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Der Israelit · 1911-05-18 · Heft 20 (18.5.1911) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 20 (18.5.1911)
Date
1911-05-18
Page
– (sequence 5)
Language
German
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»11. »ruck. 5iuer Verynp ewisttttc Tu- $. — blieb!pähdie oßen rben, seine lrten in enkecken ltene und sbau erüft i. jez genden krnst den jetzt mit ollen ittesder Geschet- , um nden, wun- »essen auf , in tverenrat hrten itchste gten, s al iichen oillen z." dow rmen »mar- 'egen ereile L be ■reffe" artcv, ifrfn-H Aue orjrfp t, bic l aii' ttig-n, ition, hatte. den, biirtl» 'Sie nahm ör in'.' d um r au nitiac i fein bon nach! biv> ibuiMl 5inav bic 0 In' [•CllU'l' meist . Sie Leiche i S»- 18. Mat 1911/ Der Trauerklage um Benjamin Hirsch 7"xs schließen sich mit besonderer Innigkeit diejenigen, die sich durch die Gemeinsamkeit der religiösen Ueberzeugungmit ihm verbunden fühlten, schließen auch wir uns in wehmütigem Gedanken an. Mochten die Meinungen über die Möglichkeit und Gefahrlosigkeit organisatorischer Zusammenfassung entgegengesetzter Weltanschauungen noch so sehr auseinandergehen, mochte aus dieser Meinungsdifferenz noch so häufig eine recht verschieden geartete Stellungnahme zu den Problemen des Tages fließen — in keinem Augenblick verlor man einem Benjamin Hirsch gegenüber das Gefühl, der reinsten, ehrlichsten rronn ronN und trottr nKT gegenüberzustehen. Diese Liebe zur Thora und der tiefe Respekt, den er aus dieser Liebe heraus in allen Lebenslagen den wahrhaftigen Trägern der Thora entgegenbrachte, ist in unserer Zeit, namentlich auf den Höhen des Lebens, eine so seltene Erscheinung geworden, daß schon um d i e s e r herrlichen nnö willen Benjamin Hirsch y'sr lauten Ruhm in der jüdischen Oeffentlichkeit verdient. So erschließt sich aus der Zusammenfassung der reichen Fülle großgearteter und liebenswürdiger Einzelzüge, die hier vorgeführt wurden, das Verständnis der P e r s ö n l i ch k e i t des Heimgegangenen, deren Kern, bei aller Vielseitigkeit der Beziehungen, und oft im Widerspruch mit der harten Wirklichkeit, ein in der Liebe zu Gott und seiner Thora wurzelnder sonniger Optimismus war. Und die Sonne der Gottesliebe wild ihm nicht untergehen, vielmehr weiterleuchten übers Grab hinaus: mojn o”nn imu mm xnn wsn .ffcH VDTT^P7 - - Correspondenze« u. ßaebriebfe». Derrtfrh« Motor. Die Tachfoemoni-Schule in Jaffa. Arankfrrrt a. M , 11. Mai. Das Tachkemoni-Direktorium' schreibt uns: Durch einige Zeitungen Rußlands und Ame-- riias geht zur Zeit die Nachricht von einer großen Geldspende zu Gunsten unserer Anstalt, die geeignet ist, das Publikum irrezuführen. Wir er- Der JSrarltt. ._ landen uns, hierzu zu bemerken, daß diese Nachricht der Wahrheit entbehrt und von einer uns unbekannten, unverantwortlichen Seite in die Presse gelangt ist. Indem wir diese Nachricht dementieren, richten wir an die Allgemeinheit gleichzeitig den warnten Appell, uns nach Kräften möglichst wirksam zu unterstützen, damit unser Streben aus Mangel an Mitteln nicht lahm gefegt wird. Durch den gegenwärtigen Notstand in Palästina werden ja auch die modernen Institutionen^ die das geistige und materielle Elend der palästinensischen Bevölkerung durch Verstopfung seiner Quellen, durch moralische und wirtschaftliche Ertüchtigung der Jugend zum selbständigen Broterwerb, zu lindern bestrebt sind, wieder in den Vordergrund des Interesses gerückt und lenken wieder die Blicke und Hoffnungen weiterer Kreise aus sich. Das Ziel, das wir in unserer Erziehungsanstalt anstreben, ist die Erziehung für Palästina,- unsere Jugend soll mit allen