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Der Israelit · 1911-10-05 · Heft 40 (5.10.1911) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 40 (5.10.1911)
Date
1911-10-05
Page
– (sequence 10)
Language
German
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SttteTta. Oe. 4Ü wußten Schmtttah-Angelegenhett geschehen find. Wir weifen jenen Vorwurf mit Entrüstung zurück und erklären, daß die von Herrn Dr. I. Feuchtwanger in derselben Nummer der „Welt" gegebene Darstellung der Tatsachen wie auch ihre Gruppierung vollständig der Wahrheit entspricht. Gez. B. Stern, Prof. Dr. A. Sulzbach, Prof. Ad. Weyl. 7slmuöi8ckie8 Seminar?u tleiöelberg. Keidelverg, 29. Sepr. Herr Real- und Handelslehrer Alex Dachauer, Heidelberg, schreibt uns: Des Juden LebenSelemeut ist die Thora Diese Tatsache ist bekannt und unumstritten. Doch es sind gerade altbekannte und feststehende Wahrheiten, die wir uns immer aufs neue ins Gedächtnis rufen müffen und wenn wir bedenken, daß nach dem tulmudischen Grundsätze : min ’nm *?r bw lr^i nbnn p» x das ganze Werturteil über den Juden abhängig ist von seiner Vertrautheit mit der Thora, so müffen wir sagen, daß die jüdische Jugend in Deutschland weit davo» entfernt ist, einer Prüfung nach solchem Maßstabe stand zu halten. Voraussehende Geister haben deshalb schon unzählige Male gemahnt, daß solche, die es gut memen mit sich und ihrem Volke, in die Bresche springen mögen, um der Lehre, dem ewigen Born des Judentums, einen Boden zu bereiten in unserer Mitte. Jüdische Akademiker haben angesichts dieser Tatsache versucht, der Unkenntnis unseres eigenen Schrifttums zu steuern durch Errichtung von talmudischen Ferienkursen, die zweimaljim Jahre dem jüdischen Studenten Gelegenheit bieten, sich gut umzusehen in dem weiten Gebiete unserer eigenen Lehre. Ein erster Versuch fand in diesem Jahre in Heidelberg im Adar statt, und neu gestärkt von dem Trunk aus dem ewigen Born der Thora zogen die Teilnehmer in die Heimat, um im häuslichen Kreise das Pesachfest zu feiern. Ein zweiter Kurs fand im Elul statt. Auch er lockte trotz der heißen Jahreszeit thoradurstige Jünger herbet, die sich mit Eifer dem Studium der Thora widmeten. In vierwöchentlicher täglich 8—9 ständiger Vlxheit saßen jüdische Studenten in Heidelberg während ihrer Ferien an der Gemoroh, nicht um auch Talmud zu studieren, wie man Literatur und Esperanto betreibt, sondern um ein wahres, gründliches Verständnis zu erringen für die Probleme, die der Talmud dem bietet, der mit Liebe und Hingebung ihn zu erfaffen sucht. Wahrlich, wir, die wir staunend und bewundernd sahen und hörten, wie der Leiter unseres Kurses, — ausgerüstet mit phänomenalem Wissen in Q'pDlBl D"tP, ausgestattet mit voller Kenntnis der Probleme, die Geist und Herz des jungen Akademikers bewegen, erfüllt von Hingebung für seine Hörer, die ihm auch die unscheinbarste Frage nicht vorlegten, ohne bei ihm volles Verständnis zu finden, — uns die Tiefe der talmudischen Probleme entwickelte, wie er aus der Fülle des talmudischen Stoffes die Grundzüge des behandelten Themas mit wunderbarer Klarheit herausarbeitete, und wie er mit glutvoller Begeisterung die scheinbare spröde, rein formalistische Materie uns nicht nur als tiefgründige Wiffenschaft, sondern als ein Stück lebendigen Judentums vor die Seele rückte, wir können heute wenigstens sagen: wir h ben gesehen, wir haben erfahren, wie man lernt, vielleicht ist es nicht unbescheiden zu sagen: wir haben gelernt. Wir haben in den 4 Wochen 20 Blatt aus Traktat Kidduschin gründlich durchgearbeitet und dabei einen Einblick bekommen in die tiefsten Schätze unseres Talmuds in einer Weise, die wir nie geahnt und die die platonische Liebe zu unserer Thora umgewandelt hat zu einem Eifer für prakttschen min no'V Er darf Uns nicht zurückstehen hinter dem Studium der profanen Wiffenschaften! Das haben wir uns alle gesagt, nachdem wir, um nur ein einziges