Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 52 (1911)
- Issue
- Heft 33 (17.8.1911)
- Date
- 1911-08-17
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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m mnltkaweiden c>en. >en, und nnbrige- Erlden (on- Zersie eip- Rees oin- -isch ersmch crem ^akt serächaus iracicht msgedas ung eipgeches aus ün- Melibel, die chen Ju- M, hn- ,keit iere ssen letzöeinen dierran tde-- gen ion nstvon seit, ünpomi-!lll- >orassc tter rnd inn Rätter urdes Mt ,'em ag. be- »er-- ich rds etzdes nsage )as 17. August 1911 DerMMttK lThema erschöpfen sollten (!), Notgedrungen überschritten, da erwachte die präsidentliche Allmacht plötzlich aus ihrer Lethargie und versuchte von I ihren Machtmitteln ausgiebigst Gebrauch zu >machen. Auf die entrüsteten Zurufe der Schechi- > tahverterdiger, die ihn auf die übergroße Lizenz, welche er Frl. v. Konow gegenüber geübt hatte, Hinweisen, wußler der Herr Präsident zu seiner Entschuldigung nur zu erwidern, er habe die Dame, die schwedisch sprach, nicht verstanden I Also zum Präsidenten für eine Verhandlung, deren Verlauf jeder, der Frl. v. Konow kennt, Vorhersagen konnte, beruft die Kongreße teitung einen Mann, der von den Worten der Nednerin keins versteht; und Herr Klerck findet in diesem Manko nichts, was ihn zur Ablehnung bestimmen könnte! — Daß wir mit diesem Urteil über Herrn Klerck nicht etwa alleinstehen, w erden die Stimmen der Blätter erweisen, die mit weiter unten noch Mitteilen werden. Nach Frl. v. Konow erhielt Herr Jwlar Berendsen, dänischer Reichstagsabgoordneter, ein geborener Finnländer, das Wort. Es erregte eine gewisse Sensation, als Redner mitteilte, er habe Frl. v. Konow zu bestimmen gesucht, aus ihrer Rede die judenfeindlichen Stellen, die durchaus ungerechtfertigt feien, fortzulassen, aber sie habe sich dessen geweigert! Er selbst stehe auf cinem Standpunkt, dem das Schächten ganj ivvdeöant sei. Aber er protestiere dagegen, das Dinge und Gesichtspunkte, die mit dem Tierschutz nichts zu tun hätten, in die Debatte hineingezogen und damit zum Schaden der Sache die Einigkeit unter den Tierfreunden gestört werde. Das Wort erhielt nun Herr Rabbiner Dr. W o h t ft e i n - Malmö, der in temperamentvoller Weise Frl. v. Konow zu Genrüte führte, daß sie, durch ihre billigen Triumphe in Finnland verführt, vergessen habe, daß man in der freien Luft Skandinaviens für Menschenhaß und Menschenh/tz nichts übrig habe. Was die Rednerin vorbrachte, habe mit dem Kongreß nichts gemein, denn ihr läge nichts am Tierschutz, sondern sie wolle nur jede Gelegenheit benutzen, um Antisemitismus zu treiben. Die Juden erwarten von Frl. von Konow keine Belehrung über das, was ihre Religion sei; lediglich.über die Frage, ob das Schächten eine Tierquälerei sei, gehe mr Streit, und die Wissenschaft steht aus unserer Seite. (Zwischenruf von Prof. Dahl-- ström : „Ich bin selbst Wissenschaftler und anderer Meinung!") Die folgenden Worte des Redners gehen un Tumult unter; zum Schluß verliest er das oben erwähnte Amendement zu Resolution 6. (Schluß folgt.) Mntztand. Meters bürg- 9. Aug. Das geheimnisvolle Automobil dessen Insassen zu einem Judenpogrom aufhetzende Flugblätter im Lugaer Kreise auswarfen, wurde in Pskow angehalten. Die Passagiere waren der in Petersburg wohnende Kanzleichef des Vereins Erzengel Michail, dim. Leutnant V. V. Kasarinow und dessen Gattin. Nach Feststellung der Persönlichkeiten des Chauffeurs und seiner Fahrgäste wurden sie entlasten. Gngtttnd. Der Kampf um das englische OberrabMnal. London, 10. August. Der Board of Deputtes hat anläßlich einer dem Parlament -vorliegenden Gesetzesvorlage über die Schlachthöfe die Ausnahme einer Klausel verlangt, wodurch die sonst vorgeschriebene