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Der Israelit · 1911-08-24 · Heft 34 (24.8.1911) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 34 (24.8.1911)
Date
1911-08-24
Page
– (sequence 11)
Language
German
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rß es setzen amen! den rüber lgkeit -r es aube, ihren doch gleich im nabglitt den nicht aber igert dem zu /,rch lctch den oerdoch Jier, lrod chen nen vas hte. »rer chm Mg ugwie ete. fett irrer viel der!ast chn gen uch et-!NN ob Ltterarircde Rundicfca«. IV.' i Länder- und Völkerkunde In zweiter verbesserter und vermehrter Ansage ist jetzt bei Dietrich Reimer, Berlin das Merrer'sche Buch über „Die Masai", vom Verfasser „ethnographische Monographie eines ostafrikanischen Semitenvolkes" genannt, erschienen. (Preis: gebunden 12 Mk.) Das Buch hat bet seinem Erscheinen vor sechs Jahren die höchste Aufmerksamkeit in Fachkreisen erregt, aber auch die Kritik und sogar scharfe Angriffe voyseiten vieler Vertreter der ethnographischen Wissenschaft heraufbeschworen. Das Werturteil über die Merkerchen Forschungen kann sich auch bet der Lektüre des jetzt zum zweitenmal erschienenen, 456 Seiten umfassenden, prächtig ausgestatteten, mit nicht weniger als 158 Figuren, Tafeln und Abbildungen versehenen Buches in nichts ändernd Möge auch der Nachweis für die semitische Raffenechtheit der Masais als erbracht gelten, ein jüdisches Interesse vermögen wir ihren religiösen und Lebensbräuchen nicht abzugewinnen. Gewiß gibt, sich auch in Lehre nnd Religionsübung dieses Stammes jener schwache Abglanz eines uralten Monotheismus kund, jenes dunkle Tasten und Suchen nach der weltlenkenden und schicksalsbestimmenden Einheitsmacht, wie wir es übrigens auch im Külte vieler anderer afrikanischer Naturvölker beobachten können. Allein, man wäre fast versucht, Merker, der in Sitten und Lebensweise der Masais unbedingt eine Geistes- und Rassenverwändifchaft mtt den Jüden, und besonders mit i jetten vom Schlage der Erzväter, erblicken will, p empfehlen, eine Zeitlang seine Studien auf das näher liegende und bequemer zu erreichende Gebiet d e s Jude n t u m s zu verlegen, um ijie Welt ru entdecken, die zwischen dem reinen Monotheismus der Bibel und den verschwommenen Gottesbegriffen der Masais liegt. Dasselbe gilt auch von den Legenden der masaischen Tradittoft, die nicht mehr und nicht weniger an die jüdische Ueberlieferung erinnern, als etwa die phantastischen Berichte der indischen Stämme über die große Flut und den geretteten König und Menschenvater Mana usw. Bei all dem brauchen die Angaben Merkers, die den Stempel einer sorgfälttgett Forschungsmethode an sich tragen, nicht im geringsten angezweiselt zu werden. Me bekannt, ist Merkur, ein Opfer seiner wiffenschaftlichrn Forschung, zur Zeit als er mit der zweiten Auflage seines Buches beschäftigt war, einer tropischen Krankheit erlegen. Zwei seiner Freunde, Stabsarzt ä. D. Dr. Sander in Berlin und Pros. Dr. Fritz Hommel in München, haben ts in pietätvolles Weise unternommen, an seiner Stelle, die Herausgabe zu besorgen. In zwei Vorworten entwirft der erster« ein Lebensbild des Verfaffers, der Zweite würdigt die wissenschaftliche BedeMung des Buches und schildert seine noch unübersehbare Tragweite für die Religionsgeschichte. Eine Uebersichtskarte und ein Porträt des Verfassers ist dem Bande vorangestellt. Die Ergebnisse der Reisen, Forschungen und Ausgrabungen der Frankfurter Menas- Expedition (Kausmann'sche Expedition) teilt uns das Mitglied der Expedition, I. C. Ewald Falls in einem 341 Seiten starken stattlichen Buche unter dem Titel: „Drei Jahre in der Lybischen Wüste" in sehr erschöpfender Weise mit. (Herdersche Verlagshandlung, Freiburg i. Br.) In Wort und Bild (}92 Abbildungen und 2 Karten) wird uns eine höchst fesselnde Darstellung des Beduinenlebens, der völkischen Verhältnisse in der Auladaliwüste und ihren Oasen und auch in den fast unbekannten Landschaften Nord Westägyptens geboten. Bon Interesse find auch die Angaben über die archäologischen Resultate und die Ausgrabungen in der Menasst a d t, die, wie von fachmännischer Sette mtt Recht hervorgehoben wird, einen deutschen Erfolg auf dem Gebiete der Altertumsurkunde — allerdings in erster Reihe der spezifischen christlichen Altertumskunde — bleuten. Etwas störend wirkt es bei der Lektüre, wenigstens im Anfang, daß der Verfasser die