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Der Israelit · 1911-09-21 · Heft 38 (21.9.1911) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 38 (21.9.1911)
Date
1911-09-21
Page
– (sequence 10)
Language
German
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tet ncch genötigt, selbst manchem /Schwerkränkm die Zme zu verweigern. Die Nachtaufnahme ist für le geradezu levens gefährlich, denn bei der brkaunlen unserer Glaubensgenossen In Jerusalem und Ihren ungesunden Wohnungen, rönnen sie tn den meisten Ten nur durch Spttalbehandlung gerettet werden. ^Jm Durchfchn.tt — so heißt es im Berichte — die Verpflegung eines Kranken 100 Mark. Durch Spende tn dieser Höhe kann ein weiteres Menschen eben gerettet werben! Darum spende ein jeder nach ^Lsten und helfe uns tn dem We,ke der Nächste nliebe, es durch die Gabe der ganzen hundert Mark, fei es Teil davon, jede Summe erleichtert uns die Allste weiterer hilfsbedürftiger armer Glaubensgenossen .sichrrt den K anken die Möglichkeit, ihre Gesundheit zu eilangen." Eine eingehendere Würdigung der vielseitigen segenenden TSttßken des Hauses behalten wir uns für eine tere Nummer vor. Basel, 18. September. Das schweizerische Erez ktsroel-Komitee hi lt seine Sitzung am letzten rg in Bafel ob. Der Kaffierer, Herr Emanuel spl-fchmidt erstattete den Kaffmdericht. ES find verflossenen Jahre rund 4300 FrS. eingegangcn, wo- 800 K:S. für Spesln (Bücher usw.) gebraucht wur- 8400 FrS. wurden nach Amsterdam adgesanbt, sodaß .der Kaffe ncch ein Saldo von 600 Frs. bleibt. Die ttsfion br schloß, von dem Ertrage der bereitein Etutjammtung die Hälfte für die Armen des Landes zu verwenden Ein Zehntel der Summe abgesondert und angesammelr werten, bis dafür ein Mt heiligen Lande ap gekauft werden kann, welches aus der Schweiz stammen den Glaubensgenossen jeweiligen Benutzung überlassen werben soll. Der ' der Stimme siü für wohliätige Anstalten in Erez lroet, Schuten und Waisenhäusern verwendrt werden. ftttdrrS sollen die Tachkemoni-Schule und die Neu der »Freien Bereinigung" unterstützt Zürich, 11. Sept. Nach zwölf Semestern ernsten um« gelang es dem „Talwud-Thora-Bern", dl» ganz>n Etc ff des Traktates j-q® zu be- ' gen und sehr geschickt wurde der NemerSlag dieser Ö für die »Beschlteßungt frier" gewählt. Nachdem letzte Seite in feierlichem Chore zu Ende gelernt . de, vereinigte man fich tn der Pension Wolf zu Man gemütlichen Beisammensein, wobei ernste und heitere n die schöne Mahlzeit würzten, dem Feste Glanz und verliehen und viel zur Hebung der Stimmung ^e». Nachdem die Herren Grünstetn, Rhein, eptttz, Mannes, Mefstnger, Wtbirowskt Md Fetdmann die Bedeutung eines solchen »Sijum" f^childert hatten, wurde das 1'V ««gestimmt M mit dem Tischgebete schloß die würdige Feier, au^ die »alten Herren der hiesigen „Jsraeltttschen Religwnsstsrilschaft" stolz sein dürfen.??err-»s»e«. Rabbi Chanoch Hausdorsf S"XT- 1-, Baltimore, 31. Juli. >(Aus Wunsch biS jetzt zurückgestellt). Rabbi Chanoch HauSvrff hauch« am DrenStag, dm 15. Tamrrs, seine reine Serie im 56. Lebensjahre aus. Ein gerralttger Verlust, daS Wie ein jeder, hatte mir» dem Tode Rabbi Haust mffs tt Judenhett betroffen, nickt nur ein großer Gelehrter Wlwuorts, ein Großer tn JSraelS Gesamtheit, groß in Wre und Leben, ist mit ihm von dannen gegangen. Gehmückl mit vielseitigem Wissen, mit der Lichtkrone der auf seinem Haupte: von thm gilt das Wort der Weift: „Qie Lehre der Wahrheit war tn feinem Munde, Mschtzetr kam nicht über feine Ltppm, in Friede und ttwrit wmrdelte er mtt mir und viele brachte er von der Dnde zmück." „Denn die Lippm des Priesters, ste men Erkenntnis bewahren, und heilige Lehre verlangt M Bvlk aus seinem Munhe zu hören, denn ein Bote rA Herrtt Zebaoth ist er.