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Der Israelit · 1911-05-18 · Heft 20 (18.5.1911) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 20 (18.5.1911)
Date
1911-05-18
Page
– (sequence 17)
Language
German
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AtrsWeff uixf Le\> ,3sroclif Olliutwrtt Beil Morcdiacb wartet. Von Sch Ganz in sich gesunken, so daß sein wallender Silberbart die schweren eisernen Ketten berührt, die seine um die Brust verschränkten Arme Zusammenhalten, sitzt Moschiach in seiner von weichem Licht umwobenen Himmelskammer und träumt. ... Er träumt von den Scharen, die er einst über papierene Brücken in ein Land des Glückes und der Sonne führen soll ... . Er träumt und wartet, und ungestüm rüttelt er, so er müde ist des langen Harrens, an den Ketten . . . So oft ein Schrei der Not, des Schmerzes von unten her dringt, so oft sich ein Seufzer aus Menschenbrust tn die Höhe Bahn bricht, so oft Tränen durch die ihnen allezeit offenen Himmelspforten an Moschiachs Lichtkammer vorbei den Weg zu Gottes Thron suchen, gräbt sich eine neue Furche tn die breite schneeweiße Stirnfläche des Gefangenen. In weite verlorene Welten schauen dann seine blitzenden Augen, und ein Zittern geht durch seinen Körper, daß die Ketten laut klirren . . . Dann glättet er mit der einen freien Handfläche seinen wallenden Sllberbart, träumt und wartet . . Ost betritt Elijah, der alte Weltenwanderer und himmlische Herold die Kammer. Dann richtet sich Moschiach erwartungsbebend auf. „Nun Tisbithe, wie stehts auf Erden? Ist es Zeit?" Der Prophet hüllt sich in seinen weiten Haarmantel, setzt sich zu Füßen des gefangenen Moschiach und spricht langsam: „Nein, mein König! Noch vermochte ich nicht die Bahn zu ebnen. Noch ist die Welt für den großen Tag nicht reif. Es ist nicht viel Tröstliches in dem, was ich auf meinem ewigen Erdenwallen sehe und höre. Langsam, nur sehr langsam und mit großen Unterbrechungen schreitet oie Menschheit dem Ziele entgegen, das sie unter deiner Führung einen soll." „Und die Kinder meines Volkes?" fragt Moschiach gedehnt. „Die Kinder deines Volkes", antwortet der Prophet, „verfehlen zuweilen die Richtung, in welcher sie den Anderen voranschreiten sollen. Hunderttausende sehnen dich wohl noch unter heißen Tränen in ihren Gebeten herbei. In vielen jüdischen Häusern, ja sogar in jüdischen Tempeln, ist aber dein Namen verpönt, und unzählige andere suchen dich auf Wegen, die du nie betreten, aus denen du nie zu finden sein wirst. Auch ist es um die Herzensverbindung zwischen Vätern und Söhnen noch sehr schlecht bestellt. Die Jungen wollen oft die Alten nicht verstehen und streben hinaus aus dem kleinen alten jüdischen Kreis, in eine andere fremde Welt, wo das Glück nicht wohnt." Der Prophet seufzt tief und schweigt. Moschiach senkt das Haupt und träumt und wartet . . . * q- * Leuchtend und lachend kehrt die Sonne zurück von der Erdensahrt, auf der sie heute tausende Gräslein und Blümlein aus dem Boden gelockt, sprudelnden Wäsiertein Silberglanz verliehen, tausenden Bögelchen den Mund zum Gesänge aufqetan, tausende summende Bienchen und Käfer in ihrer gvldenen Strahlendecke gewärmt und Tausende Menschenherzen freudiger bewegte und in neuer Hoffnung schlagen ließ. Ein milder weicher Hauch steigt mit ihr zum geröteten Himmel hinauf. Es ist, als wollte sich die Welt verjüngen, als schlüge der Menschen Herz freier, höher, als erwachte die Erde, von der Sonne geküßt, zu einem neuen, befferen Sein . . . Da spricht Moschiach zum Propheten: „Hörst du, Tisbithe, dieses Singen und Läuten, siehst du das Leuchten, das vom Abendgrau der Erde heute zu uns steigt? Gehe, mein Treuer, und siehe nach! Es ist mir, als wäre die Zeit da, mich und mit mir mein Volk, die Welt zu befreien . . . Gehe,ich brenne vorLuft, vor Freiheits- und Befreiungsbegierde! . . ." Der Prophet, den Haarmantel eng um sich geschlungen und den Stab in der Hand, geht. Lange bleibt er aus. Erst zu Beginn der dritten Nachtwache, lange nach Mitternacht, kommt er zurück und setzt sich schweigend vor den Thron, an den sein König gefesselt ist. „Ist die Zeit gekommen? Sprich, Tisbithe, wie steht es da unten?" fragt Moschiach brennend vor Ungeduld. „Sie hat noch nicht geschlagen, die große Stunde," antwortete Eliah leise. „Noch ist das Geschlecht weder ganz gut, noch ganz in dem Gruppenbild aus der Franeuabteilnug des Alterheims nupri c’ipt atPia rps tu Jerusalem. St

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