Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 52 (1911)
- Issue
- Heft 25 (22.6.1911)
- Date
- 1911-06-22
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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«tz. sü TMrSL Geheiß Nimrods, in den Feuerherd werfen. Nachdem Abraham sich durch diese Tat so treu seinem Gotte gezeigt hat, erkor ihn der himmlische Vater und führte ihn nach dem heiligen Land. Und erst da konnte ein Gottesvolk entstehen. Auf fremdem Boden bereitete sich somit unser erster Stammvater zum wahren und echten Diener Gottes vor, um würdig auf geweihtem Grund vor Ihm stehen zu dürfen. Diesen Zweck und dies Ziel hatte auch in der Folgezeit der Aufenthalt Israels in fremdem Lande, unter den fremden Völkern, cs sollte sich hier, in der Erziehungsschule, festigen, seine Gedanken und sein Herz läutern. Und unsere Thora spricht dies mit klaren Worten aus. „Und er", wird von Abraham berichtet, „vertraute auf Gott und (Gott) rechnete es ihm als Tugend an". „Und nun lautet es weiter : Siehe Ich bin der Ewige, der dich aus dem Feuerofen der Chaldäer herausführte, um dir dieses Land zu geben" (ibid.). Durch deine Ergebenheit in Gott hast du bewiesen, daß der Feuerofen der Chaldäer deine menschlichen Schwächen, die dir durch deine Umgebung geworden, entfernt hat. Zu Läuterungszwecken war somit das fremde Land für Jsra.l bestimmt. Zn diesem Sinne und in dieser Bedeutung wird auch der Dienst und die Sklaverei Israels in Aegypten von der Thora charakterisiert. „Euch nahm der Ewige", wird von Israel gesagt, „und führte euch aus dem eisernen „Schmelzofen" aus Aegypten heraus" (Deut. 4,20). Das auserwählte Volk sollte im Ntllande zum Dienste Gottes, zur Unterwerfung unter seinen Willen erzogen werden. Durch die ägyptische Läuterung sollte Israel, wie es da weiter heißt, ein Gottesvolk werden. Also wieder war der fremde glühende „Schmelzofen" zum Ausscheiden von dem Unlauteren bestimmt. Jedoch vermochte die harte Bedrückung, die unwürdige Unterjochung in diesem Lande mit Nichten Israel zum Gottesvolke zu ertüchtigen. Bald vergaß es seine Aufgabe und betrachtete die Mittel als den eigentlichen Zweck. Als Strafe dafür wurde die jüdische Nation nach dem „Zweiströmeland" verbannt, um da geläutert, geklärt, veredelt und vergeistigt zu werden (vgl. Jer. 9,6/ Ezech. 20,37f.). Bald zeigte es sich, daß Babylonien am besten dazu geeignet war, Israel zum Gottesvolke zu stempeln. Dies umso eher, weil das Zweiströmeland den letzten Reinigungs- Prozeß an Israel zu vollbringen hatte. „Ur Chasdim" machte Abraham zum Stammvater Israels würdig/ die Erbauung von „Vorratsstätten" bereitete das geknechtete Volk zum Empfang der Thora vor/ und schließlich Esra aus Babylonien der „zweite Mosche" vollendete den Läuterungsprozeß an Israel dadurch, daß er die Verbannten, die wegen ihrer Sündhaftigkeit Vertriebenen, zur Gottesgemeinde, umwandelte. Wäre Israels Bestimmmung und Israels Aufgabe nur als ein abgesondertes als ein „jüdisch-nationales" Volk dazustehen, dann genügte die „siebzigjährige" babylonische Erziehung, um auf eignem Grund und Boden als Gottesvolk zu leben. Aber der ausgewählte Stamm hatte ideale Aufgaben zu lösen, höhere Interessen zu verfolgen. Er sollte ja den Völkern der Erde die Erkenntnis Gottes, den Nationen ein klares Gottesbewußtsein beibringen. Als daher der Stammvater Jakob, als Vorbild für seine Nachkommen, nach Vollendung der Dienstzeit bet Laban, wo er vollkommen seinem Gotte ergeben, Seinen Weisungen und Belehrungen treu blieb, (vergl. Gen. 