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Der Israelit · 1911-10-26 · Heft 43 (26.10.1911) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 43 (26.10.1911)
Date
1911-10-26
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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e Herseine lichung nd in onstilu -bands e prvflbwehr n, son dienen er Be- »eck als i wird n Molvahrnehmbar, aber allmählich unaufhaltsam sich mit , esch-reckerider Konsequenz vollziehen sollte. Nicht anders würde es, wenn die geplante Verlandung — was Gott verhüten wolle — zu Stande lüme, der deutschen Judenheit ergehen. Wenn es geingcn würde, die prinzipiellen Gegensätze, die zwischen dem, traditionellen Judentum und seinen Gegnern bestehen, zu überbrücken, indem man eine gemeinsame Erörterung religiöser Fragen zwischen den Vertretern .„er grundsätzlich verschiedenen Auffassungen für möglich erklärte, so müßte die Heranwachsende Generation dem Prinzip des überlieferten Judentums irre werden, und eine Kälte und Gleichgiltigkeit sich der Kerzen bemächtigen, welche allmählich das Judentum i nem stillen und geräusch-losen Tode entgegen führen ivürdc. Töne, die auch besonderdem mit seinem ästhetischen Empfinden in der ewig erhebenden Psalmpoesie wurzelnden Juden tief zu Herzen sprechen. Hier ein kleines Beispiel: „Die Wasser rauschen, Es schwel t der Wald, Die Bügel lauschen In Flur und Halb. Ein sehnend Bangen Im Menschheitstal, Des Sttns Perlangen, Der Ohnmacht Qual. — Gleich Sturmestosen Zum Gote steigt. Dem Einzig Großen Das All; ch beugt." : jedes en Gezu er* n solch sit genigkeit ierung. ueruen, z Beig, gend ge- Fall, bandcs lcfötzen liedcrn :nkbyr, ichung ineradkenncn fferenz Auf e und lichkeit :r als ligung aß die Zudenvürde. > wird rdurch nsehcn Ein- Wesen, seiner; aus- DSin*1 d hatte , son- Die Gefahr ist wahrlich unverhältnismäßig dringender und erschreckender, als alte die vermeintlich von außen her drohenden Gefahren, deren gemeinsame Bekämpfung die Konstituierung jenes unnatürlichen Bündnisses rechtfertigen soll. Es ist daher die heiligste Pslicht eines jeden, der für das Ideal des von den Vätern ererbten Judentums ein warmes Herz hat, alles, was in seiner Macht sicht, aufzubieten, um dieses dem Judentum drohende Verhängnis abzuwehren." Mit derselben rücksichtslosen Ehrlichkeit legte er die Schäden im Amsterdamer Schulwesen vor der Oeffentlichkeit bloß und trat für die Errichtung konfessioneller jüdischer Schulen ein. Nicht mit Unrecht hat Ör. Dünner von sich gesagt: l'v' *pnn "pTi ton *0, daß die Kraft des Lernens ihn am Leben und wahrhaft lebendig >is zum letzten Atemzuge erhalten habe. Bis in die letzten Wochen hinein hat der fast Achtzigjährige feine fünfstündigen Lehrvorträge täglich gehalten, die aufreibenden Pflichten eines Rabbinats einer Großgemeinde erledigt und über alle physische Qual hals ihm wie ein Jugendettxie ein Blatt moa hinweg 1 Mitten aus der Arbeit ist er zur Ruhe heimbtrufen worden. Er hinterläßt seiner Gemeinde mustergültige Institutionen, einem Lande eine Schar würdiger Schüler, die besser als jedes Wort für den Heimgegangenen Lehrer Zeugnis ablegen und deren gemeinsames Wirken die Lücke zu schließen versuchen möge, die sein Tod gerissen. n"22Hn. flu* der Kielt