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Der Israelit · 1911-09-14 · Heft 37 (14.9.1911) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 37 (14.9.1911)
Date
1911-09-14
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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>'S. •; ’1 . llvi 9RMUL «r. 87. vettr L ll. Brr- und recht cvor Beutet: nme, und )äme tun. Je holt, >enshres echts >urch >urch lden. itzel- Tod lachinen t gehst, sein; sich Wer :etmt von der einilnem lech- Te- :gen- Berppur sein hubo Jom gan- und gibt, halb nden mgeuns ppur nach will, igen, t der rsöh- Zahl Luser haben. Sie glauben, der Jom Kippur sei ja eben dazu da, um skrupellos weiter sündigen zu können und wandeln so diese Quelle der Reinheit in einen Pfuhl der Entartung um. Ob der Jom Kippur das Herz in seinen tiefsten Tiefen erfaßt, jede unlautere Regung beseitigt und für alles Edle und Wahre empfänglich gemacht hat, oder ob alles Fasten, Beten und vterundzwanzigstündiges Kasteien nur kalte, äußere Form und Schablone ist, das ist allerdings etwas unser intimstes Innenleben Berührendes, welches keiner kontrolieren kann als derjenige, der Herz und Nieren prüft. Aber einen Wertmesser giebt es, der auch äußerlich bekundete, wie tief oder wie lax das Werk der Selbftbearbeitung geübt wird, und das ist eben Widdui, die Art und Weise, wie wir uns selber unsere Sünden vor Gott bekennen. Man braucht sich das nur durch irgend ein Beispiel aus dem Leben zu veranschaulichen. Wenn etwa jemand einem Fürsten, seinem Vorgesetzten oder auch nur einem beliebigen Menschen gegenüber sich eine Vernachlässigung seiner Pflicht, wenn er sich gar Untreue und offene Auflbnung hätte zu Schulden kommen lassen, wenn der Fehlbare im Vertrauen auf die Nachsicht seines Vorgesetzten diesem aus dem Wege geht, das Geschehene ignoriert und sich den Anschein gibt, als läge gar keine Verfehlung vor, so wäre das gewiß eine große Dreistigkeit. Was soll man aber zur Handlungsweise eines Menschen sagen, der im Bewußtsein seiner Schuld, vor jemand htnträte, ihm sagte, ich habe mich verschuldet, ich habe treulos gehandelt usw., er sagte es aber so kalt, so mechanisch, so schablonenmäßig, er leierte es herab, ohne Herz, ohne Gefühl, ohne Anflug von Reue, ja er verfliege flch gar dazu, die Aufzählung st ines Unrechts singend vorzutragen und dafür die Sangesweisen der trivialsten Gasten- Hauer zu wählen, kurz es wollte jemand seine Sünden bekennen in der Art und Weise wie so vielfach NBn 7p vorgetragen wird! (Schluß folgt.) Lorrerponaeeren «.Nachrichten. Die JIlisrachi-Konferen? Berlin, 11. September. Die Delegiertenkonferenz des Misrachi wurde gestern um 11 Uhr in Anwesenheit von 33 Delegierten eröffnet. Den Vorsitz führte Herr Hermann Struck, außer ihm wurden ins Bureau gewählt: die Herren Dr. Franck, Altona und Dr. Löwe, Berlin. Ueber den Gang der Verhandlungen, die in streng geschlossener Sitzung geführt wurden, ist ein offizieller OBericht der Presse bis jetzt nicht zugegangen. Wie wir von verschiedenen Seiten erfahren, begann die Konferenz mit einem Referat des Herrn Dr. Jacob Feuchtwanger, Frankfurt a. M., der im Namen der Misrachizentrale mit der zionistischenLeitung, die entgegen all ihren Versprechungen die Kultursrage aus die Tagesordnung des Kongresses stellte, scharf zu Gerichte ging und sürdenAustrittdesMisrachi aus der Organisation plädierte. Tie Diskussion nahm zeitweise stürmische Formen an. Der Auffassung der Frankfurter Mitglieder schlossen sich auch die Nürnberger* und die ungarischen Delegierten an. Besonders Herr L e b o w i t s ch, Budapest betonte, daß ein weiteres Paktieren mit dem A. C. nach dem Baseler Gewaltakt nicht mehr in Betracht kommen könne. Anderer Meinung waren jedoch die Norddeutschen, die die Führung weiterer Verhandlungen mit dem E. A C. für notwendig halten und die Basis für weitere gemeinsame Arbeit mit dem Zionismus erhaltenwollen. Als deren Wortführer spricht Dr. Franck g e g e n den Austritt, mährend Hermann Struck auf Grund seiner Erfahrungen und Eindrücke in Basel den Gesamtaustritt des Misrachi für die beste Lösung hält. Herr Rabbiner Reines bezeichnet die auf dem Kongresse gemachte Angabe von seiner Zustimmung zur Kulturresolution als Unwahrheit, ist aber gegen den