Beispiel herauszugreifen, grsehrn haben, daß z. B. unser, " " ' '; De^AmeM. - ' ■''; ' jüdischer pn^-Begriff denn doch auf ganz anderer sittlicher Höhe steht, als etwa die zum Vergleich herangezogenen Rechtsprinzipien des alten römischen Rechts. Aber nicht nur wir jungen Akademiker haben uns so hinreißen lassen. Man muß gesehen haben, mit welchem inneren Vergnügen gelehrte Rabbiner, die gelegentlich unsere Gäste waren, dem Bortrage unseres Leiters gelauscht, wie sie entzückt waren, von der Gründlichkeit seines Wissens — aus oex die Meisterschaft seines Lehrers, des Rabbi Elieser Gordon V'ST von Telsch hervorleuchtete, und wie sie von dem logischen und treffsicheren Aufbau seiner Dedukttonen begeistert waren — denn, es war kein müßiges Spiel geistreicher Gevanken, wie sie unter dem Aus druk des Pschätleins bekannt sind, sondern es zog durch das Ganze das Streben nach Erkenntnis der Wahrheit auf der Grundlage der von den talmudischen Quellen als bauficher dargebotenen Grundsteine. . . . Es wäre bitter schade um unsere neu entfachte Liebe zur Thora wenn wir nun bis zu den nächsten Ferien 6 lange Wintermonate hindurch uns genügen lassen würden an dem, was der eine Monat uns daran geboten hatte, es wäre eine Sünde, eingesehen zu haben, wie man lernt, daß man lernen, daß man (o lernen muß, wie wir es mitgemacht und erfahren haben, um eine Idee von dem minn niKD zu haben, und nun nicht alles aufzubieten, um ein solches Lernen fortzusetzen auch während und neben der Arbeit des Semesters. Sollten wir das Glück ungenutzt lassen, einen russischen Lamden, der nicht nur wie noch soviele andere ein Kenner unseres Schrifttums ist, sondern durch seine persönliche Eigenart, sein hingebungsvolles Wesen und seine scharfe logische Schulung für uns in ganz einzigartiger Weise geschaffen erscheint, in unserer Mitte zu haben? Nein! Mit geradezu gebieterischer Aufdringlichkeit macht es uns dieser „Zufall" zur Pflicht, eine Stätte ununterbrochenen Thora-Studiums allen denen zu eröffnen, die noch soweit Juden find, daß sie der Vorbereitung für ihren künftigen Broterwerb noch täglich eine Stunde des Lernens abzuringen vermögen. Wir Heidelberger haben natürlich die erste Pflicht, etnzutreten in die Reihen der Lernenden »und wir tun es auch mit Ernst und Feuereifer. Aber was will das kleine Häuflein besagen für den Mann, den eine große Jeschiwoh an ihre Spitze berufen wollte, damit er dort nun p'aiä sei? Wären wir imstande gewesen, ihn daran zu hindern, dorthin zu gehen, wo man seine Thora besser zu würdigen weiß als im armen Aschkenas? Wenn auch ganz andere Motive ihn zur Ablehnung dieses für ihn so ehrenvollen Rufes bestimmten, so dürfen wir uns doch der Tatsache freuen, daß er uns erhalten bleibt, und wir haben das Glück, im bald an hebenden Wintersemester bei ihm weiter lernen zu können. Wer es von den Ferienkursteilnehmern nur irgend ermöglichen konnte, seine Studien hier fortzusetzen, hat bereits seine Zusage gegeben, wieder hieher zu kommen. Diese Zeilen verfolgen den Zweck, die weiten Kreise der jüdischen Studentenschaft, deren Seele in Liebe für ein echtes Thorastudium erglüht, daraus ausmersam zu machen, daß unser Schiur auch während des Semesters fortgesetzt werden wird und unter dem Namen „Talmudisches Seminar" s. G. W. zu einer dauernden Einrichtung sich etablieren wird. Kommilttonen I Wir sind überzeug^ daß Ihr uns nachträglich danken werdet dafür, daß wir euch die Bahn geebnet haben, eurem Thoraideal in einer so fruchtbaren Weise zu dienen, ohne daß dabei eure sonstigen Interessen irgend welchen Schaden leiden. Darum, Kommilitonenleset und prüfet, prüfet und entschließet Euch, dem Zug Eures Herzens zu folgen, es zeigt Euch den richtigen Weg. Wir wollen uns täglich eine Stunde dem Thorastudium unter fachkundiger Leitung widmen, — eine Stunde ist wenig, verglichen mit dem, was Ihr den Ablenkungen von ernster Berufsarbeit widmet, eine t^'-v****? Stunde