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Der Israelit · 1911-08-03 · Heft 31 (3.8.1911) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 31 (3.8.1911)
Date
1911-08-03
Page
– (sequence 10)
Language
German
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■ v;4 -• r- <•- r' i ‘ j.' :■..' r euillelon. »TIP im. Historischer Roman von Sara Vngenheimer. (Fortsetzung.) O, er hatte gelitten, unsäglich hatte er gelitten in diesen langen, grauenvollen Fahren. Nie hatte er gedacht, daß sich ihm während seines Lebens die Tür des Kerkers öffnen werde, nur durch seinen Tod hatte er auf Erlösung gehofft. Nun hatte sich urplötzlich die Hoffnung auf Erlösung in ihm geregt, der mitleidige jüdische Knabe, in dessen Bereich durch einen seltsamen Zufall — doch was ist Zufall anders als göttliche Fügung? — die Schlüffe! zu seinem Kerker sich befanden, hatte ihm zugeflüstert, er solle nicht verzweifeln, er werde auf Rettung für ihn sinnen. Wenn nun Gott ihm einen guten Gedanken eingeben würde! Wenn seine Rettung gelingen würde! Wenn er die Sonne Wiedersehen würde — und den Himmel — und die Menschen — und seinen Bruder. Abermals entstürzten Tränen seinen Augen und laut schluchzend barg er das Antlitz in den Händen. Jndeffen war Liah die Kellerstiege aufwärts geeilt, ohne aufzufallen hatte sie die Zelle des Küchenmeisters erreicht, der noch immer mit geschloffenen Augen dalag. Ob er schlief? Ob er bei Bewußtsein war oder nicht? — sie wußte es nicht, es kümmerte sie auch nichtseit sie den unglücklichen Gefangenen gesehen und gehört batte, daß der Kranke dessen Gefangenschaft verschuldet, seitdem war jedes Interesse für diesen, jedes Mitleid mit ihm geschwunden. Sie Pflegte ihn wohl — das hatte sie doch übernommen —, gab ihm' stündlich die für ihn bestimmte Mixtur und was der Arzt sonst noch verordnet hatte, aber ihre Gedanken waren nicht bei ihm, die waren unaufhörlich bet dem Unglücklichen dort unten in dem grauenvollen finsteren Kerker. Sie sann und sann, wenn Gott ihr nur einen Gedanken eingrben wolle, wie sie dem Unglücklichen helfen könne! Sie sann und sann, sann unaufhörlich, denn s« wollte ihn retten, sie mußte ihn retten! * Als der Arzt kam, erstattete sie ihm eingehenden Bericht über das Befinden des Kranken aber der erfahrene Mann bemerkte sofort ihr verändertes Gebühren. „Du hast dir doch wohl zu viel zugemutet, Kind" sagte er güttg „sollten wir die Pflege nicht doch lieber einem der Brüder übertragen?" „Nein, bttte nein!" widerspach sie lebhaft/ deny sie fürchtete, wenn sie den Kranken nicht mehr pflegen würde so würde ihr auch der Zutritt *u dem Gefangenen nicht mehr möglich sein. „Nein wirklich, Hochwürdiger, die Pflege strengt mich nicht allzusehr an, lasset fie mir wenigstens vorläufig noch!" . Der Vater Gardtan nickte ihr freundlich zu „Nun wenn dir gar so viel daran gekegen ist, so will ich dir in deinem Ltebeswerk nicht binoerltch sein, du bist ein guter Junge. Aber einige Stunden mußt du doch in frischer Luft zubrtngen, ich werde einen der Brüder für diese Zett herschicken." „Ich danke euch, hochwürdiger $ctt" versetzte Liah, indem sie die Hand des Geistlichen an ihre Lippen zog „einige Stunden werde ich gern im Freien verbringen, dann werde ich den Kranken um so besser pflegen können." Der VorschtM des Arztes war ihr sehr willkommen, denn in ihr keimte bereits ein Plan zur Befreiung »des Gefangenen, wozu sie Borbrrettungen