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Der Israelit · 1911-05-18 · Heft 20 (18.5.1911) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 20 (18.5.1911)
Date
1911-05-18
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Der JSraeltt No. 20. Seite 3 1-11 wegen Haltaller glichen 'ei der Nttes- Etwa icfftcn ceitete Vort steht arole, t! Er f das ) das Atem umn, so eichen rnlich Die chau- . In;rünif die öetse, :ome, Mo- und weil für , die ent, kow eucn sche das ome. man lben nicht ung, ndet salle der die der licht . die jtd) sich hat acht. dem mögen, auf auer das die cksal wie und fiter den, bete daß ische »len, ercr lehr derlusttN und cenl alls sche der und ierz lrch 118. Mat .lSH ___ Markow und Purischkewitsch zur Begründullg ihrer Interpellation in der Verhandlung am letzten Freitag an Beschimpfungen und Verleumdungen der Juden und ihrer Religion geleistet haben, kann füglich nicht mehr überboten werden. Mit voller Entschiedenheit trat ihnen nur der Redner der Kadetten entgegen, der es als der Duma unwürdig bezeichnete, Vorurteile, die schon vor 500 Jahren abgetan worden sind, zu besprechen. Der Vertreter der Oklotz r ist en hielt den Ritualmord nicht für eine „unbestrittene Tatsache", und der Justizminister gab die „beruhigende Erklärung" ab, daß, „seitens der Regierung alle Maßregeln zur Ermittlung der Wahrheit ergriffen seien". . . . Und so konnte die Interpellation einer Kommission überwiesen werden. Man denkt unwillkürlich an eine andere Kommission, die vor etwa einem viertel Jahre von der Duma den Auftrag bekommen hat, binnen Monatsfrist die jüdischen Wohngesetze zu prüfen, und bis jetzt kein rechtes Lebenszeichen von sich gegeben hat. Möglich, daß auch diese Ritualmordkommission ihre Arbeit nicht sonderlich beschleunigt, möglich ist es sogar, daß sie überhaupt nicht arbeiten wird. Aber ihre Bedeutung liegt in ihrer Existenz. Nun steht Kommission gegen Kommission, Rayonkommisston gegen Ritualmordkommission. Und gelingt es nun der letzteren die erstere in ihrer Arbeit zu lähmen, so hätte sie schon damit allein ihre Aufgabe im Sinne der Rttualmordinterpellanten zum guten Teile gelöst. . . . Me Mliance-lvakilen. Die Pariser Leitung der „Alliance Jsraolite Universelle" versendet ein vom 4. Mat datiertes Rundschreiben an die Presse, worin die Kandidatur des Herrn Reinach, der „während der Dreyfus-Affäre das edelste Benehmen" gezeigt habe und ein „höchst jüdisch fühlender College" sei, mit einem geradezu komisch wirkenden Pathos aufrechterhalten wird. Für das „höchst jüdische Gefühl" dieses typischen Assimtlanten, der das Judentum samt Sabbat unb Speisegesetzen öffentlich für eine überwundene Kulturphase erklärt hat, werden außer dem „edlen Benehmen" während der Dreyfus-Affäre noch eine Reihe von Tatsachen angeführt, deren überwältigende Beweiskraft ihre Wiedergabe rechtfertigt. Erstens ist Herr Reinach seit 26 Jahren Mitglied des Zentralkomitees, zweitens hat er — man denke — neben Baron Hirsch die Stiftungsurkunde der I. C. A. unterzeichnet, drittens ist er — und zwar zum zweiten Male? — Vorsitzender der „Soeiete des Etudes j'uives" und endlich hat er feit 26 Jahren regeldie Jahrhunderte der Not, die alte Tefilloh, treulich aufbewahrt hat. 111-7 An Seine Wundertaten von früher erinnern wir — nicht Ihn, bet dem es ein Vergessen nicht gibt — sondern uns selbst, um Kraft und Halt in dieser Welt der Erinnerung zu