich. Nach der Auffassung der Majorität bedarf es nur noch einer Abu immun', die bereits Mitte November sttttfinden kann und ferner der Genehmigung einer demnächst nach Paris zu beruf.nden Generalversammlung, um den Anträgen der Majorität definitiv Kraft zu verleihen und die bisherige Grundlage der Alliance Jsraelite Universelle umzuftürzen. Die Mitglieder der Alliance Jsraeltte Universelle werden einen solchen Beschluß nicht ruhig hinnehmen können Sie werden nicht dulden dürfen, daß man uns 13,000 deutschen Mitgliedern das einzige erhebliche Recht, das wir bisher gehabt haben, die leitenden Männer durch unsere Wahl mitzubestimmen, entzieht, und uns solche Männer als Vertreter der Allianceidee aufokrroytert, d e lediglich der Pariser Majorität g fallen. Denn tatsächlich ist diese allein in der Lage, die Kooptation vorzunehmen, die nach den Beschlüssen vom 18. Oktober in Paris durch ^weidrtttel der in der Sitzung anwesenden Mitglieder ausgeübt werden soll. Gegen diese unerhörte Vergew^lngung durch die Pariser Majorität gilt es, den schärfsten Protest zu erheben und noch einen Versuch zu machen, die Gefahr abzuwenden. ist? Selbst als die weltliche Macht der Päpste in Rom aus der Höhe stand, haben sie sich nie einen weltlichen Titel zugolegt. Tagegen sehe ich nicht ein, warum der Papst seine Residenz nicht nach Jerusalem verlegen sollte, wenn Umstände es erforderten. Zwar halte ich eine solche Umsiedelung nicht für sehr wahrscheinlich, doch würde sic gegebenenfalls weder gegen Religion noch Tradition verstoßen. Schon haben Päpste in Avignon residiert, und Petrus, der erste Papst, lebte zum Teil in Jerusalem. Und da alles möglich ist, könnte eine solche Uebersiedlung auch einmal notwendig werden. Setzen wir z. B. den Fall, die italienische Regierung verlangte plötzlich vom Papst, daß er, da er in Rom wohne, italienischer Untertan würde. Einer solchen Gefahr darf der Papst natürlich nie ausgesetzt werden. Ob der Papst, im Falle er Jerusalem zu seiner Residenz macht, auch territoriale Ansprüche machen würde, muß ihm und seinen politischen Ratgebern überlassen bleiben. Aber selbst seine Rückkehr zur weltlichen Macht in Palästina angenommen, würde er sich nie König nennen." Rcich-stagsabgeordnetsr Erzberger hält vom Standpunkte aus, daß der Papst unbedingt Souverän bleiben muß, daß er nie Untertan einer andern Macht werden darf, eine Uebersiedlung des Papstes nach Jerusalem für ratsam. Selbstverständlich müßten Garantien gegeben werden: etwa ein Protektorat aller Mächte über Palästina. - Auch ein jüdischer Gelehrter u. Z., Professor Tr. M a y b a u m - Berlin, wurde über seine Meinung befragt. Er meint, daß man in Anbetracht der seitens der Türkei allezeit gegen die Juden geübte Toler^yz eine solche Wandlung der Tinge in Palästina von jüdischer Seite nicht begrüßen würde. (Für unsere Synagogen.) Eine eigenartige Publikation, die den Synagogen aus dem Lande großen Nutzen bringen wird, danken wir der Buchdrnckerei S a nt it Neuseld in Galanta (Ungarn). Ein Fachmann aus diesem Gebiete, ließ Herr Reufelb alle periodischen ü>ebete und Gebeteinschaltungen wie min 2'V!2, 8121 "sw. aus einzelnen . Zetteln in großem lichtem Drucke erscheinen, die als Erinnerungstafeln für die Synagogenbesucher dienen sollen. Die schöne Ausführung der Gebettafeln werden ihnen rasche Beliebtheit in den jüdischen Gemeinden verschaffen. (Nomen est Omen.) Ein interessanter Fall;reignetc sich dieser Tage vor einem amerikanischen Gerichte. Es erschien ein Mann namens Renben Walter Levy, der sich zur protestantischen Kirche bekannte itnb das Begehren stellte, den Familiennamen Lcvy ändern zu dürfen. Cr gab an, in Westindien geboren und naturalisierter Amerikaner zu sein. Wegen seines Namens Lcvy werde er überall für einen Juden gehalten, wodurch er sowohl sozial, als auch wirtschaftlich geschädigt sei. Ter Richter wies das Begehren mit der Begründung ab, daß wenn Herr Levy wegen feines Namens auch in vereinzelten Fällen Unannehmlichkeiten gehabt haben mag, so treffe das bei der Majorität der Bevölkerung nicht zu. „T-ie Väter der amerikanischen Nation", schließt der Richter seine Urteilsbegründung, „haben diese für alle ohne Unterschied der Rasse und des Glaubens gegründet und mit der Stattgcbung eines solchen Begehrens würde eine Situation anerkannt werden, die niemals eintrcten darf." I (Bdjvelben zu einer Versammlung (Allianeetag) am Montag, den 6. November, 12 Uhr vormittags, im Saale der Gesellschaft der Freunde, Berlins. 