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Der Israelit · 1911-07-27 · Heft 30 (27.7.1911) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 30 (27.7.1911)
Date
1911-07-27
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Die Broschüre, der Sonderabdruck einer Glanznummer in der von Moritz Stern, Berlin, herausgegebenen Fe st s chrift zum 40jährigen Amtsjubiläum des Herrn Rabbiner Dr. Carleb ach in Lübeck, wird sich in Fachkreisen yiele Freunde erwerben. Mehr auf dem streng wissenschaftlichen Gebiete bewegt sich das bei Sänger u. Friedberg, Frankfurt a. M., erschienene Maimonidische Buch wyn ivttv von Rabbiner Dünner in Rogasen. Es ist die erste Schrift des Maimonides über das religionsastronomtsche Thema des die, wiewohl sie bereits zweimal — in Metz und Leipzig — erschienen ist, in solch vollendeter Ausstattung zum erstenmal der jüdischen Gelehrtenwelt vorgelegt wird. Der Herausgeber scheute keine Arbeit und Mühe, das Werk mit größter Sachkenntnis von alten und neuen Schreib- und Druckfehlern zu säubern und es mit Erläuterungen zu versehen, die die etwas schwerwissenschaftliche Materie dem Verständnis nahe bringen. Unterstützt wird dieser Versuch durch das leichtfließende Hebräisch, in dem der Kommentar abgefaßt ist und durch klaren,, sauberen Druck. Zur rübbinischen Literatur in weiterem Sinne gehört, wiewohl in deutscher Sprache abgefaßt, auch das bei I. K a u f f m a n n, Frankfurt a. M., erschienene Buch 7Nv von dem bekannten homiletischen Schriftsteller Rabbiner Dr. F. Kanter. Denn wo wäre der 'ywu, das Gleichnis und Beispiel, dieses treffliche Anschauungsmittel zur Belehrung von Groß und Klein, so beliebt und eingebürgert wie in der altrabbinischen Homiletik? Der Berfaffer bietet eine prächtige Blütenlese alter, neuer und neuformulterter D^iPÖ, die aus dem vielgestaltigen Leben des Tages entnommen, sich als drastische Illustration zu vielen Zeit- und Streitfragen unseres Geisteslebens präsentieren. Auch versteht es der Berfaffer ganz vortrefflich, mittels dieser lebenden Bllder auf religiöse Erbauung und Erhebung der Leser hinzuwirken. Ein warmjüdischer Ton spricht aus dem populär gehaltenen und auch für Laien berechneten Buche, aS den Weg zu den Hnzm nicht verfehlen kann. Eine überaus interessante rabbinische Schrift verdanken wir Herrn Lazar Rosenfeld in Boryslaw (Galizien), der im Selbstverläge unter dem Titel isidh aus dem Jahre 1510 stammende handschriftliche Abhandlungen über ipDfrO Mi niyaö des bekannten spanischen Gelehrten Rabbi Abraham Saba herausgegeben hat. . Der Berfaffer hat sich durch seinen Thorakommentar nwn -rnx, den er in Adrianopel, wohin er sich, von der Jnquisttton verfolgt, begab, geschrieben hat, einen Platz in der jüoischen Geisteswelt für immer gesichert. Bolle 400 Jahre schlummerte jedoch das Manuskript seines Kommentars zu den mT3D in der Bibliothek zu «München seiner Veröffentlichung entgegen. Und der gelehrte Herausgeber hat durch seine mit großer Liebe und Sachkenntnis besorgte Edition der jüdischen Literatur einen guten Dienst ge. leistet. DaS Werk selbst trägt den Stempel seiner Zeit und der kastiltanischen Gelehrtenschule. Neben klargetsttgen Definitionen rätselhafter Schriststellen bringt es manche jener tiefgehenden, das kabbalistische Gebiet streifenoen Synthesen, — so die sinngemäße Verbindung der 12 Monate mit den 12 Stämmen im drttten Kapitel des Estherkommentars ■— wie sie heute noch, besonders in der chasfidischen Homiletik sehr beliebt sind. Der Herausgeber verspricht, auch bald den letzten handschriftlich vorhandenen Kommentar des Berfaffers auf M2tt 'piß erscheinen zu lassen. Man wird ihm in der rabbinischen Welt für diese Nutzbarmachung des geistigen ErbeS eines Großen seiner Zett Dank wissen. Schöner und sorgfältiger in der äußeren Aufmachung und Ausstattung ist der von Rabbiner Dr. Ä. Löwenthal in Hamburg nach einem Oxforder Manuskript