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Der Israelit · 1911-05-24 · Heft 21 (24.5.1911) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 21 (24.5.1911)
Date
1911-05-24
Page
– (sequence 9)
Language
German
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24 Mai 1911 was bei der allezeit bekundeten Rücksichtnahme der hiesigen leitenden Kreise auf die jüdische Religion Wohl leicht zu erwtr'en gewesen wäre. Sollten nicht nächstens in solchen Fällen die einzelnen rav ’HOW Vereine oder wo solche nicht existieren/ der Sabbatverband abhelfend eingretfen können? verelnzmreii. Frankfurt a. M., 16. Mai. Der Verein „LtnaS H a z e d e I" hielt am 16. April d. Js. seine ordentliche Generalversammlung ab. Der Jahresbericht des Vorsitzenden fiel zur vollsten Zufriedenheit der Versammlung aus, ebenso der Kassenberichts Derselbe weist an Einnahmen 851,59 Mark auf. An Unterstützungen wurden verausgabt 370,98 Mk, so daß ein Kassenbestand mit 460,61 Mk. vorhanden ist. Der neugewählte Vorstand besteht aus den Herren: Ch. Klausner, CH. Keller, I. Klausner, Adolf Jakobsohn, S. Ball, M. Schreiber und I. Belgrad, welche Beitrittserklärungen entgegennehmen und zu jeder Auskunft gerne bereit find. H. I. Wien, 17. Mat. Heute hielt das Beth-Hamidrasch (von der A aß Israel, Schtffschul, vor mehr als 50 Jahren gegründet) seine Generalversammlung ab. Der Bericht zeigt in allen Zweigen eine gedeihliche Entwicklung. Die Einnahmen (exkl. Kassavortrag und Rückzahlungen) belaufen fich auf über 15000 Kronen, bas reine Vermögen aus rund 68000 Kronen. Die E'TW’tP, darunter vier regelmäßige morgen- und abends find gut besucht und besonders die j^IV-Vorträge des Herrn Rabbiners Fürst ziehen Hörer aus allen Wiener Bezirken an. Die miMn ^D'-Anstalt, in der die Kinder für die Jeschiwah vorbereitet werden, wurde im Berichtsjahre reorgantfiert und weist Dank der ztelbewußten Tätigkeit der Herren Vorsteher einen großen Fortschritt in ihrer Konsolidierung auf, was auch in einer erhöhten Schülerfrequenz zum Ausdruck kam. Man hofft, die Mittel aufzubringen, um eine höhere Klaffe anzugltedern. ES ist dies die einzige Lehranstalt in Wien, an der Y'.Un und jOöJ gründlich in hergebrachter Weise gelehrt wird. Mit der Wiederwahl der austtetenden Vorsteher und Ernennung des hochverdienten langjährigen Vorstandsmitgliedes, Herrn Markus Bondi, zum Ehrenmitgliede schloß die Versammlung. Wien, 18. Mat. In der Generalversammlung deS Schomre-Schabbos-Veretns wurde mitgetetlt, daß im Berichtsjahre 68 Stellen vermittelt wurden. Die Zahl erhöht fich beträchtlich durch jene Plazierungen, die aus Nachlässigkeit der Beteiligten nicht zur Kenntnis deS Vorstandes gelangten. Die Einnahmen? betrugen rund 1800 Kronen. Im Berichtsjahre hielt Herr Jakob Rosenheim auS Frankfurt a. M. einen herrlichen Bortrag. Herr Rabb. Jakob v o f m a n n aus Kostet erntete gleict falls mit seinem glänzenden Bortrage wohlverdienten Beifall. Leiber findet dieser segensreiche Verein nicht einmal in den orthodoxen Kreisen allsettige Förderung. Personalien. Hamburg» 22. * Mai. Frau Oberrabbiner M. Hirsch ist im 79. Lebensjahre nach kurzer Krarkhett am Donnerstag, den 18. Jjar aus diesem Leben geschieden. Die Trauerkunde erweckte in der ganzen Gemeinde schmerzlichste Teilnahme. Nicht volle zwei Jahre hat diese edle Frau ihren großen und unvergeßlichen