Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 52 (1911)
- Issue
- Heft 37 (14.9.1911)
- Date
- 1911-09-14
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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cfolg aben chon zur Uni- |u* Diesich txacn oer etwa rches scheiden sich des er, z die und egen, sehr bank sieht, ands ruseistet Fall sitzes ähn- Zhalb jüdineral »teten Herrrüren 14 Geptember isii gegen eine Grupve von Exzedenten fand am 6. d. Mts. vor dem Tredegarer Polizeigericht statt. 56 Männer und Frauen saßen auf der Anklagebank. Sämtliche Angeklagten wohnen in Tredegar. Der Staatsanwalt Mr. Lande führte in seinem Plaidoyer aus: „Verschiedene Motive wurden für diese strafwürdigen Unruhen angeführt. Viele erklärten diese Ueberfälle als Zeichen des Antisemitismus und wollten sie als Ausdruck eines Kampfes gegen dte^ jüdische Religion htnstellen. Eines ist jedoch sicher, daß die Religion mit diesen Ausschreitungen nichts gemein hat. Hätten die Angeklagten etwas mehr Christentum in sich, so wären sie solcher Taten unfähig gewesen. Auch mit dem Eisenbahnerstreik haben diese Szenen nichts zu tnn. Der Ueberfall auf die Juden hatte keinen anderen Zweck und kein anderes Motiv, als einfach zu rauben und sich fremdes Gut gewaltsam anzueignen. Man beklagt sich gegen die jüdischen Hausbesitzer, aber die Untersuchung hat ergeben, daß die jüdischen Hausbesitzer nicht schlechter sind, als die meisten Hausbesitzer von Tredegar. Erschwerend ist noch der Umstand, daß die Beteiligten an den Exzessen Mtnearbeiter sind, die gute Löhne haben und zu ihrem Raubzug auch ihre Frauen und sogar ihre Kinder heranzogen." Mr. Lande fordert die strenge Bestrafung der Angeklagten. »Von den Angeklagten wurden 46 zu Kerkerstrafen von drei Wochen bis drei Monate verurteilt. Es sind durchwegs Bergarbeiter mit ihren Frauen. Was sie bei den Plünderungen erbeuteten, war zumeist nicht für den persönlichen Gebrauch verwendbar. In Tredegar fand vor einigen Tagen eine imposante Protestversamlung gegen die Ausschreitungen statt, in der hohe Beamte und mehrere Geistliche die Vorkommnisse alsSchma ch für England bezeichneten. In nichtjüdischen Kreisen Südwales ist eine rege Hilfsaktion zur Unterstützung der betroffenen jüdischen Familien im Gange. meur aden- » zu i und mgen Türkei. Das örograbbinaf und die 3uffdnde in Jerusalem. Konstantino-et, 27. Aug. neherden uverceffen tzliche ein.! Beenden nung ihrer ) und cagen weier : geatten rrkena ist. it an ausstaufl seit t an- >oren. ß die dener KV. parat t die schon »erren Wales dlung In der Chacham-Baschi-Frage von Jerusalem scheint der Klärungsprozeß, zu dem das mächtige Einschreiten des türkischen Großrabbincrs Ha im Nahoum den Anstoß gegeben, nicht in so flottem Tempo vonstatten zu gehen, wie die heißblütigen Politiker von Jerusalem und Konstantinopel vielleicht erwarten mochten. Vor 15 Monaten kam der mit weitestgehender Machtbefugnis ausgestattete Großrabbiner der Türkei nach Jerusalem, um das Fest der Gesetzgebung in der heiligen Stadt zu begehen. Seine erste und einzige Tat war die Wahl resp. Ernennung eines offiziellen Oberrabbiners für Jerusalem. Rabbi Jakob Meir, der Großrabbiner von Saloniki wurde zum zweitenmal für diese Stelle ausersehen. Se. Eminenz, der erste Würdenträger der türkischen Judenheit, hat die herrlichsten Tage in der heiligen Stadt verlebt. Es wagte kein Mensch, seinen Wünschen und Maßnahmen zu widersprechen. Auf seinen Befehl mußten die gegnerischen Führer der Parteien in seiner Gegenwart Friedensküffe wechseln. Die angesehensten Männer der Stadt huldigten dem Kirchenfürsten, der mit der Palme des Friedens auf dem Plan erschien und es gab auch ernste Männer in Jerusalem die für einen Augenblick ihre Seufzer unter drückten und im stillen sich sagten: Vielleicht doch! In der Tat bekundeten die früheren Gegner des Saloniker Großrabbiners ein musterhaftes Verhalten. Sie waren