Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 52 (1911)
- Issue
- Heft 40 (5.10.1911)
- Date
- 1911-10-05
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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j&W5 19Ü lichen e Hindi die Felsen, t zerf ab- Ätisch Wiese ver- Teil ischen »jeder tz des D!e :igen, nzahl amen ürkei, arre- W rtneit i die öOktober 1911 rtr $lriuffr M O GMe lieben cheben Gebens Israel, ternd. einer erben lereste Iliegt in den Händen eines Hauptrabbiners, dem 4 Richter zur Seite stehen. Die „Alliance" I unterhält in Tripolis mehrere Schulen. Einen erschöpfenden Artikel über das Leben Ider Juden in Tripolis brachten wir in Nr. 16 des Jahrganges 1908 unserer Zeitung auf den im übrigen heute verwiesen sein mag. Var Uligemeine liüOiZtde stk-nirendanr „Schaare Zadtk“ in Jerusalem. Mit 3 Bildern. Wir haben in einer unserer jüngsten Nummern lunsere Leser auf den soeben erschienenen Bericht ldes Allgemeinen jüdischen Kxanken- Ihauses „Schaare Zedek" in Jerusalem lüber die Betriebsjahrc 1906—1911 aufmerksam gemacht. Es wurden mehr als 150 größere Operationen in den jüngsten 3 Jahren in dem mo- und Selbstopfcrung zusammenbringt, reichen kaum aus, um dreißig Kranke zu erhalten. Also bitte, verehrter Herr L. raten Sie, woher sollen wir die Mittel zur Verpflegung der weiteren Kranken nehmen? Unsere Leistungeri dürfen übrigens nicht nach der Quantität, sondern nach der Qualität beurteilt werden. Um nur eines Herauszugreisen, sehen Sie, im jüngsten Jahre allein verpflegten wir in unserem Hospital bei -3K1 K ranken 229 Patienten mit ansteckenden Krankheiten, meistens: Meningitis ((Genickstarre), Scharlach, Pocken, Diphtherie rc. Welcher Segen dadurch Jerusalem erwachsen ist, läßt sich nicht beschreiben, — sondern nur ahnen — wenn man bedenkt, daß wir diese Kranken sofort aufuahmen, als sich das kleinste Zeichen der Ansteckungsgefahr gezeigt hat. Hätten wir nicht sofort diese Kranken bei uns unter'gebracht, so hätten sie nach menschlicher Berechnung noch 'Dutzende anstecken und in Lebensgefahr bringen können. Es ist wohl unnötig $u sagen, daß die in unsere Jsolierpavillons Aufgenom'mencn sachgemäß verpflegt wurden und so haben wir auch (sott sei Dank ganz außergewöhnlich günstige Resultate erzielt. Derartige Kranke, welche Verpflegung in einem Jfolierpavillon nötig haben, wurden von uns bisher noch nie znrückgewiesen. Wenn es sich jedoch um andere handelt, dann müssen wir uns eben rrach unseren Einnahmen richten." Blick in eine« Saal der Mänrrerabteilnrrg -es Schaare Ze-ek-Hospttals in Jerusalem. dern ausgestatteten Operationssaal dieser Anstalt/ mit erdenklich besten Resultaten ausgeführt. Um Ifo betrübender ist es aber, daß, wie der Bericht langibt, die zur Verfügung stehenden Mittel bei «weitem nicht ausreichen, alle diejenigen aufzu- I nehmen, welche Spitalbehandlung notig haben, und die Anstalt mangels genügenden Betriebs- Ikapitals immer noch genötigt ist, selbst manchem I Schwerkranken die Aufnahme zu verweigern. Die iNichtaufnahme ist für viele geradezu lebensgefährlich, denn bei der bekannten Armut unserer Glaubensgenossen in Jerusalem und ihren oft ungesunden Wohnungen, können sie in den meisten Fällen nur durch Spitalbehandlung ge- I rettet tverden. Einem Schreiben des Herrn Jonas Marx, Jerusalem an den Vorstanddes Schaare Zedek (Dr. Israel R^ o s, Frankfurt a. M.), in dem in der Form einer Unterhaltung mit einem l Palästinabesucher in drastischer Weise dargetan Iwird^ wie sehr die Anstalt in der Erfüllung ihrer I hohen Aufgaben unter dem Mangel an ausreichenden Mitteln zu leiden habe, — die eigentlichen Betroffenen sind dabet die armen Kranken lin Jerusalem — entnehmen. wir folgende be- Iherzigenswerte Stellen: „Wir haben wohl Raum zur Aufnahme von 60 |itub mehr Kranken, jedoch Sie verstehen, die Erhaltung «der Kranken, das Personal, die Verpflegung, Be kost ilguiig, Medizin, Heizung, Beeluchtung, die Wäscherei he. rc., das sind lauter Ausgaben, die bei Erhöhung Ider Knmkenzisfer steigen. Selbstredend, 60 Kranke Ilosten bei weitem nicht das doppelte von 30 Kranken, laber mehr kosten sie. Unsere heutigen Mittel, d. h.!