treffen konnte, obgleich ihr Vorhaben in seinen Einzelheiten ihr noch nicht klar vor Arsgey lag. Sie vereinbarte daher mit dem Laienbruder, der sie in ihrer Abwesenheit bei dem Kranken vertreten sollte, daß sie sich Mittags auf einige Stunden entfernen würde. Jnzwischtzn^ trüt Ihr ihr Plan immer klarer vor Augen und die Hoffnung denselben mit Gottes Hilfe glücklich auszuführen stieg mehr und mehr. Hoch hob sich ihre Brust in dem Hochgefühl, die Rettung^ eines Menschen vollbringen zu wollen. — Wenn ihr das gelingen würde! wenn ihr daS gelingen würde! — Wie ein junges Füllen rannte fie zur Mittagszeit vom Kloster ihrem Häuschen zu und allen Bekannten, oenen sie begegnete, nickte sie freundlich grüßend zu und alle freuten sich, den auf's neue verwaisten Knaben so frisch zu sehen. Als sie ihre Wohnung erreicht hatte, schob sie den Riegel vor die Tür, denn bei der Arbeit, die sie vor hatte, wollte sie nicht gestört werden. Vor allem jedoch nahm sie ihr Mittagsmahl ein »nd zwar mti einem Behagen, wie fie solches seit lange nicht empfunden hatte, denn die Hoffnung einen Menschen zu retten und dabei ihren fett Jahren gehegten heißesten Wünsch zu verwirklichen gab ihr Mut und Lebensfreude. Denn das stand fest bei ihr, wenn sie dem Gefangenen zur Flucht verhalf, dann würde sie mit ihm fliehen, sie kannte ihn zwar nicht, aber sie vertraute ihm, er hatte sch'ma Jsroel! gerufen, ihn fürchtete fie nicht. Als fie ihre frugale Mahlzett beendet hatte, musterte sie ihre noch vorhandenen Vorräte und flüsterte vergnügt in sich hinein: „Uebergenug, davon könnten wir vielleicht acht Tage leben." Dann kramte sie im Spind und in der Truhe, was sie von den Gegenständen, die dort lagen, mitnehmen könnte, doch es fand sich wenig. Als sie jedoch hinter den Kleidern der Muhme einen vollständigen Anzug des Gatten derselben erblickte, da stieß sie einen Freudenschrei aus. Nicht daß sie die Kleider noch nie gesehen hätte, aber noch nie war ihr in den Sinn gekommen, daß sie dieselben zu irgend etwas würde verwenden können. Nun aber hatte sie in ihrem Gedanken den Anzug sofort für den Gefangenen bestimmt, der in demselben seine Flucht weit sicherer würde bewerkstelligen können. Sie war so froh, jubelnd schlug sie die Hände zusammen, sie hielt sich überzeugt, es würde gut gehen, alles würde gelingen. Jetzt nahm sie das Mehl, das sich noch vorfand und . den Sauerteig von der vorigen Woche, knetete einen Brodteig, wie die Muhme eS sie gelehrt hatte und formte kleine Brode daraus, die sie morgen backen wollte. Nun aber war es Zett, in's Kloster zurückzukehren, der Bruder sollte sich nicht beklagen können, daß fie zu lange fortgeblieben wäre. In der Halle traf sie den Pater Gardian, der eben von dem Kranken kam. „Er hat schon nach, dir gefragt" sagte er „nach seinem Dicki hat er' verlangt" fügte er lächelnd hinzu. „Aber das macht nichts, deswegen mußt du morgen doch wieder einige Stunden in frische Luft, es hat dir gut getan, du siehst jetzt ganz anders auS als vorhin." Liah fühlte sich in der Tat ganz anders als am Morgen, seit sie ihren Plan fertig im Kopf hatte, hätte fie unaufhörlich jubeln mögen. Wie nur der Gefangene sich freuen würde, wenn sie ihm alles Mitteilen, ihm seine Freiheit in höchste wahrscheinliche Aussicht stellen würde. Sie wäre am liebsten sofort hinunter zu ihm. geeilt, aber damit hätte sie ihren wohldurchdachten Plan sofort zu Nichte machen können. Nein, er