Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 52 (1911)
- Issue
- Heft 33 (17.8.1911)
- Date
- 1911-08-17
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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kV » ** SUR 1^. bugust E Rcikltnghause«. S. August. Der Rabbiner Dr Brader hatte um Erhöhung der Entschädigung für die Erteilung deS Religionsunterrichts an die Mischen Schüler der htefigen höheren Lehranstalten gebeten. Auf Vorschlag der Finanzdeputation hat daS Magistrats kollegium beschlossen, Herrn Dr. Brader für die Erteilung deS Unterrichts auS jeder AMaltSkaffe 200 Mark, im ganzen also 400 M. pro Jahr zu zahlen. Die Bor läge wurde von der Stadtverordnetenversammlung de barteloS angenommen. Die Kuratorien beider Lehranstalten hatten zugestimmt. Culm, 8. Aug. In der htefigen Synagoge ist ein Teil der Decke mit großem Getöse etngestürzt. Die Balken waren auf der einen Sette durchgefault und fielen, 10 Quadratmeter des Estrichs mit fich reihend, in die Tiefe. Während deS Einsturzes befand fich niemand in der Synagoge. Bad Nauheim, 11. Aug. Die vielen Taufend^ die hier Li. derung oder gar Heilung von ihren Gebrechen suchen und finden, wisien nicht genug die Wohltaten deS AüMächttPN p preisen, daß er der Natur eine solche Heilkraft verlühm. Bet der Bewunderung der GvtteSgrvße jedoch geziemt es auch derer eingedenk zu fein, die tm Geiste der jüdischen Menschenliebe von dem edlen Bestreben beseelt sind, die Leidenden zu erquicken und chr schweres LoS zu erleichtern. Hier sei zunächst die Israelitische StnderheilstStte genannt. Welch ein Heim finden da die unglücklichen Kleinen! Welcher Komfort und welch eine fürsorgliche Pflege wird ihnen da zuretl! Sine Kindervorstellung, die gut besucht war, fand gestern in der Anstalt statt. Ein reichhaltiges Programm, daS präzis gegeben wurde, fand allgemeinen Beifalls aus der Art und Weise aber, wie eS gegeben wurde, konnte man ersehen, daß Lust und Leben in die angegriffenen jugendlichen Herzen wieder Einkehr hielten. Htnzuzufetzen wäre höchstens, daß man ein deffer auf ntbbn paffendes Glück hätte wählen sollen. Ebenso viel GuteS stiftet auch daS »JSraelit. Frauenhetm"- nicht'minder aber auch daS ihm gegenüber gelegene ännerheirn". Ein einziger Mangel macht fich tn letzterem bemerkbar, nämlich; der Mangel einer Sefer Thora. In dem Heim findet täglich Gottesdienst statt, „geietent" wird aber nicht, weil kein ,Tllri “ISO da ist. Die Patten, m müssen daher andere MMjantn aussuchen, wollen fie leinen hören. Männer- und Fraurnheim verfügen über herrliche Räume, die den edlen Begründern zur höchsten Ehre gereichen. Die Leitung ist in den allerbesten Händen. Kurzum:, die Patienten haben fich über nichts zu beklagen. Sie alle find von ttrfstem Dank gegen ihre Wohltäter erfüllt. Gr. Drohobyez, 9. Aug. Gegen den Bizebürgermetster Jakob Feuer st ein,'dem die Schuld an den letzten blutigen Ereignissen zugeschrieben wurde, wurde gestern Abend ein Revolverattentat versucht. Als Feuerstein um 7 Uhr abends das Kaffeehaus verließ, um fich nach Hause zu begeben, schlich stch chm ein Bursche nach und erhob plötzlich einen Revolver gegen ihn. Schon wollte der Bursche losdrücken, alS ein Wiener Reifender dem