>vas unser Vorstand in Frankfurt a. M. im Laufe I oines Jahres für unser Kranknrhaus mit vieler Mühe ' „Wissen Sie was, Herr M . . .? erwiderte der Besucher, schildern Sie unseren Mitbrüderu in Europa recht eindringlich und wahr die Notwendigkeit der Erweiterung Ihres Betriebes, teilen Sie die Tatsache, wie täglich Schwcrkranken die Ausnahme in Ihrem Krankenhause verweigert werden muß, recht augenscheinlich mit, ja ich kenhanse nach besten Kräften beizusteuern. Wer Gclegenheit hat — wenn auch mir der Beschreibung nach — meine heutige Beobachtung sich auszumaleu, der wird sicher nicht zögern, ein tatkräftiges Mitglied des „Schaare Zedek Krankenhauses" zu werden, und damit Sie sehen, daß ich nicht nur rede, sondern auch zu handeln verstehe, nehmen Sic hier meine Gabe und meine Unterschrift, daß ich meinen früheren Jahresbeitrag an Ihren Vorstand nach Frankfurt a. M. verdoppele und Sie werden ferner sehen, daß ich dabei nicht stehen bleibe, sondern ich werde gerne jede lvelegenheit benützen, Ihre sache — zum Vesten unserer Glaubensgenossen — zu fördern." Auch wir dürfen uns dieser Hoffnung anschließen. Gilt es doch, einem hoch bedeutsamen, von aller Welt rückhaltlos anerkanntem philantropischen Werke in Jerusalem die zwingend nötige Ausdehnung zu verschaffen. Die hier gebrachten Bilder illustrieren in anschaulicher Weise das Leben in der Anstalt und werden ihr neue Freunde werben. Die Jude« in ßypern. Ueber dieses Thema entnehmen wir dem eben im Berlage von Heinrich Keller, Frankfurt a. M , erschienenen Buche: „Chpern (Eine Darstellung seiner LanbeSverhältnifse in politischer und wirtschaftlicher Beziehung)^ von Davis T r t e t f ch" folgendes: ES scheint, daß Juden schon seit den Zeitm Salomos auf Chpern lebten. Gewisse Funde der neueren Zeit deuten auch darauf hin, daß Hiram und seine Leute oaS für den Tempelbau in Jerusalem benötigte Erz in Chpern fanden und zum Teil wohl schon dort verarbeitet haben. Um daS Jahr 100 dar äBL ßt waren die Juden Cyperns «rllS sehr zahlreich und mächtig. Sie veraniatzten Snig Ptolemäus Lathyrus zu seinem Feldzüge gegen Alexander Jannat und zur Hilfeleistung für die Städte Gaza und PtolematS (Akko). In dem großen Aufstand der Juden unter Trajan spielte Chpern eine besondere Rolle. Hier sollen die Juden die griechische Bevölkerung fast ausgerottet haben, und die besten römischen Generäle mußtm von Germanien und Britanien herbetgerusen werden, um dm Aufstand der Juden zu unterdrückm. Dies gelang, die Juden wurdm in die Verbannung geführt, und es sollte ihnen bei Todesstrafe — „sogar tm Fall von Schiffbrnch und für ewige Zetten" — verboten fein. Sie Insel zu betreten. Zur Zeit der späteren Kceuzzüge find dann wieder die ersten kletnm jüdischen Gemeinden in Chpern entstanden, und in den folgenden Jahrhunderten wird von dm verschiedenen Reisenden über das Vorhandensein jüdischer Gemeindm in den Hauptstädten der Insel berichtet. In neuerer Zeit find von dm früheren jüdischen Einwohnern kaum noch welche auf der Insel anzutrrssen gewefm, und erst seit der englischen Okkupation find wieder Bersuche gemacht worden, Judm, besonders solche europäische Ursprungs, auf der Insel anzustedeln. Bei dem ersten Bersuche (1883) handelte -S fich darum, einige hundert Judm, die vor dm russischen Verfolgungen iwu$ London geflüchtet waren, in Shrim anzustedeln. Wegen der Schwierigkeiten, die dort der Niederlassung von türkischer Seite in den Weg gelegt wurden, versuchte bann die englische Gesellschaft, die fich ihrer angenommen hatte, die Leute in Chpern unterzubrtngen, wobei fie auch von der Regierung alle mögliche Förderung erfuhr. Trotzdem war die erste Ansteblung (in Ktima bet Pcchhos) em völliger Mißerfolg, und Lagesraum in der Frarrpna-Ieilnrig -es Schaare Ze-ek-Hospitals zn Jerusalem. und zweihundert schwanken. glaube, es ist am besten, Si geben ihnen ein Bild dessen, was ich heute in Ihrem Hospital beobachtet und gehört habe und ick bin sicher, daß es dann jeder als seine Ehrenpflicht ansehcn wird, Ihr segensreiches Institut zu unterstützen und zu Jhrenl Kranerst rtoa fünfzehn Jahre später versuchte eine weitere Gruppe von osteuropäischen Judm — ebmsalls vis England — auf Chpern Futz zu fasten. SS wurde zwischen Larnaca und Rtcosta ein Stück Land erworben und später vrstedelt, daS trotz vieler Wechfelfälle stch zu einer ständigen Kolonie mtwickelte. Im wetteren Verlauf wurden noch einige Landstücke dazu erworben (durch die Jewtjh Cofonifation Association), und diese Ansteblung dürfte stch im Lause der Jahre wohl entwickeln. Mit dm Kolonisten kann man fich in deutscher Sprache verfländtgcn. Außer diesen Kolonien gibt eS eine kleine jüdische Gemeinde in Larnaca, die in der Hauptsache aus arabifierten Juden besteht. Die Gesamtzahl der Juden auf der Insel dürste zurzeit zwischen hundert tmOm