Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 52 (1911)
- Issue
- Heft 41 (17.10.1911)
- Date
- 1911-10-17
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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\ Sette 2. Rr. 41 •it MraM. 17. Oktober 1911 mehr länger auf sich warten zu lasien. Er kam indessen mit dieser Aufforderung nicht zu Ende. Es schien, als sei ihm das Wort in der Kehle stecken geblieben. Mit noch offenem Munde und in wahnsinniger Leidenschaft glänzenden Augen stürzte er, vom Schlage getroffen, zu Boden. Die anwesenden antisemitischen Professoren Tschernow und Afanariew, die ihrem Gesinnungsfreunde sofort zu Hilfe eilten, konnten nur noch den eingetretenen Tod konstatieren. Dieser Fall hat einen gewaltigen Eindruck auf die hiesige Bevölkerung gemacht. In einem „Eingesandt" des hiesigen, nichts weniger als judenfreundlichen „Ktblianin" meint ein Leser, es sei doch sehr verfehlt gewesen, just an dem Abend, an dem die Juden zu ihrem „Vater und König" beteten, „Feinde und Ankläger zu v e r n i ch t e n ", die Demonstrationsversammluug abzuhalten. Die Gottesstrafe konnte nicht ausbleiben . . . öeSenklickie Symptome. Warschau, 9. Oft. Unsere Stadt, die eine jüdische Halbmillionengemeinde in ihren Mauern hat, ist bislang von Pogromen verschont geblieben. Im Gegenteil galt Warschau immer als sicherer jZufiuchtsort für alle pogrombedrohten Juden in Bessarabien und im Innern des Landes. Seit einiger Zeit nehmen jedoch die hiesigen Arbeiter eine so feindliche Stellung gegen die Juden ein, daß sie im Zusammenhänge mit wiederholten Vorkommnissen der letzten Tage doch zu einiger Befürchtung Anlaß gibt. In der Woliastraße drangen Freitag, den 29. September, mehrere angetrunkene Arbeiter in jüdische Läden ein, plünderten und demolierten alles, was in ihre Hände geriet und mißhandelten auch einige Juden, die ihr Eigentum-schützen wollten, schwer. Ernsteren Charakter hatten schon die Ausschreitungen, die sich am in der Pavivstraße abspielten. In einer dort befindlichen Bterhalle entstand eine Schlägerei zwischen Christen und dem jüdischen Wirt, dem mehrere Freunde zu Hilfe kamen. Auf der Straße, wo sich der Streit fortspann, wurden dann von dem rasch angesammelten Mob allen sichtbar werdenden Juden wahre Schlachten geliefert. Die Bierhaüe und ein benachbartes jüdisches Haus wurden vollständig ausgeplündert. Vier Juden wurden so schwer verletzt, daß sie ins Spital überführt werden mußten. Drei der Verwundeten waren am Streite völlig unbeteiligt und sind, als sie ahnungslos die Straße heraufkamen, vom Pöbel überfallen und mit Messern bearbeitet worden. In der Genschastraße wurde am Abend die „Alte Schul" während der 'vn Andacht förmlich bombardiert und die Betenden, als sie die Synagoge verließen, mit einem Steinhagel empfangen. Aehnliche blutige Schlägereien werden täglich auch aus anderen Stadtteilen gemeldet. In all diesen Fällen griff die Polizei gar nicht oder zu spät ein. Man ist hier allgemein der Ansicht, daß eine Seifst. Jnbaber eines aitbek.» gut accreditirteu augesetz. Geschäftes in FranksuN a. M.. LS I. all, Israelit, aus guter Familie, tadellose Bergangenheit, vornehmer Charakter, repräsent. Pers., diente einjährig, beherrscht 4 Sprachen, Lik. 100,000 Eiaenvermöa., sucht mit Dame tzekanut zu werde«, welche gute Eigensch., aus guter Fam., Smn für Häuslichk. u. Mk. 