Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 52 (1911)
- Issue
- Heft 37 (14.9.1911)
- Date
- 1911-09-14
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Erst in jüngster Zeit, alS der Selige in den Adelsstand erhoben wurde, nahmen wir Gelegenheit, uns mit der harmonischen Jüdischkeit dieses wahren Adeligen in Israel in diesen Blättern zu beschäftigen, und nach kaum einigen Monaten verdienten Glückes und verdienter Anerkennung ist durch göttlichen Ratschluß der Stamm gefällt, der solch edle Blüten zeitigte, daß fie zur Wonne Gottes und der Menschen dienten. Er war 79 Jahre alt, doch ließ sein Aeußeres durchaus nicht die hohe Zahl seiner Jahre vermuten. Es strahlte von Zufriedenheit und ttesinntger Frömmigkeit, die sich jedem mittelte, der in seine Nähe kam. Er widmete sich anfangs der Gelrhrtenlaufbahn und feine fundamentale Gelehrsamkeit Prädestinierte ihn zum Führer in Israel. Sein Geschick machte ihn zum Kaufmann. Als solcher verzetchnete er die höchsten Erfolge. Doch vliev ihm immer Zeit, um stch mit dem ^2 zu befassen. Sa trug er viel zur Konsolidation der ungarisch-orthodoxen Verhältnisse bet, und die hohe Entwicklung, die bte Budapester orthodoxe Gemeinde gefunden hat, ist einzig seiner hingebungsvollen, zielsicheren Arbeit, die er Jahrzehnte hindurch als ParneS leistete, zu danken. Während sie ihn auf seinen letzten Weg geleiteten und zur letzten Ruhe betteten, arbeiteten 1500 Hände an dem kolossalen Werk, das sein Genius der Gemeinde geschaffen, der herrlichen Synagoge und der Schule, die wie stolze Festungen unbezwingbaren jüdischen Geistes gegen den Himmel streben. Seine Beerdigung gestaltete stch zu einem wahren Ktddusch Haschem. Alle Gesellschaftsschichten zollten seinem Genius den Tribut der Pietät. DaS ungarische Judentum aber, das stch durch seine Leitung und auch u. a. vom Prcßburger Raw, bei der, vertreten ließ, betrauert den Heimgang eines seiner leuchtendsten Sterne. Wien, 1. Sept. Dem Erdenwandel einer idealen Frauengestalt wurde ei« allzufrühes Ziel gesetzt. Am 20. August ü. Js. verschied in Bad Aussee Frau Rosa Neurath, geb. Friedman«, nach einem segensreichen, von Gottesderehrung und Menschenliebe erfüllten Leben. Im Wesen der Dahtngeschtedenen vereinigten stch die Tugenden der jüdischen Frau aus früheren Zeiten mit den Vorzügen der wahrhaft gebildeten Frau der Gegenwart zu einem Bilde von seltener Reinheit und Harmonie. Ein reiches Maß von Liebe, daS stch aber nicht all» in in der Familie erschöpfte, erfüllte ihr Dasein» ein sonniges Gemüt verklärte ihren Lebensweg und da« Leben derer, die ihr nahe standen. Bet den Menschen fand fie immer nur das Gute, weil fie es suchte, ihr ganzes Leben war dem Edlen und Guten geweiht. Der tiefe, die Größe des Verlustes ermeffende Schmerz ihrer Kinder, die ste mit ihrem Geiste beseelte, ihrer hochbetagten Mutter, der Geschwister und Verwandten, vermag nur Trost zu finden in oem Gedanken, daß bas Leben der Verewigten ein gesegnetes war, wte es ihr Andenken bleiben wirb für alle Zetten. Die Beerdigung fand Mittwoch, den 22. August, in Mödling bei Wien statt. n"32MJ1 Goldbach-Hös-«ch, 11. Sept. Die älteste Frau unserer Gemetnoe haben wir unter zahlreicher Beteiligung am Mittwoch, -en 13. Elul, zur ewigen Ruhe gerragen. Frau Gutel Rothschild, eine von wahrer Frömmig keit beseelte Frau, hat das schöne Atter von 84 Jahren erreicht. Sprecdsaai. Die Forderung de« Tages. Paris, 10. September. Sehr geehrte Redaktion! Ter Artikel des Herrn Rabbiner Dr. Cohn „Die Forderung des Tages" hat auch hier, wo V?r Pulsschlag des jüdischen Lebens nur selten in stärkerem Maße zu spüren ist, lebhaftes Interesse und große Sympathie erregt. Ter Verlauf des Zionistenkvngresses, dem der Klageruf gelten