Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 52 (1911)
- Issue
- Heft 42 (19.10.1911)
- Date
- 1911-10-19
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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- Safed 2× ep/1046078
- Hebron 1× ep/1047559
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«tte 6 Ko. 42 »er Mrarktt. 19 Oktober l»ll IS. ist italienischer Untertan. Es ist das derselbe Modiano, der den Chacham Baschi auf seiner Inspektionsreise nach Palästina begleitet hatte. Außer den Modiano's, deren Familienmitglieder in der ganzen Türkei verbreitet sind und zu den angesehensten Persönlichkeiten gehören, sind auch die Allatini, Fernandez, Salem u. m. a. italienische Untertanen. Als Jakob Modiano dieser Tage Saloniki verlassen wollte, da sammelten sich tausende Menschen, Juden und Türken vor seinem Hause an, um ihn daran zu hindern. Es ist das eine ganz eigenartige Tragödie, wenn man bedenkt, was diese Juden für die Türkei und den ottomanischen Staat geleistet haben. Auch der Vertreter der „Alliance Jsraelite Universelle" in der Türkei, Ritter von Fernande;, der hier die ganze Politik der Alliance, natürlich im Sinne der Pariser Leitung, vertritt und sich auch bei der Regierung des größten Ansehens erfreut, ist Italiener. Biele ausländische Juden beeilten sich, die ottomantsche Staatsbürgerschaft zu erlangen, den Spitzen der Gesellschaft ist dies jedoch schon deshalb unmöglich, weil sie durch große italienische Unternehmungen in der Türkei mit Italien eng verbunden sind. Der große Geld- und Warenimvort aus Italien geht fast durchweg durch ihre Hände. Es ist doch interessant, daß z. B. der eben erwähnte Ritter von Fernandez, Präsident der italienischen Handelskammer ist. Auch die „B.anca di Roma" hat den Juden Luceno zu ihrem Direktor für die Türkei ernannt. All diese Leute haben sich auch um die jungtürkische Bewegung große Verdienste erworben. Damit wird auch zum Teile die Wahrnehmung erklärt, daß die feindselige Haltung gegen die italienischen Untertanen in der Türkei, wenigstens vor der Hand nicht jene Formen angenommen, die allgemein befürchtet wurden. Wird jedoch der Krieg nicht bald ein Ende nehmen, so wird die türkische Juden heit an den Folgen der Repressalien gegen die Italiener schwer zu leiden haben. Wie jetzt bekannt wird, ist bei der Beschießung von Tripolis durch die Italiener die Hara (Judenviertel) am schwersten betroffen worden. Biele Geschosse drangen in diesen unweit des Hafens und der türkischen Forts liegenden Bezirk ein und richteten unter den kleinen alten Häuschen große Verwüstungen an. Zum Glück waren die meisten von den Jnsasien geräumt. Doch befinden sich unter den 30 Opfern des Bombardements etwa 20 Juden. Im Deutschen Konsulate,— dem Hause eines einheimischen Juden namens G u e t t a — wohin sich die meisten in der Stadt befindlichen Jut en geflüchtet hatten, wurden durch eine Granate vier dieser Flüchtlinge getötet und drei schwer verwundet. Anfebi an der Arbeit. Konstantinopel, 6. Oktober. Der Gouverneur von Jerusalem hat beim Minister des Innern in einer, dringenden Eingabe die Absetzung des bisherigen stellvertretenden Großrabbiners von Jerusalem Nachman Batito — der seinerzeit auf Betreiben -Llntebis angestellt wurde — und Ernennung des greisen Chacham Franco aus Rhodos für diesen Posten verlangt. Es unterliegt keinem Zweifel, daß der Gouverneur nur nach dem Willen Antebis handelt. Dieser hat aber beschlossen die Jerusalemer Chachamim zu boykottieren und dabei muß es vorläufig bleiben. Chacham Franco soll nur p ov.sorisch ein Werkzeug Antebis sein. Wie es h.ißt wünscht er den Crajovaer Rabbiner Chacham Rüben Israel zum Chacham- Aa'cht von Jerusalem. Jerusalem, 5. Oktober. Der neugewählte Wand Hair der hiesigen Aschkenasimgemeinde beabsichtigt das Mandat niederzulegen und durch die Achtziger- Repräsentanz