Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 52 (1911)
- Issue
- Heft 22 (1.6.1911)
- Date
- 1911-06-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2448803-2448826--66608-2494778- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 26. Rr. 22 Der Israelit. 1. Juni 1911. kleinen Maßstab und die große Ausdehnung — 2 m Höhe und 1 m 30 Breite — für den Klaffen- Unterricht besonders eignet.—Ueber die im vorigen Jahre veranstaltete Gesellschaftsreise der orthodoxen Kreise Ungarns und Deutschlands erstattet Wilhelm Alexander aus Satoraljaujhely einen ziemlich umfangreichen gedruckten Bericht, der im Selbstverläge erschienen, und besten Reinertrag für die palästinenischen Armen bestimmt ist. Das Büchlein ist faßlich und dabei recht lebendig geschrieben, und der Verfasser weiß manche intereffante und belehrende Einzelheiten über das Land selbst und über Reise und Reisegesellschaft zu erzählen. Für unsre Gesinnungsgenossen sind namentlich die Berichte über die Institutionen der „Deutsch holländischen Palästina- Verwaltung" und der „Freien Vereinigung" von Interesse und wohl geeignet, diese Körperschaften zum Weiterschreiten auf dem von ihnen betretenen Wege zu ermutigen. — Neben dem Palästina-„Baedeker" von Davis Trietsch wird der vom Palästina Informations-Bureau in Wien herausgegebene „Kleine Reiseführer durch Palästina", ein ausschließlich für praktische Zwecke berechneter Auszug aus dem erwähnten Werke, jüdisch?« Touristen gute Dienste tun. Das Büchlein kostet nur 80 Pfg. und enthält in seinem ersten Teil allgemeine Informationen über Reiseverbindungen, Reisezeit, Verkehrsverhältnisse, Preise etc, im zweiten Teil ein Tourenverzeichnis, Ratschläge für die Zeiteinteilung und schließlich eine Kartenskizze. — Die uns vorliegende neueste Nummer (10. Mai) der Zeitschrift „Palästina" enthält an Originalten Informationen über die derzeitige Jerusalemer Finanz Krisis (Die Berbefferungsvorschläge des Verfassers sind für Kenner der Verhältnisse reine Theotte und praktisch undurchführbar), ferner die Fortsetzung einer größeren Arbeit von Fried mann-Königsberg über die chemische Erforschung des Toten Meers, sowie Bücherbesprechungen. H«uoaiii«r und Rabbi. Von I. Behr in Rossieny. In einem Ihrer jüngsten Leitartikel wurde die Willkür der neuen Forscher auf dem Gebiete der jüdischen Geschichte besprochen unter besonderem Hinweis auf die wissenschaftliche Arbeit des Professors D . Samuel Kraus; „Antoninus und Rabbi" im Jahresbericht der israelrt. cheolog. Lehranstalt in Wien (1910). Diese Studie des Prof. Krauß finde ich nun in der Oktober-Nummer der Monatsschrift „Haschiloach" von einem Dr. Zipernowitz in abgekürzter Form hebrä sch wiedergegeben. Die neue Hypothese des Prof. Krauß gipfelt darm, daß Rabbis Freund, Antoninus, nicht, wie bisher allgemein angenommen wurde, ein römischer Kaiser, sondern nur ein römischer Statthalter in Ehrten namens Ovidius Cassius gewesen ist. Dr. Zipernowitz steht zwar ein, daß die neue Erfindung einiges gegen sich hat, nicht zuletzt die eine Kleinigkeit, daß Odidtus nirgends Antoninus genannt wird, er hat aber eine Talmudstelle gefunden, die unumstößlich beweist, daß der talmudische Antoninus nicht Kaiser gewesen ist. Auf Sette 252 Anm. 1 schreibt Herr Zipernowitz: Im Talmud Aboda sara X sagt Rabbi: >,Dort (in der Hölle) »st Edom, seine Könige und alle seine Fürsten (Ez. 32). Seine Könige, aber nicht