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Der Israelit · 1911-08-17 · Heft 33 (17.8.1911) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 33 (17.8.1911)
Date
1911-08-17
Page
– (sequence 8)
Language
German
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»tttt 8 Ho. 33 »er Mrarltt 17 rlüWft ZM (Zuruf: Privatsache! anderer Zuruf: Unwahr!), durch Fahren, Reiten, Tragen und Feueranlegen wie an gewöhnlichen Werktagen, zum Schmerze aller derjenigen, in denen jüdisches Empfinden lebt und die mit Befremden sehen, wie ihr Allerheiligstes mit Füßen getreten wird, durch Brüder in Erez Israel, — im heiligen Lande. Die Sache hat bereits einen solch schrecklichen Grad angenommen, daß nur Gott weiß, was das Ende dieses Skandals sein kann, wenn nicht durch weisen und gerechten Rat dem Uebel gesteuert wird. Sie, die verdienstreichen Vorgesetzten, haben die Pflicht, alle Arbeiter und Beamten, die auf den Gütern des Nationalfonds Ihnen unterstellt sind, durch sehr energischen Befehl und strengen Verweis zu bewegen, diesen ihren Weg zu verlassen und fortan allem, was Israel heilig ist, mit Achtung und Respekt zu begegnen und sich vor jeder Entweihung .des heiligen Tages zu hüten. __ In der Hoffnung, daß diese meine wenigen Worte ihren Zweck erreichen werden, zeichne.ich mit Hochachtung __ Abraham Jitzcha? Hakvhen Kuk. Diese Worte, liebe Gesinnungsgenossen, müssen allen zionistischen Brüdern zu Herzen gehen. Eine solche Kritik ist keine nrisrachistische Angelegenheit, es ist eine allgemeine zionistische Sache (Beifall und Widerspruch) von eminentester Bedeutung — nostra res agitur. Wir alle müssen gleichermaßen den Wunsch haben, unsere Unternehmungen nach jeder Richtung hin makellos und unangreifbar zu gestalten. (Beifall.) Ich unterbreite daher dem Kongreß folgenden Antrag: „In Bestätigung früherer Kongveßbeschlüsse und Erklärungen beschließt der Kongreß: Die Leitung des N.-F. hat dafür zu Morgen, daß auf allen seinen Besitzungen das jü- - difche Gebot respektiert wird." Ich bitte Sie, diesen Antrag einstimmig anzunehmen. Der Redner hatte große Mühe sich bei der hervorgerufenen Unruhe Gehör zu verschaffen. Insbesondere, als der Redner in der Antragsteüung von der Respektierung der jüdischen Gesetze sprach, konnte der Vorsitzende kaum die Versammlung zur Ruhe bringen. Dr. Tschlenoff behauptete, daß dieser Brief von Rabbiner Kuk, den die Misrachisten in gedruckten Exemplaren an die Delegierten verteilten, erst jetzt zur Kenntnis des Direktoriums des Jüdischen Nationalfonds gelangt sei. Sodann erteilte der Vorsitzende dem Vertreter des Palästinaamtes Dr. Jacob Thon das Wort, der energisch die dem Direktorium zur Last gelegten Mängel bestritt, und behauptet, daß Sabbath und die jüdischen Feiertage in vollem Umfange ein gehalten werden. Nun erhielt ein Vettreter der »Poale Zion", Delegietter Zuckermann, das Wort. Zuckermann sprach Jargon. Auch „Poale Zion" verlange Förderung seiner dem Misrachi entgegengesetzten Interessen. Der Antrag des Herrn -Struck, der nichts anderes, als eine religiöse Polizei bedeute, sei ein grober Verstoß .gegen das Gebot der Nächstenliebe, das doch wichtiger sei, als die religiösen «Gebote."!.' In scharfem Kontrast hierzu standen die Ausführungen von Rabbiner Schmelkes aus Przemisl, der die Bedeutung der Thora für die Erhaltung des jüdischen Volkes hervorhob. Er knüpfte daran die richtige Bemerkung, daß diese Fretgeisterei und die frivole Uebertretung der religiösen Satzung nicht dazu beitragen könne, die Sympathien der gläubigen Mohamedaner zu erwerben. M. Ussischkin erklärt sodann, daß auch er dem Misrachi sehr „nahe stehe", aber den Vorwurf der Untätigkeit des Misrachi nicht unterdrücken könne. Auch orthodoxe Elemente sollten zur Besiedelung des Landes nach Palästina wandern und dort, wie es die Gründer der Tachkemoni- Schule getan, eine eigene Schule errichten, die in misrachtsttschem Sinne wirken und die religiöse ''Erziehung der Kinder fördern solle. Widerspruchslos nahmen die Misrachisten diese Anschuldigungen hin und der Vorsitzende Dr. Tschlenoff hielt den Augenblick für gekommen, wo er durch eine „Erklärung" den Antrag von