Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 52 (1911)
- Issue
- Heft 28 (13.7.1911)
- Date
- 1911-07-13
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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13 Qutt 1911. Der J-raÜtt. No 28. Sette 9 aus der Zionistischen Ortsgruppe anzelgkn und sodann, chne seine Rechtfertigung abzuwarten, sofort dev Saas verließen, gebührend öereichnet und hierbei ausgeführt, daß „diese Art von Orthodoxen einer Konservenbüchse gletchsteht" rc. Herr Dr. Mosfinsohn sprach also nicht von der Orthodoxie im allgemeinen, wridern nur von den 20 Mttrachtsten, die keineswegs mit der Orthodoxie identisch find und deren Verhalten in der Nürnberger Versammlung als unjüdtsch bezeichnet werden muß." (Die Herren tüten besser, diese Haarspaltereien zu unterlaßen und die Fehler, die sie begangen, nicht dadurch noch unerquicklicher zu gestalten, daß sie nach der Methode des Herrn Dr. Mosstnsohn die Sprache zur Verschleierung ihrer Gedanken benutzen. Wem wollen fie weißwachen, daß Herr Dr. Mosstnsohn jüdisch, die ihn bekämpfenden Mtsrachisten aber u n j ü d i s ch denken! Red. des „Jsr.") Lemberg. 10. Juli. Der Krakauer Verein *710^? welcher auf eine fünfjährige segensreiche Tättgtkeit zurückblicken kann, machte sich zur Aufgabe, Zwetgveretne mit gleichrr Tendenz in mehreren größeren Städten wie z. B. Chrsanow, Tarnow, Rzessow, Lemberg, Tarnopol, Brodt u. a. m. zu gründen, durch welche Taustnde von Arbeitern und Handels angestelllen Belehrung über ihr jüdisches Pfltchtenleben geboten wird. Die Krakauer und Lemberger Vereine faßten auch den Entschluß, ein monatlich erscheinendes Organ herauSzugeben, das die VeretnSinteressen vertreten soll und die Ideale unserer Organisation und ihr Bestreben in der breiten Oeffentlichkett bekanntgeben soll. Personalien. Heilbron«, 13. Tamus. Zu einem weihevollen Akte gestaltete fich die gestern erfolgte Amtseinführung des Herrn Dr. AnSbacher als Rabbiner der hiesigen Israelitischen Religionsgesellschaft. In den ststltch geschmückten und überfüllten JT3 begrüßte der Vorsteher, Herr David Reis, den Rabbiner mit einer herzlichen Ansprache und wünschte im Namen der Gemeinde pffi, daß die junge Gemeinde unter seiner Führung und Belehrung blühe und gedeihe. Sodann dankte Herr Dr. Attsbacher für die freundlichen Worte der Begrüßung, sowie für das durch einstimmige Wahl ihm geschenkte Vertrauen, und entwickelte in feurigen und zu Herzen gehenden Worten sein Programm, das an der Hand des Satzes ■'nnpS *’p3 N2N „flehe, zu segnen habe ich mir vorgenommen", in dem ÄelöbnrS gipfelte, durch Belehrung, Ermahnung und Erbauung segensreich zu Gottes Ruhme, zu Israels Ehre, zu der Gemeinde Veredlung und Vervollkommnung zu wirken. Allerdings dürfe das jüdische Volk nicht dem Wahne eines Balak und Bileam verfallen 1N2 p* ,Töl3, daß die Kraft des Führers in Israel allein im Munde liege, vielmehr müsse auf das anetfernde und begeisternde Wort auch die zielbewußte und segenspendende Tat folgen. Wir hoffen, daß die Adas Jeschurun unter der Führung des neuen Rabbiners die erstrebten Ideale erreiche und in einer der bedeutendsten Städte Württembergs eine Zentrale echt jüdisch pulsterenden Lebens bilde. JöK Clsrnstadt, 3. Juli. Gestern hielt in der altehrwürdtgrn Gemeinde Etsenstadt der neue Oberrabbtner Dr. Klein seinen feierlichen Emzug. Der Empfang war über alle Maßen