Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 52 (1911)
- Issue
- Heft 33 (17.8.1911)
- Date
- 1911-08-17
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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s euilleton Ciab. Historischer Roman von Sara Gugenheimer. (Fortsetzung.) Sie war so froh, denn je mehr der Tao fortschritt desto fester hielt sie sich überzeugt, Hatz alles gelingen werde. Wenn sie nur auf einen Augenblick zu dem Gefangenen hätte hinunter dürfen, ihm Mut zusprechen — aber das durfte sie nicht wagen. Ohne daß es jemand gemerkt hatte, hatte sie den Riegel vorgeschoben und dann ging es hurtig an die Arbeit. Bor allem zündete sie ein entsprechend großes Feuer an, um die Brode zu backen, dann melkte sie die Ziegen und kochte die Milch und dann räumte sie ihren Mundvorrat in einen großen Korb. Aepfel, Brode, Butter und Ziegenkäse kamen in einen Korb in einen anderen der vollständige Anzug des Gatten ihrer Muhme, den sie in ein Leintuch eingefchlagen. hatte und ein Krug Milch und dann war sie fertig. Noch einmal blickte sie nach allen Seiten um such, ob sie nichts vergessen hatte — dann schob sie den Riegel zurück, trat hinaus, schloß hinter sich die Tür wieder zu und dann eilte sie raschen Schrittes dem Kloster wieder zu. ' „Du bist schon zurück?" fragte der Bruder „hättest wohl noch ein Stündchen draußen bleiben können." „Ich werde doch morgen den ganzen Tag nicht da sein," erwiderte Liah, „und überdies, ich habe es doch versprochen, baldigst zurück zju fein." „Dicki, du bist da?" rief der Kranke, „geh her, .ich möcht was reden mit dir." „Schau Dickt, ich Hab dir's zwhtt selber gesagt, daß wir deinen Schinakel nicht verkaufen wollen, daß du Fische für's Kloster fangen kannst, aber dazumal habe ich noch nicht gewußt, was du für Hände hast — ich mein immer, solche Hände muß der Heiland gehabt haben — aber wenn man solche Hände hat, da war's ja gerade Sünde, wenn man sich einen ganzen Tag mit nichts anderem abgeben sollte als mit Fischen — mit solchen Händen —" i Liah blickte unwillkürlich auf ihre in Wirklichkeit schön geformten schmalen Hände. „Ich sehe nichts Besonderes an meinen Händen, und übrigens, der hochwürdige Pater Gardian hat doch ausdrücklich gesagt, ich sollte mich nicht beeilen, es würde mir gut tun, den ganzen Tag auf dem Wasser zuzubringen." »Glaub's ihm nicht, Dickl, glaub's ihm nicht! Den ganzen Tag auf dem Wasser zubringen, wo man nichts ordentliches zu essen und zu ttinken hat, das tut keinem gut. Das sagt der Pater nur, weil er mir Feind ist und weil er weiß, daß ich keinen so gern bei mir habe wie dich. Und dann. — der Pater Ambrosius ist doch nicht mehr da?" fügte er flüsternd hinzu. „Nein," erwiderte Liah, „der ist gleich fortgegangen, wie ich gekommen bin." „Gut ist's. — Alsdann schart Dicki, ich bin dir gut, ich will drin Bestes und gestern als du nicht da warst habe ich zu dem Pater Ambrosius gesagt, daß es doch zu schade wäre, wenn ein Bub wie du bei der Fischerei bleiben sollte, ich wollte mit dem Prior reden, daß das Kloster dich sollte studieren lassen, du müßtest zum mindestens Magister der Medizin werden. War das nicht schön? möchtest das nicht?" Liah errötete über und über, ein verlegenes Lächeln umspielte ihre Lippen. „Du möchtest" fuhr der Küchenmeister fort „das seheich dir an. — Du mein Heiland! wenn du ein Doktor wärst — mit deinen Händen — ba müßtest du ja was Großartiges sein — aus der ganzen Welt möchten die Kranken zu dir kommen und neben dir könnt kein anderer Arzt bestehen. — So 'was habe ich auch gestern zu dem Pater Ambrosius gesagt und der wtrd's dem Pater Gardtan erzählt haben und mir scheint, Her fürchtet