mußte sich gedulden und sie mußte sich gleichfalls gedulden. Als sie in das Krankenzimmer trat grüßte sie den Pfleger freundlich und freundlich trat sie zu dem Kranken und La die Sanduhr eben abgelaufen war, gab sie ihm die für ihn bestimmte Medizin. Sofort schlug er die Augen auf und blickte dankbar zu ihr empor. „Ich habe dich nicht geschaut und nicht gehört und doch habe ich's gewußt, daß du da bist, es tut einem so wohl, wenn du einem anfaßt." „Es freut mich, daß ich euch Linderung verschaffen kann, aber ich glaube, es geht euch überhaupt besser, ihr seht freier aus." //Ja," erwtederte er, ttef aufatmend, es geht mir augenblicklich beffer, wirst jetzt da bleiben?" Ja, versetzte Liah, „der Bruder ist gegangen." „Gut ist's, er ist mir nicht gut und ich bin ihm nicht gut — der soll mir nicht in die Karten gucken. — Hast heut in der Früh' dem Gefangenen seine Ratton gebracht?" „Brod und Wasser habe ich ihm gebracht, wie ihr es befohlen habt." „Na ja, was braucht er mehr? — Hat dich einer gesehen, wie du hinunter gegangen bist?" „Wie ich hinunter gegangen bin, hat mich keiner gesehen, wie ich aber herauf gekommen bin war der Herr Prior draußen und hat mich gefragt, woher ich komme und als ich ihm?s gesagt habe, hat er gesagt, das wäre recht, so lange ihr krank seid, sollte ich ihm alle Morgen seinen Teil bringen." „Gut ist, das wirst du nicht vergessen." „Nein vergessen werde tch's nicht, daß ich ihm morgen ein größeres Stück Brod bringen könnte, damit er für übermorgen mit genug hätte?" „Warum denn das? gehst nicht gern alle Tage hinunter?" „Ach, daran liegt mir nichts, aber ihr habt doch gesagt, wenn sie im Kloster Fische gebrauchen, dann sollte ich' sie fangen. Und der Koch hat mir vorhin gesagt, übermorgen möchte er Fische gebrauchen, da möchte ich gerne gleich in der Frühe auf den Fang gehen, denn man kann nicht wissen, manchesmal kann man einen halben Tag sitzen und auch wohl einen ganzen Tag, und hat nichts Rechtes." „Verstehe, verstehe, übermorgen möchtest du frühzeitig fort, darum willst du dem Patron drunten morgen doppelte Ratton bringen, na, meinetwegen, aber mit dem Wasser, wie steht's damit?" „Was würde's schaden, wenn er 'mal einen Tag kein Wasser hätte?" Der Kranke lachte. „Dir möchte es nicht schaden, wenn er einen Tag kein Wasser hätte und mir auch nicht, aber er —" „Ihr habt doch gesagt, er hätte eine Sünde gegen den helltgen Geist begangen und das wäre noch ärger als einen Menschen ermorden — alsdann so einer —" „Hast schon recht, auf so einen brauchte man nicht so viel Rücksicht zu nehmen, es ist mir nur, wenn er gar zu großen Durst hätte, könnte er heulen oder brüllen, so daß man ihn im Hofe hören könnte — und wenn da einer von den jüngern Brüdern gerade in der Nähe wäre — einige sind gut mit ihm gewesen — da wäre's mir nicht recht —" „Schon gut wenn's euch nicht recht wäre, daß er durstet, es ist mir nicht zu viel und ich werde auch nicht daran vergeffen." „Bist ein braver Bub, Dickt, jetzt sehe ich's erst, wie recht die Annemarie gehabt hat, daß sie dich so gern gehabt hat." (Fortsetzung folgt.); E für I bet nicht schiel sung Einst nach lehrt« sum erfaß Schü den ' hat, den. der; verm Schn Fort lerne jeder folge. mehr dem Zwts sprür nach racho Wied ( L ist lei riesig verno Berg. Z-ltdich " gemei sich e nach Tage u.s. r -aß 2 Ja Zettr - D von wird, ist da Selbs . »

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