Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 52 (1911)
- Issue
- Heft 25 (22.6.1911)
- Date
- 1911-06-22
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Der angelangt, wo LnLev.10 der'erzähtendeEinweihungsbericht unterbrochen war. Bei den dorgeschilderten Einweihungsopfern hatte Aaron zum ersten Male den Priestersegen gesprochen. Es folgen also: 6. Die Einweihungsgaben der Führer vom 1. bis 12. Nissan! 7. Die' am Abend des ersten Nissan durch Aaron erfolgte Einweihung des Leuchters, 8. Die ebenfalls an diesem Tage erfolgte Amtseinführung der Leviten, während die Zählung derselben und die Auslösung der Erstgeborenen durch Austausch mit ihnen zur Organisatlon gehört. 9. Der Befehl und die Feier der beiden Pessachopfer nnd II. Der Ausbruch und Abmarsch mit den entsprechenden Ereignissen bis zur Rückkehr der Mndschafter und der erster: 9. Ab-Trauer. Das Israel, das derr Pharaonen Sklavendienste verrichtete, war nicht fähig frei seinem Gotte zu dienen. Irr der Wüste mußte es aussterberr. Aber ihre.Kinder sollten das Land erreiche::, sie sollten dort Wein, Del, Getreide und Kleidungsstoffe in Menge haben. . 1. Vom Wein und Ool sollen sie Trankopfer sperrderr, 2. vom Brot die Chalagabe, und die Zizith arrs Kleid hängen. Die Trarrkopfer, welche den Fleischopfern beigesellt werde::, find ein Zeichen der frohen Stimmung, mit der das Opfer getragen wird. I In ihrer Begleitung erschallt der Gesang der Leviten. Am Laubhüttenfest, dem Fest der Freude, wurde unter besonderem Jubel ein Wassertrunk dem Altar gereicht. Sühn- und Schuldopfer sind daher ohne Begleitung eines Trankopfers. Nur die Sühne für den von der Gemeinde versehentlich begangenen Götzendienst verlangt außer dem Sühnopfer auch ein Ganzopser in Begleiturrg einer Trarrkspende. Daher folge:: hier 3. die diesbezüglichen Opfergesetze.*) 4. Die Sabbathentweihung Das Verbrechen der Sabbathentweihung das nach unserer Tradition zur selben Zeitgeschehen, war die in Lev. 25, 20 erzählte Gotteslästerung. Die Absicht der Redaktion wird deutlich, indem die Bestrafung des Gotteslästerers nach einem Sabbathgebot, und die Bestrafung des Sabbathentweihers nach dem Sühnopfer des Götzendienstes berichtet wird. Die Gleichstellung dieser beiden Verbrechen wird hiermit vor Augen gestellt. 5. Das Zizithgebot war auch in der Wüste bindend, denn es entspricht der Gesamtheit der Gebote. Der himmelblaue Faden an den vier Enden des Kleides soll warnen vor den v i e r Gefahren, denen das Wüstengeschlecht erlag) der Leidenschaft, der Schwäche (Ungehorsam), dem Zweifel und dem Unglauben (Empörung). Dies der Abschluß dieses Abschnittes. HL Wüsten Wanderung. Jedes U bel wirkt ansteckend "INI ytP'O 1K M2IP7. Auch von den Leviten wurden manche aus Neid zur Empörung angestachelt. Korachs Fall gibt Veranlassung, die Priester- und Levitengaben genau zu formulieren. Damit ist der Abschnitt der Wüstenwanderung mit dem Anhang der P iestergaben beendet. IV. Siegeszug durch die Völker. Das Wüstengeschlecht ist nicht mehr, 39 Jahre sind seit dem Auszuge aus Mizrajim verflossen) die damals junge Generation ist jetzt zu Män« ern herangewachsen. Kann es möglich sein, daß diese Kinder des gefallenen Wüstengeschlechtes besser sind, als ihre verderbten Eltern? *) Als Grund für diese Ausnahmsbchandlung des Götzendienstes sei nur folgende Betrachtung gestattet. Götzendienst ist, wenn mit Bewußtsein begingen, das schweifte Verbrechen, aber nur strafbar, wein: die Absicht des Götzendienstes vorliegt. Während sonst die bewußte Handlung ausschlagqe end ist, genügt dies zur Bestrafung des Götzendi nstes mit sondern das Bücken vor dom Götzenbilde wird erst durch den Glauben an das Bild zu n Verbrechen. Daraus folgt, daß ein