etngeschüchtert, kampfesmüde, sie sahen mit eigenen Augen, welche Verwüstungen die Zerwürfniffe und Zwistigkeiten im Gemeindeleben angerichtet und waren entschlossen, sich ins Unvermeidliche zu fügen. Von Monat zu Monat, von Woche zu Woche hoffte man auf den Amtsantritt des altneuen Der JSraelit. Großrabbiners, bis er endlich mit Beginn der diesjährigen Trauerwoche seinen Einzug in Jerusalem hielt. Ohne Sang und Klang kam Rabbi Jakob Meir in die trauergehüllte Stadt, indem er schon früher die Kunde nach Jerusalem schickte, daß er nur als Großrabbiner von Saloniki seine Vaterstadt besuche. Es gab auch keinen offiziellen Empfang. Selbst von seinen Getreuen waren nur einige Personen am Bahnhof erschienen, die heldenmütig ihre Hoffnung noch nicht aufgegeben. Es wurde noch,ein schüchterner Versuch durch Veranstaltung eines Demonstrationszuges gemacht. Auch dieser ist kläglich mißlungen. Zwei Tage vor Tischah-beab verließ Rabbi Jakob Meir die heilige Stadt im Zeichen der Zerstörung und flüchtete — nach Jaffa. Es dürfte wohl nicht überfiüsfig sein, die neuesten Akte dieses Dramas in ihrer Wirklichkeit darzulegen, damit jeder, deffen Herz für Zion und Jerusalem schlägt, sein eigenes Urteil m einer der brennendsten Fragen Erez-Jsraels sich bilden kann. Wir werden uns bemühen, nur bekannte Tatsachen in gedrängter Kürze zu resümieren, um zu erhärten, daß wer die Sanierung der fürchterlich aufgewühlten Verhältniffe durch die bekannten Machthaber erwartet, sich vor allen Dingen mit Geduld wappnen müsse. Zwei Jahre sind es bereits, seitdem der Großrabbiner Haim Nahoum sich bemüht, den durch seine eigenen Experimente arg verfahrenen Karren der Jerusalemer Politik auf einen gangbaren Weg zu bringen. Der mächtigste Angestellte der Alliance, der unvermeidliche Herr Ante bi, hat ihm tapfer zur Seite gestanden. Was dieser begabte, aber herrschsüchtige und eigensinnige Mensch im Schilde führte, deckte sein Freund Nahoum mit seiner staatlichen Autorität. Heute, nachdem das klägliche Fiasko ihrer unglückseligen Politik sich nicht mehr verhüllen läßt, nachdem der ganze auf Gewalt, Trug und Täuschung gegründete Bau in Trümmern liegt, haben die Glaubensbrüder der ganzen Diaspora das unbestreitbare Recht, den Großrabbiner zur Verantwortung zu ziehen und ihn zu fragen: Warum hast du zerstört und nicht aufgebaut? Warum hast du die heilige Stadt und ihre jüdische Bevölkerung dem öffentlichen Hohn ausgesetzt? Warum hast du die Würde des Chachambafchi von Jerusalem durch deine zahllosen lächerlichen Verfügungen mit Füßen getreten? Ohne jedes Verschulden, ohne Angabe von Gründen, ohne daß er sich hätte verteidigen können, wurde der frühere Chachambaschi seines Amtes enthoben. Der von jüdischen Köpfen und jüdischen Händen aufgestachelte Gouverneur von Jerusalem erstattete die Meldung, daß er für die Ruhe und Ordnung nicht bürgen könne, wenn der stellvertretende Großrabbiner Elijuhu Moses Panisel in der heiligen Stadt auch nur wohnen bleibe. Für Leute, die noch empfindliche Nerven haben, wurde „offiziell" vorgesptegelt, das religiöse Oberhaupt der Hauptstadt des heiligen Landes müffe im Wege einer gesetzlichen Wahl in Amt und Würde eingesetzt werden. Diese Wahl darf aber nur von einem neubestellten Verweser des Großrabbinats vollzogen werden. Es wurden nacheinander ein, zwei, drei stellvertretende Großrabbtner ernannt, die auf Kosten der armen Gemeinde den Befehlen Nahoums gehorchten- bis zu einer Wahl haben sie es nicht gebracht. Antebi hatte aber seinen Willen durchgesetzt, Panisel war gestürzt, sein Freund Nahoum wurde definitiv zum türkischen Großrabbiner gewähltes handelte sich jetzt bloß noch um eine Kleinigkeit, die Persönlichkeiten, die für die Chachambaschi-Würde in Jerusalem in Betracht kommen, ein für allemal unmöglich zu machen. Dem greifen Panisel wurde ganz ernstlich ein kleiner Staatsverrat angedichtet, weil ein Brief Antebis, in welchem er vom Gouverneur