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Der Israelit · 1911-05-04 · Heft 18 (4.5.1911) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 18 (4.5.1911)
Date
1911-05-04
Page
– (sequence 6)
Language
German
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fefitt 6, Sk. li am angeführten Orte nachzulesen, um jeden Zweifel nach dieser Seite hin auszuschließen. Wenn es daher auch im allgemeinen richtig ist, daß prinzipiell die Göttlichkeit des alten Testamentes dem gläubigen Christen und dem religiösen Israeliten in gleicher Heiligkeit dafteht, so zeigen doch die angeführten Beispiele, daß die Auffassung dieser Göttlichkeit durchaus nicht dieselbe ist. Daß sie es nicht sein kann, dafür gibt es verschiedene tiefer liegende Ursachen, von welchen eine einzige ier zur Sprache gebracht werden soll, die mir urch die Lektüre der „Briefe" in ihrer ganzen Bedeutsamkeit nahe gelegt wurde. J. (Schluß folgt.) Parts—Berlin. Die „Deutsche Kon ferenzgemeinschaft der Allianee Jsraelite Universelle" war am Dienstag der vergangenen Woche zu einer ordentlichen Tagung nach dem Verwaltungsgebäude der Gemeinde zu Berlin Rofenstraße 2/4 einberufen worden, um zu den Alliancewahlen und — einigen Unstimmigkeiten Stellung zu nehmen, die sich wiederum ans diesem Anlässe zwischen Präsidium der deutschen Abteilung und den Herren in Paris entspannen hatten. Die von Herrn Geheimrat Prof. Dr. Landau geleitete Versammlung war sehr stark besucht, nicht nur von den Mitgliedern der „Deutschen Konferenzgemeinschaft", sondern auch von den Lokalkomitees im Reiche. Herr Geheimrat Landau hatte, da der erste Präsident, Serr Justizrat Max Fuchs, auf einer längeren rholungsreise begriffen ist, auch die Verhandlungen mit Paris über die Wahlangelegenheit geführt, die indes so sehr ins Stocken geriet, daß seit vierzehn Tagen jede Korrespondenz unterblieb. Nachdem der Geschäftsführer im Ehrenamt, Herr Rechtsanwalt Dr. Apfel, gleich nach der Begrüßung der Erschienenen, einen kurzen Geschäftsbericht erstattet hatte, referierte Herr Geheimrat Landau in ausführlicher Weise über den Gang der Verhandlungen über die Allianeewahlen. Es ergibt sich daraus, daß die „Deutsche Konferenzgemetnschaft" trotz mancher Bedenken den Pariser Herren doch soweit nachgegeben hat, daß bei den bevorstehenden Alliancewahlen nicht, wie es satzungsgemäß wäre, zwei Drittel, sondern nur e i n Drittel der Zentralkomiteemitglieder ausscheiden und der Neuwahl unterworfen werden sollen. Da nach dem Statut alle drei Jahre ein Drittel des Zentralkomitees auszuscheiden hat, die letzten Wahlen aber 1905 stattgefunden haben, so wäre bereits 1908 ein Drittel und jetzt 1911 ein weiteres Drittel neu zu wählen gewesen. Auch mit dem Wahltermtn, der nunmehr eigentlich ziemlich ungünstig mitten in die Bade- und Reisesaison — auf den 4. Juni, einen Tag nach Schebuoth, definitiv festgesetzt ist, hat sich die Konferenzgemeinschaft einverstanden erklärt. Auch inbezug auf die aufzustellende Wahlliste wäre es wohl zu einer Verständigung mit Paris gekommen, wenn die Herren dortselbft nicht mit aller Zähigkeit darauf beständen, daß Herr S a l o m o n Reinach wieder ausgestellt werden solle. Um diese Kandidatur des bisherigen Vizepräsidenten der „Alliance" drehte sich hauptsächlich die Debatte. Es sei indessen vorweg bemerkt, daß die Versammlung einstimmig beschlossen hat, Herrn Reinach abzulehnen und an das Zentralkomitee in Paris das Ersuchen zu richten, an Stelle von Reinach, „den die Deutsche Konferenzgemeinschaft aus den dem Zentralkomitee bekannten Gründen als Kandidaten zu nominieren ablehnt", einen anderen Pariser Herren für die Wahl in Vorschlag zu