alle seine Könige, alle seine Fürsten, aber nicht alle seine Würdenträger / Ausnahme: Antoninus den Asverus." Herr Z. folgert richtig, da Rabbi seinen Freund nur von den edomitischen Würdenträgern und nicht von den Königen ausschliegt, so kann dieser nur Statthalter, aber nicht Kaiser gewesen sein. I^Ö D12'31tD3X '\1 1*7'X rrabo win -p '2*1 M '2-1 bw ii'i' 'an hdi otok p aia ''a*?a *?a xSi *72 x*?i rw'tta *?2 ®mn by ppain*7 '2-1 2x1 flÖX2B7 '3BÖ XIX AK? pX D12'3ia3X*7 tölB .1'1V7 'an IW pl 013’3ia3X M so heißt es.wörtlich im „Ha- --.schiloach". Der Beweis steht bombenfest, denn sonst müßte es ja he.ßen: Seine Könige, aber nicht alle seine Könige, Ausn chme: Antoninus b. Asverus. Aber, geehrter Herr Doktor, wie wäre es, wenn es Wirklich so stände? Wie wäre es dann? Ich bitte nur die Stelle im Talmud Aboda sara X nachzuschlagen und Sie werden es dort schwarz auf weiß so finden. Bon den Königen wird Antoninus den Asverus und von den Würdenträgern 2177P p 2J?'Dp ausgeschlossen. Herrn Zipernowitz kann der Vorwurf nicht erspart bleiben, daß er des Professors Zitat blindlings gefolgt und sich nicht die Mühe gegeben hat, die Talmudstelle selbst etnzusehen. AVer wie steht es mit Professor Krauß? Wie soll man dieses falsche Zitteren beurteilen? Der Verdacht einer abstchtlichen Entstellung, um den Leser zu täuschen, fällt bei einem so bekannten Gelehrten wie Professor Krauß weg. Ein einfaches Versehen ist hier aber ebenfalls schwer anzunehmen. Denn, wäre K. wirklich der irrigen Meinung, der Talmudtext laute: ö2B 2'ltP ^2 X^71 Q13'311fi3xS/ dann hätte er diesen einzigen Beweis für seine Hypothese sich nicht entgehen lassen und würde nicht gewartet haben, bis rhn Herr Dr. Zipernowitz nachträglich beibringt. Wir glauben daher das richtige zu treffess, wenn wir behaupten, Prof. Krauß habe den wirklichen Text ganz gut gekannt und nur aus Fahrlässigkeit die Stelle falsch angeführt und Herrn Zipernowitz Gelegenheit gegeben, darüber zu straucheln. Mehr Schatten als dieses falsche Zitat wirft auf Krauß' Wahrheitsliebe das Verschweigen eines Gegenbeweises seiner Hypothese, welcher ihm keinesfalls entgangen sein kann. Er befindet sich nämlich ebenfalls Abode sara X, wo die meisten Antoninus-Agadoty zusammengestellt sind. In der Einleitung heißt es: p -|ba p'iria pxtr D'i32 "Tflfl: pp 222 -12 Hhbü ’apia x*7i *7*? x'irp 'XI . .. -jSa Dir jidjx -12 di-i’idk p» 'apio rb*w '"r? x2*?a D'niDx -i*7ö'1 xrr2 '2-1*? cirrtsix bx -pai .'mnn'-i2 Bon der Erbfolge kann nur bei einem Herrscher, aber nicht bei einem Statthalter die Rede sein. Diese Stelle versetzt der neuen Kraußscksen Hypothese einen zu schweren Streich und deshalb mußte sie verschwiegen werden. In e nem zweiten Artikel werde ich mir erlauben, die Resultate meiner Forschung auf dem Gebiete der Antoninus-Agadoth mitzuteilen Ächerschav. *721 mx'Apm 21*75222 ni2-i2n npa ibd n'trma C2'2ii*7i2*7i arrab -men 'p?n pr 2X7 2x12 crrnixacin nnnx ir datid' Die Liturgie des Siddur und ihre Entwicklung nach den Urquellen untersucht und systematisch geordnet von W. I a w i tz. Preis 3,75 M. > Verlag des Verfassers, W. Jawitz, Berlin N. 24. Ueber die Liturgie des Siddur sind eine ganzer Reihe von Schriften in den letzten J'hrzehnien erschienen. Sie behandeln aber entweder nur Einzelgebete oder begleiten den Siddur mit Bemerkungen, in denen über verschiedene Lesarten berichtet, über die Duellen der Gebete - das Notwendige zusammengestellt, über alles, was von den älteren Rabbinen über einzelne Gebetsstücke je bemerkt wurde, referiert wird. Das wahrhaft klassische Buch dieser Art, das .