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Der Israelit · 1911-06-01 · Heft 22 (1.6.1911) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 22 (1.6.1911)
Date
1911-06-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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mi Z von ix beafden ■V'aa »alben seine rinsti-!r sich Aurer ch ereiner r, bemnche eigene üften, gte er weise) ltebed ihm ganz teltbesucht, teden l, die allen einer ttreue es in Dir behilew. beiden vurde q der e gedieser s wie n Gewinde \x die weren : verssische rluste emlai. Ber- Berrung vurde Tna-- »ebröinden i rief Uchen er T. ilogie ramm ischen Die : Geviel störe Man dische ei. — , daß : Ersunde! ver- Vermüsse Cilierariscbe Rrnidscfcau.4 I. Philofophie und Theologie. Das in zweiter Auflage vorliegende Buch des Grafen Hermann von Keyserling: „Un sterblichkeit" (München 1911. I. F. Leh mann, Preis geb. M. 6.—) ist symptomatisch für die von der jüngeren Generation vollzogene ent- | »chiedene Abwendung vom naturwissenschaftlichen Materialismus, aber auch für die in immer i breiteren Gedankenströmen einsetzende Bewegung,! über Kant hinaus doch einige Schritte weiter ins Reich des Uebersinnlichen zu gelangen.! Keyserling stützt sich auf die von der vergleichen- > den Völkerpsychologie und Religionsgeschichte bezeugte allgemeine Tatsache des Unsterbltchkeitsj glaubens ebensowohl wie auf die nach den Methoden Bergsons betriebene psychologisch-kritische Prüfung des individuellen Ewigkeitsstrebens und folgert aus der Ahnung des Transcendenten dessen faktisches Vorhandensein. Das alles ist ebensowenig neu wie die prachtvolle Darstellung und biologische Begründung der überindividuellen Zusammenhänge, die das Individuum binden, und die das ethische Bewußtsein, das Aufkommen des Pflichtbegriffs erklärlich machen sollen. Allein Keyserling weiß seinem spröden Stoff eine so meisterhafte künstlerische Gestaltung zu geben, daß es ein Genuß ist, seinen Deduktionen zu folgen, und diese Kunst der aus dem Bollen schöpfenden, oft zu dichterischem Schwung sich erhebenden Darstellung überwuchert > dabei niemals, trotz einigen Längen, die logische Entwicklung der Gedankenreihen. Das Judentum ^hat der Verfasser, wie es scheint, lediglich aus Chamberlains unwissenschaftlichen Konstruktionen! kennen gelernt; es wird entweder ignoriert oder mit 'Schlagworten abgetan, geschweige denn, daß von einer tieferen Würdigung des gewaltigen ethischen nnd metaphysischen Gutes der jüdischen Ueberlieferung die Rede wäre. Das ist der eigentliche Grund dafür, daß die Ueberlegungen Keyserlings in den Pantheismus Spinozas einmünden und den Mittelweg nicht zu finden 'wissen zwischen radikalem Individualismus und •) Angesichts der großen Fülle literarischer Erscheinungen aus den für unseren Leserkreis in Bc-! kracht kommenden Interessengebieten, beabsichtigen wir, l für die Folge die bei uns einlaufenden Bücher, nach Fächern geordnet, so bald wie möglich kurz anzu-! zeigen, die Mitte haltend zwischen bloßer Titelangabe, die nichts besagt, und gründlicher Besprechung, die naturgemäß oft monatelang, ja zuweilen jahrelang zum Schaden von Autor, Verleger und Publikum auf sich warten läßt. Tie Einzelbesprechung hervorragender Erscheinungen durch selbständige Artikel oder Rezensionen bleibt natürlich dessenungeachtet Vorbehalten. An gezeigt oder besprochen können »nur solche Werke werden, die nach irgend einer Richtung spezifisch jüdisches bezw. religiöses Interesse »haben. Freiheit vernichtender Degradation des Individuums zum bloßen Organ der Weltseele. — Von Henri Bergson, dem genialen französischen Denker, dem die junge deutsche Philosophie, wie auch Keyserling beweist, schon viel zu danken hat, liegt jetzt bei Eugen D iederichS in Jena wieder eine neue Uebersetzung vor Es ist das schon 1888 erschienene Werk: Zeit und Freiheit (Preis geb. M. 5.50). Aus der kritischen Untersuchung des Begriffes der Intensität und desjenigen der Dauer erwächst Bergson der Nachweis, daß der Streit um das Freiheitsproblem in einer mißverständlichen Hineintragung räumlichen Denkens in das lebendige Ich seine Wurzel habe. Bergsons größeres Werk: „Materie und Gedächtnis" ist bei Erscheinen der Uebersetzung seiner Zeit hier besprochen worden. Inzwischen ist auch seine kompendiöse „Einführung in die Metaphysik" (Preis M. 2.) der deutschen Lesewelt durch eine Diederichs'sche Ausgabe