33,18), freudig der Heimat entgegen wallte, froh, sich endlich Ruhe gönnen zu dürfen, da faßte ihn e'n Engel und hinderte ihn weiter und vorwärts zu schreiten. An diesem Orte wurde dem Jakob und wurde seinen Nachkommen ihre Aufgabe vorgezeichnrt. Für Gott und seine Ehre sollte Jakob, sollte Israel kämpfen und etnstrhen. Hier erhielt er den Namen Israel (Gen. 32, 28). Nun setzte Jakob nur langsam, nur hinkend, seinen Weg, seine Reise weiter, bis die Sonne aufging! Durch die Erztehungsschule im Euphratlande wurde Jakob zu Israel ernannt, durch den Läuterungsprozeß, nahe der „Einmündung desselben Stromes" wurde Juda zu seiner Mission unter den Völkern vorbereitet. Und pilgernd und „hinkend" wie ihr Urahne zieht nun Israel von Land zu Land überall die Gotteslehre mit sich führend, bis einst die Bölkersonne erscheint, wie ehedem unserem Stammvater die Morgenröte aufstieg, als er Peniöl passierte, als er sich voll und ganz seines göttlichen Berufes bewußt war, als er seine Bestimmung erkannte (Gen. 32, 32). „Es erschien „ihm" die Sonne nachdem die göttliche Erscheinung, das Gottesgesicht vor ihm vorbeigangen war, „weil er auf seinem Fuße „hinkte". Und Israel darf als Andenken an diese Erscheinung, an die Lähnmng Jakobs die Sehne vom Fuße des Tieres nicht genießen (vgl. daselbst). Israel muß demnach jederzeit an seine Erziehungsschute, an seine Ertüchtigungsschule unter den Völkern denken, muß sich dessen bewußt sein, wie einst Jakob durch den Engel Gottes auf diese seine Bestimmung aufmerksam gemacht worden. Unser ganzes Golusleben muß in Beziehung auf die babylonische „Schule" uns zum Bewußtsein kommen, wo wir vor unserer großen Wanderung, ertüchtigt, gestählt und gekräftigt wurden. Nicht an Palästina, an das Land Israel, wo wir einst als vollkommne, wahrhafte und aufrichtige Gottesdiener vor dem himmltchen Vater das Knie beugen werden, wo bereis dann auch alle Völker und Nationen den Namen Gottes verehren und anbeten werden, dürfen wir bet Erfüllung unserer Goluspflicht so sehr denken, als vielmehr an Babylonien, wo wir unsere Ausbildung erhalten haben, zu diesem unserem Beruf vorbereitet worden sind. Und in diesem Lande, wo unsere Ahnen durch Thora, durch Gottesfurcht und Gottergeben heit auf ihren zukünftigen Beruf vorbereitet wurden, in diesem Lande wurde aus Gewissen Hastigkeit und aufrichtiger Beobachtung der Gottesgebote aus Zweifel, wann das Bet-Tin in Jerusalem den Neumond festgesetzt, rin zweiter Festtag eingeführt. Der zweite Festtag mahnt uns, auf welche Weise wir hier im Golus unsere Pflichten erfüllen, unserem Beruf Nachkommen können: Wir müssen jede Pflichtübung bis in die letzten Konsequenzen behüten, denn erst auf Grund dieser Eigenschaft, stellte die babylonische Lehr- und Prüfungsschule unseren Ahnen das Zeugnis aus, daß sie reif seien, Israels Botschaft unter den Völkern zu erfüllen. Wenn wir daher im Golus für unser physisches Wohlergehen beten, dürften wir nur einzig und allein an die babylonische Vorbereitung denken, denn, nicht, um uns Retchtümer und Vermögen zu erwerben, leben wir auf fremden Boden, sondern um die Lehren, die wir einst in Babylonien erst mit unseren» Wesen innig verwebt haben, zu verbreiten. Auch das Jekum Purkongebet, das wir an jedem Sabbat, nachdem wir den Segensspruch über die Thora gesprochen, nachdem wir d'e Willensäußerungen Gottes vernommen haben, beten, legt Zeugnis für uns vor Gott ab, daß wir auch die Thora und ihre Pflichten, die wir eben gehört und die uns die Lehrer und die heilige Gemeinde in Erez Israel und in