aus Versehen begangener a ötzendienst in gewisicr Beziehun i leichter zu beurteilen ist, d > ja der sündhafte Glaube vollkonuncn fehlt; während bei anderen Vergehen die sün^h fte Handlung jedenfalls geleistet ist. Götzendienst ist eine Gedankensünde, keine Gefühlssünde. D e ErkennwiS dieses Vergehens steht d her höher als dte Sühne, irgend eines anderen Gefühlsvergehens.?kc&q -iv»b jrr -v, das ist die Frage, und das ist das geheimnisvolle Rätsel der Verordnung von der roten Kuh. Es handelt sich hierbei nicht um einen rhetorischen Kunstgriff, sondern mim npn hnt. Die Möglichkeit der Reinigung des Unriuen wird hier und Num. Kap. 31, 21 mim pj>-> genannt, und nichts anderes erhält dieser: Namen. Es ist das Dogma der Lehre, daß aus Unreinem wieder Reines werden kann. Aus Viehdünger wird Getreide, aus Brot Menschenmaterie, aus Menschenhirn der reine Gedanke. So unbegreiflich es ist, daß die reine Gottesidee die unreine Materie geschaffen hat, so wahr, wenn auch unbegreiflich, ist es, daß unreine Materie in der richtigen Enttvickelung reine Gedanken erzeugt) uno deshalb sollte jede folgende Generation der wahren Gotteserkenntnis sich mehr nähern können, als die vergangene. Alle Gebote, die in den vier Büchern Mos»s bi her gegeben waren, haben dies eine Ziel: . kodd -vjntD )nS, daß unreine Materie sich in reines Denken verwandele! Alle sind sie nur Vorstufen für diese einzige rmm npn! Die Verordnung dotiert vom 1. Nissan des zweiten Jahres, aber hier hat sie ihren richtigen Platz im Erziehungssystem der Gebote. V Opfergesetze. In chronologischer Aufeinanderfolge werden uns nun die Begebenheiten erzählt. Die Familientafel in Num. 26 hat nicht so sehr die Zählung zur Aufgabe, als die jetzt notwendig gewordene Zusammenstellung aller Familiengruppen, damit die Verteilung des Landes systematisch erfolgen kann. Denn das letzte historische Ereignis war die erste Eroberung und Besitznahme eines Stück Landes, und Israel stand am Jordan, wartend auf den Befehl Gottes, das eigentliche heilige Land zu erobern. Die Erbgesetze, der Befehl an Moses zu sterben, und Josuas Ernennung schließen sich diesen naturgemäß an. Die Opfergesetze bilden den Abschluß dieses Abschnitts. Nach Jbn-Esra wurde mit Ausnahme der weniger: Wochen die Israel noch nach Einweihung des Heiligtums am Berge Sinai lagerte das tägliche Opfer, Tamid, in der Wüste nicht dargebracht, daher der Ausdruck: MD vn mtpyn; die Mussaphim wurden nach ihm und Nachmanides ebenfalls in der Wüste nicht geopfert!) auch der Talnrud scheint dies zu bestätigen. Nachmanides giebt dies als Grund an, weshalb der Wussaphbefehl erst vor Eilltritt ins heilige Land erfolgte. Jedoch führt er auch einen philosophischen Grund an. In Wirklichkeit genügt auch dieser Grund nicht, denn die anderen Feiertagsopfer, wie die Omergabe mit den zugehörigen Opfern, ebenso die zwei Brote mit den zugehörigen Opfern durften auch nur erst nach Besitzergreifung und Verteilung des heiligen Landes zur Anwendung kommen, und sind trotzdem schon im Buche Leviticus erwähnt. Außerdem muffen wir nach dem Talmu annehmen, daß das Neumonds- Mussaph wenigstens der Ziegertbock desselben, am 1. Nissan des zweiten Jahres dargebracht wurde, bezog sich doch auf dasselbe der Vorwurf Mosis, daß die Aaroniden das Fleisch des Sündenbocks verbrannt anstatt gegessen hätten. Die Sonderstellung der Temidim und Mussaphim erklärt sich aus der Sonderstellung, die diese im Range der Opfer einnehmen. Leviticus enthält 1. die Beschreibuug der Ganz-, Friedens-, Sühn- und Schuldopfer, 2. die Opserpflicht des Versöhnungstages zwecks Sühne der Jahressünden. 