bringen. Ueber die Jnopportunilät einer Wiederwahl des Herrn Reinach bestand in der Versammlung keinerlei Meinungsverschiedenheit. Man war vielmehr aus den verschiedensten Gesichtspunkten der Ansicht, daß Herr Reinach bei aller Anerkennung seiner Bedeutung als Gelehrter und Politiker doch nicht geeignet sei, bestimmenden Einfluß : .: aamettt ~ ' : ' ~. in der Leitung einer jüdischen Weltorganisatton auszuüben, die gegebenen Falles genöttgt wäre, Ideen und Aufgaben zu vertreten, die mit der Stellung Herrn Reinachs i m und zum Judentum schlechterdings nicht in Einklang zu bringen sind. Diese „Personalfrage" ist übrigens auch bereits Gegenstand schriftlicher Auseinandersetzungen zwischen Paris und Berlin gewesen. Man hat in Paris dabet den Gesichtspunkt in den Vordergrund gestellt, daß die religiöse Stellung der einzelnen Kandidaten absolut außer Betracht bleiben müsse, da die Alliance selbst ja religiös (in Paris nennt man das „parteireligiös") völlig neutral zu sein habe. Man hat des ferneren darauf htngewiesen, und zwar gegenüber dem Etnwand, daß es doch nicht gleichgtltig sein könne, in welchem Geiste das Schulwesen der Alliance im Orient beeinflußt werde, daß Herr Reinach auf das Schulwerk selbst keinen Einfluß habe. Ueberdies möchte man eine so bedeutende und einflußreiche Persönlichkeit wie Herrn Reinach mit seinen guten Begehungen zum Quai d'Orsey, zur französischen Regierung, nicht in der Alliance entbehren! Demgegenüber ist besonders eindrucksvoll von Herrn Rabbiner Dr. Werner- München entgegnet worden, daß Herr Reinach sich nicht nur sehr weit vom allgemein-jüdischem Standpunkt in seinen Anschauungen entferne, sondern auch kürzlich noch in einem süddeutschen jüdischen Blatte öffentlich das „Bekenntnis" abgelegt habe, daß das Judentum durch das Gebot der Sabbatheiligung und des rituellen Schlichtens gegenüber den anderen Religionsbekenntnissen „r ü ck st ä n d i g" sei. Wie nun, wenn Herr Reinach in die Lage käme, diese „Rückständigkeit" einmal vertreten zu müssen? Nach den Alliancestatuten ist die Alliance berufen und verpflichtet, überall, wo Juden ihres Glaubens wegen leiden oder Unterdrückungen ausgesetzt sind, einzutreten. Werden nun Juden wegen ihrer Einhaltung der Sabbatruhe oder Beobachtung der rituellen Schächtmethode bedrückt, wie will Herr Reinach da gegen die Bedrücker auftreten, die sich doch nur auf seine Argumentation stützen? Auch von anderer Seite wurde die Ablehnung der Kandidatur Reinachs eingehend begründet und schließlich der schon erwähnte Beschluß einstimmig gefaßt. Im Uebrigen wurde die Pariser Vorschlagsliste angenommen. Die Kandidatenliste selbst konnte einstweilen nicht vervollständigt und bekannt gegeben werden, weil von den drei Frankfurter Herren Schlesinger, Ellinger undJusttzrat Blau, die seinerzeit anläßlich der Unstimmigkeiten aus dem Zentralkomitee ausgetreten waren, noch keine Antwort auf die erneute Bitte, die Demission zurückzunehmen, eingelaufen war. Sobald die Antwort etntrifft, soll die Liste veröffentlicht werden. Obwohl nur e i n Drittel des Zentralkomitees erneuert werden soll, wird sich die Zahl der neuzuwählenden Mitglieder doch auf etwa 38 belaufen. Denn außer den hiernach turnusmäßig Ausscheidenden müssen sich bekanntlich auch die von dem Zentralkomitee im Laufe der Jahre cooptierten Mitglieder der Neuwahl unterziehen und außerdem sind auch Ersatzwahlen vorzunehmen für die aus den verschiedensten Gründen aus dem Zentralkomitee inzwischen Ausgeschiedenen. Einen sehr breiten Raum nahmen ferner die Debatten ein, die sich an die Verlesung des Briefwechsels über die Wahlangelegenheit knüpften, der zwischen dem Pariser Zentralkomitee