ist aber viel, sehr viel, wenn man tag' lich fortlaufend systematisch lernen kann und es ist nicht schwer, sich auszumalen, daß ein solches Semester euer Thorawissen ganz eminent bereichern wird. Nicht zu vergessen, daß die schönen Winter-Freitag-Abende kein jüdischeres Programm umfassen können als das Lernen, das Lernen mit gleichstrebenden Kommilitionen, mit einem Lehrer, der euch in seinen l'yin nJW mehr geistigen Genußj bieten kann als der schönste Vereinsabend. Ihr werdet dabei an eurem Studium keine Einbuße erleiden. Unsere Ruperto-Carola ist in allen Fakultäten mit ersten Kräften besetzt. Der engere Kreis unserer Freunde ist bekannt dafür, daß er mit Ernst und Eifer seine Studien betreibt. Und erst in den jüngsten Semestern wieder wurden von unseren Freunden sowohl Staatsexamina wie auch Doktorpromottonen mit ganz hervorragenden Erfolgen abgeschlossen. Dabei kommt auch die Gemütlichkeit und die Erholung zu ihrem vollen Rechte, denn unsere Berge und das wunderbare Neckartal spenden reichlich ftische Kraft zur Arbeit und neuen Lebensmut. Selbstverständlich werden wir Heidelberger es uns angelegen sein lassen, alle Bequemlichkeiten und Erleichterungen zu schaffen, die geeignet sind, den hiesigen Aufenthalt zu einem höchst angenehmen zu gestalten. Der tägliche Schiur, der in systemattscher Weise ein talmudisches Thema fortlaufend behandeln wird, wird von dem Leiter der beiden in diesem Jahre abgehaltenen Ferienkuxse, Herrn S. B. Rabinkow aus Kowno, abgehatten werden. Auch für Anfänger werden Vorbereitungskurse in zweckdienlichster Weise veranstaltet werden. Die neue Institution führt den Namen: Talmudisches Seminar zu Heidelberg und verfolgt einzig den Zweck, der Verbreitung und Popularisierung der Thorakenntnis unter der akademischen Jugend. Jede gewünschte nähere Auskunft erteilt gern Herr Dr. Jonas Simon in Heidelberg, Weber straße 6. Bert Uebe gegei von Jnw W a maß, schon sione C hältt Tag' Aufr nahn Habei offen von Die Jude sind drei sind erste: Sym mehr der 1 Nach nicht 3 sende Korr größl an d 9163 Die, Fami also (190! Oesterreich. eine Kafaffrophe beim „Tafchlidi“- , «Lemverg, 10. Oft. Aus Jaroslaw wird geschrieben: Die jüdische Bevölkerung begab sich wie alljährlich an: Roschhaschonohfeste zum Muffe San, um dort das Taschlich-Gebet zu verrichten. Der Zugang zum Flusse führt über eine Brücke, auf welcher das Gebet verrichtet wurde. In diesem Jahre gab es auf dieser Brücke ein solches Gedränge, daß dieselbe mitten im Gebete einstürzte, sodaß nahezu 100 Personen in das allerdings nicht sehr tiefe Wasser fielen. Die am Ufer Stehenden eilten den Verunglückten zu Hilfe, und es gelang, sämtliche ans Land zn retten. Doch erlitten viele von ihnen mehr oder minder schwere Verletzungen, besonders die Frauen erlitten schwere Nervenchoks, aus denen sie sich erst nach einigen Tagen erholten. Der Unwille der Bevölkerung richtet sich nunmehr gegen die Behörden, welche wohl Kenntnis davon hatte, daß die religiösen Juden aus Anlaß des Neujahrsfestes in Massen die Brücke betreten werden, doch nichts unternahmen, um die Brücke entweder zu sichern, oder deren Betreten in größeren Massen zu verbieten. ifoßlcmfr. öur Lage. Aketersvurg, 1. Oft. Fast gefahrvoller als in Kiew ist die derzeitige Lage für die Juden in anderen in der Gewalt der E ch t r u f f * n befindlichen Städten des Jnnenlandes. In Jekate rinosl a w hat die Stadtduma einen Beschluß gefaßt, in einer Eingabe an die Regierung gegen das „schädliche Treiben der Fremdvölker" zu protestieren und die Ausweisung aller Iu - den aus Rußland zu verlangen. Aehnliche Beschlüffe konnten die Echtruffen auch in den Lub Im\ Mist eine aus Groß 9 Lond versti Bäte Dar Teste liege, Ster Besti lasser folge, großz gegrr so g, Hilfe anlas zu te er n dem blei tion rufe Folj ihre jene die Verb 4 an d Tage Mai weiß, christ mit < CVt1! " V , -1 ,

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