Austritt. Nach langer Debatte wurde in später Nachtstunde der Antrag der Frankfurter Misrachiizentrale, aus der Organisation auszutreten mit Stimmenmehrheit ab gelehnt. Darauf erklärte der Vorsitzende der Zentrale für sich und seine Mitarbeiter im Bureau — die Herren Dr. Feuchtwanger, Prof. W e y l, Pros. S u l z - bach, B. Stern — ihre Demission und ihren Austritt aus der zionistischen Organisation. Wie man hört, sind ihnen bereits alle Misrachi - Mitglieder in Frankfurt, N ü r n bje r g und anderen Städten Südd e u t s H l a n d s gefolgt. Herr Struck erklärte, ungeachtet seines prinzipiellen Standpunktes, aus gewissen persönlichen Gründen im Zionismus bleiben zu wollen. Einmütig scheint bis jetzt auch der Austritt in Ungarn beschlossen zu sein, während in Galizien die Sache ungewiß steht. Aus anderen Misrachigruppcn in Deutschland stehen Erklärungen noch aus. München, 10. September. Mehrere antise» mittsche Zeitungen brachten in letzter Zeit die Mitteilung von Ausweisungen ausländischer Juden aus München. In der naheliegenden Annahme, daß hier der Wunsch der Vater des Gedankens sein mochte, schenkte man in der jüdischen Oeffentlichkeit diesen Nachrichten weiter keine Beachtung. Leider entbehren diese Berichte nicht der Wahrheit. In der Tat hat die Münchener Polizei einige aus Galizien und Rußland eingewanderte jüdische Hausiererfamilien ohne ersichtlichen Grund ausgewiesen. Weitere Ausweisungen osteuropäischer Juden sollen bevorstehen. Vor kurzem veranstaltete die Polzri eine Razzia in dem von ausländischen Juden bewohnten Stadteile und notierte sämtliche Familien, die keinen Gewerbeschein vorzeigen oder nicht Nachweisen tonnten, woher sie ihren Lebensunterhalt bestreiten. Die Mehrzahl dieser Familien soll ausgewiesen werden. Dieses rigorose Vorgehen gegen arme friedliche Leute in der bislang so gastlichen Metropole Bayerns erregt allgemeines Befremden. Hrnden, 11. September. Hier hat eine Konferenz aller Vorsteher der Gemeinden des Landesrabbinats stattgefunden. Es wurde mit großer Mojorität beschlossen, die erledigte Rabbinerstelle wieder mit einem streng gesetzestreuen Kandidaten zu besetzen. Kannaver, 10. September. Währenin der Provinz Heflen-Naflau eine Regelung bezüglich der Vergütung des Kuliusamtes bereits stattgefunden hat, steht in der Provinz Hannover, vor allem im Bezirk Osnabrück eine Entscheidung über diese Frage noch aus, „da über die Frage der organischen Verbindung jüdischer Schulstellen mit einem Kultusamte im allgemeinen noch Verhandlungen schweben." Infolge des Umstandes, daß hier Lehrer nicht nur als Borbeter, sondern auch als Schächter staatlich angestellt sind, hat man den Kultusminister um Entscheidung über die Art und Höhe der Vergütung für das Kultusamt angegangen. Hoffentlich läßt diese Entscheidung nicht allzu lange auf sich warten, damit die Lehrer endlich in den Besitz des ihnen durch Gesetz gewährleisteten erhöhten Grundgehaltes gelangen. ^efterveidi« Curopa über 5as ruffifche 3u9enrayonproieht. Wie», 29. Aug. In Rußland will es scheinen, als sollte das Rayonprojekt, auf das man seinerzeit dort so große Hoffnungen gefetzt, einschlafen und in der Kommission, die zu seiner Erledigung „binnen Monatsfrist" eingesetzt wurde, ewig begraben reten noch derer ihres n, da aß es tt ist, aber sicht, chrem Väter Möge auch rt in dort rden! dliche erikadern z.igen offen und ehrlich, daß sie oft recht hübsche feine (Gesichter haben, mit einem ganz eigenen Ausdruck darin. Cs scheinen dort oben fast noch vatriarcha tisch: Litt n zu herrschen. Kinder und auch jung, Männer küssen Grrisen ehrerbietig die Hand, eine Huldigung, die uns übrigens zuteil wurde. Man konnte dort wirklich Tl)pen studieren. Ich habe alte Juden gesehen, bei deren Anblick ich wirklich dachte, ick sei Jahrtausende zurückversetzt in das gelobte Laad. So rein hat sich der Menschenschlag erhalten. Ehrwürdige dir ise mit langen, schneeweißen Bärten und dunklen lebhaften Augen, der scharf geschnittenen Nase und den schmalen Händen. Es gibt sonst nicht viel in Agadir zu sehen. Ein „Hans" fleht wie daS andere aus. Eins ist mir besonders ausgefallen: hie hölzernen Türen trugen oft ganz eigenartige Schnitzereien^ wie wir sie bei uns noch häufig an mittelalterlichen Möbeln st>h?n: sonst aber