herzlich. Schon in der zwei Stunden von Eisenstadt entfernten Bahnstation Paindorfaln erwartete den Oberrabbiner eine Gemeindedeputatton unter Führung des Gemeindeprases Herrn Benjamin Deutsch. In der Station Eisenstadt angelangt, wurde der neue Oderrabbinor von einer vtelhundertköpfigm Menge herzlich empfangen. Herr Dr. Hecht begrüßte nun im Namen des Schulstuhles den Herrn Rabbiner m ungarischer Sprache. Beim Eingang in die sinnig geschmückte und von wogender Menge gefüllten Judengasie begrüßte Herr StgmundBr eh er als Vorstand (Richter) der politischen Gemeinde mit einer schönen sinnreichen Ansprache den Hlrin Oberrabbtner, worauf Oberrabbtner Dr. Klein in einer längeren Rede die historische Bedeutung der Stätte hervorhob. Unter Anführung der ältesten Gemetndemtkglieder wurde nun der Oberrabbiner durch die retchbestaggte Judengasie, wo die Schuljugend unter Aufsicht des Lehrerpersonals Spalier bildete, in seine Wohnung geleitet, wo er seitens des Kulrukgemetndepräses, Herrn Benjamin Deutsch, im Namen der Bezirksgemetnde in einer wohlburchdachtcn trefflichen Ansprache begrüßt wurde. Um 5 Uhr nachmittags wurde Oberrabbtner Dr. Klein von der Gemetnderepräsentanz in die Synagoge, welche dicht gefüllt war und in Festesschmuck Prangte, geführt. Dort waren neben der gesamten Gemeinde auch Vertreter aller städtischen Behörden, auch der militärischen und gristlichrn, anwesen. Tiefe Stille herrschte, als Oberrab- Diner Dr. Klein die Kanzel, von der aus die größten das Wort GotteS verküadetcn, bestieg. Die liefdurchdachte Antrittsrede machte großen Eindruck. Nachdem noch in der Wohnung des OberrabbinrrS Verstellung und Empfang der verschiedenen Gemeindevertretungen stait^efunden hatte, schloffen die Jnstallarionseierlichketten abends mit einem Bankett im Vonragssaal, das Herr Alex. Wolf zu Ehren des Herrn Obcrrabbiner veranstaltete und auf dem mehrere trefflAe Reden grlialten wurden. M. Sch. Mainz, 4. Juli. Am vergangenen Samstag waren 25 Jahre verflossen, daß Herr Oberkantor und Lehrer Abraham Oppenheimer an der htestgen Israelitischen Religionsgesellschaft seine Tätigkeit begann. Zu Ehren des Tages war baS Borbeterpult in der Synagoge, die Stätte seiner Wirksamkeit, mlt einem prachtvollen Blumenarrangement versehen worden und der Herr Rabbiner verlieh ihm die Würde eines Chower. Nach Beendigung de8 Gottesdienstes begaben fich Rabbiner und Vorstand in die Wohnung des zu Feiernden, hier hielt Herr Rabbiner Dr. B o n d i eine Ansprache. Im Anschluß an eine Stelle des Wochenabschnittes entwickelte der Redner die Eigenschaften, die man von einem tq'SC rfW fordere. Den Jubilar ziere, wie hier allbekannt, aufrichtige Frömmigkeit und könne er fich zugleich großer Beliebtheit bet dm Mitgliedern der Gemeinde erfreuen. Der Redner erwähnt dann den ihm in Uebereinstimmung mit der Verwaltung der Religionsgesellschaft Herrn Oppenheimer verliehenen Chowertttel. Mit dem Wunsche für den Jubilar und die Religions gesellschast, baß diese fich noch lange seiner gesegneten Wirksamkeit erfreuen möge, schloß diese Ansprache. Im Auftrag des Vorstandes dankte deren Borfitzender, Herr Josef Fulda, dem Jubilar für seine große wiffenhafttgkett und übergab ihm einen kunstvoll aus geführten silbernen Chanukkahleuchter. ES sprachen noch im Austrage der Gemeindemitgliedcr, Herr Stegm. Moritz, der zugleich eine kunstvoll gearbeitete Mappe mit