Gatten Rabbi MordechayAmram Hirsch yjsj überlebt. Eine echt jüdische Frau, deren Lebensinhalt die begeisterungsfreudtge Hingebung an unsere Thora, die Tochter eines großen DDfi TttSfl, die würdige Lebensgefährtin eines der grüßten Rabbiner finkt mit der Heimgegangenen ins Grab. Als Tochter des berühmten Oberrabdtners von Miskolz, Rabbi Jecheskel Mose Htschmann, 1833 gehören, reichte fie dem LtebiingSschüler ihres Va ers, dem später so berühmten Rabdt Mordechai Amram Hirsch die Hand zum Bund für das Leben. Sie war ihm eine gleichgesinnte treue Gattin und überall, wo der große Rabbi seines Amtes waltete, sowohl in Altofen, Prag und spater mehr als 20 Hahre in Hamburg, erwarb fich die bescheidene Frau, die nie in den Vordergrund treten wollte, die Sympathie aller Gemeindemitglieder. Die Liebe, die unser unvergeßlicher Oberrabbtner Hirsch fich im Sturm zu erringen wußte, fie übertrug fich auch ans seine Gattin. Die Beerdigung, welche Freitag nachmittag stattfand, gestaltete fich zu einer ergreifenden Trauerkundgebung. Die Räume des Sterbehauses vermochten die imposante Zahl der Leidtragenden nicht zu fassen. Der Gemetndevorstanb, der Synagogenverbanb und die vielen Jnstttuttonen waren durch Delegierte vertreten. AuS Prag, Budapest, Berlin, München, Gnesen rc. waren die Verwandten, von nah und fern ein großer Kreis von Freunden und Verehrern erschienen. Neben Herrn Oberrabb. Dr. Spitzer waren die sämtlichen Rabbiner von Hamburg und den Nachbarstädttn anwesend, neben den Schwiegetsöhnen, den Herren RabbinenDr. Ehrentreu- München, Dr. Jakobson -Gnesen, noch viele hervorragende Persönlichkeiten. Im Sterberhause ergriff Herr Oberrabbtner Dr. Spitzer das Wort und betonte, daß er wegen des nahen Sabbats nicht in der Lage sei, der Verstorbenen den gebührenden Hesped zu widmen. Nur »« Mratü». «o. 21 Gen- 9 ein kurzes Lebensbild wolle er entwickeln von der Gattin seines verblichene» Vorgängers, der Tochter des berühmten BaterS. In geistvoller Weise schilderte er dann die edle Verblichene als dte treue Genossin ihres Gatten, als daS leuchtende Vorbild einer echren RabbtnerSsrau, der Wohltäterin der Armen, der hochstnntgen Leiterin ihres Hauses. So wie die Hamburger Gemeinde ihren Rabbi Mordechat Amram Hirsch nie vergessen wird, so wird auch das Andenken seiner wahrhaft edlen Gattin stets bet uns in treuer Verehrung fortleben. Nachdem Herr Professor Isidor Hirsch- Karoltnenthal der Mutter ein ergreifendes Abfchtedswort gewidmet, wurde der Sarg von den Rabbinern und Vorstehern auf den Leichenwagen gehoben. Der imposante Leichenkondukt, der aus vielen Hunderten von Fußgängern und zahlreichen Equipagen bestand, bewegte sich nach dem alten Friedhof in in Ottensen, woselbst die Beisetzung neben ihrem vor zwei Jahren im Tod vorangegangenen Gatten statlfand. Budapest, 21. Mai. Wie bereis telegraphisch berichtet, hat der Kaiser dem Oberrabbtner der Budapester autonomen orthodoxen israelitischen Reltgtonsgemeinde Koppel Reich in Anerkennung seiner langjährigen eifrigen und erfolgreichen Tätigkeit taxfrei den Titel eines Königlichen Rares verliehen. Königlicher Rat Oberrabbtner Koppel Reich, der Sproffe einer angesehenen ungarischen Ravbtnerfamtlie, steht im Alter von 73 Jahren. Seit 21 Jahren wirkt er als Oberrabbiner der orthodox-israelitischen Kultusgemeinde Budapest. Er zählt zu dm hervorragendsten