finden. Tenn, dessen sind wir sicher, nicht schweigen wird angesichts der Zerstörung seines Erbteils oip^K annn bw Enptpn bx ^b w bx, und gleich dem nächsten Annehmer, der nach Seinem ewigen Gesetze das Gut deS Anverwandten zurückkauft, wird er Israel, sein heilig Gut, erlösen und in des Vaters Haus zurückkehren: "YD2n pPT/ iS 'Tin T\bm "Ö&3 nrw KP1* - -- So ist das düstere Bild des Leides von der warmen Lonne der Hoffnung, die im jüdischen Reiche nie untergtng — i3i£ — beschienen. —Und etwas von der stolzen Erhabenheit j.ner Tage, die unsere Ahnen so groß, so hch aufgerichtet, so unbeugsam stark gesehen, singt und schwingt mit in unserem Scfirohgebete: »Laß auch uns allezeit starksein,um nach Bäterart die Garbe des Lebens der Thora z u w c i h e n!" ÜpWl sM> Denn die Lichtsaaten, die wir damit dem dunklen Voden der Zukunft anvertraucn, gehen für uns, für alle auf, daß laut „jubeln die Nationen und Ihm danken die Völker allesamt", „daß ehrfürchtend anerkannt wird 2 ein Name in allen Enden der Erde": •pK DSU b5 Iflltf IKTn mäßig allen Sitzungen der Alliance beigewohnt. Wenn man von der Pariser Gesamtleitung der „Alliance" nichts besäße als diese dokumentarische Kundgebung über das Wesen des „jüdischen Gefühls", so wäre das allein hinreichend, um den ganzen Jammer dieser sogenannten „jüdischen Weltorganisation" zu kennzeichnen, die nach ihrer fünfzigjährigen Geschichte noch den Mut hat, von sich zu behaupten, „sie halte in allen ihren Anstalten die religiöse Tradition arfrecht!" Diese Organisation aber erzieht 40000 jüdische Schulkinder und zählt — unglaublich, aber wahr — eine treue Gefolgschaft von Tausenden guter, gesetzestreuer Juden in allen Teilen der Welt zu ihren Mitgliedern.- Unsere Leser sind darüber unterrichtet, daß zu den am 4. Juni bevorstehenden Ergänzungswahlen für das Zentralkomitee der Alliance eine Agitation im Gange ist, die sich in erster Linie gegen die Wiederwahl des famosen Herrn Reinach richtet, darüber hinaus aber eine Anzahl Männer zur Wahl vorschlägt, von denen eine weniger radikal assimilatorische Betätigung erwartet werden kann. Ob es bet der Kürze der Zeit und der Monate lang viel zu weit getriebenen Connivenz der „Deutschen Konferenzgemeinschaft" gegenüber dem stolzen Selbstbewußtsein der Pariser möglich sein wird, einen Wahlerfolg zu erringen, bleibe dahingestellt. Jedenfalls ist es Pflicht jedes einzelnen Alliancemitgliedes, das ein Gefühl für die Ehre des Judentums hat, mit dem Stimmzettel gegen den ganzen Geist, der die Alliance bisher erfüllt, zu demonstrieren und an der zum ersten Male ins Werk gesetzten Kraftprobe der positiver gerichteten Elemente mitzuwirken. Allerdings: die „Alliance Jsraelite" in eine j ü d i s ch e'Organisation umzuwandeln, ist heute leider ein Unternehmen, das Menschenkräfte übersteigt. Der ungeheure Apparat von Beamten und Lehrern, seit Jahrzehnten von durch und durch unjüdischem Geiste erfüllt und auf die Verbreitung dieses Geistes eingestellt, würde Jahrzehnte in gleichem Sinne fortwirken, auch für den an sich unwahrscheinlichen Fall, daß ins Pariser Zentralkomitee einige wohlmeinende oder gar religiös gesinnte Herren ihren Einzug hielten. Wir also hätten es im Interesse des Judentums nicht für ein Unglück gehalten, wenn die deutsche Alliance sich auf eigene Füße gestellt und ihre reichen Mittel dem unheilvollen Assimilationswerk der „Alliance Jsraelite" entzogen haben