vielen beduinischen Bezeichnungen, phonetisch, d. h. in einer der beduinischen Aussprache genau entsprechenden Schreibweise, wiedergibt. So heißt z. B. der Scheik (Häuptling) Sehe sch usw. Das Werk will ein in die Romantik des Orientes gehülltes Neuland dem großen Publikum erschließen, was ihm mit künstlerisch so wirksamen Mitteln auch gelingen dürste. Mitten in die schmale winkelige altjüdifche Gaffe des 17. Jahrhunderts mit ihren kleinen Sorgen, mit ihren Geschäftsverbindungen und familiären Leiden und Freuden führen uns die nach den Originalen des k. u. k. Haus-, Hof- und Staatsarchivs im Aufträge der historischen Kommisston der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien von Dr. Alfred Landau und Dr. Bernhard W a ch st e i n herausgegebenen „Jüdische Privatbriefe aus dem Jahre 1619" hinein. (Wilhelm (Braumüller, Wien und Leipzig.) Mr haben beretts an anderer Stelle unseres Blattes Stichproben aus dieser hochinteressanten Briefesammlung gebracht, die zeigen, von welch hoher Bedeutung diese Funde für die jüdische Volkskunde wie für die jüdische Zeitgeschichte des 17. Jahrhunderts sind. Es handelt sich um 47 lose Zettel, Blätter usw., die alle Briefe darstellen, die am 22. November 1619 von Prager Juden an befreundete und verwandte jüdische Familien in Wien abgesendet wurden und wahrscheinlich infolge der Wirren und der unsicheren Wege der damaligen Zeit, ihre Adressaten nicht erreichten. Nach 300 Jahren beleuchten sie so der Nachwelt die Verhältnisse, in welchen die Prager Juden zu Beginn des 17. Jahrhunderts lebten. Der Postmeister, der die Verantwortung für die Beförderung dieser unbestellt gebliebenen Briefe hatte, hieß Löb Sarl Gutmanns, ein Prager Jude, der sich in Wien niedergelassen hatte, dessen Frau aber noch in Prag lebte und eine eigene Privatpost organisiert hatte. Er sammelt in Wien die für Prag bestimmten Briefe ein und sendete sie mtt einem Verzeichnis der Adressaten und der von ihnen zu entrichtenden Porti — es schwankt zwischen 6 nnd 18 Kreuzern — durch einen Boten seiner Frau Sarel ein, die die Briese zustellte und in gleicher Weise die für Wien bestimmten Briefe ihrem Mann übermittelt. Unter den 46 Briefen der Sammlung find 42 jüdisch-deusche, nur ab und zu mit hebräischen Worten verbrämte und 4 rein hebräische,- 44 davon find privaten Charakters, 2 find offizielle Schreiben der Prager Judengemeinde an hervorragende Wiener Juden. Die äußere Form der Briese ist sehr ungleichmäßig, es finden sich alle Formate vom Foliobogen bis zum winzigen Zettelchen darunter/ die Briefe find möglichst klein gefaltet, wohl damtt der Bote bei etwaigen Ueberfällen, mit denen man stets rechnete und von denen auch in' den Briefen selbst viel die Rede ist, sie leichter verbergen konnte. Die Außenseite trägt die meist hebräisch geschriebene, oft sehr überschwänglich gehattene Adresse, der auch fast jedesmal ein Vermerk folgt, daß „jeder Unbefugte, der den Brief öffne, sich den Bann zuziehe, den Rabbenu Gerschom auf die Verletzung des Briefgeheimnisses gesetzt habe." Der Brief selbst beginnt mit einem frommen Wunsche und ist in seinem Inhalt sehr mannigfalttg, und haben auch nicht alle historische Bedeutung, so ist doch das Gesamtbild, das sie uns von der Prager Judenstadt bieten, von ungemeinem Reize. Man vergegenwärtige sich: 46 Berichterstatter berichten über die Verhältnisse, die die Gesamtheit oder die Einzelnen angehen, an einem Tage in Briefen, die nie an die Oeffentlichkeit gelangen sollten, ohne jegliche Restexion über Vergangenheit und Zukunft/ es ist etnrichttger Querschnitt der Prager Judengemeinde, der in der geschichtlichen und volkskundlichen Literatur seinesgleichen sucht. Aus gleichem Gebiete betättgen sich beretts seit 14 Jahren mit recht gutem Erfolge die von Dr- M. Grunwald herausgegebenen „Mitteilungen zur Jüdischen Volkskunde". Im ganzen sind dis jetzt 38 Hefte erschienen, die eine Fülle historischen, etymologischen und ethnographischen Materials enthalten. Besonders reich sind die letzten drei Hefte an altjüdischen Volksliedern, Zkinderspielen, Redensarten, Sprichwörtern und Schnurren aller Art aus Rußland und Galizien, die das gemütsreiche jüdische Volksleben im Ghetto recht drastisch veranschaulichen. An bemerkenswerteren Beiträgen aus den letzten Heften find zu erwähnen: „Aus dem jüdischen

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