150,000 Berm. besitzt, welch, sichergest. wird. Verwandte od. sonst, ebrenb. Pers. wollen vertrauenöv. Zuschr. dress. an: A.M SklomaunSkCo., Bankgesch.. Franks, a. M. Mf Bei Bestellungen oder sonstige« Bedarfsfälle« bitte« wir «»fere verehrt. Leser, stets die Jnfere«te« ««fereS Blattes z« berLllstchttge«. geheime Agitation die Hand mit im Spiele hat und diese kleinen Judenschlachten in regelmäßigen Zeitabständen sorgsam vorbereitet und in Szene setzt. England. London, 4. Okt. Hiesige und auch ausländische Zeitungen bringen die etwas überraschende Nachricht, daß für die Stelle eines Oberrabbiners von Großbritanien demnächst der bisherige Großrabbi von Frankreich Israel Levy als Nachfolger Dr. Adlers gewählt werden wird. Wie es heißt, sei die Wahl des Großen Synagogenrates auf den Genannten gefallen und er dürfte bald sein Amt in England antreten. Für uns ist diese Wahl eines Vertreters der radikalsten Reform zum Chiefrabbi von England mit Rücksicht auf die konservative Gesinnung des Gros der englichen Judenheit und besonders auf die Hunderttausenden der Gesetzestreuen in Witchapel, die ja auch in einem Abhängigkeitsverhältnis zum Chiefrabbinate stehen, so undenkbar, daß wir dem Gerüchte vorerst keinen Glauben schenken möchten. Von anderer Seite wird geschrieben: Als aussichtsreichster Kandidat für das Amt des Chiefrabbi gilt neben dem Dajan Rev. Hyamson, Rev.Dr.Abrahams aus Sydney. Rev. Abrahams bekleidet gegenwärtig das Amt eines Oberrabbiners für die jüdischen Gemeinden Australiens und hätte seinerzeit zum Chacham der portugiesischen Gemeinde in London berufen werden sollen, ehe Dr. Ga st er dieses Amt annahm. Diese Berufung scheiterte damals an den Bedingungen, die der portugiesische Gemeinde- Vorstand an die Uebertragung ber Chachamstellc knüpfte, und die Rev. Abrahams für seine Person ablehnte. Rev. Abrahams ist ein Schüler Israel Hildesheimers und hat das von diesem begründete Rabbinerseminar in Berlin absolviert. Außerdem werden als Kandidaten u. a. Oberrabbiner Lewenstein, Kopenhagen und Rabbiner Dr. Nobel, Frankfurt a. M. genannt. RaMstina. Im Kriegsjuffanfle. Saloniki, 5. Oktober. „Progre? de Salonique" erfährt aus sicherer Quelle, daß diejenigen italienischen Untertanen, die seit längerer Zeit in der Türkei leben und daher in fast gar keiner Beziehung zu Italien stehen, was besonders bei unzähligen Juden zutrifft, das Recht eingeräumt werden wird, auf kürzerem Wege die ottomanische Staatsbürgerschaft anzunehmen. Die Bedingung ist bloß, daß, wenn es sich um Verheiratete handelt, die ganze Familie um die Naturalisation ansuchen und die ehrenwörtliche Erklärung abgeben muß, auch nach Einstellung der Feindseligkeiten nicht in den italienischen Staatsverband zurückzukehren. Wie uns berichtet wird, haben auch mehrere Ausländer mit Rücksicht auf den Krieg beschlossen, die ottomanische Staatsbürgerschaft anzunehmen. Inzwischen haben die meisten italienischen Juden dahier ihre Bureaux und Geschäfte ge¬ Heiraten ste nictit bevor Sie üb. zuk. Person u. Familie, über Wtitgift. Per«»., Ruf, Borlrbe» etc. genau informiert find. Disrr. Spezialansküufte überall, gegr. 1003.15353 KerUU W. SS.Potsdamerstr. 