«tanclarck vrork, ba§ wohl nie veralten wird, ist der Siddur von Bcrer ^xlV' 2112J7 11D- Es fehlte aber bis jetzt an einer systematischen Darstellung über den Siddur, an einem Werk, in dem die verschiedenen Formen der 2^522 unter einem einheitlichen Gesichtspunkt behandelt würden. Dieser Aufgabe hat sich der Verfasser, der aus zahlreichen Schriften rühmltchst bekannte Historiker W. Jawitz, in der vorliegenden Arbeit unterzogen. Er bringt zuerst eine Darstellung der 21p 'v'2 2^B2, wie in Bibel und Talmud die Entwicklung vom Pflichtgebet und dem freiwilligen Geber sich vollzog, bis die bestimmte Form mit 2L7 212*721 geprägt wurde. Er behandelt sodann die 21212 und zwar nach den Gruppen der 2X322 21212 (wiederum gegliedert nach den vier Sinnen des Geschmacks, des Geruchs, des Gesichts und des Gehörs) der 21212 2X1122 und der 21Safl A1212- Er schreitet dann fort zu der -pix 172DD und zeigt, wie diese Form der langen 2212, die mit einer Segensformel beginnt und mit einer Segensformel schließt, das notwendige Gewand für den anders gearteten Inhalt dieser Art von 21212 sind, wie dann an die lange 2212, die 21212 '112 sich naturgemäß anschließen in 21212, p122 A1212 D'^2X A1212, 2122. Aus dem Keim der 21212 ' sind dann wieder die DibBfl erwachsen. Ausführlich werden jetzt die ursprünglichen Formen der Wochentags-, Sabbat-, Rosch-Chodesch und Feiertagsgebete uns vor Augen geführt und eine reiche Fülle von Material beigebracht für die Vergleichung der Gebete untereinander, wie rft gewissermaßen das gleiche morphologische Prinzip ihre Bildung beherrscht. Auf die 21^22 läßt der Verfasser die 21^12711 flwllp folgen nach dem Ausspruch Berachoth 33»: 22*? ljpfl 2*71132 2232 1MK 21*71221 21011.1 21^221 21212 *?X1C7'^ Neben dem Kiddusch subsumiert er unter den Begriff der 21211p auch poll'X 2212, ferner 2'1' ttHp IVx p3ä, ferner 1122.1 sl'12 2212 und endlich auch 27122 221p 2212, die zur Zeit, als man 's by 2Hpa 2’X1 war, feierlich zu einem Becher Wein gesprochen wurde. Es folgen 2X'1p.1 21212 und zwar erstens 112» 2X'1p 21212, wie IBD 21212 21DB2 21212 2112 und 21132 21212 und zweitens 2B *72227 AX'lp 21212, letzere wieder gegliedert in 2'212121 27"p und die verschiedenen Formen des b*722 21212, drittens 21121X2 AIX'1,1 ]2'2^2121, wie das Schlußstück beim Maariwgebet jl2Xl ]»X üb'lpb M -s112 und 222121 .132.1 27"p am Schluß der 2227.1 21212, viertens v'322.12212 222121- Damit sind die eigentlichen 2HS21 21212 des Siddur erledigt. Der Verfasser verbreitet stch nun noch eingehend über den andersgearteten Tril des Siddur. Und zwar glied.rt er ihn in erstens 2212 X*72 2X'1p, alle ö'liara und L'plvs und sonstigen Bibelabschnitte, die im Siddur Vorkommen, zweitens ll'1ia^2 die Lernstücke, die ausgenommen sind, in gleicher Weise wie die, X11232 '1»X»1 21'327B 'plB, auch alle Aussprüche, die im Zusammenhang mit einzelnen 21L» getan werden, wie X2H'J7 s'1.12, 1*7*72 21132, X1'»2 bs, ua , drittens 21x1121 21222722 D'31322.1, wie das 27'1p, die verschiedenen »'2212 2X, 2121 X121, die p212 nach dem Tischgebet, die p^1 '2' in den 21212 12272 u. v. a., viertens B'31p22 wie ,21^2 pp2 B"27 2132 ,2"tD*7 213'p ,212'lv 2110372- Aus dieser trockenen Aufzählung ist freilich nicht zu ersehen, wie