könnte: „Mich hoben fie vergessen, und meine (besehe zerstören sie" hat vielleicht gleich dem Geiste, der das Böse will, und das Gute schafft, gewirkt, und wie die Schosartölw das betäubte jüdische Gewissen geweckt. Er hat auch den Gleichgültigsten und Vertrauensseligsten unter den Gläubigen die Augen geöffnet und gezeigt, daß der nun demaskierte Zionismus, für den das Judentum in dein Bekenntnis, „Fwri onauchi" besteht, die sicherste Brücke fein dürste zur späteren völligen Assimilation des jüdischen Volkes unter den Völkern. Es ist darum natürlich, daß gerade jetzt der Aufruf zu einem allgemeinen Zusammenschluß oller tradittonZtreuen Juden überall ungeteilte Zustimmung findet, und nicht nur um Ihnen Der 3Stftflu diesen Eindruck auch von hier Hu bestätigen, schreibe ich Ihnen, sondern vielmehr vor allem, um meiner Verwunderung Ausdruck zu geben, daß der Artikrtschrciber nicht auf die Beratungen Bezug nahm, die zrrr Erreichung eben dieses hohen Zieles vor zwei Jahren, als ich in &o mb utg v. d. H. zur Kur weilte, wühernd mehrerer Wochen dort mit Notabeln und min »bVTJl aus Rußland, Ungarn und Deutschland abgchalteir worden sind, und deren weittragende Bedeutung Herr Rabbiner Horovjtz in Frankfurt so hoch cinschätzte, daß er trotz seiner schon damals schweren Krankheit von Königstein eigens nach Homburg fuhr, um an einer dieser Sitzungen teilzunehme». Geradezu frappiert hat es mich, daß auch nicht die Redaktion, der doch von diesen Vorgängen bekannt sein mußte, nur in einer Anmerkung wenigstens auf diese Vorarbeiten hinwies, die nach meinen Informationen soweit gediehen waren, daß sie die Abfassung eines grundlegendenProg r am ms und Statuts für eine „ Agud as Jisroel" gezeitigt hatten. Ich kann nicht umhin, über dieses rätselhafte Schweigen, das die Redaktion schon gelegentlich eines Altonaer Propaganda- Artikels für die unter dem Namen „Morijah" gegründete Kolonisations-Vereinigung — ein Zweig, den die beabsichtigte „Agudas-Jisroel", soviel ich weiß, ebenfalls vorsieht — bewahrt hat, meinem Erstaunen nunmehr Ausdruck zu geben. Ich möchte mir die Anfrage gestatten, ob es nicht an der Zeit wäre. Mitteilungen über Stand und Aussichten des „Agudas- Jisroel"-Projcktes, dem eine ganze Reihe der hervorragendsten Männer der Judenheit ihre Zeit und ihr Nachdenken gewidmet haben, am Platze wäre. F. Anmerkungder Redaktion: Wir sind über den Stand des „Agudas - Jtsroel" Projektes, das seinem seriösen Charakter nach zweifellos der geeignete Rahmen für alle die jetzt einsetzenden Bestrebungen ist, zwar unte richtet, hielten uns aber nicht für berechtigt, ohne die ausdrückliche Zustimmung der mit den Vorarbeiten seit Jahren beschäftigten Instanzen die Oeffentlichkeit darüber zu unterrichten. Nach Lage der Tinge halten auch wir es durchaus für angemessen, daß eine Veröffentlichung jetzt erfolgt, und wir werden die Ermutigung hierzu zu erlangen suchen. „Redaktion des Israelit". Briefkasten. Herren «. in B., Dr. G in Art. B. in T. ü. äm. In dem alten Moschaw-Skenim in Jerusalem gab es irr den jüngsten 6 Monaten keine geordnete Verwaltung. Tie früheren Gabaim waren zrirückgetreten und neue konnten nicht bestellt werden. Tiefem Umstande dürfte es wohl zuzuschreiben sein, daß Sie über Ihre direkt an die Adreste des Moschaw Skentm ein geschickten Spenden keine Empfangsbestätigung erhielten. Tie deutsch-holländische Palüstinaverwaltung überweist die Gelder, die ihr für bestimmte Anstalten oder bestimmte Zivecke zur Verfügung gestellt werden, durch Vermittelung ihres Jerusalemer Bankiers, der die überwiesenen Summen jedoch nur gdgen Bestätigung ihres Jerusalemer Palästinabüros auszahlen darf. Auf dieser Weise ist jeder Mißbrauch ausgeschlossen. Tie für Skenimzwecke der