Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 52 (1911)
- Issue
- Heft 21 (24.5.1911)
- Date
- 1911-05-24
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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«ette 6. nt. si te Stettitt. 24. MÄ1SU. nur Privatpersonen und privaten Vereinigungen erteilt werden darf (die Vorlage bestimmt, daß die Genehmigung nur G eyreluden und Gemeindeverdänden oder solchen anderen Körperschaften des öffentlichen Rechts erteilt werden darf, denen die Sorge für die Beschaffung der öffentlichen Begräbntsplätze obliegt), wurde abgelehnt. Ein anderer Antrag dersÄen Partei, nach dem die Erlaubnis zur Errichtung eines Krematoriums nur dann erteilt werden fäll, wenn dieses von mindestens einer Zweidrittelmehrheit der Gemeindevertretung verlangt wird, wurde angenommen. (Somit wäre die fakultative Feuerbestattung für Preußen — da ihr voraussichtlich auch vom Herren Hause kein Hindernis in den Weg gelegt wird — gesichert. Ueber die Konsequenzen, die sich daraus für Mische Gemetnoen und Frtedhofsverwaltungen -ergeben, haben wir uns wiederholt und erschöpfend ausgesprochen. Im übrigen verweisen wir noch auf den Leitartikel der heutigen Nummer. Die Red.) Zterti«, 22. Mat. Entgegen verschiedenen Zettungsbertchren, in denen über den Wahlkampf zwischen dem Comite Central der Alliance m Paris und der Deutschen Conferenz Gemeinschaft einige Mitteilungen gemacht worden, die geeignet sind, die Leser über die wahre Sachlage irre zu führen, versendet das Deutsche Bureau der A. I. U. folgende Erklärung: „1. Es ist nicht richtig, daß die ganze Aktion gegen Paris nur unter Leitung der Herren Geyeimrat Landau und Tr. Acchuda geführt wird. Eine ganze Reihe hon Mitgliedern des hiesigen Lokal-Komitees beteiligt sich ununterbrochen in gleicher aufopferungsvoller Weise an unseren Sitzungen und Beratungen über die schwebende Wahlfrage. 2. Es ist nicht richtig, daß, Herr Tr. Hahuda das Amt eines Geschäftsführers der D. C.-G. über- >Eommen hat. Wahr ist nur: daß unser bisheriger Geschäftsführer seine Temission aus dem Grunde eingereicht hat, weil ihn seine beruflichen Pflichten daran hindern, das ihm von uns anvertraute Amt init der Energie zu versehen, die die jetzige Zeit erfordert. 3. Es ist nicht wahr, daß wir in Paris Zionisten als unsere Kandidaten ausgestellt haben. Wie uns versichert wurde, gehört kein einziger unserer Kandidaten der zionistischen Partei an. Eine grobe Unwahrheit ist es, wenn gesagt wird, unsere Pariser Kandidaten behaupten, wir hätten ihre Namen mißbraucht. Wir haben keinen einzigen von diesen Kandidaten ohne vorher eingeholte ausdrückliche Einwilligung ausgestellt. Wahr ist nur, daß 'einer unserer französischen Kandidaten, der eine hohe soziale Stellung einnimmt und von guter, treuer jüdischer Gesinnung ist, auf Betreiben des Sekretärs der Alliance, Herrn Bigart, sich gedrängt fühlte, uns gegenüber seine Bedenken gegen seine Kandidatur auszusprechen, weil der Herr Sekretär ihm unsere ganze Aktion als eine deutsch-nationalistische bezeichnet habe. Tie Behauptung, daß einige unserer Pariser Kandidaten nicht einmal der israelitischen Kultusgemeinde angehören ist nur dazu angetan, in Deutschland die Auffassung zu verbreiten, als seien die betr. Herren konfessionslos, was aber durchaus nicht der .Fall ist, weil es in Frankreich bekanntlich seit.der . Trennung von Kirche und Staat keine anerkannten Kultusgemeinden gibt, und es jedem Juden freisteht, einer Kultusgemeinde anzugehören oder nicht. Tiefe offenbare Irreführung der öffentlichen Meinung in Deutschland kann nicht scharf genug gerügt werden; umsomehr, als zwei unserer Kandidaten sogar konservativer Richtung sind. ' Zur Charakterisierung der von Paris aus gegen uns betriebenen Agitation wollen wir .hervorheben, daß unsere Bewegung in Deutschland bald als deutschnationalistische, bald als zionistische, und wenn es paßt, als orthodoxe hingestellt wird, — alles lediglich zu dem Zweck, um diese Bewegung zu diskreditieren, die in Deutschland wie