Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 52 (1911)
- Issue
- Heft 24 (15.6.1911)
- Date
- 1911-06-15
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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%5fc-. ju t« WM.? V. r Mühe und Kosten gescheut, um diesen zustanbezubrtngen. Man schrak selbst vor weiten Reise« nicht zurück und brachte auch den Lernenden die xvn&j ins HauS. Dieser ThoraVund ist Übrigennicht als Verein gedacht, er hat auch daher weder Ehrenämter zu vergeben noch Staturen und auch keine Geldsorgen. Die Thora allein soll der Zweck des Bundes sein. MS erfreuliche Tatsache verdient es erwähnt zu werden, daß in mehreren Städten im Rheinland bedeutende o^DSn 'Tö^n dafür gewählt und bestimmt worden find, den Lernenden bei etwaigen schwierigen Stellen mit Erläuterungen zur Seite zu stehen. Personalien Lan-rabviner Dr. Jonas Löb y^T- Emden, 6. Juni. fahre alt September Htr war Eine rechte Ttschebeav-Stimmung bemächtigte sich aller Herzen, als in den Gemeinden unseres LandrabvtnatS bekannt wurde, baß, wie in letzter Nummer bereits mit» geteilt, unser Naw feine reine Seele auSgehaucht hat. Mit chm ist eine Lkuchte in Israel erloschen, gefallen einer der GetsteSheroen, der für die Erhaltung und Ausbreitung unserer unverfälschten heiligen Lehre die ganze Kraft etnsetzte. Wo eS arch war, im amtlichen wie im privaten Berkehr, bet freudigen wie bei traurigen Anlässen, auf Spazigängen wie im Eisenbahnwagen, üarrall suchte er durch seine Belehrung uns für Gott und seine Thora zu gewinnen, und man darf es sagen: ,'PIVQ NVN2 VVS seine Belehrungen fanden kein Ende. Und der Erfolg ist nicht auSgeblieben. Alle Institutionenselbst in den kleinsten Gemeinden, find durch ihn teils neuntens zeitgemäß und mustergiltig eingerichtet worden. Sein Werk wird ihn überdauern. Ergreifend warb der Moment, als der Vorsteher Jakob PelS zu Emden anläßlich der Trauerfeier in der Synagoge an den |7'iK trat, und mit vor Erregung bebender Stimme das Gelöbnis ablegte, feine ganze Kraft daran fetzen zu wollen, baß das Werk deS LandrabbinerS auch nach dessen Heimgange in seinemSinne weiter gefördert und dem gesetzestreuen Judentume hier eine bleibende Stätte bereitet werden solle. Dr. Löb y^T ist nur etwas über 61 geworden. Er wurde in Pfungstadt am 10. 1850, acht Tage vor Rosch-Hafchono geboren, sein Bater Landwirt und ein tüchtiger pöS/ seine Mutter et» nahe Verwandte des Beide Eltern wurden ihm im jugendlichen Alter entrissen und der verwaiste Knabe wurde eine Zeitlang im Hause deS Bruders feines Buters erzogen. Um diese Zeit hatte sein Better, der spätere «ltonaer Raw Dr. Löb w"j, das Institut zu Pfungstadt gegründet, und der junge Löb wurde einer seiner ersten Zöglinge. Im 15. Jahre kam er wohloorbereitet auf bas Gymnasium zu Darmstadt und trat gleich in die Obersekunda ein. Hier hatte er alle die Kämpfe vor Augen, die s. Zt. Dr. Auerbach gegen die Revlogte zu führen hatte. Rach dem Abtturtrntenexamen bezog er die Unwerfität Berlin und lernte gletchz.ttig bet Dr. Hildesheimer Als im Jahre 1870 der Krieg auSbrach, stellte er sich mit Cahn- Fulda und anderen Freunden freiwilligdurch einen Zufall zog er jedoch nicht mit ins Feld, sondern blieb in Darmstadt, wo stch die Reltgionögksellschaft unter Leitung von Dr. Marx konstituierte. Nach dem Kriege zog er wieder nach Berlin und beendete dort seine Studien. Er wurde nun zunächst Lehrer an der Reltgtonsschule der AdaS JtSroel und redigierte nach dem Tode EnochS eine Zettlang mit feinem Better Dr. Löv-Alwna die »Jüdische Presset Ba d darauf wurde er nach Samter berufen, und verheiratete stch mit der Tochter seines BetterS. Bon dort wurde er nach Rawttfch als Raw berufen. Was er in Samter und Rawitsch gewirkt, das schilderten in beredt!