eine Neuwahl vornehmen zu lasten. Die Mitglieder des Waad Hair wünschen angeblich, daß „tatkräftigere" Männer für die große, mit vielen Störungen verbundene Reorganisationsarbeit gewählt werden. AukelMungen bei 9er Kiasemauer von Jerusalem Jerusalem, 3. Oktober. Alljährlich am Rosch-Haschonöhfeste Pflegt bet der Klagemauer ein eigener Gottesdienst abgehalten zu werden So war es auch Heuer. Es hatte sich eine Betgemeinde von ungefähr 30 Männern und ebensovtelen Frauen eingefunden, um daselbst die Festgebete zu verrichten. Heuer wurde zum ersten Male zur Trennung der Männer von den Frauen eine Scheidewand aufgestellt. Mitten in der Andacht kamen mehrere Araber aus einem Hinterhalte hervor und begannen, den Gottesdienst durch lautes Gebrülle zu stören und zu verhöhnen. Als sie von den Juden zur Ruhe gemahnt wurden, gingen die Exzedenten zu Tätlichkeiten über, schlugen die Betenden und demolierten die zwischen den Frauen und Männern errichtete Wand. Der Gottesdienst mußte unterbrochen werden. Wie man hört, ist vom Waad-Hair eine Beschwerde über diese unerhörte Belästigung an zuständiger Stelle unterbreitet worden. Neues aus ZakeS unS Hebron. Jaffa, 13 Oktober. Der Unglücksfall, der sich am Lag-Baomer d. I. bei der „Hilula" — dem Volksfeste zu Ehren R. Schimeon ben Jochais — im Dorfe Merün ereignete, ist noch in aller Erinnerung. Man weiß, wie wahrhaft hilfreich und gut der Kaimakam von Safed sich der Verwundeten und ihrer Angehörigen annahm, wie er mit Aufbietung aller Kräfte den Rettungsdienst organisierte, für die Bergung der Leichen sorgte, eine Sammlung für die Opfer der Katastrophe einleitete usw. Damit ließ sich der menschenfreundliche Kaimakam Hussein Effendi Al-HadLb jedoch nicht genügen, sondern wandte sich amtlich an die Zentralregierung und bat sie um Unterstützung für die Hinterbliebenen der Verunglückten. Vor kurzem traf nun aus Konstantinopel der Betrag von 4750 Piaster ein, der zur Verteilung an 19 Witwen und Waisen bestimmt ist, welche durch das Unglück von Meron ihren Ernährer verloren haben. Der Kaimakam brachte das Geld — 250 Piaster pro Person — unverzüglich zur Verteilung. Er hat sich durch seine edle Tat den Dank der gesamten jüdischen Bewohnerschaft unserer Stadt erworben. Dank den Bemühungen unseres Kaimakam erhält auch Safed demnächst eine Wafferleitung. Tie jüdische Gemeinde wird sich dank einer größeren Subention der Deutsch-holländischen Palästinaverwaltung mit einem entsprechenden Betrage an dem neuen Wasierwerk beteiligen. Die Anlage der Wasserleitung in Hebron, die durch den früheren Pascha von Jerusalem Osmt-Bey in Angriff genommen wurde, geht ihrer Vollendung entgegen. Die Leitung wird durch die unweit von hier gelegene Quelle „Ain- Arab" gespeist. In der Hauptstraße von Hebron wird zum Zwecke der Trinkwasserversorgung ein öffentlicher Brunnen errichtet. Gegen eine Gebühr von 200 Frcs. werden die einzelnen Wohnhäuser Anschluß an die neue Wafferlettung erhalten. Amerika. kine große jüdifche Ackerbaukolonie in Amerika. Wew-Vork, 6. Oktober. Die Agrikulturbewegung findet unter den amerikanischen Juden erfreulicherweise immer mehr Anklang. Sie wurde zum Gegenstände eingehender Studien gemacht, die von der über ganz Amerika verbreiteten „Jüdischen Agrikultur- und Kolonisationsgesellschaft" ausgehend auch neue moderne Formen für das Kolonisationsmesen gezeitigt haben. Die genannte Gesellschaft hat nun wieder im Staate Utah 6000 Acker Land angekauft, um es allmählich mit jüdischen Kolonisten zu besiedeln. In diese Kolonie werden ausschließlich vermögende, arbeitsfähige verheiratete Männer aus den größeren Städten Amerikas geschickt, die in der Lage sind, den Boden selbst zu bezahlen. Zunächst wurden zwölf Familien als Pioniere dahin geschickt. Es sind das lauter tüchtige Ackerbauer, welche die Aufgabe haben, vorläufig 2000 Acker