im Auslande erfreulicherweise immer weitere Kreise ergreift. '4. Es ist nicht währ, daß wir die Vertretung *der ottomanischen Judenheit im Comitee Central in unserer Liste ausgeschaltet haben. Wahr ist vielmehr, daß wir an Stelle des von Paris ausgestellten Hern: Jsaae Fernandez das Mitglied des Kaiserlich Otto- . manischen Senats Behor Effendi Aschkenazi in die Liste der Kandidaten ausgenommen haben. Diese von Paris aus in Deutschland verbreitete Be^ruptung geht daraus zurück, daß eine frühere, noch im Borbereitungsstadium befindliche Kandidatenliste durch Indiskretion nach Paris übermittelt wurde. Die Herren in Paris haben es nicht einmal für nötig gehalten uns anzufragen, ob die ihnen zugegangene Liste bereits als feststehend zu betrachten sei. S. Wenn uns zum Vorwurf gemacht wird, daß wir zwei von Paris vorgeschlagene deutsche Kandidaten in Süddeutschland abgelehnt haben, so haben wir wiederholt erklärt, daß wir uns zu diesenr Schritt durchaus nicht aus persönlichen, sondern aus prinzipiellen Gründen genötigt gesehen haben." Diese Berichtigung/ so schließt die Erklärung, war unerläßlich um zu verhüten, daß die deutsche Judenheit durch wahrheitswidrige und böswillige Mitteilungen über den Gang des gegenwärtigen Wahlkampfes fernerhin getäuscht wird. (Siehe auch Wochenrundschau). Ilürvllerg, 22. Mai. Herr Fabrikant A. Grünbau m s chreibt zrns: In verschiedenen jüdischen Zeitungen ist be- . richtet worden, daß in der am 15. Mai in Nürnberg stattgehabten Vollversammlung der Mitglieder der Älliance unter warmer Befürwortung der Herren Geh. Hof- und Justizrat Dr. Josephthal und Rabbiner Dr. Freudenthal einstimmig beschlossen wurde, die Pariser Kandidatenliste zu akzeptieren und die Berliner Liste abzulehnen. Auch die orthodoxen Mitglieder hätten die Pariser Liste einschließlich Salonwn Reinachs akzeptiert. Tie Resolution solle den deutschen Lokal-Komitees und den Pariser und Berliner Bureaus zur Werterverbreitung mitgeteilt werden. Dem gegenüber erkläre ich: 1. Es ist unwahr, daß hier eine Vollversammlung der Alliance-Mitglieder stattgefunden hat, vielmehr waren Nur 14 M i t g l i eder des Komitees beisammen, um über die Wahl zu beraten. 2. Der Vorsitzende, Herr Rabbiner Dr. Freudenthal hat nicht die Pariser Liste „warm" empfohlen, sondern objektiv berichtet. 3. Der einzige Vertreter der Artho- . doxie im Komitee war ich, 'und ich habe nicht die Pariser Liste mit Herrn Reinach empfohlen, sondern erklärt, es sei mir unbegreiflich, wie ein Jude den Namen Reinach bei dessen Standpunkt zum Judentum auf die Liste setzen könne. 4. Es ist unwahr, daß beschlossen wurde, allen Lokal-Komitees Mitteilungen von der Nürnberger Verhandlung M machen, im Gegenteil, ein dahingehender Antrag wurde a b g e l e h n t. Gesterretih. wiener Brief. Men, 18. Mai. In der Generalversammlung der Israel- Allianz am 10. d. M. bemängelte Herr Katserl. Rat Liechtenstadt die unzureichende Wirksamkeit der Allianzin der Emigrantenfürsorge. Besonders werde das unselige Agentenwesen nicht genügend bekämpft. Er wünscht die Einleitung einer Aktion zur Regelung der Emigration. Herr Wilhelm Pappenheim ergänzt diese Rede mit einer Schilderung der Schäden, die aus dem verwerflichen Agentenwesen erwachsen. Der Jahresbericht und die Bilanz wurden sodann einstimmig genehmigt und der Bereinsleitung der Dank der Versammlung ausgesprochen. Die turnusmäßig ausschetdenden Vorstandsmitglieder, die Herren David R. v. Gutmann, Oberrabbiner Dr. M. Gü bemann, Wilhelm Pappenheim, Michel Benies und Ferdinand Bloch wurden per Akklamation wieder gewählt und die Neuwahl der Herren Moritz B. Eißler und Richard Bettelheim genehmigt. Der überaus reichhaltige Jahresbericht, der gedruckt vorlag und daher nicht zur Verlesung gelangte, enthält auch eine eingehende Darstellung über die Schulen und Kindergärten der Allianz in Galizien, ferner eine ausführliche Schilderung der Verfolgungen der Juden in Rußland und in Rumänien und der zu Gunsten der Verfolgten geleiteten Hilfswerke, der