Babylonien gelehrt haben, hier im Golusleben auch richtig erfüllen und behüten, denn erst so ist unsere Zukunft gewiß. (Fortsetzung folgt.) vir virporttioH den heiligen Schritten. Bon Dr. M. Munk in Lemberg« (Fortsetzung). V, 4. Numeri. Genesis war uns das Lehrbuch der Genügsamkeit. Exodus „ „ „ „ des Gehorsams. Levitieus „ „ „ „ des Glaubens au Gott. Numeri soll uns das des Erkennen-Wollens sein und Deuteronomium das Buch der Erkenntnis, oder nehmen wir Israels Entwickelung als Einteilungsgrund vor, so schildert: Genesis die Entstehung der Jakobsrasse, Exodus „ „ des Jsraelvolkes, Levitieus,, „ „ Gottesvolkes, und Numeri die Kämpfe des Gottesvolkes. Numeri enthält 5 Hauptteile: I. Organisation des Heeres und des Lagers (Kap. 1-4). II. Abmarsch Israels in die Wüste (Kap. 10—14). III. Aufenthalt in der Wüste (Kap. 15 17). IV. Zu, durch die Völker (Kap. 20—25). V. Eroberung und Einteilung des Landes jenseits des Jordan (Kap. 31 bis Ende). Zwischen diesen Teiler» sind Verordnungen eingeschoben und zwar: Zwischen I und II: 1. Entsendung der Unreinen aus dem Lager, 2. Pflicht sein Unrecht einzugestehen, Z. Feststettnrlg des Ehebrrrchverdachts, 4. Rasirgelübde, 5. Priestersegen, 6. Einweihungsgaben der Fürsten, 7. Aarons Pflicht, Im Tempel Licht anzuzünden, 8. Reinigung der Leviten und deren Amtseinführung, 0, Das Peff'achopfer im Nissan - und Jjar. Zrvischen II und III: 1. Trankopser und Ehalaabsonderung, 2. Sühne für aus Versehe!» begangenen Götzendienst, 3. Die Sünde und Bestrafung der Srbbatentiveihung, 4. Das Zizithgeboth. Zwischen III ntld IV: 1. Die Priestergaben, 2. Die Verordnung der roten K»rh. Zwischen V und VI: 1. Zusammenstellung der Familien, 2. Erbgesetze, 3. Josuas Er»»e»»»»»»»»g, 4. Tägliches Opfer u»»d Mussaphim, 5. Gesetze Gelübde betreffe»»d. Dies ist das gesamte zu disponierende Material. Die Eir»reihn»»g der hier »»icht erwähnten Gebote »n»d Abschnitte in diese Aufstellung ergibt sich ohne Schrvierigkeit, »vie z. B. die Gesetze der Bestr»»f»»ng des Totschlägers »titb des Mörders im Anschluß an die Bestiuun»u»g der den Leviten zu gebe»»dei» Ortschafte»». Besorrdere Begründung verlangt die Stellung der a»n I. Nissan erfolgte»» Gesetze vor»: II Entsendung der Unreinen, 15—8 Priestersegen u. s. »v., ferner: . III2 Verordnung der rote»» Klkh, da die Organisation I erst in» Monat Jjar stattfand,' endlich.! auch die . Sonderstellung der Opferpflichter» z»» V 4 und der Gesetze die Gelübde betreffend. Die Anfangsstellu»»g der Organisation der Truppen »u»d des Lagers ist für die Uebersichtlichkeit äußerst »»richtig. Es wird da- I. Nissan an, »»»eiche in Levitieus Kap. 10 — Einrveihung des Heiligtums — unterbrochen war, chronologisch zu erzählen. Der» Uebergang bilden die Gesetze zu 11—4. 1. Die Entsendung der Unreinen aus dem Lager ist auch ei»» Gesetz der Organisation. 2. Ihn» schließt sich das Gesetz an, selbst da, »vo keir» Kläger ist, z. .B. wem» der Bestohlene keinen Erbe»» auf der Welt besitzt, der nach seinem ^Tode als Kläger auftritt, seine Sü»»de reumütig ei»»z»»gestehe»» u»»d Sühne zu erbitte»». Das erst ist die richtige Reue und Entsendung des Unreinen aus seine»»» Innern. 3. Die Ahndung eines — nicht a's Verbrechen verbote»»en, "jedoch unpassenden Verkehrs zwischen den Geschlechtern, ist ein »veiterer Schritt in der Verfeinerung des Charakters. 4. Die Enthaltung von zlvar erla»»bten, aber berauschendeil, sinnlich wirkende»» Geträ»»ken steht noch höher und führt: 5. Zun» Prieslersegen. II. Abmarsch. Damit sind »vir aber »vieder an den Punkt