Betäubung der Tiere auf das Schächten nach jüdischer Vorschrift, keine Anwendung finden soll. Dabei hat sich der Bo^ird absichtlich oder unabsichtlich indessen zu einer Formulierung veranlaßt gesehen, die den schärfsten Protest des Chacham Dr. Gaster hervorgerufen hat, und die in der Tat vom Standpunkte des orthodoxen Judentums mit Entschiedenheit mißbilligt werden muß. Es heißt da, daß von der Betäubungspflicht befreit find solche Schächter, die von dem „Chief-Rabbi der Vereinigten Gemeinden des Britischen Reiches", oder in Ermangelung eines solchen vom Präsidenten des Board of Deputies autorisiert find! Daß der Präsident des Board of Deputies die rein rabbinische Funktion des Kabolo-Erteilens vollziehen soll, ist vom Standpunkte des Religionsgesetzes geradezu unsinnig, und Dr. Gaster hat Recht, wenn er sich gegen diese Verwirrung religiöser Begriffe mit Entschiedenheit wendet. Gleichzeitig ergibt sich aus dem Schreiben Dr. Gaster's aver auch, daß er die Anerkennung einer höchsten geistlichen Behörde in der Person des Chief-Rabbi überhaupt mißbilligt und er ganz, im Sinne der Konferenz von Leeds, die Autonomie jeder einzelnen Gemeinde und das Recht jedes einzelnen Rabbiners zur Autorisation von Schochtim gewahrt wissen will. Das ist eine interessante Feststellung, die die Erwartung berechtigt erscheinen läßt, daß die Wtederernennung eines Chief-Rabbi mit den gleichen Machtvollkommenheiten wie bisher sich jedenfalls nicht ohne schwere Kämpfe vollziehen lassen dürfte. Auf der anderen Seite zeigen bedauerliche Vorkommnisse der letzten Wochen mit geradezu beängstigender Deutlichkeit, wohin wir treiben, wenn jeder einzelne Rabbi, und sei es selbst der gelehrteste, vom grünen Tisch, ohne den genügenden Weitblick darauflos „paskent". Wir werden auf diese letzteren bedauerlichen Vorkommnisse, die eine eingehende Betrachtung erheischen, noch zurückkommen. QfövHei. . Kouffarrttrropet, 10. August. Die Mord taten der Araber an Juden nehmen in Palästina schreckliche Formen an. So wurds vorige Woche wieder ein jüdischer Kolonist in Maamoure (? Red.) von Arabern ermordet und ein anderer lebensgefährlich verletzt. Dies veranlaßte den Groß rabbiner Haim Nahum beim Großvezier wegen dieser Zustände Vorstellung zu machen. Der Großrabbiner wies darauf hin, daß das syste mattsche Auftreten dieser Feindseligkeiten der Araber gegen die Juden auf eine von Rädels führern organisierte antisemitische Kampagne hinderte. Der Großvezier wies die Behauptung von' dem Vorhandensein einer speziell gegen die Juden! gerichteten feindseligen, Bewegung zurück. Er gab der Meinung Ausdruck, daß es sich um gemeine Verbrechen handle, die mit Antisemitismus nichts zu tun haben und in den Provinzen auch gegen Christen und Muselmanen täglich Vorkommen. Der Chacham Baschi kündigte hierbei dem Großvozier einen Vorschlag an, den Minister des Innern an, wonach zum Schutze der von Juden bewohnten Kolonien in Beirut und in dem Provinzgebiete von Jerusalem je ein Gendarmerieposten etabliert werden soll. Der Großvezier versprach, diese Idee, die er für gut hält, mit d-m Minister des Innern Halt! Betz zu beraten. Ko«stanti«opet, 10. August. Nun ist die Frage der Freigevung des Sabbaths an die jüdischen Soldaten in der Türkei — und zwar zu Ungunsten derselben — endgiltig entschieden. Der türkische Kriegsmtntster hat nämlich, wie aus Konstantinopel gemeldet wird, das Großrabbinat offiziell verständigt, daß auf Grund einer formellen Ordre für sämtliche Soldaten ohne Unterschied der Konfession der Freitag als dienstfreier Tag bestimmt wurde. Den Juden werden am Samstag und den Christen am Sonntag zwei Stunden freigegeben, um ihren Gottesdienst absolvieren zu können. 