Emigrantenfürsorge, der Aktion für die Opfer der Unruhen in Persien und der sonstigen Hilfswerke. Eine neue Bestätigung der hier leider oft gemachten Erfahrung, oaß man des Juden Geld und Kraft weit bester zu schätzen weiß, als ihn, den Juden selbst, brachte auch der jüngst arrangierte Wiener Blumentag, der unter starker Beteiligung der Juden wohl unter der Flagge allgemeiner Wohltätigkeit inszeniert wurde, der aber, als es zur Verteilung der Erträgnifseckam, sich in seiner wahren Gestalt als eine Propagandaaktion für christlichsoziale Institute zeigte. Diese Täuschung des Publikums rief natürlich bei allen anständigen Menschen berechtigte Entrüstung hervor, nur das „Deutsche Volksblatt" und seine ehrenwerten Patrone waren befriedigt. Und als die öffentliche Meinung in Wien, die für Brüskierung der Juden sonst nicht sehr empfindlich ist, allgemein das Vorgehen des Komitees verurteilte, da war das Antisemitenblatt, das für jede Schändlichkeit, wenn sie nur gegen Juden gerechtet ist, eine Entschuldigung findet, sofort mit der gemeinen Lüge zur Hand, die Jüdinnen, die beim Blumentage mitwirkten, hätten das gesammelte Geld eingesteckt. Vielleicht wird diese infame und schamlose Verdächtigung für die jüdischen Frauen und Mädchen eine heilsame Lehre für die Zukunft sein und ihnen zum Bewußtsein bringen, daß es auch jüdisches Elend gibt, das zu lindern sie zunächst berufen wären und dem sie mit größerer Aussicht auf Dankbarkeit ihre chariative Tätigkeit widmen könnten. Ungar«. Ungarifdier Brief. (Bon unserem Korrespondenten). Z. B. A. Budapest. 15. Mai. Seit geraumer Zeit wird die neologe Presse von der löblichen Tendenz beherrscht, die unliebsamen Erscheinungen in einigen orthodoxen Gemeinden zu generalisieren und daraus Schlüsse auf die ganze autonome Organisatton der Gesetzestreuen zu ziehen. Mit Emphase wird die stupide Phrase variiert, daß es faul sei im Staate und daß nur die zusammengeschmiedete Einheitlichkeit dem abhelfen könne und müffe. Wir geben uns auch wirklich keiner Täuschung darüber hin, daß Vorfälle wie die in Bereyszaz, wo aus der orthodoxen Kahalstube mittels Stimmzettels das thoratreue Element gedrängt wurde, unserer Sache nicht sonderlich nützen können. Diese Erkenntnis kann uns aber nicht bestimmen, daß wir das Meffer, mit dem derarttge anorganische Gebilde behandelt werden müssen gegen den Herzmuskel unseres Lebens: die zentrale Landesorganisation der Gesetzestreuen führen. Im Gegenteil, das muß uns dazu drängen, mit vereinter Kraft die Energien der Landeszentrale anzufachen und zu speisen, damit diese den Geist, der in ihr lebt, bis ins letzte Glied unseres Organismus treiben könne und mit Macht jene Schädlinge fern zu halten und niederzuringen, die den einzigen Zweck zu verfolgen scheinen, uns ins Mark zu treffen. Daß man sich bet eisernem Willen gegen die Aufdringlinge wehren kann, hat die Leitung bei der Behandlung der Nytrbatorer Orthodox - isten gezeigt. Die Gemeindeführer haben dort, um die gesetzestreue Minderheit, der das Bekenntnis Herzensuad nicht Modesache war, zu tyrannisieren, über Nacht ihre Litanei gewechselt; sie sind von einem Tag auf den andern Orthodoxe geworden. Im Nu war die kleine echtjüdische Minderzahl niedergestimmt. Unter der Fahne der Orthodoxie — so sah es aus — sollte die Gesetzestreue erdrosselt und die Gemeinde nur in ihren Institutionen verknöchert werden, bis . . . Dons akklarls st äisvixatt sunt . . Es kam der Sturm, und was sie so kühn-stolz gegen den Himmel türmten, krachte erbärmlich zusammen. Die orthodoxe Zentrale hat ihren Anschluß hintangehaltendie Maske wurde gelüstet, und das böse Schauspiel nahm für jetzt und immer ein glückliches Ende. Was in Nyirbator Recht war, muß in der ganzen Organisation zur Billigkeit werden. War die obi erk dei Pr au Ce ges Ar S< Ni wo fal R< de, in 8-1 qr, eie ebr bei Ar de» wr we ist hei un Di so, bo« un Ve tui tac flü au Si Bl he W kä Ha wu die we me Ar Ur eir rtd Ar Si sao feu häi zu wo (1. ein ge! gui die „g lick die for Tc Fo M Sc etu dal < - ♦