^ Hierzu bemerken unsere Wen: Wann der Lehrer einem Gesandten des Herrn * Heerscharm gleicht, fo erwarte man Unterweisung auS Wem Münde, wenn aber nicht, so erwarte man keine Verweisung auS stimm Munde. Dieses bedeutungSme Wo« der Weifen hat stch an dem Heimgegangenen rwahrhejtet. Nickt die Redekunst und der Redefchwulst Mmgt und überwältigt die Herzen, sondern daS Leben Mhie Taten deS Priesters. Auch er war nicht der tat« des Redens, nicht im Mnnde lag seine Kraft, in tuen Handlungen, tn setnm Taten und in der Feder jg seine Macht. Wollten wir die Schaffenskraft dieses SN dm B'jSD'Dl Ü"V auf seinem ganzen chenSweae begleiten, mit einigen Worten kennzeichnen, « brauchten nur mtt dem Talmud auSrufen : «Die dchrde feine- LehrhauseS beweisen sein segensreiches ittken." O, könntm. diese Wände sprechen, sie würden Enden, wie viel dieser p'HSC zeitleber S verfaßt und lehrt hat. Unzählige Bände tn Handschriften blieben »ch von chm zurück, außer den vielen halachischm Ausßen, die von ihm im Jefchurun, JSraeltt, Jahrbuch tz jüdischen Gesellschaft, ^Klfcl IDA, P)DKÖ und in Mn anderen Zeitschriften erschienen find und bte aH* ttstttner großen Gelehrsamkeit und echten Frömmigkeit My.' Die Leben!sreude kannte er wenig, nur die r Dorne» des Lehms fühlte er, nicht ater die > Krank und schwach seit Jahr und Tag, übte er trotzdem seine Pflichtm mit dem Aufwande feiner spärlichen Kr äste gewlssmhaft biS zu feinem Ableben. Was der Verewigte unserer Stadt gewesen, darüber herrscht nur eine Meinung: er war eine Persönlichkeit vom alten Schlage, der dem sogenannten Zeitgeist keinerlei Konzeffionm gemacht und der mit denjenigen, die diesem huldigten, nichts gemein haben wollte. Tag und Nacht verbrachte der Entschlaft ne mit dem Studium der N11N- Gr beherrschte dieses grenzenlose Gebiet mit einem durchgreifenden, alle Schwierigkeiten überwältigenden Scharfsinn, der stets den »Weg der Wahrheit" ging und fich nicht in Spitzfindigkeiteiten und Klügeleien verlor. Wegen seiner klaren Denkweise, seines großen WiffenS, seines Seelenadels, feiner bezaubernden Liebenswürdigkeit und gewinnenden HerzenSgüte und fciner ungemeinen Bescheidenheit, war er allgemein als *YHrr ^112 anerkannt. Wenn auch die Strenge seiner jüdischen Weltanschauung vielen nicht gefiel und sogar bet seinen GestnnungSgcknoffen mancher Gegnerschaft begegnete, so war er doch bet allen wegen seiner Charakterstärke, setneS sittlichen Abels, seiner unerschütterlichen Wahrheitsliebe und Uneigennütztgkeit, hochgeachtet. Wett hinaus über die Grenzen seines Wtrkungskre ses erstreckte fich seine Tätigkeit und wird deshalb auch sein Tod üverall -beklagt werden. DaS Leichenbegängnis legte ein beredtes Zeugnis von der Bedeutung deS großen Gelehrten ab und zeigte, wie eS der Verstorbene verstanden haue, sich die höchste Liebe und Verehrung seiner Freunde, aber auch die ehrfurchtsvolle Achtung seiner Gegner zu erwerben. So schilderte auch Herr Dr. Schaffer in seinem tiesergreisenden 1LV.1 den Verstorbenen, r^iynp H. «. Mannheim, 15. Sept. Dem Letter deS israelit. Waisenhauses, Herrn Lehrer Karl Billigheim er, welcher schon seit Jahren als Reltgionslehrer an der hiesigen Reltgionsschule und am Knabentnstitut Schwarz tätig ist, wmde tm Nebenamt die Erteilung des Religionsunterrichts für fünf Klaffen an der Grvyerzvglichen höheren Töchterschule hier übertragen. Friedrich stad a. Cider, 4. Sept. Dieser Tage starb hier Frau Betty Lewy, langjährige Borsteherm des htestgen Frauenvereins. Die Heimgegangene war ein Muster echt jüdischer u nd wahrer 'n rK*V- Ihr unertchütterllches Gottvertrauen, ihr wohltätiger Sinn und ihre Gastfreundschaft waren weit bekannt. Der Berlust, den die Gemeinde durch ihr Htnscheidrn erlitten hat, ist ein kaum zu ersitzender. Herr Lehrer T e ß l e r würdigte der Berstorbeen einen tiefempfundenen *Töton und schilderte ihre hohen Tuenden. rfaswri Wien, 7. Skvt. In Tulln ist in tinem Sanatorium heute der Lberkartor der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde, Bela Guttmann, nach langem, schwerem Siechtum gestorben. Oberkantor Gutttnann genoß wegen seines glänzenden Vortrages einen bedeutenden Ruf. Negged, 4. Sept. Am