PalÜstinaverwaltung zur Verfügung gestellten Spenden hat diese während der ganzen Krisis' keiner einzigen der in Zahlungsstockung geratenen Greisenheime ausfolgen lassen, sondern effektiv für Skenini s p e i - s u n g verwendet. Tie Spenden dagegen, die an das Moschaw Skenim Per Post direkt eingeschickt wurden, hat der frühere Kassier der Anstalt, der eine persönliche Schnldsordernttg an das Moschaw Skenim hatte, für sich behalten. Er hatte hierzu eine in formeller Hinsicht legale Vollmacht von den früheren Inhabern und Leitern der Anstalt. Lothringen. Wird durch n"“l aufgehoben. I. H, 1. Drr Ausspruch lautet: „Wer mit den ScheidungS- und TrauungSvorschriften nicht genügend vertraut ist, darf stch damit nicht befassen". 2. Nur in Krankheitsfällen. 3. Ist nicht gestattet. 4. Je nach dem am Platze herschenden JHUö. 613. Der iri3Ö existiert an vielen Plätzen) aber nicht in ganz Deutschland. F. in K. Wir werden die Sache näher prüfen. Besten Dank. N. N. in N. Nach hiefigem Brauch ja, doch müssen Ste sich an den in Ihrer Gegend herrschenden J.UÖ halten. M. A. ES geht nicht an, solche dtSkrete Dinge in dieser Weife zum öffentlichen AuStrag zu bringen. Ä. Sch. in V. Wie wir Ihnen bereits mttgeteilt, können wir auf Ihre Offerte nicht eingehen. V. G. in M. VS. Vielleicht kann Ihnen Herr M chael M. Mainz, Frankfurt a. M., Börnestraße, der Vorsitzender einer für Ihren Zweck w Betracht kommenden Anstalt ist, Auskunft geben. No. 37. Sette S F. F. in Fr. Für uns unverwendbar. L. Hlfe. 1. Beruht auf Wahrheit und ist allgemein bekannt. 2. Sie erhalten daS Buch in allen größeren jüdischen Buchhandlungen. V. H. 1« ft. Der zweite Teil deS „Libanon" von Rabbiner Nobel, Halöerstadt, ist eben erst erschienen und beim Verfasser zu beziehen. S. L. i« F. Selbstredend muß für die Feststellung einer grammattfchen Regel die Anwendung des Wortes in und maßgebend fein, auch bann wenn ste stch im Gegensätze zu der in der späteren tal- Literatur beliebten &nrm befindet. Uereinskalender. Verein Mekor Ehajim. (BeretnSlokal Langestraße 18.) Samstag, 16. Sept., nachmittags 12 Uhr im Hörsaale der Synagoge Frtedberger Anlage: Professor R. Weyl: Vorlesung auS Sefer Schemuöl. Nachm. 4 Uhr ebendaselbst Mikro-Vortrag deS Herrn Leopold Schwab. Sonntag, den 17. Sept., nachmittags 6 7« Uhr im Vereins lokale Langestraße 18: Ptutim auS dem Machsor von Rosch-Haschonoh. Herr Dr. Joseph Breuer. Jantilienna&ri&fen. Verlobte: Minna Gold fchmidt, SiegfriedFreud enreich, HerSfeld-Frankfurt a. M. — Rosa Stern, Siegmund Sender, WieSbadm-WormS a. Rh. — Hennh Hanover, Sydney Landau, Hamburg-London. — Gisella Eilberschatz, Alex Gabel, Nyaradlo-Naghvarad. — Gisella Herz!» Sander Wiener, Pozsony-Preßburg. Verm&felte: Hermann Wieser, Cillv geb. Weinmann, Phritz (Pommern). _ Barmlswobfeier: Julius, Sohn von Frau Bertha Schiller, Frankfurt a. M.» Synagoge der JSr. Gemeinde, Börnevlatz. Sabbat - Anfang u. Ausgang V'23S rav Bf: «»fang Sctm AuSgang UhrlMin. 19111 5671 UhrlMin. 16. 23. ÜCBKtfBCt B.«. 8 05 Sptbr. Elul 7 20 iterli« .... — — 1 04 Manchem . . . — — 7 06 8teBft*B*g . 6 — 7 20 atettüBt. . . 6 15 7 15 Bose» .... — — G 50 . . 6 lö 7 07 Hamburg. . . - — 7 20 Annahme v. Schäferinnen — täglich — Allen voran ist die kerffekt mufi man schneidern lernen, lerfekt wird bei ans schneid, gelehrt 'erfekt nicht mit anderenünter nehmen za verwechseln. erfekt schneidern lernt man innerhalb 2—3 Monaten. Mäfliges Honorar. Frankfurt a. Unterveg 8 i Landeshifter |= Leinen- und Gebild «Weberei F.V. Grünfeld König!.. Qrossherzogl. o. Fürstlicher Hoflieferant Barlin M», lOriHninBI It-Z. Grösste AmraU alter Wäscheartikel Nr Iss KaisMarl BiMiiii Inzer fliutittiuei. Preisliste ilt JUHMniu sewle Reste» aissfeliie se meiste». (15648>