herausgeaebene Kommentar zu 'YVv von Rabbi Jona Gerundt (erschienen bei M. Poppelauer in Berlin). In einer dem Kommentar angefügten 36 Seiten starken gründlichen Würdigung dieses Gelehrten des 12. Jahrhunderts tritt der Herausgeber in überzeugender Weise der beliebten Grätzfchen und Geigerschen Art entgegen, alle Gegner des Maimonides, zu denen auch Rabbi John Gerundizählte, alsWifsensfetnde undFtnsterlinge zu bezeichnen. Das treffliche Bild, das hier vom Lebtzn und Wirken des Thora gelehrten, Ethikers und Philosophen Rabbi ivna entworfen wird, stellt uns die ganze Streitige um die Schriften des Maimonides. in ein' neues Licht, das uns vor allem zum erstenmale auch die sittliche und intellektuelle Größe der Gegner sckauen läßt. Vom Mischlekommentar des Rabbi Jona erfuhr man zuerst durch Leopold Dukes, der in einem Literaturblatt Zitate aus dem Oxforder Manuskripte anfühtte. Die Herausgabe des Kommentares bedeutet einen großen Gewinn für das jüdische Schrifttum. Denn abgesehen von seiuer exegetischen Bedeutung ist das Werk auch eine Perle der altjüdischen Mussarliteratur. Die letzten Nummern der in Bonyhad (Ungarn) unter der Redaktion des Herrn Joseph Schwarz erscheinenden Halbmonatschrtft für halachische und agadtsche Abhandlungen Bpyi pjdv enthalten/ wie die sicheren Hefte, eine Fülle gedankenttefer talmudischer Exkurfionen, wie intereffante Responseu auf dem Gebiete der praktischen Halacha. Einer Abhandlung über als ttviz prnv p"v des Rabbiner Kellen in Sarbogard folgen in Heft 19 kurze Bemerkungen zu schwierigen Talmudstellen unter Berücksichtigung ftüherer und späterer Kommentatoren und Dezisoren. Auch enthält das Heft einen tiefempfundenen auf Grundlage des alten herzerwärmenden nrmaö ab gefaßten "lSDH auf den langjährigen Mitarbeiter und Förderer dieser »vmischen Zeitschrift, den Großwardeiner Ober- Zeitschrift lbbi Mosei rabbinischen rabbiner Rabbi Moses Fuchß Die Metdocie Her fierrit Eidwig Seiger. Bon Rabbiner Dr. Kautz in Zabrze. Ich habe eine Monographie veröffentlicht, die dm Titel führt: »Abraham Geigers religiöser Charakter. Erster Teil/' Diese Schrift har der Geheime Regierungsrat Professor Dr. Ludwig Geiger in der »Allgemeinen Zeitung des Judentums" Nr. 23 1911 S. 276 einer Bewachung unterzogen, die seiner Wesensart entspricht. Wenn der Sohn mit abfälligen Urteilen, die Über den Bater gefällt werden, nicht einverstanden ist, wenn er ste nicht glaubt und sie für falsch hAt, so ist das menschltch begreiflich. Aber andrerseits wttd jeder Verständige einsehen, daß die wistenschaftltche Darstellung einer historischen Persönlichkeit stch nicht durch Rücksichten auf die Wünsche der Kinder und Verwandten letten lasten darf.. Sie könnte sonst leicht zur Farce werden. In dem von . Herrn Ludwig Geiger zum 100. Geburtstag Abraham Geigers herausaegebenen Werke ,,Abr. Geiger. Leben und Lebenswerk" find von Mitarbeitern , entsprechende Wünsche deS SohneS und Herausgebers notgedrungen berücksichtigt worden. (Bergl. B o g e l st e i n »Liberales Judentum", Okwberheft 1910, S. 220.) Aber da meine Schrift nicht umer der Aegide deS Herrn Ludwig Geiger herauskam, so war ich von ihm vollkommen unabhängig. Ich war in der Lage, eine kritische Darstellung nach bester wissenschaftlicher sachlicher Uebeizeugung zu gebm und war nicht gezwungen, das Plazet des SohneS einzuholrn und von ihm die Richtung, in der meine Darstellung sich zu Vewmcn habe, bestimmen zu laffm, z. B. nur unbedingte Anerkennung spenden zu dürfen, aber berechtigte abfällige Krim unterlassen zu wüsten. Hätte Herr Geiger mm vom Standpunkte des SohneS aus Einwendungen gegen meine Schilderung des religiösen Charakters seines Vaters erhoben, so hätte ich kein Wort darüber verloren. Es fällt mir nicht ein» einem Sohne den Glauben an seinen Bater rauben zu wollen. AVer Herr Geiger hat sich bei der Besprechung

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