de» Scböuen. III. Es ist nicht gerade jüdische Lyrik, die durch Kurt Sonnemanns Ringen, Träumen und Leben klingt,°) aber sie enthält viel jener warmweichen Mehr, aber auch nicht ausschließlich der jüdischen Lyrik ist das jetzt zum dritten Male erschienene Liederbuch der Jüdischen Turnerschaft gewidmet.?) Es ist ein hübsches Sammelwerkchen, das Altes und Neues und auch Ganzneues enthält. Aber obendrein soviel Fremdes, daß man nicht recht weiß, welchen Zwecken dieses doch offenbar aus nationaljüdischer Tendenz hervorgegangene Liederbuch dienen soll. — Daß einer herzerschütternden Zionide gleich auf der ersten Seite das bekannte, so wenig nationale „Aennchen von Tharau" folgt, oder ein in der Melodie des mpnn zu singender feierlicher Schwur, von den Herzensergüssen „Am Brunnen vor dem Tore" abgelöft wird, oder Lieder von der Art „Es zogen drei Burschen wohl über den Rhein" alte und neue Makkabäer-?esänge einrahmen — ist eine Geschmack - osigkeit, die höchstens noch im hebräischen Teile dadurch übertroffen wird, daß dort zwischen neuhebräischen Liedern von Bialik, Lebensohn usw. eingeklemmt und in einer ganz willkürlichen ryytmischen Einteilung auch unser altes. 'n awa rotyon als nationale Hymne siguriert. Aus jeden Fall wird man am hebräischen und „jiddischen" Teil des Merkchens mehr Freude haben als an seinen ganz systemlos zusammengewürfelten deutschen Liedern. Wertvoll auch für die jüdische Volkskunde sind die älteren und neueren Jargon weisen, die, so elegisch sie auch anmuten, doch in ihren starken, hoffnungsdurchwärmten Tönen lebendige Zeugen des allen Golusleiden trotzenden ungebrochenen jüdischen Geistes sind. Wie sollte man sich auch wegen der Nadelstiche des Lebens dumpfer Trauer hingeben, wenn ägent- ' Zeit Mahrlicht irüber iedere der Umr behtigen die in. Ge- £-ic »ahnt) igung , wie lt für egend bzilcn Tirekbeiter r der b^ra- Intav opcnlitivn lehrte »ition rrückheissprondesin in i ge° Mg' tönen °)„Ringen, Träume und Leben", Gedichte von Kurt Sonnemann. — Verlag von D. Meininger, Neustadt a. Hardt. »i u s ins Leben zu rufen. Die Universität Leipzig, eie vvn dem Spender hierzu in erster Linie in Aussicht genommen war, hat das Anerbieten abgelchnt. (Die Bibel i« Esperanto.) Früher schon hatte der russische Arzt Tr. L. L. Zamenhos, der Erfinder der verbreiteten Esperantosprache, Teile ans der Bibel in diese Sprache übersetzt und unter dem Titel ,.I a Predikanto“ in Einzelheiten veröffentlicht. Bor etwa zwei Jahren trat der unermüdliche Meister an die Aufgabe heran, die heilige Schrift ganz in Esperanto zu übersetzen. Zamenhos besorgt die Ueberi.tznng aus dem hebräischen Urtext, dessen gründi ich er Kenner er ist. Tie Beweggründe, die Zamen-!;ot zur Bewältigung dieser gigantischen Arbeit veranlaßt haben, erklärt er im Vorwort zum ersten Buche Mosis folgendermaßen.' „Ich meine, daß es am notwendigsten ist, daß wir so bald als möglich eine gute Esp.