wertvollem Inhalt überreichte, bann Herr Jakob C a h n im Aufträge der Schüler. Der Leiter des Synagogenchors, Herr Hermann Schlesinger, prteS die jahrelange, harmonische Zusammenarbeit zwischen Vorsänger und Chor, zugleich einen Becher mit entsprechender Widmung darbietend. Inzwischen hatten fich die Räume mit Gemeindemttgiisdern gefüllt, die eS auch an Einzelgcschenken und allerhand Aufmerksamkeiten nicht fehlen ließen. Herr Oppenheimer bankte in tiefbewegten Worten. In jungen Jahren hierher gekommen, habe er zwei Lehrer, die ihm Freunde waren, vorgefunden, der unvergeßliche Dr, Lehmann habe ihm die Richtlinien der von ihm begründeten Unterrtchtsanstalt gewiesen und unter göttlichem Beistände habe er durch das Eingehen auf die Gedanken dieses Großen in Israel Erfolge erzielt. Am folgenden Sonntage fand in der Vorhalle der Synagoge unserer Gemeinde eine Schulfeier statt. Hier hielt vor versammeltem Lehr- und Schulkörper der Senior der Lehrer, Herr Josef Kahn, eine tiefempfundene Ansprache, auf die der Jubilar bewegt erwiderte. Chorgesang der Kinder und aller! and heitere Aufführungen schloffen die Feierlichkeiten. Marburg, 30. Juni. Der Tag, an dem unser Kultusbeomter, Herr Jonas S e e l i g, sein 25jähriges Amlsjubtläum feierte, ist ihm zu einem echten.Ehrentage, geworden. Bon allen Setten hat man ihm Aufmerksamkeiten erwiesen. Die Gemeinde ha^ durch den Vorstand offiziell ihre Glückwünsche aussprechen lasten, ein ad hoc gebildetes Komitee überreichte eine sehr stattliche Ehen gäbe, die Vereine, denen der Jubilar angehöri, schickten gratulierende Abordnungen, wie auch alle Gemeinde Mitglieder fich persönlich cingefunden hatten, um dem beliebten Beamten ihre Anerkennung zu zollen. Zahlreiche finnige Geschenke, Blumen, Telegramme usw. be wiesen die Anhänglichkeit seiner Freund?. Auch in der Synagoge gedach e Herr Provtnzialrabbiner Dr. Munk in einer warmherzigen Ansprache der gewiffenhasten Pflichterfüllung des vortrefflichen Mannes. München, 10. Juli. Ein Ereignis, oaS die Juden in Beyern mit großer Genugtuung begrüßen und von den Zeitungkn je nach ihrem Standpunkte teils beifällig, teils mißfällig ausgenommen wird, können wir heute berichten. Herr Dr. Abraham T a ch a u e r, Kgl. Reallehrer in Gonzenhausen, ist als Gymnafiallehrer an baS humanistische Gymnastum in Fürth versetzt worden. Es ist dies der erste Fall in Bayern, daß ein Jude an einem humanistischen Gymnasium in Fürth angestellt wird. Es ist damit der Beweis geliefert, daß das bayerische Kultus- Ministerium nur nach sachlichen Gesichtspunkten feine Entschließungen trifft und dte Bewerber ohne Untersch ed der Konfession an dte geeigneten Posten stelle Rappenatt, 9. Juli. Dieser Tage verlaß unser lagjähriges Synagogenratsmitglied, Herr Nathan Bär, unsere Gemeinde, um fich in Karlsruhe bleibend ntederzulaffen. Am letzten Samstag verabschiedete stch beim Bormittagsgottesdiensle die Gemeinde von diesem ihrem hochgeschätzten, langjährigen Mitglied. In wohldurchdachter, über halbstündiger Rede gab Herr Lehrer und Kantor R o s e n t h a l dem Bedauern der Gemeindemitglteder beredten Ausdruck über den Weggang dieses Mfflichen Mannes und seiner geschätzten Familie, besonders hinweisend auf den biederen off nen Charakter des Scheidenden und die so reichliche ostgeübte Wohltätigkeit ur d Gastfreundschaft seiner Gattin. Die besten Wünsche begleiten Herrn Bär