die Absetzung Panisels urgiert, im „Israelit" veröffentlicht worden war. Von Eljaschar, dem gelehrten und würdigen Sohn feines großen Vaters, wurde sestgestellt, daß sein Vater kein Ottomane von Geburt gewesen. No. 37 bette t Um diesen Machtsprüchen Antebis mit amt* lichem Nachdruck Geltung zu verschaffen, schrieb unser Großrabdiner nach Jerusalem, daß er im Jntereffe des Friedens endgültig entschlossen sei, keinen Jerusalemer zur Kandidatur für den Chachambaschiposten zuzulassen, um nicht noch weiter den Unwillen der gegnerischen Parteien zu provozieren. Im Sivan vorigen Jahres kam der Großrabbiner nach Jerusalem. Jedermann glaubte, erwerbe eine gesetzliche Wahl vornehmen und man hatte sich damit abgefunden, keinen der Jerusalemer Chachamim zu kandidieren. Der Empfang Nahoums hat — wie mir aus zuverlässiger Jerusalemer Quelle mitgeteilt wird — 5000, sage fünftausend Franken „Rabbi Meir bal Neß"-Gelder verschlungen. Die Sefardim und Aschkenasim haben zu gleichen Teilen an den Kosten partizipiert. Der von rauschender Begeisterung getragene Empfang, die ungewöhnlichen Ehrenbezeugungen, die dem jüdischen Kirchenfürsten zuteil wurden — zionistische Fahnen waren ausgeschloffen — ermutigten ihn, den von langer Hand vorbereiteten Plan zu verwirklichen. (Schluß folgt.) Ncrtltstinlr. Das SchicWal der öreifenheime in Jerusalem. Jerusalem, 1. September. Das Komitee der vereinigten Alte n h ä u s e r v o n I e r u s a l e m versendet einen Ausruf, welcher die erfreuliche Botschaft enthält, daß der neugewählte Wnad Hair (Gemelndevorstand) diese brennende Frage in befriedigender Weise gelöst hat. In dem Zirkularwird allen Dank ausgesprochen, die sich in den sechs Monaten der schweren Krisis für die brot- und schutzlos gebliebenen Greise und Greisinnen durch Unterstützung mit Geld oder Nahrungsmittel interessiert hatten. Mit besonderem Dank und Anerkennung werden die Verdienste hervorgehoben, die sich die Deutsch-holländische Palästinaverwaltung in Amsterdam und Frankfurt a. M. durch reiche Beteiligung an diesem Rettungswerke erworben habe. Das neue Komitee appelliert an den Wohltätigkeitssinn der Glaubensbrüder in der ganzen Diaspora. Es hairdelt sich noch immer um mehr als fünfhundert Greise und Greisinnen, die in dem mrnmehr vereinigten Greisenheim für die Dauer versorgt werden müssen. Wie uns aus zuverlässiger Quelle mitgeteilt wird, ist dieses reorganisierte Greifen- Heim das Erstlingswerk des neugewählten Gemeindevorstandcs, der mit Ausdauer und Energie eine lobenswerte Tat vollbrachte. Die Gabaim des Grcisenheims sind durchwegs neue Kräfte, die ohne jeden Anspruch auf Belohnung, nur l'schem Mizwah, die Leitung der Anstalt übernommen haben. Wir wünschen der neuen Leitung besten Erfolg zur Lösung der schweren Aufgabe. Unsere Freunde und Leser werden sich noch erinnern, daß Anfang März dieses Jahres an 700 Greise und Greisinnen, die in drei Greifen- Häusern untergebracht waren, mit einem Male brotlos geblieben sind. Die früheren Inhaber und Leiter der Anstalten waren in Zahlungsstoüung geraten und mußten die greisen Schützlinge ihrem Schicksal überlassen. Die Deutsch-Holländische Palästinaverwaltung hat ihrem Jerusalemer Vertreter sofort den Auftrag erteilt, sich der verlassenen und notleidenden Skenim durch Verabreichung von Brot und Nahrungsmitteln anzunehmen. In dem alten Moschaw Skenim, welches an 300 Skenim beherbergte, gab es noch Angestellte, welche von den auch später noch eingegangenen Spenden die Verköstigung dieser Skenim besorgten. An 350 Greise mrd Greisinnen der anderen zwei Greisenheime waren aber buchstäblich vom Hungertods bedroht. Die Speisung dieser Unglücklichen hat die deutsch-holländische Palästinaverwaltung durch sechs Monate besorgt. Aus prinzipiellen Gründen wurde bei diesem Rettungswerke davon abgesehen, durch Verteilungen von Barunterstützungen den Hunger der notleidenden Skenim zu stillen. Es wurde unr .: J-k