Fasern ihres Herzens, mit allen Kräften ibres Geistes in dem sich hier neu gestaltenden jüdischen Volkskörper Wurzel fassen, soll Ercz Jisroel mit dem Jisroelvolk auf ihr als untrennbare Einheit empfinden und anerkennen, eine Einheit, die der gesamten Judenheit in der Diaspora vorbildlich das Jisroelideat verkörpert und als bleibender Mittelpunkt aller jüdischen Bestrebungen geschätzt und gewürdigt wird. In dieser vollendeten Synthese und idealen Verwirklichung soll dieses jüdische Kulturzentrum als Wächter und Beschützer des reinen Jisroelgcistes regulierend auf alle Abirrungen jüdischer Betätigung inmitten anders gearteter Kultur wirken, soll den Auflösungsprozeß des Judentums hemmen, dem dasselbe durch bewußte oder ungewollte Amalgamation und Trübung seiner ureigensten Werte mit fremden erborgten Inhalten verfällt, soll in dem ewigen Fluh des jkulturstronies seinen ergebenen Anhängern die unverrückbar bleibende Warte weisen, ein Wahrzeichen sittlichen und geistigen Aufschwungs inmitten noch so disparater Anschauungen, ein Symbol höchster Menschenbetätignng unter freier Bindung an ewige Gesetze inmitten der haltlosen Zerfahrenheit und ungebändigten Vergeudung und Zerstörung von Menschenwürde und Menschenhoheit. Dieses im Rahmen der hier gegebenen Verhältnisse zu verwirklichen, ist unser weiterer Erziehungszweck, die unserer Obhut anvertraute Jugend zu dieser Höhe zu entwickeln ist unsere konkrete Erziehungsaufgabe. Es verdient nachdrücklichst betont zu werden, daß die Bedingungen zur lebendigen Gestaltung unseres Ideals nirgends so vollkommen vorhanden sind wie eben in Palästina. Tie Möglichkeit her Entwicklung einer jüdischen Höchstknltur ist hier eine freie; die Geltendmachung und Hervorkehrung jüdischer Art in Sitte und Geistesleben bedeutet hier keine Durchsetzung gegen feindliche Kulturströmungen, die in ihrer Omnipotenz zum Kompromiß und ausgleichender Rechtsteilung zwingen, die daher dem jüdischen Volkskörper fremde Säfte einimpfen und ein neues Judentum erzeugen, das in seinen wesentlichsten Zügen verzerrt und individuellen Merkmalen verblaßt ist. Unsere so gefaßte Aufgabe schließt ein Doppeltes in sich; zunächst die Verwirklichung des Jisroclideals in den einzelnen Zöglingen, aus deren Gesamtwirken dann die Macht des wieder bodenstäirdig gewordenen Judentums sich aufbaut. Unter einem natur- Liloah unter den Berg Moriah führt, der von der Omar-Moschee gekrönt und mit vielen Gängen durchlöchert ist, die unterirdische Kammern und Gräber enthalten. Die Mitglieder der Expedition glaubten, daß sie, wenn sie alle diese Kreuzgänge durchforschen könnten, wertvolle Funde von Manuskripten und schätzen machen würden. Sie hielten es durchaus nicht für unwahrscheinlich, daß zu den Zeiten der jüdischen Könige hier Geld und heilige Schätze, wie die kleinen goldenen Türen des Tempels, die goldenen «Gefäße, die goldenen Gerätschaften und Zubehöre versteckt worden seien, die für den jüdischen Ritus gebraucht wurden. iDie Amsterdamer Diamantenbörse.) Man schreibt uns aus Amsterdam: „Heute, am 1. Mai, wurde die neue Di am an tbörse ihrer Bestimmung zugeführt, die nach Ban und innerer Einrichtung eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt bildet. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß die Besucher der Tiamantböffe, deren Zahl über 1200 beträgt, vonviegcnd unsere Glaubensgenossen sind; noch nicht 10 Nichtjuden sind Mitglieder der Tiamantbörse, da der Tiamanthandel und die Diamantindustrie in Amsterdam seit Altersher in den Händen der Juden liegt. In Amsterdam stand die Wiege der Tiamantindustrie. Tie ejwa hundert nichtjüdischen Diamantschleifer, unter den 10—12 000 jüdischen, fyaben letztere als ihre Lehrmeister gehabt. Ter Präsident der Diamantbörse ist ein streng orthodoxer Jude, ein Schwiegersohn des Amsterdamer Oberrabbiners. So wird auch in der Börse, die an Samstag und jüdischen Feiertagen geschlossen ist, den Gesetzestreuen weitgehend Rechnung getragen. In den Wintermonaten wird die Börse Freitag Nachmittag um 3 Uhr und in den Sommermonaten um 5 Uhr geschlossen. Das .Buffet der Börse steht unter strenger Rabbinatsaufsicht. Jeden Nachmittag geht der Portier der Diamantbörse mit einer mächtigen Büchse, auf welcher die Worte nrp“T3C stehen, durch den Saal und macht zugleich'auch durch dieses Geräusch die Börsenbesucher darauf aufmerksam, daß die Zeit des NN2!2-Gebets angebrochen sei, welches dann in einem Nebenzimmer gemeinschaftlich verrichtet wird. In unserer heutigen Zeit, wo leider unsere Religion vielfach mit Füßen getreten wird, ist es gewiß herzerhebend zu vernehmen, daß eine große Handelsbörse es in solcher Weise ihren jüdischen Besuchern möglich macht, auch bei ihrer geschäftlichen Betätigung ihres Judentums eingedenk zu bleiben. M. W. (Behüte mich vor meinen Freunden . . .) Peinliches Anfse.hen erregt besonders in zionistischen Kreisen ein Brief des bekannten Dichters Freiherrn v. Münchenhausen, der zeigt, daß der vietgefeierte Verfasser der von Lilien illustrierten nationaljüdischen Balla-- densammlung „Juda" von antisemitischen Anwandlungen keineswegs frei ist. Ter Brief ist an den Herausgeber der Zeitschrift „Ter Brief" A. Halbert als Antwort aus eine Rundfrage des letzteren gerichtet und enthält Stellen folgender bezeichnender Art: „Vor allem sehr geehrter Herr, glauben Sie, daß Sie der Reformator des deutschen Briefstils werden könnten? Sehen wir uns Ihre Legitimation an! Sie heißen Abraham Halberthal und fehlen gegen den ersten Satz des vertraulichen Briefes dadurch, daß Sie in ein Pseudonym verschleiert, also nicht offen kommen. Sie sind rumänische^ Jude — werden Si§ 9tc. 20. Seite 5 wissenschaftlichen Bilde gesprochen: Hier, auf dem Boden unserer Väter, in steter Berührung mit ihm und in steter Lebenscrneuernng durch ihn, das Kraftzentrum jüdischen Geistes, jüdischer Sittlichkeit und Gesetzlichkeit bis zur höchsten Potenz zu steigern, auf daß es seine Fernwirkung über das ganze Erdenrund ausstrahle, Uttigende und befruchtende Keime überallhin verpflanzend. In ersterer Hinsicht ist unsere Aufgabe eine individual-erzieherische, in letzterer eine sozial-pädagogische, die Psyche der Gesamtjudenheit, ja der Menschheit im weitesten Umfange als Betätigungsfeld für sich in Anspruch nehmend. Tie Mittel zur Erreichung unserer Ziele sind entsprechend dieser Dualität ebenfalls von zweierlei Art: Tie innige Bekanntschaft mit unserer ältesten nationalen Literatur, das Vertiefen in die heiligen Bücher, die den einzigen Grundquell zur Behauptung unserer uationalen Svnderexistenz abgeben, das Erfassen des Geistes unserer Gesetze, das sichln nein leben in die durch sic umschriebenen Pflichlenkreise, — sie alle werden auf alter Scholle mit verjüngter Frische ihre erziehende Kraft an dem neu erstehenden Geschlechte beweisen, es mit Achtung vor der Unverletzlichkeit und Heiligkeit der überlieferten Satzungen erfüllen, den Glauben an die Kraft seiner alten Ideale und Heilshosfnungen stärken, die von jeher den Bestand des Judentums verbürgt haben mrd auch in Zukunft über eine in Vergötterung zeitlich-menschlicher Werte versunkene Menschheit triumphieren werden. Doch daß dieser im Anschauen göttlich-reiner Maßstäbe versunkene Geist sich nicht in unerreichbare Höhen versteige, daß er für die tätige Mitarbeit an