« Worten die beiden Herren Rabbiner dieser Gemeinden, die an seinem Grave Worte der Anerkennung und des Dankes sprachen. Nach Dr. Buchholz' Tode kam er nach Emden und hat hier 18 Jahre zum Segen gewirkt. Was er hier und im Landrabbinate . geleistet, kann an dieser Stelle nicht erschöpfend erörtert werden und bleibt einem späteren Kapitel Vorbehalten. Im Dezember 1910 reiste er nach Berlin und unterwarf stch dort einer Operatton, kehrte dann nach Emden zurück, und eS schien eine Zeitlang, als ob die Genesung langsame Fortschritte mache. Doch dte Besserung hielt nicht an. Auf dm Rat seines Hausarztes begab er stch in Begleitung seiner Frau nach Berlin uns ist dort am 2. Tage SchowuauS verschieden. «. Man hätte ihn dort gern neben seinem Lehrer beerdigt, aber die Gemeinde Smben reklamierte die Reste ihres hochverehrten Raw und entsandte den Gemeindevorsteher, Herrn Philipp Meyer, sowie dm ersten Po,sicher der nVNP mSTT/ Herrn Lehrer «pt, zur Abholung der Leiche. Bor der Abfahrt auS Berlin hielt Herr Ravv. Dr. Munk dem Kollegen und Freunde eine tiefempfundene. AbfchiedSrede. In Emden gestaltete stch die Beerdigung zu einer imposanten Kundgebung. Die Letchmfeier begann nachmittags 47* Uhr im Trauerhause. Zunächst ergriff Herr Rabbtner Dr. Auerbach aus Halverstadt das Wort und bot tm Ramm der Familie in zu Herzen gehender Rede dem Dahingefchiedmen dm AvMedSgruß dar. Meyer sprach alS Frmnd und Herr Dr. gelobte am JVlK deS BaterS, treu zu wandeln den Weg, der ihm vom Elternhause auS angewiesen worben sei. Darauf wurden die sterblich n Ueberreste des verstorbenen LandrabbinerS vom Trauerhause in die Synagoge überführt, wo unter überaus zahlreicher Beteiligung der Mitglieder der Gemeinde, Vertreter aller gesetzeStreum Verbände, Vertreter der städtischen Behör den und der Geistlichkeit aller Konfessionen, sämtlicher jüdischer Lehrer deS Bezirks und von Glaubensgenossen auS der Nähe und Feme eine würdige Trauerfeier für dm unermüdlichen Seelenhtrten, dm charakterfesten Mann, dm stets hilfsbereiten Menschenfreund und bedeutenden Gelehrten avgehatten wurde. Herr Dr. Mannheimer, Landravbiner aus Oldenburg, hielt die Gedächtnisrede. Er wies auf die gedeihliche Entwicklung der Synagogmgemelnde hin, die dem Umstande zu verdankm fei, baß Vorstand und Ravbinat Hand in Hand dmfelvm Weg gegangen. Mit den Worten des Trostes an dte Familie, mit einer eindringlichen Mahnung an dte Gemeinden schloß der gewandte Kanzelrebner. Sodann trat der Vorsteher der Gemeinde an dm um dem verstorbenen Führer tm Namen der Gemeinde zu danken für seine verdienstvolle Tättgkett, sowie für alles, was er in achtzehnjähriger rastloser Wirksamkeit im Bezirke gewirkt habe. Mit erhobener Stimmer legte er baS ergreifmde Gelöbnis ab, feine ganze Kraft daran fetzen zu wollen, daß baS Werk des Entschlafenen in dessen Geiste forweführt werde und Gemeinde und LandrabbinatSvezirk Emden dem gefetzeStteum Judentum erhalten bleiben solle. ES folgte nun baS -s"vN'Geßet, und erschüttert