sich schon jetzt vor dir." > Liah lachte hell auf. „Ach nein, das glaube tchr nicht, daß sich jemand vor mir fürchten könnte un>d nun girr der hochwürdige Herr! — ich bin do<ch nichts und kann doch nichts —" „Sage das nicht, du bist gegenwärtig zwar nurj der Fischer Dick, aber daß du nichts kannst hast kann man noch gar nicht wissen, möglich daß du schon jetzt Kranke heilen könntest, wenn du sie Insassen und bestreichen würdest —" . „Ach nein, nein, das ist doch nicht denkbar! —" } „Warum sollte das nicht denkbar sein? Du bj!st ein braver Bub, nie habe ich etwas Schlimmes V»on dir gesehen, und mit deinen weichen, linden Händen — immer wird mir wohler, wenn du mich anfaffest — darum möchte ich glauben, daß ich andere auch wohl fühlen würden, wenn du ie anfassen oder bestreichen würdest. — Und mir cheint, der Pater Gardian glaubt das auch und von deswegen sagt er, du sollst viel in der Luft sein und den ganzen Tag auf dem Wasser. Mir scheint er denkt sich, du sollst viel arbeiten und viel in kaltem Wasser panschen, daß dir die Hände hart und rauh werden — dann brauchte er sich nicht vor dir zu fürchten. Darum sei gescheidt, Dicki, geh' nicht mehr auf den Fischfang, ich werde den Koch wissen lassen, er soll bet dem anderen Fischer Fische bestellen." „Nein, bitte nein!" bat Liah „Ihr habt mir's doch versprochen, daß ich für das Kloster die Fische liefern darf." „Na ja, du darfst's, aber wenn du gescheidt wärst, tätst du's nicht." Aber Liah wollte nicht gescheidt sein, sie gab zwar zu, daß es sehr schön wäre ein berühmter Arzt zu werden und alle Kranken zu heilen, und sie wollte es sich auch noch überlegen, denn sie wisse sehr wohl, daß der Küchenmeister es gut mit ihr meine, aber für dieses eine mal,für morgen möchte er sie noch htnauslassen auf die Ouse? „Na ja, ich seh schon, du hälft es mit dem Pater Gardian und den andern — wegen meiner, mir kann's recht sein, aber du wirst schon sehen, dein Lebtag wirst du der Fischerbub bleiben — du könntest es doch weit bringen." Sie erwiderte nichts und ärgerlich schloß er die Augen. Er hatte den gewandten Knaken wirklich gern und meinte es gut mit ihm, aber im Augenblick lag ihm doch mehr die eigene Behaglichkeit im Kopf, die ihm gefährdet schien, wenn er den Dickt morgen den ganzen Dag nicht seiner Disposition haben würde. Doch gegen Abend kam der Arzt nochmals, um sich nach dem Befinden des Kranken umzusehen, er fand ihn zwar sehr verdrießlich eiferte aber trotzt em den jugendlichen Krankenpfleger an, den morgigen Tag im Freien zu verbringen und den Patienten unbesorgt der Pflege der Klosterbrüder zu überlassen. Gleich darauf ertönte das Abendläuten und der Bruder, der zur Nachtwache bei dem Kranken beordert war, kam um Liah abzulösen. Sie hätte laut aufjauchzen mögen aber sie neigte sich zu dem Bette, zog die Hand des Küchenmeisters an ihre Lippen und wünschte ihm gute Besserung und gute Nacht. Er erwiderte nichts, aber der andere Bruder nickte ihr freundlich zu und dessen Gruß freundlich Erwidernd verließ sie hastigen Schrutes das Krankenzimmer als fürchtete sie zun_ülu m rückgerufen zu werden. Draußen in der Halle aber blieb sie sinnend stehen, nochmals den Plan überdenkend, den sie in wenigen Stunden zur Ausführung zu bringen gedachte. Dann schlich sie hinaus auf den Hof um sich zu vergewissern, daß alles so war, wj? sie es sich vorgestellt hatte. Richtig, sie hatte sich nicht geirrt, dort gegen den Holzschuppen lehnte noch die Leiter, die heute zu einer Reparatur gebraucht worden war, und jetzt gewahrte sie es erst, die Reparatur war noch nicht vollendet, an einer Stelle, wo die Mauer von oben abgebröckelt war, war das Fehlende noch