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Der Israelit · 1911-08-03 · Heft 31 (3.8.1911) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 31 (3.8.1911)
Date
1911-08-03
Page
– (sequence 9)
Language
German
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3. August 1911. Krankenwagen ka mpierenalso volle vier Stunden. Dann kam der ungeheuerliche Bescheid, an besten Glaubwürdigkeit man mit Recht zweifeln müßte, wenn er nicht von einem Manne verbürgt würde, der durch sein humanes Wirken und tm Ehrendienst der jüdischen Wohltätigkeit bekannt ist. Der nun auf der Bildfläche erscheinende jüdische Arzt des jüdischen Kran» kenhauseS erklärte nämlich, die Frau könne dort keine Aufnahme finden, indem dieses kein für das Krankenhaus passender Fall sei. Man müßte noch viel mehr als ein Laie mit sehr beschränktem Untertanenverstand sein, wenn man so etwas für begreiflich sollte finden können. Also, da die Kranke kein „passender Fall" für das jüdische Krankenhaus der großen jüdischen Gemeinde Berlin war, wurde ihr die Aufnahme daselbst brüsk verweigert. Die jüdischen Personen, die fich der schwerkranken Frau angenommen hatten, telephonierten nun an die Charit« und prompt wurde dort die Aufnahme zugesagt. Merkwürdig ist, -aß dieselben jüdischen Personen fich nicht sofort an das jüdische Krankenhetm der Abaß Jisroel wandten, wenn die Patientin nun denn doch für das jüdische Krankenhaus überhaupt kein „passender Fall" war. Man kann mit aller Sicherheit daraus rechnen, daß fich die in Betracht kommenden Schuldigen des jüdischen Krankenhauses damit werden herauszureden suchen, daß kein Platz vorhanden gewesen sei. Sv etwas haben wir schon sehr oft als AbwetsungSgrund zu hören bekommen. Dann müßte aber die Untersuchung, die doch hoffentlich jetzt noch erfolgen wird, und der JournalauswetS — es gibt auch noch andere Wege für die Verwaltung, die etwa bestrittene Plotzfrage auf ihren Wahrheitsgehalt zu eruieren — cinwandsfret dartun, daß tatsächlich in jener Nacht jedes Bett im jüdischen Krankenhaus, besetzt war. Wo bleibt die ärztliche Ethik, bie hter offenbar nicht beachtet worden ist? Wir beschränken unS einstweilen auf diese Frage und erwarten vorerst, daß die Verwaltung des jüdischen Krankenhauses zu diesem Borkommnis Stellung nimmt und fich so rechtfertigt, daß, wie wir im Interesse der jüdischen Ethik und der Humanität hoffen, eine Erklärung von den hier beteiligten Kreisen werde den Sachverhalt, der Wahrheit gemäß anders klarstellen. Wir werden unS aber nicht damit begnügen, baß man mit etwaigen Mißverständnissen den Vorfall zu erklären sucht. Ist die Verwaltung unschuldig, dann hat der betreffende Arzt sich als disqualifiziert fürsetnen Posten erwiesen und er muß die Konsequenzen tragen. Mn an einem allgemeinen Krankenhaus angestellter Arzt muß seinen WtrkungS- und PfltchtenkretS so genau kennen, daß durch sein Verhalten kein kranker, der Aufnahme heischt, in Gefahr gebracht werden kann. Ein Arzt, der ein allgemeines Krankenhaus offenbar mit einem Prtvatsanatorium verwechselt, ist an einem Krankenhaus unmöglich. hieraus hat nun aber auch die Verwaltung des jüdischen Krankenhauses die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Zunächst mögen aber sowohl die nächftbetetltgten Kreise in Hannover wie in Berlin zu dem hier berichteten Vorkommnis bündige und zutreffende Er- Sommer- und WInterieurort. für echte und (16394) 6roBa. Klefi-Sillietwarso gramm. Mk. 12 TafellSfel 600 53.