und seine Familie, die fich so manches Verdienst um unsere innrer kleiner werdende Kullusgmrinde erworben hatten, nach seinem neuen Wirkungskreisdie hiesige jüdische Gemeinde aber wird ihm rin tauernles, gutes Andenken bevahren. Rein heim (Hoffen), 9. Juli. Herrn L.hrrr Borenberg wurde anläßlich seines 25jährigen Dienstjubiläums von Herrn Landravbtner Dr. Marx in Darmstabt in eimm sehr anerkennenden Schreib n der ^2N°Titel verliehen. Briefkasten. Anonymus itt Fr. Natürlich handelt es fich um einen Druckfehler, der als solcher leicht erkennbar ist. E I. in {»* Wir haben uns im Berichte mit Rücksicht auf den Raum leider etwas Beschränkung auferlegen müffen. K. A. Es existiert am fraglich nt Platze eine kleine jüdische Gemeinde, aber kein rituell zuverlässiges Restaurant. I. M. L. in London. TS erübrigt fich unseres Erachtens für einen Juden, in der jüdischen Oeffentlichkelt über dte infame Blurbeschuldtgung viele Worte zu verlieren. Ph. E. in K. Es war uns bereits Bericht zugegangen. Best.n Dank. Lehrer K. PH. in A. Es war unS bereits ein Nachruf zugegangen. Besten Dank. T. F. in G. Besten Dank für Ihre telegraphische Mitteilung. Beim Eingänge Ihres Brieses logen unS bereits zwei Arttkel über den Gegenstand vor, dte auch Verwendung fanden. I. G. M. 81. Eine solche Schule ist uns unbevannt. Auf den jüdischen Lehrerseminarien erhalten die Zöglinge auch kantorale Ausbildung. Bon Zeit zu Zeit werden auch hier in Frankfurt Ferienkurse für Kantoren abgehalten, über die Ihnen Herr Lehrer Ehrmann in Friedberg gern Auskunft erteilt. W. S. Ist uns nicht bekannt. I. K. i« E. Wenden Sie stch an Herrn Michael Mainz, Frankfurt a. M., Börnestraß?, der Ihnen als Mitglied beS Kuratoriums der hiesigen Israelit. Watsenanstalt gern Auskunft gibt. M. K. in N Wir haben Ihre Arbeit dem Redakteur unserer Pädagogischen Beilage zugestellt. Abonnent in Wien. Im rituellen Haushalt bedarf nicht nur das Fletsch einer sorgfältigen Behandlung, sondern auch Gemüse, Obst usw. müffen genauestenS auf ihre Wurmretnheit geprüft werden. Darum kann auch nicht jede vegetarische Küche ohne weiteres als gellen. D. M. Darf, wenn nicht unter Aufficht hergestellt, nicht genoffen werden. Qereinskalender. Verein Mekor Chajim. (BereinSlokal Langestraße 18.) Samktag, den 15. Juli, nachmittags 4 Uhr im Hörsaale der Synagoge Frtedberger Anlage Nr. 5; Mtkro-Bortrag des Herrn Josef Nürnberger. TamiHennacM&ten. Geburten: Einen Sohn: Jacob Feuchtwanger (Mainz) Antwerpen. Verlebte: Recha Malier» Simon Baum, Franksirrt a. M.-Fulda. — Helene Frank, Arnold Hirschenberger Würzburg-Westheim. Vermahlte: Albert Stein, Rccha geb. Alexander Frankfurt a. M.-Ball«ndar. — Leopold Adler, Rachel geb. Bikart, Frankfurt a. M.-Schaffhauscn. Versterben«: Pauline Sviro ged. Freudenberger, Fulda» 88 Jahre. Barmlawohfeier: Siegfried, Sohn von Lehmann Mai, Hagenbach. Labbat - Anfang u. Ausgang DPÖ'S rem BI: 1 Anfang Ausgang (Ufer |3Ria 1911 5671 utolattn. 15 19, gtftttfftttt«.«. 7 65 Juli Tamus 9 25 Berlin .... — — 9 21 München . . . — — 9 Gtrnhbnr- . 7 80 9 20 Ptnttgart. . . 7 15 9 15 Posen .... — — 9 08 Rürnber, . . i 7 30 9 09 Hambnrn , t — 9 44 »erfolgt trnrb jede Nachahmung der echten Steckenpferd -fllienmild)-Seife ».Bergmann $00.« Fadc&ewf. <ss ist die b-ste S«ffrz»r Er laug.em.zart.,rem.Gcsichtes,rosig.j«gdfl.A*sHHeus^i*.wtiß., sammetw.Haul u.blendendsch.Temt. L St.5VPf. Merzhab»