einerseits und der Deutschen Konferenzgemeinschaft, wie den deutschen Mitgliedern des Zentralkomitees geführt worden ist. Aus diesem Briefwechsel wie aus den darüber geführten Debatten ergab sich, daß der vor kurzem erst geschloffene Friede zwischen Paris undBerlin noch immer kein gefestigter ist, die Unstimmigkeiten noch fortdauern. Schuld der deutschen Abteilung ist das nicht. Das Pariser Zentralkomitee hatte sich nämUch unter völliger Umgehung des Präsidiums der Konferenzgemeinschaft in der Wahlangelegenhett direkt an die einzelnen Mitglieder gewandt und dem Präsidium nicht einmal von diesem Briefwechsel Kenntnis gegeben. Paris bestreitet den deutschen Mitgliedern der Alliance überhaupt das Recht, selbst die Kandidaten in Deutschland zu nominieren. Danach handelt es sich jetzt gar nicht mehr um Personalfragen, sondern um ein bedeutungsvolles Prinzip, um. eine prinzipielle Frage, die das Recht der deutschen Mitglieder der Alliance tangiert. Die etwa 13000 Mitglieder der Alliance in Deutschland sollen lediglich die Vorschläge der Herren in Paris entgegennehmen und die ganze „Deutsche Konferenzgemeirrschaft" soll also nur eine negligeable sein. Man sieht, es wird hier wieder die Existenzfrage und Existenzberechtigung der deutschen Abteilung aufgerollt. Da die zwischen Parts und Berlin resp. den Mitgliedern der deutschen Konferenzgemeinfchaft gepflogene Korrespondenz demnächst von offizieller Sette der jüdischen Presse und Oeffentlichkeit zugänglich gemacht werden wird, erübrigt es sich, hierauf die Einzelheiten einzugehen. Nur soviel mag erwähnt sein, daß man zumindest aus der Lektüre dieses Briefwechsels den Eindruck gewinnt, daß die gebotene Courtoisie und Loyalität seitens Paris nicht gewahrt worden ist. Die einzeln befragten Mitglieder der Konferenzgemeinschaft resp. deutschen Zentralkomiteemitglieder hatten ihre Zustimmung zur Festsetzung des Wahltermins und zur Beschränkung der Wahl auf ein Drittel, gegeben. Aber die Zustimmung hierzu schloß nicht, wie Parts ohne Weiteres annahm, auch die Zustimmung zu der von Paris ausgestellten Kandidatenliste ein. Im Gegenteil hatten dieselben Herren dem Präsidium der deutschen Abteilung direkt mitgeteilt, daß sie mit den von Paris aufgestellten Kandidaten nicht einverstanden sind, insbesondere nicht mit der Aufstellung Reinachs. Paris aber unterstellte dem Präsidium der deutschen Abteilung, daß es etwas gesagt habe, was den Tatsachen nicht entspräche und knüpfte daran sogar eine ganz gewiß nicht freundschaftliche Kritik des Präsidiums. Mit Beziehung aus diesen Vorgang nahm die Versammlung die folgende Resolution an: „Die zu Berlin am 25. d. Mts. zu einer ordentlichen Tagung vereinigte „Deutsche Konferenzgemeinschaft" billigt nach Kenntnisnahme des gesamten in der Wahlangelegenheit zwischen Paris und Berlin gepflogenen Briefwechsels das Vorgehen ihres Präsidenten und spricht ihm ihr volles Vertrauen aus." Zum Schluß der mehr als vierstündigen Verhandlungen wurde mit der Fortführung der Wahlarbeit das Präsidium betraut. Ganz so glatt wie sonst dürften sich den Herren in Paris diesmal die Wahlen nun anscheinend doch nicht vollziehen. 6. Korrespondenzen und Wachrichten. Startrdje* 9Ui4). Ir«»tf«rt «. M., 21. April. Der Deutsch holländischen Palästinaverwaltung ist vom Kaiser lich deutschen Konsulate in Jerusalem nachfol gendes amtliche Schreiben zugegangen: 41 . / beut) 2 Dem Frar (Hei! Kom land« sicht c besul der uere sche Vere wie rücks Bors herv, setzui Hand habe und Behc liche lau« aui offi seie den in ne. Ru Mi niei seir vor dat nai gro die (Uli der c und der, der ni w< ov

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