Hermann Struck beseitigen könnte. Er erinnerte daran, daß feit Beginn der zionistischen Bewegung religiöse Debatten geführt werden. Er wolle dem Kongreß ein Wort in Erinnerung bringen, das -der große Führer schon damals als Amwort auf -eine Anfrage, wie sich der Zionismus zu Religion stelle (gemeint ist die von Herrn Rabbiner Dr. A. Cohn im Einverständnis mit zahlreichen gleichgesinnten Rabbinern auf dem ersten Kongresse aufgeworfene Frage) gegeben habe. Herzl erklärte, daß der Zionismus nichts unternimmt, was das religiöse Gewissen seiner Anhänger verletzen kann. Der Zionismus steht auch heute noch auf diesem Standpunkt, weil er es will und weil er es muß. Mit vollem Recht können wir die Worte Herzls als das Testament betrachten, das wir erfüllen werden. Der folgende Redner Dr. Zweig wendet die Debatte nach dieser Erklärung des Vorsitzenden wieder der Verwaltung der Banken zu und spricht ihr in einem einstimmig angenommenen Antrag den Dank für ihre Tätigkeit aus, worauf die Vormittagssitzung um 1 Uhr geschloffen wurde. In der Nachmittagsitzung vom Freitag kamen vier Generalredner zu Worte. Boris Goldberg und Dr. Pinkus sprechen in in längeren Ausführungen über verwaltungstechnische Fragen der Banken. Ihnen erwidert Direktor Katzenelsohn und widerlegt die Bemängelungen seiner Vorredner. Nunmehr wird die Debatte über den Nationalfonds zu Ende geführt, und gleich verändert sich das Bild. Aehnlich wie am Vormittag treten die Patteien zum Kampf bereit einander gegenüber. Hermann Struck formuliert seinen Antrag, um Mißverständnisse zu verhüten und den Anschein zu vermeiden, als oö der Mt-racht etwa die Freiheit einzelner Personen bee'nnächtigen wollte, etwas anders. Er lautet nun: In Bestätigung früherer Beschlüsse erklärt der Kangrcß, bas Direttortum des Nationalsonds hat dafür zu sorgen, daß in der Leitung und Verwaltung der Nat-oialsonds Besitztümer die jüdischen Gebote respektiert werben. Als erster der Generalredner regt Dr. Levy- Charlottenburg die Einsetzung einer Kontrollkommission in Palästina an, welche die Tätigkeit der zionistischen Organisation überwachen solle und hebt hervor, daß der Misrachi sich sehr stark an der Siedlungsgenoffenschaft beteiligt habe. Den Juden in Palästina will der Zionismus nicht blos Brot geben, sondern auch den jüdischen Geist. In die private Freiheit des Einzelnen wolle niemand eingreifen, aber die individuelle Freiheit muß auch eine Grenze kennen. Da von Seiten des Direktoriums jede Verletzung der Religion bestritten und die Darstellung des Oberrabbiners Kuk für unzutreffend erklärt wurde, beklagt er, daß der Leiter des Nationalfonds 11 Monate habe verstreichen lassen, bis er — was auf den Gütern der Jea und des Baron Rotschild ohne Umstände geschehen fei — erst auf wiederholte Vorstellungen des Misrachi hin, die Anweisung gegeben habe, auf das Schemitagesetz zu achten. Nach ihm kam der Vertreter der Poale Zion, Ben Zevi, zum Worte, der die hebräische Sprache mißbrauchte, indem er ungefähr folgendes ausführte: Es stellte die Einheit der Bewegung in Frage, wenn auf Wünsche von mtsrachistischer Seite Rücksicht genommen werde. Redner hebt die Leistungen der Freidenker in Palästina hervor, hinter denen die Arbeit der Misrachisten, die zu Opfern unfähig und überhaupt unfruchtbar seien, weit zurückstehe. Er verlange nicht nur religiöse Freiheit in vollstem Umfange, sondern auch prinzipielle Anerkennung seiner (freidenkerischen) Anschauung. Delegierter Berlin erläutert, hebräisch sprechend, den prinzipiellen Standpunkt des Misrachi, und erklärt, daß es für ihn unmöglich sei, auf die bekannte Forderung zu verzichten. Auch er tadelt die Nachlässigkeit des Direktoriums in der Schemitafrage. Dr. SchemarjaLewin spricht in wirkungsvoller Weise über die jüdischen Kolonisten in Palästina, insbesondere über die junge Generation in den jüdischen Kolonien. Palästina sei der beste Schutz gegen alles Unjüdische. Was dieser Redner unter „Jüdisch" und „Unjüdisch" versteht,: ergibt sich aus folgenden Sätzen seiner Rede „Gibt es ein Fleckchen in der Welt, wo der Sabbath so schön ist, wie in Palästina, trotz der poaleztonisttschen Gruppen? Trotzdem