- 12 Taftigadeln 600 12 Tttteirnesser 2'0 12 Dessertgabeln 380 -- 7er loO 53- 32.50 35.50 22.- 23.20 21.- 9 90 12 Nkfferimrsse 12 ®flpl8fcl 230 1 Appens-SpferLOO iGrmiiselösset 90 Höhere Gewichtslagkn entsprechend mehr. Man verlange Katalog oder Muster, ^re. 1?ranlstierbostelk in 6tul 12.— 1 Fischbesteck in 6iui 11.— 1 Salaibeflefh in £tul 11 &o 1 Buffer- und stSsebesteck 6.75 mit Etui. Autwahlsendung In BrotkBrhen, Becher, Pokale, Compotidres zu Diensten. — Zahlr. Referenzen. D. Heimann Schwfib. 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Geehrte Redaktion' Der „Jüdische Nationalfonds" erzielt bekanntlich aus dem Erlös abgestempelter Briefmarken beträchtliche Summen für feine Zwecke. Wie wäre es, wenn die gefetzestreuen Kreise fich zum Prinzip machen würden, die gebrauchten Briefmarken ihrer privaten und gefchäftltchen Korrespondenz aufzubewahren, dieselben sammeln und tm Auslande verwerten zu lassen, um den Erlös dem Schare Zedek-Hofpital in Jerusalem zuzuwenden? Dem überaus segensreich wirkenden Krankenhause, das an finanzieller Schwäche leidet, wäre auch die kleinste Gabe willkommen. Und lohnte eS nicht Mühe, wmn damit auch nur einem einzigen Krankenhause geholfen wäre? Abgesehen aber von der Zedokoh hätte die Sache auch einen ethischen Wert: Oft und oft würde man fich an unsere Vergangenheit und Zukunft, an Zijaun-Jerufcholajtm erinnern/ L. Grünhut. Briefkasten. Lehrer S. St. in P. Rabbiner Dr. Wolf in Köln, Hohenstaufenrtng 14. L. S. Das Rothfchildfche Altersheim Frankfurt a. M., Zeil. Lehrer I. P. in W. Wir veröffentlichen prinzipiell keine Steckbriefe. Bereinskalender. Bereit! Mekor Cüajim. (Bereinslokal Langestraße 18.) SamStag, den 5. Aug., nachmittags 4'/« Uhr im Hörsaale der Synagoge Friedberger Anlage Nr. 5: Mikro-Vortrag des Herrn Golde. Janffliennachrichten. Barmiswohfeier: Max, Sohn von Solomon teiaerwald, Ostcndstr. 12, Synagoge der JSr. ReligionSufellschaft. — Arthur, Sohn von Lehrer L. Spier. Maschinenstrickerei Selma Vages Frankfurt am Main ♦ Hochstrasse 23. An- und Neustricken von Strümpfen mit bestem Material und billigen Preisen. Größte Auswahl in Strümpfen und Handschuhen. II—. . *-B Labbat - Anfang u. Ausgang WMTS Anfang Mntnm Ausgang Uhr iMiu. 18111 5671 Uhr ÜRta. 5. 11. »roaftuch«.«. 7 80 August «w 8 SS iverli» .... — — 8 43 «Iffoo I Ml XWUUIQI > — — 8 30 7 — 8 45 «tottgait. . . 7 15 8 45 Vofea . . . . — —' 8 90 NSr»kerU . . 7 15 8 37 HfMkftme« . . . 1 — — 9 04 Allen voran ist die P erfekt muo man schneidern 1 ««Ml, erfekt wird bei ans sehneid, gelehrt erfekt nicht mit anderenCnter nehmen zu verwechseln. / erfekt schneidern lernt man innerhalb 8—3 Monaten. MäSiges Honorar / Qp’yS' Annahme v. Schülerinnen tigiioh — Fraakiart a. M-, Unterweg 8 4 Landeshuter h Leinen- und Gebild-Weberei F.V. Grünfeld KönigL, Grossherzogi. ul Fürstlicher Hoflieferant Berlin W-, UhdimMn ü-i. GrSsste AssmU all«Wischeartikel fir In basMafL Mim iiizer »wlelleeea Pralsllst« alt AUiDdnaosi sswft isst» uttkliis All Btustn. UL54S) Hotel und Knrhans ' CndKlwald ' Telefon 168. Besitzer A. Kuli». Haus vornehmsten Ranges. Große GesellschastSräume zur Abhaltung von Festlichkeiten. KonversaiionSräume, Schreibu. 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