Attentäter mtt «inen wuchtigen Schlag die Waffe aus der Hand schlug. Der Attentäter wurde zwar sofort umringt, konnte jedoch tn der herrschenden Verwirrung entkommen. Die Woynung Feuersteins wurde nachts poirzettich scharf bewacht. Bisher ist eS nicht gelungen, den Attentäter auszusorfchen. Marieudad, 16. Aug. Lin unerhörter Skandal hat stch am letzten Freitag Abend in der htefigen Synagoge zugelragen. Der Vorstand hatte dem Rabbiner Dr. Goldberger gekündigt und ihm zum 1. August die Ausübung weiterer rabbtnischer Funktionen untersagt. Der Rabdinerplatz war nach Kaiferslaulerner Muster vom Vorstand durch ein Drahrgttter umschlossen worden!. AlS der Rabbiner, wie bisher Mich, am Freüag AbeNd owe Ansprache halten wollte und stch zu d.esem Zwecke neben'dn Borbtter stellte, mußte der Burbeter sofort mit „Borchu" etnsetzen, sodaß der Rabbiner bis zum Schlufie des Gottesdienstes neben der Kanzel stehen blieb. Nach Schluß der Gebete ließ der Vorstand, um dem Rabbiner das Sprechen unmöglich zu machen, die Orgel intonieren. Es entstand ein ungeheurer Tumult im Publikum, Zurufe pro und kontra errömen, und . als der Rabbiner unbeweglich stehen blieb, versuchte die vom Vorstand herbeigeholte Polizei Gewalt anHuwenden. Am Samstag früh letlte der Vorstand durch Plakate an der Synagogentüre mir, daß der Rabbiner seitens der Bezirkshauptmannschaft seines Amtes enthoben wor. dm sei. Wer für dm unerhörten Chtlul Haschetm größere Verantwortung trägt, der Vorstand oder Rabbiner, muß hier ununtersucht bleiben. Zürich, 13. Aug. Hier hat fich ein Komitee gebildet zum Zwecke der Sammlung jüdischer Altertümer. Wenn die Sammlung einen entsprechenden Umfang angrnommm hatwill man sie dem Schweizerischen Landesmuseum schenkungswetse anbteten unter der Bedingung, baß fie tn einem eigenen Ausstellungraum untergebracht wird. Odessa, 6. Aug. Der Baptistenprediger R o s e nberg ersuchte beim Ministerium deS Innern um die Erlaubnis, izwct Juden nach dem Ritus der Bapttsten taufen zu dürfen. DaS Ministerium gestattete die Taufedoch mußtm die Juden vorher darauf aufmerksam gemacht werdm, daß fichibreRechtSlage durch diese,- G^anhenSwe «bsel nicht verändere. Personalien. Stettin, 10. August. Rvbbiner Dr. Heinemann Bo ge lstetn, der am 4. d. MtS. in St. Moritz unerwartet verschieb, .wurde hier mtt großen Ehrungen zur Ruhe bestattet. Bogelstein war bekanntlich einer der Führer der liberalen Richtung und hat fich gerade tn den letzten Jahren durch die Ehrlichkeit ausgezeichnet, mtt der er dm bekenntniSmäßigen Gegmfatz zwischen überliefertem und liberalem Judentum, zum Unterschieb von zahlreichen dtplomattfiermden Parteigenossen, offen zugab. Er war eine liebenswürdige Persönlichkeit, die für philanthropische Bestrebungen viel Interesse zeigte. Ein Sohn des Ber storbenen amtiert tn Königsberg. Wien, 9. Aug. Der Präsident der Wiener iSrael. KultuSgemeinde, Dr. Alfred Stern, feiert am 29. bs. seinen 80. Geburtstag. Dr. Stern weitt zum Sommeraufenthalt in Baden, woselbst er seinen Geburtstag fetem wird. Dem Jubilar find zahlreiche Ehrungen nicht bloß seitens deS Vorstandes der Wiener Gemeinde, sonder» auch von vielen anberm Korporationen zugedacht, die Deputationen nach Baben entsenden