durch die Töne ves SchofarS verliefen wir das Gotteshaus, um an der Ueberführung der Leiche nach dem nahm Friedhöfe teilzunehmm. Hier rief Herr Landravbtnrr Dr. Gronemann auS Hannover dem AmtSbruder und Freunde tm Ramm des Rabbtne.Verbandes herzliche Worte des Gedenkens nach, worauf Herr Rabbtner Dr. C a r l e b a ch aus Lübeck baS FreundfchaftSbanb schilderte, das ihn mit dem Entschlafenen verknüpfte und dte hohen und edlen Eigenschaften des Verewigten, die ihm die Liebe, Achtung und Verehrung aller derjenigen erzwangen, dte mit ihm in Berührung kamen. Herr Lehrer Wolfs aus Aurich. der im Namen des „Vereins jüdischer Lehrer in den RabbinarSbezirkm Emden, Oldenburg, Bremen", sowie tm Aufträge des »Bundes gesetzestreuer jüdischer Lehrer" und der Gynagogmgemeinbe Aurich sprach, wieS auf dm großen Verlust hin, den baS aefetzestteue Judentum namentlich in der jetzigen, von Sturm und Drang erfüllten Zeit erleide. Er schilderte besonders dte htngebenbe Tätigkeit deS LandrabbinerS für die Bessergestaltung der Schulverhältntsfe, für die Erhalung der jüdischen Volksschule und für dte Zuwmdung der Vorteile der jüngsten Gesetzgebung auch an dte jüdischen Lehrer und Gemeinden. Er verstcherte, daß das Andenken Dr. LöbS nie auS dm Herzen der Lehrer schwinden würde. Herr Rabbtner Dr LewinSkt aus Htldesheim rief namenS der Kollegen, dte mit dem Entschlafenen die Interessen der Provinz Hannover vertraten, sowie namenS des Vorstandes der Unterstützungskasse der jüdischen Lehrer der Provinz dem AmtSbruder ttefempfundenen Worte nach. Auch Herr Oberrabbtner Dr. L e r n e r auS Altona und Herr Rabbiner Dr. Rosenak auS Bremen verliehen ihrem Schmerze beredten Ausdruck. Aus weiter Ferne waren die Rabbiner Dr. Wreschner aus Samter und Dr. Sohn aus Rawitsch herbetgeellt, um im Namen der von ihnen verbetenen Gemeinde Worte der Anerkennung und des Dankes für die ehemalige Tätigkeit deS unvergessenen Rabbiners zu sprechen. Herr Hauptlehrer Selig- Emden würdigte dte Wirksamkeit Dr. Löbs an der Schule, an der er als Religionslehrer für dte reiferen Schüler wirkte, und in derm Herzen er manches Samenkorn senkte, da» herrliche Früchte zeitigen sollte. Dte Sonne sandte eben ihre letzten Strahlen, als wir dte sterblichen Reste unseres RawS der Erde Übergaben. Nun steht er am Throne deS Höchsten, als deren einer, von denen unsere Weifen sagen: 2'2V1' Qfp’TiC mwn to D’jrm arwum Dwinwn« •'natA pnx ns? Briefkasten. G. B. N. Konnte leider ViS jetzt auS Raummangel nicht untergebracht werdm. Rabb. Dr. N. Uns find derartige Bemerkungen auS dem Leserkreise nicht zngegangen. ES liegt daher kein Grund vor, darauf aufmerksam zu machen L. I. in G. Wir wissen noch nicht, wie es btS dahin um dm Raum tu unserem Blatte bestellt sein wird und können daher tm voraus nichts versprechen. Lehrer M. in B. ES handelt sich um eine keineswegs seltene Erscheinung, von der Notiz zu nehmm wir keinen Grund haben. Besten Dank. R. O Wenn Sie zum Dorschen überhaupt vertragsgemäß verpflichtet find, dann ja. vereinskalenarr. Verein Mekor Ehajim. (BeretnSlokal Langestraße 18.) SamStag, dm 17. Juni, nachmittags 4 Uhr im Hörfaale der Synagoge Frtedvrrger Anlage Nr. 5: Mt»zo-Bortrag des Herrn Josef Kaufmann. tta Stern, Älsrrt Mainz, Frankfurt Verlobte: a. M.-Berlin. Vermahlte: Adolf Nußbaum, Lina geb. Mosrs, Hamburg^rmckimt^M Ladbar - Anfang u. Ausgang rav It: Anfang SbatMM Ausgang MrlMtn. 