sich in Palästina viele bemühen, daß es gotisch aussehen soll, ist es jüdischer als irgendwo in der Welt. Legen Sie auf die Wagschale eine Straße wie Tel Awiw mit seinen nichtfrommen Leuten, und es wird sich zeigen, daß diese eine Tel Awiw-Straße ganz Frankfurt überwiegt." Er führt aus, daß der richtige Weg für die Lösung dieser Streitfrage nur gefunden werden könne, wenn auch die Misrachisten Institute für jüdische Kulturzwecke in Palästina einrtchten und den Kampf mithin in ganz anderer Weise mit positiver Arbeit führen. Dr. Bodenheimer geht in seiner Erwiderung auf die Kritik der verschiedenen Redner ein und lehnt im Namen des N.-F. die Verantwortung ' für den bekannten Vorgang in Etn- Ganim ab. Ein-Ganim habe nichts mit dem N.-F. zu tun, das eine Kolonie sei, die vom Odessaer Komitee errichtet wurde. Die Misrachisten sollten ihre Angriffe gegen das Odeffaer Komitee richten. Als eine frivole Behauptung bezeichnet er es und als einen Kampf mit unredlichen Mitteln, wenn der Misrachi ihm verwerfe, er habe die Schemitaanaelegenheit durch elf Monate htngezogen. Er führt im Gegensatz dazu an Hand der Korrespondenz den Nachweis, daß er das von Rabbiner Kuk zur Regelung des SchemitagesetzeS eingesandte Dokument sofort unterschrieben zurückgeschickt und außerdem an die Verwaltung das Telegramm gerichtet habe: Beachtet Kuks Ratschläge bezüglich Schemita. Der Mtsrachi möge lieber auf dem Boden der Wahrheit bleiben, denn auch das sei ein Grundsatz des jüdischen Gesetzes. Bon misrachistischer Seite wurde hierzu mitgeteilt, daß die Regelung der Schemitahfrage und vor allem die Absendung des Telegrammes Herrn Dr. Bodenheimer mühsam und nur durch die Drohung mit der Flucht in die Oeffentlichkeit abgerungen werden konnte. Das hat Herr Dr. Bodenheimer verschwiegen! Zum Schluffe wiederholte Herr Dr. Bodenheimer die stereotype Aufforderung an den Misrachi, mehr positive Arbeit auf der Basis des Religionsgesetzes in Palästina zu entfalten. Nachdem auf diese Weise die National-Fonds- Debatte zum Abschluß kam, erwartete man allerseits die Abstimmung über den Antrag von Hermann Struck, deshalb blieb der Saal auch trotz des nahen Sabbatbeginns gefüllt. Wie groß war daher das Erstaunen und die Enttäuschung der Anwesenden als nun Herr Struck der Bitte und dem Drängen des Vorsitzenden Herrn Dr. Tschlenow, der zum Frieden mahnte, jetzt so kurz vor Sabbat, wo der Frieden in die Seele jedes frommen Juden einziehe und das allen gemeinschaftliche Streben betonte, nachgebend auf eine Abstimmung über seinen Antrag verzichtete, weil der Präsident des Kongreffes und der Direktor des Nationalfonds mit Zustimmung der anwesenden Delegierten (d. h. ohne ihren öffentlichen Protest) erklärt hätten, daß sie mit den Forderungen des Misrachi einverstanden seien. Basel, 15. Aug. Ausgeruht und auch innerlich etwas ruhiger und friedlicher gestimmt versammelte man sich Sonntag 10 Uhr 15 zur 7. Sitzung. Vor Beginn derselben macht der Vorsitzende Max Nor bau dem Kongresse vom Ableben des Malers Joseph Israels Mitteilung, dessen Andenken das Haus durch Erheben von den Plätzen ehrt. Nach Verlesung einer großen Anzahl von Begrüßungsschreiben, darunter auch eines von 100 christlichen Bürgern der Stadt Genf und von Pastor Dardier unterferttgtenBegrÜßungstelegrammeshältDr. N. Katzenelsohn ein Referat über die jüdische Emigrationsfrage. Er schilderte die riesigen Dimensionen, die die Auswanderung der I Juden aus Rußland annimmt und führt dann folgendes aus: Wenn die jüdische Auswanderung aus Rußland sich weiter in demselben Matze entwickeln wird, so wird die Zahl der jüdischen; Auswanderer größer fetti Jui fraz Pa Ras Gri litis der, höck Enr Teil Ter sie oehc gral wra nik her Em e s der s e n r u r der Mi hab< selbj kam halt der ihre Er tiv! habe schl Pal nige nach folge zioni Verl infor jüdis (vorz mani Real gefur 5 einer über 3 tag die j der Die! drs . gefül Er s Gest, wirf! und lang! 1 tvend den, als o bezwc greife s che i akai fung burea 3 einen rachi, wiffer Geist und tapse der <s Reli derur gen voll«! ch es fen, i der s che Da d nerlif Genel

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