werden. Schwerfen-, 15. Aug. Am 1. September d. IS. begebt unser verehrter Lehrer Herr B r o h sein 25jShrtgeS AmtSjubiläum' Durch seine große pädagogische Begabung wie durch seine vorbllditche Berufstreue ist eS ihm jederzett gelungen, das «erträum der Vorgesetzten Behörde wie die Liebe der gesamtm Gemeinde zu erringen. Bon echter Liebe zur fl-yjfl und wahrer Gottesfurcht erfüllt, hat -:r estmmer als feine vornehmste Aufgabe erachtet, feine Schüler zu guten Q'*T)JT und wackeren Menschen zu erziehen. Sein Verdienst ist eS auch zum großm Telle, daß unsere Gemeinde, tn der er über 18 Jahre wirkt, tn ihren religiösen Jnstituttonen mustergtlrig ist und nach innen und außen das Bild des Friedens und ber Eintracht bietet. Möge durch GotteS Gnade noch recht lange die segensreiche Tätigkeit deS Herrn Broh erhalten bleiben. Karlsruhe, 10. Aug. Die Eisenhandlung Ettling e r u. Wormser tn Karlsruhe feierte letzte Woche ihr IvOjShrtgeS GeschöstSjudilSum, wozu chr ber Gtabtrat die Glückwünsche ber Stadt ausgesprochen hat. Der Großherzog verlieh dem Chef der Firma, Kaufmann David Ettling er, das Ritterkreuz 2. Klasse vom Zähringer Löwenorden. Groft-Umstadt, 14. Aug. Ende dieses Monats verzieht Herr Julius Rapp von hier nach Mainz. Mtt Herrn Rapp verlieren wir nicht nur ein gefetzestreueS Mitglied unserer Gemeinde, sondem auch unseren Führer, unserm Borstand. Dieses Amt verwaltete er rein 2'vV Qt&b> Der Schule und ber Gemeinde widmete er seine Interessen im höchsten Maße. Me wir Herrn Rapp und Frau ungern scheiden sehen, so bedauert auch daS ganze Siädtchen diesen Wegzug. Möchte reicher Segen den Scheidenden an die neue Stätte seines Wirkens begleiten, und ihm Befriedigung nach jeder Richtung beschteden sein. Neinheim (Hessen), 16. August. Am 14. b. MtS. feierten die Eheleute Herz L e h M a tt tt Hierselbst in seltener Frische und Gesundhett im Kreise ihrer Kinder und Enkel, sowie weiter Berwandtenkreise, das Fest ihrer Goldenen Hochzeit. Bon nah und fern kamen Geschenke und Gratulationen. Die meisten Bewohner von Reinheim kamen persönlich zur Beglückwünschung, darunter die Herren Bürgermeister und Pfarrverwalttr. Sr. Kvntgl. Hoheit der Großherzog sandte sein Bild im schönen Rahmen mit eigenhändiger NamenSunterschrtst sowie ein GraiulattonSschreiben. Möge es dem Jubelpaar vergönnt feint, in derselben Gesundheit und Frische daS Fest ber diamantenen Hochzeit zu begehen. B. Prestburg, 7. Aug. Gestern feierten in Pozsony» NadaS, wie daS §Neue Pester Journal" meldet, Herr Samuel Rosenak und seine Frau geb. DeborahSpitz im Kreise ihrer Kinder und Enkel ihre Goldene Hochzeit. Die iSrael. Religionsgemeinde veranstaltete aus diesem Anlässe einen Festgottesdienst, an welchem fich auch die politische Behörde in der Person deS Gemetndenotars Herrn v. Csederla vertreten ließ. Im Rahmen deS Gottesdienstes begrüßte namens ber KultuSgemeinde Vorstandsmitglied H. A. Schück das Jubelpaar, wobei er in tiefempfundenen Worten die musterhaften Tugenden der Jubilierenden schildernd, gleichzeitig auch der Verdienste, gedachte, welche sich Herr Samuel Rosenak als gewesener langjähriger Vorstand der Gemeinde und deS Helligen Vereins erworben. Nachdem Herr S. Rosenak tn einigen