1911 \ 56*1 Uhr iMiv 17. 21. StMtfVttti «.M. 8 — Juni Sivnm 9 40 Verll* .... — 9 U München . . 1 — — 9 09 Gtrnfchnrg | 7 30 9 25 eVüttflraft. . . 7 15 9 25 Voten .... — — 9 22 7 30 9 18 HmnNnrn. . . 10 — Warte," sowie eine Reitze von Beiträgen und Korrespondenten für die nächste NumÄer zurückgestellt werden. Maschinenstrickerei Selma Voges Frankfurt am Main ♦ Hochstrasse 23. m An- und Ne ustricken von Strümpfen mit bestem Material und billigen Preisen.. Größte Auswahl in Strümpfen und Handschuhen. bleibt ein Gesicht mit weißem, rosigem Teint, zarter, sammetweicher Haut, sowie ohne Sommersprossen und Hautunreinigkeiten, daher gebrauche man die echte Steckenpfera - Cilienmilcb «Seife vLef-UrRAhL0^Haaeve«I.üSt.60Pf. Über.z.hüb. In der „Internationalen Ausstellung für Reise» und Fremdenverkehr" am Zoologischen Garten zu Berlin (1. April bis 20. Juni 1911) fällt der Pavillon des Allgemeinen Deutschen Versicherungs- Vereins in Stuttgart durch sein intimes Arrangement angenehm in die Augen. In geometrischer wie bildmäßiger Darstellung und Ausführung werden Geschäftsbetrieb, Größe und Wachstum des Stuttgarter Gegenseitigkeits-Vereins veranschaulicht, der bekannt lich mit stattlichem Erfolge Haftpflicht-, Unfall- und Lebensversicherung betreibt und vor allem in der erstgenannten Branche an der Spitze aller deutschen Gesellschaften marschiert. Gegründet im Jahre 1875, hatte er Ende 1909 insgesamt 2464/ö Millionen Mart vereinnahmt, wovon im gleichen Zeitraum Bl1/- Millionen als Gewinn (Ueberschuß) und 102 Millionen als Schadenzahlungen an die Versicherten zurückflössen; die Summe der hierbei regulierten Schaden fälle betrug 616000; bie Wttiüa waren ,bis End? 1909 auf 73 Millionen Mark, die Jahresprämie ans mehr als 26 Millionen Mark und die.laufenden Versicherungsurkunden auf nahezu 800000 angewachs-n — Ziffern, die inzwischen schon wieder weit über holt sind. Als besonderes Unikum liegt im Pavillon unter anderem ein vom Stuttgarter Verein kürzlich erledigter Unfall-Schadenakt im Original auf, dessen gesamte Korrespondenz lediglich 16 Seiten umfaßt und der mit der Zahlung von 100 000 Mark. seinen Abfand. Dr. 8. Muß Seit den letzttn^ö^ret^^tms^elegen^ei^eböttn in Triberg, der „Perle des .Schwarzwaldes", fast auf der Höhe (750 Meter) der weltberühmten Schwarzwaldbahn, in Pension Waldeck (Besitzer: F. Kahn, Basel) bei mäßigen Preisen!gute Verpflegung zu finden. Bildet doch dieser idyllische, rei zend gelegene Höhenluftkurort auch ohne seinen tzau'ptanziehungspunkt, den 167 Meter hohen, mächtigen, stets wieder anziehenden Wasserfällen mit täglicher elektrischer oder bengalischer Beleuchtung, einemiJedeii, was er sucht. Findet doch der Großstadt-Flüchtende, Ruhe- und Erholung-Suchende in naher und weiter Umgebung auf bequemen und weit sich erstreckenden, ebenen und anrer?rseits ansteigenden Wegen Spaziergänge mit reichlicher Abwechslung in herrlichen, würzige. Luft ausströmenden Tannenwald ungen. Der Tourist jedoch kann, Triberg als Standquartier, in der mit Naturschönheiten verschwenderisch bedachten Gebirgslandschaft wochenlang täglich andere lohnende Touren machend Und nicht zuletzt mag Triberg für das Publikum, das in die höheren Regionen der Alpen will, vor und nach deren Besuch als Uebergangsstatton und den Kurgästen, die ^anstrengende Kuren durchgemacht haben, zur Nachkur «empfohlen sein. JUL SiZd»