-rantoausgabe der ganzen Bibel besitzen. Kein Buch ist in der zivilisierten Welt so bekannt — keines 1;nt in der zivilisierten Welt so viele Verehrer — Um Buch hat in der Geschichte der Menschheit eine io mächtige Bedeutung wie die Bibel, weshalb sie ieden Menschen vom geschichtlichen und sozialen Gelichtspunkte interessieren mutz." (Stuttgarter HuttnsaussteUung.f lieber^ die >'egenstände des jüdischen Kultus aus der „Stuttgarter Ausstellung kirchlicher Kunst Schwabens" berichtet die „Neckar - Zeitung" in Heitbronn u. a. solgcndes: Wenn auch bereits im Mittelalter Judengemeinden in Schwaben nachweisbar sind, so war doch der Reichtum derselben noch im 18. Jahrhundert ein bescheidener, so daß wir uns nicht wundern dürfen, wenn die Goldschmiedearbeit technisch und künstlerisch meist T) „Jüdisches B ereinsliederbuch", herausgegeben vom Ausschuß der Jübi chrn Turnerschaft. 3. Auflage, Berlin, Alexanderstraße 39. nicht den hohen Grad der Vollendung sonstiger gleichzeitiger Leistungen ausweist. Dagegen ist die Wahrnehmung interessant, daß die meisten Arbeiten — im Zusammenhänge mit den Widmungsinschriften - genaue Datierungen ermöglichen, aus denen zu ersehen ist, daß sich in israelitischen Kreisen z B. der Barockstil wie der nachfolgende Rokokostil länger erhalten hat, als dies in der Regel üblich war. Auch die geschickten Textilien sind morst derart, nicht nur die schlichteren Handbücher, sondern vor allem die reich mit Goldstickerei ans Samtgrnird geschmückten Thoramäntelchen und namentlich die Thoravorhäng? (Parocheth). — Wie aus den Meistermarken und Stadtstempeln zu ersehen ist, hatten in der Regel auch die christlichen Zunftmeister der Goldschmiede für die Knttnrbsdürsnisse der Juden zu sorgen. Allerdings sind viele Arbeiten, namentlich die meist in Privatb :ntz ansbewahrten getriebenen Kiddusch- und Scderbecher, sowie die verbreiteten Sandschälchen — am häufigsten mit Nürnberger Marken des 17. und 18. Jahrhunderts — ursprünglich profane Gegenständ.' gewesen, die erst durch ihre Verwendung in diesen Kreis gekommen sind. Die größeren Knltobjekte jedoch waren von Haas aus für ihre Bestimmungen gearbeitet, so die auf der Ausstellung vorhandenen zahlreichen Thoraschilder (Daß), z. B. aus Stuttgart, Mergentheim, Crailsheim und Weikersheim, die dazu gehörigen Handweiser (Jad), der glöckchenbesetzte Schmach der Thorarollen (ja 2 Riinonimi die Ehanuckah- und Sabbathlampen — letztere gewöhnlich aus Gelbguß —, sowie die meist turmsörmigen Gewürzbüch- |\n. Ein interessantes Fayenceschildchen (Misrach) aus Mosbach wird noch besonderer Erwähnung für wert gehalten. Mit einer Gewürzbüchse (von L. Kicse- Stuttgart) ist ein Werk des Stuttgarter Goldschmiedes Jeremias Oeffnhauser aus der ztveiten Hälfte des eettt* Kl 4§. „Die Sunn is aufgegangen. Es scheint »n jedem Ort. Mit himmlische Gt sangen Fl eg n Vögel da und dort. Ihre süße Lieder rlingen, Sie nemmen das Harz araus, Sie klingen, sie basingen Die W lt, wie se s groiß"? (Alte Weise) Waskönnen dem Juden, dem das Gottvertrauen und die Freude tief im Herzen fitzen, die äußeren LebenSmühsale anhaben? „Chots ich bin nur ein armes Jüdel Un es darrt mir gut der Moiach Simchastoirah sing ich a Lidel Un mach a gute Koifsa (Becher) oich. O weh, ot ot ot!!!" Den Lesern, denen das Liederbuch nicht als Kommersbuch dienen soll, sondern als jüdische Lektüre, raten wir, die ersten 98 Seiten zu übergehen und erst von Seite 99 mit den prächtigen Jarg nliedern zu beginnen.... JugenSMerstur. Zu der Jugend, .allerdings zu der g e i st i g reifen, spricht Paul Lehman n,*) der Sohn des in allen gut