die Behandlung der Materie im Einzelnen beschaffen ist. Ich könnte das nicht besser schildern, als es von dem Verfasser selbst in seinem Vorwort geschieht. Er sagt dort: „In der vorliegenden Arbeit waren wir bemüht, die Grundb. standteile des Siddur klarzulegen, dem Ursprünge der kleinsten Satzteile nachzugehen, deren spezifische Merkmale zu bestimmen, die innere Verwandtschaft scheinbar einander fremder Partien auszudecken und so die große religiöse und nationale Schöpfung des Siddur, der nicht allein den Charakter eines Gebetbuches, sondern auch die Bedeutung eines Getstesschatzes von höchstem Wert für unsere Nation hat, nach ihrem innersten Wesen vor Augen zu führen. Demzufolge war es uns weniger um die Verschiedenheit mancher Lesarten zu tun, als vielmehr die Aufmerksamkeit auf das Uranfang- > liche, sozusagen auf die ersten Keime der Beracha — und Thephillaliturgie (vgl. S. 3, 3, 8, 11) zu lenken." „ . . . Dadurch, daß wir im Siddur die einzelnen Bestandteile zu unterscheiden lehren, den charakterist schen Grundzug eines jeden Gebetsteils feststellen und so Kriterien gewinnen, die uns in den Stand setzen, scheinbar verschiedene Elemente unter einen gemeinsamen Gesichtspunkt in bestimmte Gruppen zu ordnen, wird die Erforschung und Ordnung des dem Siddur zu Grundel liegenden Materials zu einem System erhoben." I Soweit der Verfasser. In der Tat halten wir dies! letztere, daß der Versuch gemacht wird, das so vtelgestal-1 ttge und verschiedenartige Material, wie es in unserereni I Siddur vorliegt, unter einem bestimmten Gesichtspunkt! zu ordnen und zu zeigen, daß es sich systematisch gliedern! läßt und also in der Summe aller Teile nicht ein Kon-! glomerat willkürlicher Anhäufungen vorliegt, jondern ein! sinnvolles Ganze, ein lebendiger Organismus, für den I wesentlichen Vorzug des Werkes. Es kommt nicht sosehr! darauf an, ob dieser Versuch bis in den kleinst n Punkt I hinein gelungen ist. So scheint mir die Stelle, die der! Verfasser den Antwortformeln in der Reihe seines! Systems anweist (21371 j»7 auf S. 59), willkürlich! gewählt zu fern. Manches andere wird man vielleicht! anders einordnen wollen und können. Aber eben die! Gruppierung selbst gibt dem Leser eine Fülle von An-! regungen. So wenn uns unter bbil 21212 auch die! X1B71 '11DS begegnen als 1212121 21' *722 *7^1 oder wenn wir unter 2'3377 J1»7 neben 21212 > ]1Ö1| p7»2 auch das 1212 sehen als 2BD 2212^ slv'l 2112 und 17»E7 2X'1p 2212*7 )ia7- I Neben dieser Systematisierung liegt der zweite Bor-I zua in den mannigfachen Vergleichen zwischen den ein-» zelnen Gebeten. Man ist geradezu überrascht, wenn mavl die beiden Kolumnen vor sich sieht, in denen der Berf-I z. B. 2*221 2»X und Q'ilfc gegenüberstellt, durch tml Ueberetnstimmung der einzelnen Teile untereinander, oder! wenn man in den drei Kolumnen von 1»XC7 -s113V 222D1 2127372 und ^1^2' Punkt für Punkt sa» wörtliche Ueberetnstimmung bemerkt, und man wunden! sich, daß man dergleichen nicht vorher gesehen hat. I Der dritte Vorzug ist die Zusammenstellung des! historischen Quellenmaterials. Sehr viel davon stcht ja» bereits in anderen Werken, vor allem im Siddur von» Baer. Aber einerseits werden uns eine sehr große Anzahl» neuer Stellen geboten, und dann ist das Material hin» sachlich geordnet. So ist das Buch eine sehr willkommen» Ergänzung zum 1X1V 211237 111D- I Ist der letztere Vorzug für die Wissenschaft de»