zugänglich gemacht. — Prof. Johannes Reinke, der berühmte Verfasser der „Welt als That" ist offensichtlich durch dieses Werk selbst und die daran sich anknüpfenden Kämpfe um Monistenbund und Keplerbund von der Naturwissenschaft zur Philosophie geführt worden. In einem kleinen, faßlich geschriebenen Büchlein:„DteKunst derWeltanschauung" (Eugen Salzer, Heilbronn, Preis geb. 3.80 Mk.) behandelt er ohne die schwerere Rüstung wissenschaftlicher Beweisführung und mit stetem Ausblick auf die religiösen und politischen Zeitströmungen, die Grundprobleme der Weltanschauung (Natur, Wissenschaft, Religion, Gottesidee, Ethik, Werte und Ideale, Kultur, Kunst.) Auch wer mit der Auffassung Reinkes von der Religion nicht einverstanden ist, wird in dem Büchlein viel Sympathisches und Wertvolles finden. In dritter Auflage liegt Fr. W. Försters „Autorität und Freiheit" (Jos. Köselsche Buchhandlung, Kempten) vor, ein außerordentlich zeitgemäßes und mutiges Buch, lehrreich auch für Diejenigen, die den kirchlichen Kämpfen um Modernismus und Dogma uninteressiert gegenüberstehen. Keiner weiß in so vornehmer, modernem Empfinden entsprechender Form den Kulturwert des Auto ri tätsprinzipsüberhaupt gegenüber der die Zeit absolut beherrschenden Apotheose der individuellen Vernunft und des schrankenlosen Persönlichen Auslebens zu vertreten, wie Förster. Seine Darlegungen verdienen auch in jüdisch-religiösen Kreisen Beachtung. — Ist es bei Förster das starke Empfinden für die von der Vergangenheit überlieferten normgebenden Werte, was ihn deren Sache führen läßt, so behandelt Nator p in seinen unter dem Titel „Volkskultur und Persönlichkeitskultur" soeben bei Quelle«. Meyer in Leipzig erschienenen Borträgen das Persönlichkeitsproblem . von einer anderen Seite. In der sozialen Gemeinschaft allein und in der bewußten Wirksamkeit für diese vollendet sich daS individuelle Leben zum ganzen Reichtum seiner Entwicklung. Das Buch, das als Propagandaschrift für die vom Rhein-Mainischen Verband für Volksbildung vertretenen Bestrebungen gedacht ist, scheint uns wertvoll vor allem durch die Kritik, die es an den sittlichen Schäden der Zeit übt und den vorbildlichen Idealismus, mit dem es trotz dieser Schäden sich in der Liebe zur Bolksgesamtheit nicht beirren läßt. Prof. Orelli läßt eine zweite Auflage seiner Allgemeinen Religionsgeschichte bei A. Marcus u. E. Webers Verlag in Bonn in Lieferungen erscheinen. Das Werk, dessen Verfasser auf christlich-positivem Standpunkt steht, wird zwei Bände von insgesamt 1000 Seiten umfassen. Ein hübsches, stilvoll ausgestattetes Quellenwerkchen zur Religionsgeschichte ist die neue L a o t s e - Uebersetzung, die uns Richard Wilhelm in Tsingtau (bei Diederichs) bietet und der eine umfassende biographisch-historische Einleitung vorangeht. Ins religionsgeschichtliche Gebiet gehört zum Teil auch Pcrcival Lowell s„S e e l e d e s fernen Ostens (Preis geb. M. 4), ein geistvolles, zweifellos aber stark subjektiv gefärbtes Buch, auf das vielleicht noch zurückzukommen sein wird. Schließlich sei noch einer Monographie über „DieWeltanschauung Roberto Ardigos" von Dr. I. Blumstein (Leipzig Fritz Eckardts Verlag) Preis 1.50 Mk. gedacht. Ardigo ist 1828 geboren, war ursprünglich Priester uno hat mit seinen positivistischen, aller Metaphysik abgeneigten Geistesart in Italien auf einen ganzen Kreis philosophischer Arbeiter anregend gewirkt. PsMins. Eine wertoolle und erfreuliche Gabe für alle Palästina-Freunde ist die bei Dietrich Reimer in der gewohnten sorgfälttgen Ausführung vorliegende Kiepert'sche Wandkarte von Pa^ l äst in a im Maßstab 1:200000. Charakteristisch ist die durch grüne und geblich-braune Färbung vorgenommene Unterscheidung zwischen Wüstengebieten und solchen, die dem Anbau erschlossen sind. Trotzdem ist die Karte im wesentlichen eine historischen Zwecke dienende, und man wird die Spuren der neuen Kolonisationstättgkeit daraus noch vergebens suchen. Die Ortsnamen sind in Laptdarschrift in hebräischer Form wiedergegeben, während die griechisch-römischen Formen durch andere Charaktere bezeichnet sind. Betgefügt ist auf einer Nebenkarte eine Uebersicht der Stammgebiete, sowie eine topographische Karte von Jerusalem im Maßstab von 1:6000. Die Karte sollte vor allen Dingen in keiner jüdischen Schule fehlen, da sie sich durch den relattv -4 aÜÜÜiäiidi

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