9k 89 geffe 11 Nrrrrrärrierr. Die Juden aus der Dobruölcfia beim minifTerpräfiöenfen. Bukarest, 10. Aug. Gestern Abend ist eine Abordnung der Juden aus Stadt und Distrikt Tultscha in Bukarest eingetroffen, um den Ministerpräsidenten und Justizminister und dem Minister des Innern eine Denkschrift in der Frage der Ausarbeitung der Wählerlisten in der Dobrudscha zu überreichen. Die Abordnung besteht aus den Herren N. Ginsberg, Avudic, H. Ginsbcrg, I. Ginsberg und Weinberg-Sulina. In der Denkschrift wird darauf hingewiesen, daß es 1500 Bewohner der Dobrudscha gibt, denen bei Ausarbeitung der Wählerlisten von der betreffenden Kommission nicht die politischen Rechte bewilligt wurden, obgleich einige dieser Bewohner das Dobrudschauer Bürgerrecht schon seit 30 Jahren besitzen. Die Abordnung verlangt, daß eine Kommission für die Revision der ausgearbetteten Wählerlisten eingesetzt werde, damit auch denjenigen, die in diese Liste nicht ausgenommen wurden, ihr Recht zuteil werde. Die Abordnung der Dobrudschauer Juden wird im Laufe des heutigen Tages vom Ministerpräsidenten und den beiden andern Ministern empfangen werden. Neue lleberfälfe in Pal&fiina. Jaffa, 9. August. Die Ueberfälle auf jüdische Kolonisten in Galiläa mehren sich und gewinnen dadurch einen ersten Charakter, daß sie teilweise durch pflichtvergessene Beamte nicht nur gebilligt, sondern auch direkt gefördert werden. Letzten Donnerstag erhielt ein jüdischer Wächter namens Schalom Aru in Kogana zwei Schüsse, die ihn lebensgefährlich verletzten. Der Meuchelmörder soll sicherem Vernehmen nach ein bekannter christlicher Araber, namens Salim, sein, dessen Verhaftung jedoch noch nicht angeordnet ist. Als am folgenden Tag auch der jüdische Wächter Zewi Bartenows ki von gleicher Hand niedergeknallt wurde, entschloß sich der Kamaikam aus Tiberias in höchst eigener Person die Kolonie aufzusuchen und dort nach dem Rechten zu sehen. Als er am Eingang der Kolonie auf ein neues Hans stieß, schimpfte er auf die jüdischen Eindringlinge und drohte, den seiner Ansicht nach ohne Konzession aufgeführten Bau zerstören zu lassen. Er führte diese Drohung auch später aus, und zwar in Mascha, wo sich ein Schulgebäude im Bau befand. Wiewohl ihm die Bauherrn die Baukonzeffion vorzeigen konnten, beschimpfte er sie aufs gröblichste und machte sich mit seinen Leuten daran, den halbfertigen Bau abzutragen. Ein junger Mann, der zu protestieren wagte, wurde verhaftet, aber wieder auf freien Fuß gesetzt als der Gestrenge erfuhr, daß er es mtt einem österreichischen Untertanen zu tun haben. In den Kolonien herrscht große Erregung. ♦ vermkcdter. Hamburg, n Aug. EM unter Borfitz des Herrn Hugo Mainz gebildetes Komitee hat eine Liste der rituell zuverläsfigen Bäder (Mttwaoth) herausgegeben, die jedem Interessenten kostenlos bet der But Handlung A. I. Hofmann, Frankfurt a. M., zur Verfügung steht. Die Liste enthält neben Ort und Adresse auch den Namen desjenigen Rabbiners, der die Kontrolle der betreffenden Mikwah führt. Es wäre unseres Erachtens am zweckmäßigsten, dieses Verzeichnis regelmäßig dm Büchlein deS ^Vereins für rituelle SpeisehSuser" Seizufügen. Gleiwiß, 14. Aug. Hiesige Bläser schreiben: ES ist in letzter Zeit in hiesiger Gebend öfters dorgekomlnen, daß jüdische Kinder, die christliche Schulen besuchen, auch zum Samstag-Unterricht herangezogen wurd.n. Das - steht im Widerspruch zu dem Mtntsterialerlaß über den > Unterricht jüdischer Kinder an Sonnabenden und den ' hohen jüdischen Feiertagen. Danach find jüdische Kinder, dre in christlichen Volksschulen rtngcschult sind, an dm Samstagen und dm hohen jüdischen Feiertagen vom Schulbesuch zu dtSpmsteren. Das dre betteffmdm Kinder edeSmal Gelegenheit haben, dem Synagogmgvttesdimst Setzuwohnen, ist nicht Vorbedingung der DiSpmfarion.