Land mit Weizen zu besäen und für weitere 25 Familien Wohnungen er. vorzubereiten, welche schon im kommenden Jahre bezogen werden sollen. Diese Pioniere erhalten von der Gesellschaft pro Kopf und Arbeitstag 2.50 Dollar und sind überdies mit 30°/o an dem Reinerträgniffe des durch sie gebauten Weizens beteiligt. Bisher haben sich 200 jüdische Familien als Kolonisten nach Utah gemeldet. Das Land soll nach fachmännischen Gutachten sehr fruchtbar sein. Die Bewässerung besorgt der Staat selbst. Am 26. November wird die dritte Tagung des Verbandes der jüdischen Farmer in Amerika stattfinden, in welcher auch über die neue Kolonie und die neuen Gesichtspunkte bei Gründung derselben ein ausführliches Referat erstattet werden wird. * * Der bereits angekündigte Kongreß der jüdischen Kolonisten in Argentinien, hat dieser Tage in Buenos-Alres tatsächlich stattgefunden. Es wurden verschiedene wichtige Beschlüsse wirtschaftlicher und kultureller Natur gefaßt. Der wichtigste Beschluß war die Gründung einer„Organifation der jüdischen Landwirte in Argentinen", als deren Präsident Dr. N. Sach a r o, ein aus Rußland eingewanderter Kolonist, der sich als Farmer praktisch betätigt, gewählt wurde. vermischtes. Frankfurt a. M., 12. Okt. Das im Berlage von I. K a u f f m a n n in Frankfurr a. M. bereits in zweiter Auflage erschienene „Kochbuch für die einfache und feine jüdischeKüche" von Marie Elsaßer erhielt soeben auf der „Internationalen Kochkunst-Ausstellung in Frankfurt a. M." die Große Ausstellungs- Medaille. Berlin, 18. Okt. Einem Komitee ist es gelungen, den bekannten Wiener Gelehrten Dr. Ignatz Zollfchan für zwei Vortragsabende in Berlin zu gewinnen. Der erste der Abende findet am Montag, den 30. Oktober statt. Als Themen find vorgesehen: „Dte Rasfengltederung der Menschheit. — Die anthropologische Stellung der Juden". Am zweiten Abend, Montag, den 6. November, spricht Dr. Zollschan über „Die kulturgeschichtliche Bedeutung des Rassenfaktors. — Versuch einer objektiven Feststellung des Rassenwertes der Juden." Darmstadt, 9. Okt. In Ergänzung seines Aufsatzes „Casö Sedan" teilt uns der Verfasser zur Vermeidung von Mißverständnissen mit, daß sich in Darmstadt unter der Firma „Cafe Stamm", jedoch an anderer Stelle (Alexanderstraße 6) noch eine jüdische Restauration befindet. Magdeburg, 11. Oktbr. In den meisten Kreisen Provinz Sachsen find nach der letzten Bolkszäblung 90 v. H. der Einwohner evangelisch. Juden wurden am meisten in den Stadtkreisen Halber stabt und Nordhausen mit 16,38 bezw. 13,88 gezählt. Im Durchschnitte sind in der Provinz Sachsen von 1000 Einwohnern 916,12 evangelisch, 75,28 katholisch, 2,56 israelitisch und 6,06 Angehörige eines anderen oder unbekannten Religionsbekenntnisses. Hanau, 11. Oktbr. Nach der letzten Volkszählung zählt die Stadt Hanau unter 37 472 Einwohnern 67 3 Juden. Warschau, 16. Okt. Wie die Warschauer Postdirektion bekannt gibt, hatte die Warschauer Hauptpost anläßlich des diesjährigen jüdischen Neujahrsfestes nicht weniger als 500000 GratulattonSkarten zu behandeln. In dieser Ziffer find die etwaigen geschloffenen Neujahrswünfche nicht inbegriffen, ebenso auch die 500 Säcke Neujahrskarten nicht, die aus Amerika angekommen und für Adreffaten kn allen Teilen Rußlands, wo Juden wohnen, bestimmt waren. vereinrmesen. Frankfurt a. M., 18. Oktober. Der „Verein M e k o r C h a j t m" hat für daS beginnende Winterhalbjahr folgenden Lehrplan zusammengestellt: Sonntag morgens nach Schluß der Synagoge im Sitzungssaal Friedberger Anlage .-sZVV? Herr Rektor B. Fc fSS Joseph trag 2 Dr. I Ankün Dr-. S kündig - M qens r berger Uhr, ti Affeffo Schluß läge: Verein Br eil Verein Verein Shnag Mitgli Zwank nach <2 noch L läge: l alle 14 berger Nachm M. G A rtms gepfler schen, Benetz T vormil woch i Uhr-! 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