würde. Ließe sich ja damit, auch bei geringer Extensität, doch Besseres und Wurzelkräftigeres im Orient schaffen, als. durch ein Herumkurieren an der unheilbar kranken Schulorgauisation der „Alliance", zumal Kleine» Meuilleton. Die jüWchUleilung der fiygitne-Ausstellung in Dresden. Von Rabbiner Tr. Bamberger in Schönlanke. II. Besonders aufmerksam imuljcu nur ans die beiden in die Wand eingelassene» Grabsteine. Tr reu Inschriften lauten: I. w''n nw ip’n W'xn mbip rrnb tjo« r': ortfa Tonn pran ]pm “n n"n 2pr rvnötfb n“b nvn «nro 11 L“: V2 onsa '“1 "IQ K3K “I3p3 jtO •oSiy rur-cb 'n rw -Hart Gratzschrift I. auf einem Steine der aus Aden stammt, Grabschrift II. auf einen ans Wien stanunenden Grabstein. Beide Steine sind Eigentum des jüdischen Museums in Wien. Aus Veranlassung der Allsstellung erscheint eben ein groß,angelegtes Werk (zirka 4ü Bogen/ das folgende Kapitel enthält: 1. Zur Einführung. Von Grnnwald-Wien. 2. Ritualgesetz iln Lichte der Hygiene. Von Tr. Baneth-Berlin. nirgends so sehr wie in der Welt des Geistes der Satz gilt, daß hundert Halbheiten ein Ganzes, hundert halb assimilierte Zwittergeschöpfe einen Volljuden nicht aufwiegen. Allein diese Erwägungen mögen später Platz greifen. Heute gilt es für diejenigen, die nun einmal der Alliance angehören, mit vereinten Kräften dem Gegner den ersten Schlag zu versetzen, und es kann nur empfohlen werden, zur Vermeidung jeder Stimmenzersplitterung die von Berlin ausgegebene Liste unverändert zu wählen. veniamin ßirscb Halberstadt, 14. Mai. "p“D po« impi. Auf der Reise hat Benjamin Hirsch das Geschick des Todes ereilt. Am Bahnhof war's in Karlsruhe. Einer Schwester hatte er den Tag geschenkt und strebte nun zur Gattin zurück, die in Wiesbaden seiner harrte. Da geschah das Unglück, da überfiel den herrlichen, jugendfrischen Greis von 71 Jahren ein Unwohlsein, dessen Schwere er im selben Augenblick erkannte und aussprach, bevor er das Bewußtsein verlor, das er nicht wieder erlangte. Dret Tage rangen dann noch mit den Irdischen die Himmlischen, — am Donnerstag, als die Hygiene der jüdischen Speisegesefie. Von Tr. Münz-Rürntzerg. 4. Bibliographie der jüdischen .Hygiene von Tr. Freimann-Franksurt n. M. mit Ergänzniigen von -jeiklin-Leipzig und Seeligmann Amsterdam. 5. Urteile über die jüdische Hygiene. Von Tr. Rordyeimer-Schrveh. ö. Praktische Bein, rkirngeu über das Schlachten Von Tr. Rosiauomski Brauuschweig. 7. Tie jüdische Wohlfahrtspflege, Beitrag zur So zialhygiene. Von Tr. Haase-Wien. 8. Jüdische Statistik und .Hygiene. Von Tr. Teilhaber in München. •J. Hygiene in Brauch und Sitte der Juden. Tr. Woifienberg-Elisabetgrad. 10. Hygiene der Bibel. Tr. Grunmald Wien. 11. Hygiene im Talmud. Tr. Funk Bvskowih. 12. Hygiene im Schnlchau Aruch. Tr. Bambcrger- Sd)öntaufe. 13. Hygiene des Rambam. Tr. Kroner-Tberndorf. 14. Hygiene des Jmk Juoäus. Astont-Jlvrenz. 15. Hygiene der Beschiteidung. Bamberger-Wnndsbeck. 16. Hygiene bei Philo und Iofepyus. L. A. Rvjenthal-Berlin. 17. Tie jüdischen Hygieniker 00m I<».—18. Jahrhundert. Tr. Tienemann-Ratibor. 18. Tie jüdischen Hygieniker im 1V. Jahrhundert. Tr. Fink-Hamburg. 1*J. Hygienisches aus den jüdischen Responsen. Von Tr. Wcllesz. 2<>. Hygienisches im jüdiscllen Sprüchwort. Dr. Dienemann-Ratiboo. ^Tiele Inhaltsangabe genügt, um auf die Bedeutung des Werkes hinzuweisen. Ter folgende Teil

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