9, Potsdamer Straße 9. Auf der Tagesordnung dieser Versammlung stehen folgende Punkte: 1. Protest gegen die Beschlüsse der Pariser Sitzung vom 18. Oktober. 2. Antrag wegen Begründung eines deutschen Verschiede Landes-Komitees. 3. Verschiedenes. Keidetverg, 30. Oktober. Der erst vor wenigen Wochen htnausgegebene Aufruf zur Teilnahme am „Talmudischen Seminar zu Heidelberg" hat rascher als die Gründer selbst vermuten konnten, begeisterten Widerhall in den Kreisen der jüdischen Akademiker gefunden. Gleichzeitig mit dem Semesterbegtnn hat das Talmudtsche Seminar zu Heidelberg zwei Kurse eröffnet, zu denen sich bereits fünfzehn Teilnehmer gemeldet haben. Dieselben lernen teils sieben teils neun Stunden in der Woche, sodaß ein recht ersprießliches Resultat erwartet werden darf. Bei den seminaristischen Uebungen, welche unter der Leitung des Herrn S. H. Rabtnkow aus Kowno täglich abgehalten werden, nehmen die Hörer nicht nur den Vortrag des Leiters entgegen, sondern tragen die einzelnen Partien nach vorausgeganger Vorbereitung selbständig vor und erörtern die Schwierigkeiten der zu behandelnden Materie. Nähere Auskunft über das Seminar erteilt gerne Herr Dr. Jonas Simon, Weberstraße 6. Straßöurg, 29. Okt. Nachdem die Wahlen für den Landtag beschloffen sind, wird nun auch an die Nominierung der Vertreter der verschiedenen Konfessionen herangetreten. Am Sonntag, den 5. November treten also die drei Israel irischen Konsistorien von Unter- und Ober- Elsaß sowie Lothringen hier unter dem Vorsitz des Konsistorial-Präsidenten Gentzbourger zu einer Plenarsitzung im Sitzungssaal des unterelfässischen Konsistoriums zusammen, betreffs Aufstellung eines jüdischen Vertreters für die Erste Kammer. Gestewetrh. Wrag, 25. Oktober. Bor kurzem halten die deutschüationalen Studenten in Prag beschloffen, gegen die Vorlesungen des ehemaligen zionistischen Reichsrats - Abgeordneten Dozenten Dr. Mahler Protest einzulegen nnd zwar „imInteresse der Wahrung des deutschen Charakters der Prager Universität". Gestern erschien nun eine Abordnung der zionistischen Studenten beim Rektor, Professor Rauchberg. Dieser erklärte den Studenten, daß er eine Beeinflussung des. Lektionskataloges durch die Hörerschaft unter keinen Umständen zugeben werde. Mit diesen beiden Kundgebungen wird es aber in Verbindung gebracht, daß heute der Dozent Dr. Mahler seine Vorlesungen im Wintersemester abgesagt und einen längeren Erholungsurlaub angetreten hat. Man weiß, daß diese Haltung der jungen Herren Deutschnuttonalen im Grunde nicht gegen den Zionismus gerichtet ist, sondern als Ausdruck des Judenhasses überhaupt zu gelten hat. Ungarn. Ungarifdier Brief. (Von unserem Uorrespondeten.) Z. B. A. Ikndapest, 18. Okt. Unsere Residenz hat die ernste Maske der Festtagssttmmung wieder abgestreist. In den 75 provisorischen Bethäufern der großen Gemeinde war noch vor große Holzauttion, Talesim, Bänke, Sargenes, Tfilos, ewige Lampen, Porauches, Ornate und Jaumkippurkerzenreste wurden von den schlauen Andachlsspekulanten an die Meistbietenden veräußert. Wer bedarf denn solcher „Eßrogim nach SuckauS". So in der fröstelnden Slichosatmosphäre, wennein kalter Schauer durch die Lüste zittert, da tut ein wärmendes Talis dem sündigen Leib not. Ei läk gle klu nei Sr die Fel kör stai nlö Ge der dyc dac Un hei, sioi „L! Ur sto! sch, ltch Ra dac ein der Mi fetr still Kri die Dir tot. die nur sere tisch Res Fri schenich auf paa Fri, Kehj dieI Geis Ein zusa liehe esch er Gew den cheni neol, doxe als 3 endli Argr sions Lage linde r Dr. Gern geschl bewä weltl zipier ti min — w in t ung rvüx 9 an des der Got T