114 Siele freiwill. Dankschreiben. überall, gegr. 1003.15353 HEIRAT. Für Verwandten, tüchtigen, repräs. Weinhändler in München mit solider Kundschaft und rentablem Geschäft wird häuslich gut erzogenes iSr. Mädchen (nur Süddeutsche) mit nicht unter 35—40 Mille gesucht. Nicht anonyme ausführliche Offert, unter M F 7800 an Rud. Moste, München erbeten. (16912 iimnii Beginn der Kurse in den nächsten Tagen. Vorbereiwng ohne Berufsstörung. Anmeldungen täglich 9—11 u. 2—4 Uhr oder per Tel. L 8745. — In den letzten 10 Jahren haben 011 Kanditaten bestanden. (16898 fipnaslalpral. Dr. Brunner (vorm. Hugo Hamei) Frankfurt am Main Gr. Bockenheimerstraße 13» III. Erna.Rückseite, HaltestTbeaterhl. Suche für mein. Sohn pass. Gelegenheit rn einem Waren- Geschäfte (16916 einzubciraten, derselbe besitzt eigener Vermögen, schöne Erscheinung und gute Erziehung Bedingung. Off. unter B 813501 an Haasenstei» & Bögler A.-G.,Frankfurt a.M. schlossen und die Türket verlassen. Das große Bankhaus Saul und Levy Modland hat durch die Lokalblätter an seine Komittenten die Mitteilung ergehen lassen, daß es infolge der politischen Vorgänge gezwungen sei, die Bureaux bis auf weiteres zu schließen. Das Bankhaus giebt die Versicherung, daß die Komittenten keinen Schaden erleiden würden, da die Firma ihr ganzes unveräußerliches Vermögen zurücklasse und spricht die Hoffnung aus, daß der Kriegszustand bald ein Ende nehmen werde. Vom Kriegsschauplatz wird hier bekannt, daß die italienischen Behörden einen Kollektivappell an die Bewohner von Tripolis, einen besonderen an die Araber und einen besonderen an die Juden erließen, in welchem die Versicherung ausgesprochen wird, daß Jeder ohne Unterschied des Glaubens und des Stammes vom italienischen Sieger Freiheit und materielle Förderung erfahren werde. Die tripolitanische Bevölkerung handle daher im eigenen Interesse, wenn sie in dem „Kriege für Zivilisation und Fortschritt" Italien unterstütze^ Für de» Reklameutett ist die Redaktto» nicht verantwortlich; insbesondere ist es ansfchliefflich Sache der Leser, die im Reklametett enthaltene» Gntpfehluuge« ritueller Ware» oder sonstige Angabe» religionSgesetzlichen tkharakterS ans ihre Zuverlässigkeit &« vrüfeu. P Allen voran ist die erfekt muü man schneidern lernen, erf ekt Wird bei uns schneid, gelehrt erfekt nicht mit anderenUnter nehmen za verwechseln. erfekt schneidern lernt man innerhalb L—3 Monaten Mäfiiges Honorar. Annahme^ h v. Schülerinnen — täglich — Frankfurt a. M.f Unterweg 8 Landesinfter P Leinen- und Gebild-Weberei F.V. Grünfeld Ktinigl., Grossherzogi. n. Fürstlicher Hoflieferant «•Hin w., iiipziimtnin nt Grösste Auswahl aller Wäscheartikel für dta Hausbedarf. üiferfiiflog ganzer Risstattflggea. Prtisüst« mit IMtlMuniiu sowta K«st«H' mehlig« zu Dlinstin. (15542) Allen Freunden und Bekannten beehren wir uns die Verlobung unserer Tochter Rebecka mit Herrn Dr. Julius Lorsch aus Cölu anzuzeigen vr. M. Cuba und Trau. La.. Fulda, im Tischri 5672. (16936 Für einen Arzt, 3j I. alt, US guter Familie» mit großer lraxrs und vermögend in Großadt wird paffende * (16928 Lebensgefährtin gesucht. ledingung: Hübsches, Wirtschaft« ch uno religiöses Mädchen auS uler Familie und größerer Hitaift. Diskretion verlangt u. lgestchert. Gest. Offerten unter e S 13510 an Haasenstei« Sk logier, A. - G., Frankfurt Ut Main fl 6928 Jg. Kanfm.. 311., in Stellu. Teilhaber an väterl. Saison Hotel in großer Badestadt sueht Partie. Rel. Mädchen mit 15—20Mill Mitgift. Off. erb. unter G i 15367an Haasenstei» & Bag ler, A.-G., Frankfurt a. M