Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1911-05-18 · Heft 20 (18.5.1911) · page 18

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 20 (18.5.1911)
Date
1911-05-18
Page
– (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2446951-2448803-2448824--66573-2494741
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 22. No. 15 Der Israelit. 12. April 1911 Sündenpfuhl vers unken. Es Pendelt in der Mitte zwischen Gutem und Bösem, zwischen dem Erhabenen und Gemeinen. Darum heißt die Losung, großer König, warten, warten . . ." „So erzähle wenigstens von dem, was du heute da unten gesehen." tafel auSströmt, ein warmes, tief ins Herz dringendes Licht, das mit dem Lichte bei uns oben viel gemein hat und Frieden und Freude schafft... Und im Hause des zum König gewordenen Fuhrmanns, das die Not und die Sorge und den Hunger kennt, sang alles, vom Scheine dieser Beim Seruschtur. Moschiach läßt den Kopf gedankenschwer auf die Brust sinken und ck»er Prophet erzählt. „Sie feiern heute ihr Befretungsfeft, bei gefüllten Gläsern und Freiheitsliedern in der hellen warmen Familienstube," so beginnt der Prophet. „Und mich erwarten sie, daß ich trete in ihre Mitte, teil nehme an ihrer Freude und ihnen Heilsbotschaft bringe, von Dir, vom Nahen des Erlösers . . . Und so schritt ich diesen Abend von Haus zu Haus, ungesehen, ungehört, aber überall tief empfunden, überall warm und freudig begrüßt. Ich war in Palästen und in Hütten, bei Reichen und Mächtigen und bei den vom Schicksal Enterbten. Ich weidete mich an leuchtendem Familienalück und weinte eine stille Träne mit dem Einsamen. Und vieles sah ich, was mich erfreute, belustigte oder erschütterte . . ,/Erzähle Tisbithe, erzähle!" „In einem sumpfigen Seitengäßchen eines menschenvergessenen lithauischen 'Landstädtchens steht ein altes, baufälliges, kleines Häuschen. Kein Baum grünt und keine Blume blüht in der Umgebung dieser Holzhütte. Grau und düster steht sie mit ihrem bemoosten Strohdach und unterschied sich an diesem Abend von dem sie umgebenden formlosen Erd- und Schutthaufen nur durch das Licht, das durch ihre kleinen Fensterchen blinkte. Aber dieses Licht — Es schien wie die große Seele in einem alten hinfälligen Körper. Ich trat ein und befand mich in einem wundersamen Palast, einem Zauberschloß, das heute seinem Banne entronnen war. Die Stube sauber gefegt und alles blink und blank. In königlicher Würde in seinem weißen Sterbegewand der Hausvater — ein Fuhrmann, den ich eine Stunde vorher noch mit schwer beladenem Wagen den Berg hinaufkeuchen sah — am Tischende, auf Kissen gebettet. Neben ihm seine Königin in ihrem weißen Häubchen, strahlend vor innerem Glücke und verklärter Wonne. Und um sie herum die helle Kinderschaar. Der Rosinenwein perlt in den Gläsern und vom Kamine dringen die lieblichen Düste der Festspeisen Es ist ein gar seltsames Licht, das von den Talgkerzen auf irrer wetßbedeckten jüdischen Sabbat- und Fest- Wunderlichter verklärt, von Ihm, der all die Wunder vollbracht, der aus Knechtschaft zur Freiheit führt, aus Kummer zur Wonne, aus Trauer zur Festesfreude, aus Finsternis zum großen Lichte .... * * Und weiter ging ich, durch Städte und mir ein Bild ganz wie in der Hütte des lithautschen Fuhrmannes, dieselben Töne, dieselben Worte, derselbe weiche Glanr auf den Gesichtern. Der Hausherr, der seinen Platz im Leben neben den Großen und Mächtigen dieser Erde hat, im goldgestickten Käppchen an der Seite seiner Königin, im Kreise seiner lauschenden Kinder, denen er von finstern Zeiten der Knechtschaft und von wunderbarer Befreiung erzählte . . . Der Jüngiie fragte das vierfache „Warum?" Und der Vater antwortete „Sklaven waren wir bei Pharao in Egypten" : . . . Und alle zusammen fangen beim Scheine der Festkerzen laut und hell, daß die Pappeln im Parke in ihrem geheimnisvollen Frühlingsrauschen einhielten und die livrierten Diener die Köpfe zusammenstecken: „Allmächtiger Gott „Erbau den Tempel wieder!" „Kommen also auch die vom Glück Bestrahlten und fragt man nun auch in den prunk- und prachtumgebenen Palästen nach mir?" fragte Moschiach mit sichtlicher Freude. „Nicht überall! antwortet der Prophet bedächtig. - Noch ist auf der Sonnenseite des irdischen Lebens die Erkenntnis der jüdischen Bestimmung nicht überall durchgedrungen, noch sind da der vom jungen Lichte der politischen Freiheit Geblendeten und aus ihrer jüdischen Welt Hinausstrebenden viele. Wer aber, wie ich, in die Seele der Menschen zu schauen vermag, kann auch in diesen Kreisen mitten im Lichtglanze, mitten in der berauschenden Pracht der Farben und Formen den tiefen, gähnenden Abgrund erblicken, der diese Menschen vom wahren inneren Glück trennt. Im vornehmen Villenviertel, ganz in der Nähe des Palastes des reichen, ftommen Herrn war es, wo ich heitere Geigenklänge vernahm. Ein Festabend im Salon, aber keiner von der Art, die ich heute suchte: Ein kaltes Licht im Hause und fremde Töne, harte Klänge, bei denen sich die Paare im Kreise drehten. Aber mitten in diesem Rausch, in dieser eisigen, schnei¬ Kttt Grabe Rahels. Dörfer, überall eintretend, wo das warme Licht zur Einkehr ladet. Im weiten Westen, kam ich in einen Palast, der, mit luftigen Verandas und Lustgärten umgeben, kaum das warme jüdische Licht vermuten ließ. Aber ich sah es durch die kostbaren goldschweren Portieren, ich sah es mitten im elektrischen Lichterglanz flackern und flimmern, und ich trat ein. Und da bot sich denden Lichtflut sah ich ein kleines, warmes Flämmchen leise, kaum merklich glimmen — in einem Menschenherzen und ich trat ein. In einer entlegenen Nische, wo das Licht und die Klänge der Musik nur gedämpft zu ihm drangen, stand der alte Kommerzienrat, der Herr des Hauses und Gastgeber, an die Wand gelehnt und in sich versunken. Er bedeckte mit -j?jÄ *£fc*sä* er Li ugen erklur schaute Mund diesem janke, und 2 leise, 1 lauter Worte Nr Der $ Didbst und h warm wacher ii ffV Komm ein lu c nx. lachte der fr sein (s dieses Aber Mitlei Geist nehme Ui der d< Fahrt erschü schen um di aufzui plötzli Es kc zum Und art, daher meine I Bootl lange weiße Reihe Mazo den 5 wnen ten. sem \ und 1 R jagt, tos : werdi feteri % Ster bart, von zählt, hier ohne gewei uns, versck wir ' Solll hadei § der 5 nach //Ich Gert für i 9 Altei unte und rän fernr Wafi -er <

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.