den Erdenaufgnben der Menschheit nicht steril bleibe, dazu dient die Orientierung unserer Erziehung aus die zeitlich vorhandene Welt mit ihren gegebenen Beziehungen und Verhältnissen, speziell aus Palästina mit seinen wirtschaftlichen Bedürfnissen und Entwickelungsmöglichkciten. Durch Anerkennung der außerhalb der speziellen jüdischen Knltnrsphäre liegenden Kulturgüter, durch Einbeziehung derselben als integrierende Teile des jüdischen Menschheitsbildes, durch Anpassung und Durchdringung dieser fremden Bausteine mit jüdischer Geistesart wird unsere Erziehung jüdisch universell; dadurch allein wird erst unseren Zöglingen die Mitarbeit an der allgemeinen Menschheitsaufgabe in ihrer besonderen Sphäre zugeteilt, dadurch wird erst die Außenivirkung der latenten Kräfte der durch Reinzüchtung gesteigerten jüdischen Kultur freigelegt. Wie dieses allgemeine Ziel in unserem Schulbetriebe zum Ausbruch gelaugt, wie Lehrplan und Lehrverfahren sich in den Dienst dieses höchsten Erziehungszweckes stellen, das zeigt im einzelnen der jetzt erscheinende Jahresbericht, der ans Verlangen an alle Interessenten versandt wird. Nur auf eines sei uns gestattet hier hinzuweisen. Für jede der von auswärtigen Korporationen geschaffenen Institutionen besteht die Gefahr, daß bei ihrem programmatischen Aufbau europäische Vorbilderzu Modell gestanden haben, daß zu wenig die Besonderheit Palästinas, die Eigentümlichkeit und Enge seiner Verhältnisse berücksichtigt werden, daß, mit einem Worte, zuviel schablonisiert, zuviel regiert wird, der dortigen Bevölkerung Wohltaten in einer ihr nicht zusagenden und niemals geforderten Form aufoktroiert werden. Wier hatten diese Gefahr gleich zu Beginn unserer Arbeit zu vermeiden gesucht, indem wir uns bei allen wesentlichen Maßnahmen von einem Lokalkomitee beraten ließen, an dessen Spitze der rühmlich st bekannte Jaffaer Oberrabbiner A. I. Kuck steht. Ein Zeugnis dieses Mannes, der in der selbstlosesten Weise und mit beut hingcbcndsten Verständnis für die feste Gestaltung und die letzten Feinheiten arischen Fühlen» und deutscher Sprache auch erfühlen können? Sie sind klug genug, um mir zuzugeben, daß die meisten Ihrer Landsleute, Ihrer Rassegenossen, das nicht können, nicht wahr? Und werden mir zugeben, daß das zum Reformieren des deutschen Briefes ziemlich wichtig ist. Ihr Brief legitimiert Sie nicht. Er beginnt mit einer falschen Anrede („Herr Doktor" statt Baron), er schließt mit einer Floskel, die nur persönliche Freu „de anwenden dürfen („ich begrüße Sie"). Er enthält ein volles Dutzend entbehrlicher Fremdworte in noch nicht einer Mandel Zeilen, er ist in einem Stile abgefaßt, der ohne jeden ^persönlichen Duft, ohne jede künstlerische Wirkung ist, —- gleiten wir darüber hinweg!" Herr Halbert war boshaft genug, den Brief' des Herrn Baron in seiner Zeitschrift vollinhaltlich abzudrucken. Damit hat er sich unseres Erachtens weit wirksamer revanchiert als durch das lange Antwortschreiben, das er ihm ansügt ... (Hohes Alter.) Wir berichteten neulich von einer in Galizien lebenden jüdischen Frau, die ^Napoleon 1. noch gesehen hat. Dieses Vorzuges konnte sich auch der dieser Tage in Kovel bei Warschau verstorbene russische Jude P. Gonsarosky rühmen. Er war der Begründer einer Familie, die 11.1 Kinder, Enkel und Urenkel zählt. Ein naher Verwandter Gonsaroskys, der heute 113 Jahre alte M. G o r d i n, ebenfalls aus Kovel, erzählt, daß er und Gonsarosky sich noch gut des Kaisers Napoleon zu erinnern wissen, den sie gesehen hätten, als er seinen berühmten Feldzug nach Rußland machte. t i . t .1 Ä ■4 nl i % m •if

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