bildet der Baustil nur einen schwachen Abglanz maurischer Architektur. ,t di-.' leisten lnzahl cinein >,Berl. rberer er errdtteil Meist d aus ,hrend »ischcn n Gcinvtcn (Das größte Tier der Erde.) Zu den Lieblingsstücken, die die Bibelkritik des flachen Rcttwilnlisnllls zu Angriffen gegen die Glaubwürdigkeit der biblischen Wunder verwendet, gehört in erster Linie die Erzählung von dem Prvpheren Jona. „Wie kann ein Walfisch mit seinem engen Schlund einen M. nschcn verschlingen?", so fragt triumphierend die Halb- und Viertelbildung dieser Herren. Daß irr der Bibel von einem Walfisch gar nicht die R de ist, sondern nur von einem großen Fisch, stört dab.i natürlich nicht, ist es nicht ohne Interesse, wenn wir in der gang aus dem Boden des Darwinismus stehenden Zeitschrift „Kosmos" (Nr. 8, Jahrgang 1911), Folgendes lesen: lieber die Größe der Landtiere ist man sehr genau unterrichtet, denn der. Mensch hat sie überall derart verfolgt, daß cs von den großen ausgewachsenen Säugetieren vielleicht kaum noch eines gibt, das nicht schon einmal vom Menschen um fein Leben bedroht gewesen ist. Die Seetiere haben es darin besser, und deshalb kann man auch nicht genau wissen, was für Ri.stn sich unter ihnen den Augen und den Geschossen des Menschen vielleicht noch verborgen haben. Ein solches Fragezeichen muß b.ispiclswrise immer noch bei den Tintenfischen oder richtiger Tintenschnecken gemacht werden, über 'deren Größe gelegentlich ganz ab nteuerlich erscheinende Angaben gemacht worden sind. Nach beglaubigten Erfüllungen kommen diese Türe in jeder Größe zwischen wenigen Zentimetern und mehr als 20 Metern vor. An verschiedenen Meeresküsten, beispielsweise in Californien sollen aber Tintenfisch? angespült worben st in, deren Arme allein grgen 30 Meter lang gewesen sind. Daraus ist denn auch die Vermutung begründet worden, daß das Äuftauch.n solcher ungeheuren Bestien zu den Nachrichten von riesigen Sr«, schlangen Anlaß gegeben haben. Derartige Berichte sind wahrscheinlich in des Gebiet der Fabxl zu verweisen. Ueorigcns ist der Tintenfisch ein sehr wichtiges Meerestier, da er vielen großen Seetieren, dir ihn zum Fressen gern haben, zur Nahrung dient. In manchen Gegenden, und zwar ebenso ut dem ttatyen Italien wie im fernen China, wird er anck von den Menschen gegessen. Es gibt, wie der Zoologe Bullen vor der Londoner Geographischen Gesellschaft aussnhrte, überhaupt keine reinen Vegetarianer im Meer, sondern alle seine Bewohner leben dazu, um zu fressen und gefressen zu werden. Wenn imvu sich aus zuverlässige Grundlagen beschränkt, so inuß der Pottwal als das größte Geschöpf des Meeres und der Erde überhaupt bezeichnet werden. Er ist auch sonst ein vornehmes Tier, gewandt, energisch und von ebenso viel straft als Mut. Während andere Wale einen Angriff entweder gleichgütitg über sich ergehen lassen oder sich durch die Flucht zu retten suchen, nimmt der Pottwatt stets den Kampf auf. Er gehört auch nicht zu den Walen, die nicht einmal einen Hering verschlucken können, sondern nur von den kleinsten Lebewesen des Wassers sich nähren. Vielmehr war es wahrscheinlich, wie der bekannte Zoologe Bullen meint, ein Pottwal, der d.n Propheten Jonas v.rschlucktc; wenigstens märe ein ausgewachsenes Tier dieser Art nach Belieben imstande, ein halbes Dutzend Propheten aus einmal zu verschlucken, ohne die geringste Beschwerde darunter zu leiden. Es läßt sich auch durchaus annehmen, daß . ein solcher Bissen unverletzt in den Magen gelangt, denn Bullen hat einmal im Magen eines Pottwals einen fast ö Meter langen Haifisch gefunden. Es ist auch unwahrscheinlich, daß es jemals Tiere auf der Erde gegeben hat, die di? größten der heute noch vorkonunenden Wale übertroffen hätten. Bullen war dabei, als ein solches Ungeheuer von 5.)00 Zentnern Gewicht im Bcringsmecr gefangen und zerlegt wurde. AuS seinem Kopf wnrd.n saß z:v.i Tonnen Fischbein heransgehotl, im Wert von me»,r als 1.10 000 Mark, dieser Riese war übrigens hilflos wie ein Kind, und es bedurfte nicht einmal eines Lanzenstichs, um ihn zu töten. Als er längere Zeit von dem Schiff gehetzt worden war, starb er. n,u.rsch?inlich in-olge einer Herzverfettung, die ihm las Alter cin§etragen hatte. , sow.

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