nicht wieder eingesetzt. Dadurch wurde ihre Flucht wesentlich erleichtert. Für sie selbst zwar nicht, denn sie wäre mit Leichtigkeit von der Mauer hinunter gesprungen, aber ob das für den Gefangenen, der zwei volle Jahre bei Wasser und Brod in dem finstern feuchten Kerker zugebracht hatte, nicht doch zuviel gewesen wäre? So aber war es auch für ihn ein Leichtes, sie zweifelte nicht nicht daran. Gott wollte ihnen beistehen, das erkannte man schon jetzt. Lautlos schlich sie zurück und begab sich in die ihr angewiesene Zelle. Sollte sie sich nieder legen und einige Stunden zu schlafen versuchen? Das wäre sicher das Beste gewesen, was sie hätte tun können, denn sie hatte die vorige Nacht nahezu schlaflos verbracht und zu sechzen Jahren entbehrt man den Schlaf nicht so leicht. Aber sie empfand keinerlei Müdigkeit und fühlte sich geradezu außerstande ruhig an einem Orte zu bleiben: und als sie sich selbst bezwingen wollte und sich auf ihrer Lagerstätte ausftreckte, mußte sie sich sehr bald wieder erheben, es ging nicht, sie konnte nicht ruhen. Im Kloster herrchte bereits lautlose Stille, doch ob sich sämtliche Bewohner bereits zur Ruhe begeben hatten, das konnte sie nicht wissen. Mit angehaltenem Atem schlich sie lautlos in der Zelle umher und lauschte, ob sie nirgend ein Geräusch vernehme. Sie hatte das Fenster geöffnet. Leise säuselnd fuhr der Nachtwind durch das Laub der Bäume, schien ihre glühende Stirn kühlen, das wilde hämmern ihrer Schläfen sänftigen zu wollen. Hoch über dem Klostergarten am azurblauen Himmel leuchtete der Vollmond in seiner Pracht und umhüllte alles ringsum in feinem magischen Schein. Die zwölfte Stunde hatte eben begonnen, in dem weilen Gebäude herrschte Grabesstille, als Liah lautlos aus ihrer Zelle trat und lautlos durch den Klostergang huschte. „Lysehuos’cho kiwisi haschem!“ flüsterte sie in sich hinein, während sie den Riegel zurückschob an der Tür, die zum Hof hinführte. Es war gelungen, geräuschlos war sie durch die geöffnete Tür geschlüpft und war nun mit wenigen Schritten vor der Tür, des Borkellers, die nicht verschloffen war. Doch nun erst begann das Schwere. Sie hatte 'den Keller bisher nur am Tage und beim Schein eines brennenden Kienspahns betreten, jetzt aber hatte sie nicht gewagt eine Leuchte anzuzünden, aus Furcht der Schein könnte nach außen hin dringen und die Aufmerksamkeit eines zufällig wachenden Klosterbewohners erregen. In vollständiger Finsternis mußte sie daher weiter schreiten. Zitternd schlich sie die zuweilen schlüpfrigen Stufen hinunter, ihren Wahlspruch beständig auf den bebenden Lippen. Jetzt hatte sie die unterste Stufe erreicht, nun ging's ungefähr acht Schritte gradeaus und dann wieder hinunter — wenn nur die Stufen nicht so glatt wären, sie War schau wiederholt ausgeglitten aber das Gleichgewicht hatte sie doch noch nicht verloren, Gott würde ihr helfen, davon war sie fest überzeugt. Horch! was war das? Sie vernahm ein halblautes Aechzen und dann wie das erste mal die mit bebender Stimme gesprochenen Worte: „Schma Jisroel! * und wie das erste mal sprach sie die folgenden Worte: „Adoschem elokenu, haschem echod l* Dann vernahm sie nichts mehr. (Fortsetzung folgt.) , " : , IA Zt Ali Ittttß i kamen sahen, seinen rascht, Lehrer rechtst Dieser kunft, Lehrer der ga gemeir Fremd stand, Äufgol n*nn‘ seiner die Be walten eemeir schatzu! erhob seder o den n wert, i wacker. li Herr fl Kching Anette SEatfad Bähen Tätigt Sinn i So ha niffe ll sonderi seinerz« notwen Wenn seinem Berhal Selbst, kennun meinde Gemeii Figura 3. $ Ei daß de einer t aufsälli , welche [ täamt. in I dürfte [a. Tau *) gemein! gemein verhält) erfolgt Fall. Wohl üben.