verflossenen ist in Sokkelöcze (Neu traer Kvm.,Ung ) Herr Benjamin Adler verschieden. Derselbe übte Wohltätigkeit in vollstem Maße und am Xielften als -,/D2 |DÖ- Bet den hielt unser vllverehrter Herr OberraLvtner Dr. A. 8. Trutz er eine zu Herzen gehende Gedenkrede, ln der er in ergreifenden Worten dem Schmerze Ausdruck gab und den großen Berlust, den die Familie und die Gemeinde, erlitten hat, schilderte. Zuletzt sprach auch ein Bruder des Verstorbenen aus Neutra. i"2L21 ktiekirartt«. G. M. 100. Dagegen läßt fich nichs einwenden. I. L. in F. Der Nachruf wußte wegen Raummangels zurückgestellt werden. <g. A. Meinen Sie den Ausspruch tniBl St. B. Mollen Sie bitte Ihre Frage deutlicher präzisieren. Br. in M. Je nach dem 2122- Hier in Frankfurt a. M. wird sowohl MN wie flWIK am l"-> 12V2 gesagt._ ■ Sabbat , Anfang tt. Ausgang 1*1 12V »»», Anfang Wattn» Ansgang Uhr iRin- 19U| 5691 UhrlMw. SS. 1. »rzmktart n* M. 5 50 Sptbr. Tifchri 7 05 Berli« . . . . — — 6 50 MAmGiM . . . — — ' 6 l 53 etrirtiVwYt . 6 — 7 05 vUtitAdw , < 1 6 — 7 — Bose» . . . . — — 6 35 SAittSer» . . 6 — 7 — &mHnam. . k — — 7 08 Ctebarten: Einen Sohn: Siegfried Oppenheimer (Auuuum) Paris. Verlobte: Emv Moses, Wilhelm Stein, Frankfurt a. M. — Jenny Oppenheimer, Simon Wertheim, KleM'Wallstadt-Lngenrod. VerotorJene: Walter Wyler, Baden (Schweiz) Haselstr. 10 Ll.!VIa8okin6N8tn6!(656i Selma Voges Frankfurt am Main ♦ Hochstrasse 23. An- und Neustricken von Strümpfen mit bestem Material und billigen Preisen. Größte Auswahl in Strümpfen und Handschuhen. •tt Verfolgt wird jede Nachahmung der echte» Steckenpferd - Eilienmild) »Me V.verg«iM1»eL0^ Aackebeut. Cs ist die b-ste Seife zur Erlaug.em.zart.,rem.Gesichtes,rosig.jugdfr.AuKsche«s,eitt.weiß., sammelw.Haut u.blendendsch. Teint. L St.50Pf. Mer.z.hab. Eine Bücherreihe von mehr als 20 Kilometer«, also ungefähr drei Meilen Länge würde man erhalten, wenn man sämtliche Bücher der Königlichen Bibliothek in Berlin nebeneinander stellte. Ein Mensch würde ungefähr 3000 Jahre gebrauchen, um alte diese Bücher zu lesen. Aber wenn er auch sämtliche Bücher dltrchstudieren könnte, so würde er daraus doch nichts wesentlich Neues lernen für seine Gesundheit und sein Wohlergehen. Er würde darin z. B. für seine Lebensweise keinen besseren Rat finden als: regelmäßige Körperbewegung in frischer Luft, fleißiges Baden, Mäßigkeit im Essen und Trinken und namentlich auch ein unschädliches tägliches Getränk, wie z. B. der bekannte Kathreiners Malzkaffee, der die Nerven nicht angreift. Tiefer Rat stammt nicht aus den Büchern, sondern aus der Praxis des Lebens. m Sonntag, 24. Sptbr. n*1 //2 FestauSgang in Frankfurt a. M. 7 Uhr. Der Reölichheif Lohn. Von %. L. Zu Roterbuch, einem einsamen Dorfe im Spessart, dort wo der Sommer um Wochen früher einzieht und der Winter zögert aufzubrechen^ lebte vor 150 Jahren sin Mdischer HandÄÄmann namens Mrchet Wolf. Nutzer Schabbos und Jomtos hat ihn nie jemand anders als laufen und arbeiten gesehen, aber azuch nicht anders als freundlich und wohlgemut. Manche hielten ihn für gedankenlos und beschränkt, denn »wieso könnte sonst ein Mann mit sieben kleinen Kindern zu Hanse und ganz ohne Vermögen niemals traurig Und vershört sein! Andere aber hatten einen gewalttgen Respekt vor dem ruhelosen Macht mit den klaren hellblauen Augen! und dem geraden offenen Blick. Sv wenig, wie feine Hand, war es! in seinem Kopfe je ruhig.^ Freilich wie andere Handelsleute, die aus dem Wege ihre Geschäfte, ihren Gewinn und Verlust überlegen, ihre Pläne machen, und wohl manchmal gar vpn einem unredlichen Gedanken überrascht werden^ der sie dann nicht mehr loslassen will, rechnete. Michel Wdls nichts Damit plagte er sein Gehirw und Gewissen nichts Machte er ein Geschäft, so dankte er seinem Bater im Himmel dafür; machte er keins? — was nicht allzu vorkam, da jeder mit dem schlichten^ redliches Mann gern zu tun Haben mvltte —'

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