3 die Opferpflicht zur a) Erlaubnis für die Unreinen das Heiligtum wieder zu betreten, b) Erlaubnis vom neuen Getreide zu essen (Omer), o) Erlaubnis vom neuen Getreide Speiseopfer zu bringen (zwei Brote.) Die Schaubrote des Sabbats sind keine Altargabe. Zu diesen Klassen gehören auch die bisher in Numeri gebotenen Opfer des Nasiräers, der Szöta und die Sühne für Götzendienst. Die Hauptbedeutung des Ganzopfers fanden wir jedoch im Ausdruck nyy orvtpy,i, „Ihr sollt Euch zum Ganzopfer erheben", welcher beim Neujahrs: mussaph gebraucht wird. Hier, beim Tamid und Mussaph, ist die Opferpflicht Selbstzweck, nicht mehr Vernichtungssymbol des Tierischen im Menschen, sondern Erhebung des Materiellen zum Ideellen, Umwandlung von Gefühl in reines Denken. Das Tamid soll Gottes Nahrung sein, Reines Denken ist Gottes Nahrung. Täglich muß das reine Denken gepflegt werden und jeder neue Zeitabschnitt soll Anlaß zum Fortschritt tp'to in der geistigen Entwickelung werden. Aus jeder Periode, die unser Leben durchpassiert, soll unser Erkenntnisvermögen seinen Zuwachs pjD'D mitnehmen. Gelübde. Wer aber „Mann" ist, Herr über seinen Gefühlsapparat) wer ein Haupt seines Stammes (nicht Fürst K'ttM) ist, der hat das Opfersymbol nicht nötig) dieser mag Gott ein Gelübde tun und wird es halten, denn der Verstand riet ihn: dazu, nicht die Gefühlslaune. Die Gelübde aus momentaner Begeisterung oder momentaner Reue sind nicht viel wert. Ihre Aufsagung in: Falle es bedauert wird, sie geleistet zu haben, ist eine nMCO) denn besser ist", sagt Schlomo, „Du gelobest nicht". Diese Gelübde aus Gefühlsstimmungen heraus haben den problematischen Wert von Versprechungen der von anderen abhängiger Personen, welche auch erst die Billigung — wenn auch stillschweigende — der anderen Person erfordern, um giltig zu bleiben. So stehe der Verstand immer über dem Gefühl. Damit schließt die methodisch geordnete Gesetzessammlung der vier ersten Bücher. Sie begann :::it den sozialen Gesetzen, Pflichten gegen den Nebenmensche::, de:::: damit hat der Mensch sein Erziehnngswerk zu beginnen) sie schließt mit den Pflichten gegen Gott, deren Erfüllung Verstandesreife erfordert. Anders die Gesetzessammlung in Deuteronomium, sie ist systematisch geordnet, und beginnt mit der Gotteserkenntnis *inK -n . . yctP, und schließt mit den Pflichten gegen die Nebenmenschen DD1? n\-p p-is i'P. Die formelle Dispositionstafel ohne jeden' Kommentar beschließe diese Artikelserie. Für den Stipendicnfond des Vereins für die jüdischen Interessen Rheinlands (E. V.) gingen ein: Simon Jacobs-Dinslaken 5 Mk) Lehrer Levisohn-Rees 3 Mk.) Tierarzt Hertz-Flamersheim 10 Mk. Spenden für das heilige Land: Auf meinen Aufruf für dte Notleidenden im heiligen Lande sind bis jetzt folgende Spend.'n ein ge gangen: Gerson Hertz-Borghorst 50 Mk. Sammlung Recklinghausen: Rabbiner Dr. Brader 10 Mk.) L. Bier 20 Mk.) Jsacson 5 Mk.) Studtnski 5 Mk.) Jul. Klein 5 Mk.) H. Hertz 10 Mk., Melchior 5Mk.) Rhöe 5Mk.; PH. Cohn 5Mk., N. N. 10 Mk.; Lehrer S. Tannenbanm 10 Mk.; Dr. Loewenstein Herten 10 Mk.) I Levy 5Mk., Abraham Herten 2Mk.; Israel 2 Mk.) A. Simenauer 5 Mk ) Minden 2 Mk.) Gebr. Jacoby 2 Mk.) Max Müller 5 Mk.) L. Cohn 2 Mk.) S. Aron-R.-Süd 2 Mk.) Heimberg 2 Mk.) D. Loewenstein-R.-Süd 2Mk.) Tierarzt Schwarz 5 Mk.) S. Saalberg-R.-Süd 2 Mk.) Sternberg 2 Mk.) L. Aron 2 Mk.) Jos. Abraham 2Mk.) Max Burin 2Mk.) I. Heumann 2Mk.) A. Friedenberg 2 Mk.) I. SalomonS 2 Mk.) I. Lichtenstein 2 Mk.) Moritz Hamberg 5 Mk.) te:mann Winter 1 Mk.: Alex Marcus 1 Mk) am. Philipp 5 Mk.) Dr. Schönholz 10 Mk.) Wallach 5 Mk.) Jsak Rosenberg-Ahlen 10 Mk.) Oscar Loewenstein-Gemen 6 Mk.) Indem der Unterzeichnete allen Spendern herzlichst dankt, ist er bereit, weiterhin Gaben für Palästina entgegenzunehmen. 3U60. Pr. grabet '"KT K33 für Westfalen. t*4*/*,-; ** fft Vwir