rabbinischrn Autoritäten deS Landes und ist Präsident des RabbinerkomtteeS der orthodoxm Judenheit Ungarns. Den äußeren Anlaß zu der königlichen Auszeichnung bot der Umstand, daß Oberrabbtner Reich jetzt das fünfzigste Jahr seiner rabbinischrn Wirksamkeit vollendete. Giebelstadt, 1. Mai. Am 23. April verschied in unserer Gemeinde Herr Seltgmann Neumann, der es verdient, auch in diesen Blättern genannt zu werden. Er war mtt all seine» anderen menschlichen Eigenschaftm auch ein treuer Anhänger der jTYirv Ihm ist es auch mit zu verdanken, daß in hiesiger Gemeinde wieder ein neues NV22N rP2 ersteht. Mit welcher Freude sah er der Verwirklichung dieses seines Lieblingswunsches entgegen! Leider sollte er die Bauvollmdung dieses Gotteshauses nicht mehr erlebm. Der Verblichene hatte fich infolge seines rechtlichen Handelns und seines bescheidenen Benehmens große Beliebtheit erworben. Das zeigte fich am besten bei feiner Beerdigung. Bon nah und fern kamen Verwandte, Bekannte und Freunde herbeigeeilt, um ihm die letzte Ehre zu erzeigen. Nicht nur seine Angehörigen, sondern auch dte Gemeinde Gicbelstadt wird ihn schmerzlich vermissen. Plest (Schlefien), 12. Mat. Zum Rabb^er^der hiesigen jüdischen Gemeinde wurde Rabbiner Dr. Löwenstern auS Breslau gewählt. Lanterbach, 15. Mai. Am -iöX rotP vollendete Herr Isaak Schloß dahier in seltener GeisteSfrtsche und Rüstigkeit seinen 94. Geburtstag. Der Greis macht noch seine Spaziergänge und beschäftigt fich den Tag über mtt Vorliebe mir Gartenarbeiten. Rhina, 15. Mai. Herm Levt Buxbäum dahier der auf eine 5vjährige Tätigkeit als Synagogendiener zmückblicken kann, ist aus diesem Anlaß das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Zahl 50 verliehen worden. Kabold (Kobelsdors), Komitat Odenburg, 15. Mat. Hier find am vergangenen rOtt? dte Ehegattin Samuel Schwarz, der Mann 95 Jahre und seine Frau 92 Jahre alt, am selben Tage gestorben. Beide betätigt«» in ihrem Leben die Grundsätze der Thora in vollstem Maße und wird man ihnen ein ehrendes Andenken bewahren. n"25un Briefkasten. «»1 fang tttrtnw Ausgang Uhr ISRta. 19111 5671 UhrfRin. 26. 28. Srnaffmt a. M. 7 55 Mai Jjar 9 15 «erli« .... — — 9 8 WUIIUBI — — 8 50 Gtrttßch«eg . 7 30 9 10 Stuttgart. . . 7 15 9 5 Pose« ... — — 8 58 Nürttberg . . 7 30 8 58 . . . I — — 9 35 Sabbat - Anfang u. Ausgang Wt» rw A. L. C. Besten Dank für die Mitteilung, von der wir Notiz nehmen. S. L. in F. Ihrer dankenswerten Anregung soll in nächster Nummer Rechnung getragen werben. P. A. in B. Der Ruth-Kommentar von Rabb. Dr. Raphael Breuer ist bei A. I. Hofmann, Frankfurt a. M. erschienen. S. B. in N. Wir kommen darauf gelegentlich zurück. Besten Dank. Thora 5. Nur dann, wenn Garantte für gute und würdige Aufbewahrung geboten wirb. Uereinskalender. Verein Mekor Ehajirn. (Beretnslokal Langestraße 18.) Samstag, den 29. Mat, nachmittags 4 Uhr im Hvrfaale der Synagoge Friebverger Anlage Nr. 5: Mtkro-Bortrag des Herrn M. R. Schwarzschilb. Tattiliennacfcrichten. Gebarten: Eine Tochter: Aron Kober, BreSlau. — Rabb. Dr. Klein (Münz) Nürnberg. —Joseph König Sh ö f er (Nelken) BreSlau. _ , Barmiswohfeler: Arnold, Sohn von Moritz Merzbach, Berlin. — Berthold, Sohn von Lehrer Beruh- Gutmann, Fürth i. B., in der Gemerndesynagoge Neuschnle. wortUchr insbesondere ist es anSschließlich Sache der Leser, die t« Reklameteü