schlichten, doch rührenden Worten für die unerwartete Ovation dankte, bettat ein Sohn der Jubilierende», Herr Dr. Leopold Rosenak, Ravbtner in Bremen, die Kanzel, um in einer Überaus inhaltsvollen, alle Zuhörer ergreifenden Rede nochmals den vor 50 Jahren geschloffenen Bund seiner Ettern zu segnen. Dem Festgottesdienst folgte ein Bankett, wobei daS allgemein geschätzte Gretsenpaar große Ovationen über fich ergehen lassen mußte. Ein Sohn des Jubelpaares, der Bubapester Chirurg Herr Dr. Max Rosenak, stiftete aus Anlatz der Familienfeier ein kunstvolle« rDTTO für die altehrwürdige Synagoge ber Heimatgtmrmor. Außerdem stifteten die Kinder zusammen eine Summe für die Armen des heiligen Landes. Zritttzheim, 14. August. In unserer Gemeinde verschied Frau Hanna Selig, Witwe, tm 79. Lebensjahre. Bon streng religiösem Hause stammend, hat ste IT: 1 Anfang Dat«» AuSgang jllhrlRin. 1911 \ K671 llhrlMi». IS 25. Ctnlfnt a. m. 7 — AuWst Aw 6 25 Verli« .... 8 11 MSnche» . . . — — 8 04 6 45 8 20 Stmttsart. . . 7 — 8 15 Vefw ... — — 7 58 vtamaeeg . . 7 —' 8 08 entthin!« . 1 — 8 30 der Ettern Stile gttpeulich bewahrt. Ihr Haus war *e* Gastfreundschaft geöffnet, und waren besonders Thorax gelehrte eines begeisterten Empfanges sicher. Die allgemeine Beliebtheit, deren fich die Dahingeschiedene erfreute kam sowohl währenihrer Krankheit, alS beim Leichen begängniffe zu erhebenden Ausdruck. Oberlauririgeu 15. August. Heute wurde Frau Htrfchberger VXT von hier, die nach langem, mit der größten Geduld ertragenen Leiden bei ihrer zu Mainz verheirateten Tochter am Freitag Abend ihre reine Serie auShauchte, auf dem htefigen israeltr. Friedhof zur letzten Ruhe bestattet. Es war eine seltene Frau, eine in des Wortes schönster Bedeutung. Aufrichtige Fr dar. miakett, Einfachheit, Beschetbenhett, edle Menschenliebe, aufopfernde Hilfsbereitschaft und ein warmsühiender Wohltätitzkeitsfinn waren die hervorstechenden Züge ihres edlen Charakters. Herr Lehrer Freudenverger aus Maßbach schilderte am Grave den unersetzlichen Verlust, den mtt ihrem Tode die Familie, die Gemeinde und die Armen-erlitten haben. ,T-äWfi JaaffliemiacbricbteN. Barnaiawollftoler: Heinrich, Sohn vonEmanuel Agulnik, Bd. Kreuznach._ Labbai < Anfang u. Ausgang nm rav In der israelitischen Taubstummenanstalt zu Berlin-Weiße usse können zum I. Oktober Kinder evt in Freistellen neu ausgenommen werden, Meldungen sind an Herrn Ad. Salomon, Knesebeckstr. 35/36 Charlottenburg zu richten. Ilaaobinenstriokerei 8slms Voges Frankfurt am Main * Hochstrasse 23. An- und Neustricken von Strümpfen mit bestem Material und billigen Preisen. Größte Auswahl in Strümpfen und Handschuhen. P Allen vovan ist lerfekt wrio man schneidern lernen, erfekt wird bei uns schneid, gelehrt erfekt nicht mit cnderenUnter nehmen za verwechseln, erfekt schneidern lernt >1 £% A man Innerhalb L—3 Monaten, » Mäßige. HoMrar. MP ^e Annahme v. Schülerinnen — ttglloh — Frankfurt a. L., ünterveg 8 :| Landeshilter |: Leinenand Gebffld -Weberei F.V. Qrünfeld König!.. QrossherzozI.«. Fürstlich« tlofilelerant Barlin W., MpdpnlniH 11-!. firiuti AtsmU aOir W Sscheartikel dr lu bnldarL IMhühu Inzer Preisliste mit AMfldufti sevle festesuttllüi xi littst». (1554S) 10