jüdischen Kreisen unvergeßlichen MenschenfreundesHermannLehmann -"Xk, in so eigenartig eindringlicher und herzerwärmender Weise, daß man sich von der erzieherischen Wirkung des schon durch seine vornehme Aus» stattung gewinnenden Buches viel versprechen darf. Das von demselben Bersaffer im gleichen Verlage vor einigen Jahren erschienene Buch „A k a b j a h" hat bereits vier Auflagen erlebt. Auch „A kabjahs Ruf", der wie sein älterer Bruder zu der seit Nietzsche so beliebt gewordenen populär-philosophiscken Aphrismenliteratur gehört, wird, wiewohl er nicht speziell an die jüüische Jugend ergeht, besonders in jüdischen Kreisen freundliche Aufnahme und nachdenklichste Beachtung finden Denn ist es nicht letzten Endes auSjüdischen Tiefen geschöpft, weirn der in der Menschen tiefste Not eindringende, allenthalben. Trost und weisen Rat spendei de Akabjah bei» spieilsweise zu dem Selbstmörder u. a. spricht: „Es gibt keine Rot, die so groß wäre, daß ein Mensch sie nicht tragen könnte. Und es gibt kaum eine Sorge, zu der der Mensch sprechen müßte: Siebe, ich bin schwächer als du und lege meine Kraft dir zu Füßen! Stelle dich über die Not und über die Sorge. Und wenn du kämpfen müßtest bis zur Zerknirschung, ist dein Kamps immer noch größer, als dein.trauriger Mut dich zu töten." Und zu den Menschen gewendet, hem Milieu, aus dem diese Mutlosigkeit, dieser hoffnungslose, lebcnvernrinende Pessimismus erwachsen ist: Z„Aka bjahs Ruf" von Paul Lehmann, ll. Auflage.. Verlag Otto Hendel, Halle a. S. 17. Jahrhunderts ausgestellt. Was die neuere württembergische Kirchenbaukunst anbelangt, so spielt auch hierin der israelitische Kult eine Rolle. Es gab eine Zeit, da es Hebung wurde, daß für gewisse Aufgaben nur der und der Stil verwendbar sei, den frühere Zeiten oder Völker hauptsächlich für bestimmte Bauga'tinngen verwendet hatten bezm. dc'r Stil von dem am meisten hervorragende Baud.nkmate uns erhalten geblieben waren. Aus diesen Erwägungen heraus entstalrd f. Zk. auch der .'inzige größere Bau für den jüdischen Kultus, der bei uns airzutresfen ist, die Synagoge in Stuttgart, in einer Art „maurischen" Stils als Repräsiirtant des „Orientalischen" überhaupt. Aus Mangel an größeren Aufgaben ist seit diesem Bau — wie Prof. F. Schuster in feidcr Uebersicht hervorhedt — aus dem Gebiet der synagogaien Kunst in Württemberg nichts von Bedeutung mehr entstanden. Schließlich sei erwähnt, daß sich in der histvrischkuilftgewerblichxn Abteilung als Aussteller beteiligten die 14 israelitischen Gemeinden: Archshofen, Bopsingen, Crailsheim, Ereglingen, Freudental, H e i l b r o nn , Künzelsau, Laupheim, Mergentheim, Olnhauien Sontheim fl. R., Stuttgart, lklm, Weikershcim, das israelitische Waisenhaus Eßlingen und gegen 50 Einzelaussteller, bar unter 6 in Crailsheim, einige ans Heitbronn, acht aus Laupheim und ca. aus Stuttgart. In der baukünstlerischcn Ableitung trat mit Plänen rc. auf das Stadtrabbinat Stuttgart. Mit Entwürfen zeigen sich als Aussteller der modern-kunstgewerblichcn Abteilung Friedrich Adler, Lehrer der Kunstgewerbeschule Hamburg, ein gebürtiger Laupheimcr: mit Silbergeräten. wie schon erwähnt, die Silberwarensabrik von Bruckmann & Söhne in Heilbronn.

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