eitthattene» «mpfeylmn«» ritueller Ware« ober sonstige Auaabe» rrNiionsirsetz liche» «baratter« ans ibr« K«berUs«akett LN vr»ten. 4 Landeshuter i Leinenand Gebild-Weberei F. V. Qrünfeld Königl., Grossherzogi. a. Fürstlicher Hoflieferant Berlin W., UlptlimfratU H-L festste Amntl aller Wischeartikel tt du Haiti tdarf. fliMni mzer Htm». Pnlslistt Bit AUffllugw siwli Ktstiiusehligi zi Dlnstn. (15542> Das ruuell geleitete Kurholet Teuehelwaid in Freudenstudt kann allen erstklaffigen christlichen Hotel- Unternehmungen an dte Seite gestellt werden. Der Erbauer und Besitzer, Herr A. Kulb aus Stuttgart, hat eS fich angelegen fein lassen, ein Haus zu erstellen, LaS eine SehenSwürdtgkett ersten Ranges für stch ist, und daS in der »mvergletchltch idyllischen Lage am Emgang in daS Forbachtal, direkt am Wald, am romantischen Teuchelbach und dm Kurpromenaden, mtt herrlichem Ausblick auf die riestgm Hochwaldungen, die ltebltchm Täler und dte romantischen Bergrücken ringsum, zu einem Kurhaus wie geschaffen ist. Der respektable Bau mit seinen vtelm Terrassen und seinem reichen architektonischen Schmuck ist umgeben von ca. 2000 qm gärtnerischen Anlagen. ES ist alles aufs komfortabelste eingerichtet. Der große Balkon auf der Hauptsette bietet 100 Gästen Raum. Für das Cafö hat der rührige Befitzer eine eigene Konditorei vorgesehm, die auch dm streng orthodoxen Anschauungen Genüge leistet. Dte Fremdenzimmer tm 1. Stock (insgesamt SO Betten) find in Mahagoni auSgeführt mtt Vestibül, großer Terrasse, ebenfalls mtt herrlichem Ausblick nach allen Seiten. DadaS Haus auch für Winterbetrieb etnöertchtet ist, find sämtliche Räume mit Ntederbruckhefzung versehen. Daß Freudmstadt auch als Winterkurort wie geschaffen ist, daS beweist nämlich die ungeheure Zunahme oer Wintergäste, sodaß manchmal bessere Wohnungen auch WiuterS kaum mehr zu haben find. Der WtuterSetrteS tm Hole! Teuchelwald währt vom 20. 12. biS 1. 3. Daß der Befitzer des neuen Unternehmens für gute Küche und Keller zu sorgen weiß, dafür birgt daS Renommee, das er fich früher schon in jahrelangen Erfhhrungen erworben hat. Seinem nmen Etab tfstment ist deshalb ein reger Zuspruch und gutes Gelingen zu wünschen.__ A«S dem Schmarzwald. In den Sommerfrischen des Schwarzwaldes beginnt es jetzt, sich stark zu regen. Da wird geputzt und gescheuert, geklopft und gewaschen, die Sommergäste würdig zu empfangen. So oft man aber auch hinkommt, wirkt der Schwarzwald mit seinen „düsteren Tannen", an deren Spitzen das Helle Frühlingsgrün umso wirksamer leuchtet, mit seiner erfrischenden und würzigen Luft, den wunderbar schönen von Wald eingesäumten Landstraßen, den reizend angelegten Waldpfaden unsäglich wohltuend auf. Stimmung und Gemüt. Und in der Tat weiß die Welt diese Reize zu würdigen, und alljährlich strömen Gäste in diese Waldidylle für Nerven und Geist von den Anstrengungen des Berufslebens Ruhe und Erholung zu suchen. Unstreitig ist nun Triberg, günstig an der Eisenbahnstation gelegen, die Perle des Schwarzwaldes. T«ß seit einigen Jahren dieses prächtige Idyll auch dem jüdischen Publikum, bas auf streng rituelle Verpflegung sieht, durch die Etablierung der am Waldessaums gelegenen, mit schönem Garten ausgestatteten Pension Walde ck (Inhaber Kahn) erschlossen ist, ist besonders zu begriißen. i ' jrj

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