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Der Israelit · 1911-05-04 · Heft 18 (4.5.1911) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 18 (4.5.1911)
Date
1911-05-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Geile 4 9h. 18 resultat etwas magerer: Ein Toter, vier Verletzte. — Landes Art, Landes Sitte .... Es waren bier nicht die Polen, die die Krawalle veranstaltet haben, sondern die Ruthenen, ein auf niedriger Jntelligenzstufe stehender stavischrr Stamm, der von den Polen nicht gerade glimpflich behandelt wird und nun schon zum zweitenmal in dieser Gegend sein Mütchen nach dem Vorbild der kleinrussischen Vettern im nahen Beffarabien an den Juden zu kühlen suchte. Die edlen Polen sind keine Freunde solcher plumper Gewaltakte. Selbst in Rußland sind die polnischen Provinzen in den kritischen Jahren von Pogromen verschont geblieben. Ihre gegen die Juden geführte Politik bewegt sich wohl in unblutigen Formen, ist aber darum nicht minder auf die politische Entrechtung und wirtschaftliche Vernichtung der jüdischen Massen abgesehen. In Russischpolen haben sie den Ausschluß der Juden aus der kommunalen Vertretung durchgeführt. In Galizien, wo sie die Herren des Landes sind, können sie sich ihren „väterlichen" Verpflichtungen den Juden gegenüber nicht ganz entziehen. Sie machen Versprechungen, inszenieren sogar so etwas wie das Schauspiel einer Enquete und suchen in schönen Reden nach einem Weg zur Hilfe. Hinterher aber entziehen sie den Juden die Schankkonzessionen und verhelfen ihnen zu einem Hausierergesetze, das ihnen den letzten Rest der Erwerbsmöglichkeit nimmt.. . So die Polen, die ihrerseits es für ganz selbstverständlich erachten, daß alle Welt für ihr „unterdrücktes Recht" ein stehe. Durch eine solche Behandlung der Juden wird den letzteren der Stempel der Minderwertigkeit aufgedrückt, und die durch harten Druck bis aufs äußerste gereizten und bestialisch veranlagten Ruthenen indirekt in die Judengasse gewiesen, wo. sie sich gefahrlos austoben zu können glauben... Und der Reichsrat? Nun, jüdische Ruthenen hat er als Volksvertreter noch nicht gesehen, dafür aber begeisterte jüdische Polen, die es oft schwer genug haben, die polntschnationalen Güter gegen die mosaischen Alldeutschen zu verteidigen.., Man könnte nur aufrichtig wünschen, daß der neue Reichsrat, für den bereits in Wien und Lemberg der Wahlkampf mit großem Lärm eingesetzt hat, von solchen Elementen verschont bleibe und an ihre Stelle eine der jüdischen Bevölkerung entsprechende Anzahl jüdischer Juden einziehen, oie mit Eifer und Geschick die Sache ihrer Wähler vertreten. In Oesterreich, wo die politischen Parteien identisch sind mit nationalen Kurien, kann es für die Juden nur eine Wahlparole geben: Bet der eigeuitb auch europäische Presse machte und von jenem Wanderer berichtet, dein der Baum durch seinen Schatten nnd seine Frucht Schutz und Labung geboten hat und der in seiner Tanksägung, seinem Gastgeber nichts besseres zu wiinschen vermag, als daß auch seine Früchte ait Fülle und Straft den: Stamme ähneln möchten. Tas ist natürlich eine wörtliche lleberseüung der bekannten Aga da: K ■"p“DX- Tolstoi hat zwar auch bewusst biete agadisch? Erzählungen bearbeitet und sie unter genauer Quellenangabe herausgegebcn. Bei den obenangeführten, die mit Recht oder Unrecht in seinem Namen veröffentlicht werden, scheint ihni oder seinen Nachbildern jedoch der Grund, aus dem diese Perlen entstammen, nicht oder nicht mehr bekannt gewesen zu sein. In diesem Zusammenhang sei auch einer interessanten Paraphrase aus das Hagadastück: jj'fV 'ß intt in<- Peter Roseggers gemütvoller Erzähl,mg: „Ter Gottsucher" erwähnt. „Ter junge Gottsucher E r l e f r i e d ", so erzählt Rosegger, „raffte sich auf, und mit einigen Schritten stand er vor dein Felsblock. Auf dem Steine eine Menschengestalt. Ein Mann wars mit einer langen, spitzen Nase und einem spitzigen Kinn. Ten Mund hatte er zusammengekniffen' und schmunzelte so in sich hinein. Ter Jüngling stand hinter eineni Baun: und wollte warten, bis sich der flachsgelbe Mensch entfernen würde. Aber dieser blieb sitzen und trillerte ein Liedchen nms andere nnd liest die Beine hin- und herbaumeln. Die verhängnisvolle Nacht zog immer höher heraus, und alles dunkelte. Ta war keine Zeit zu verlieren und, wie oft genug erzählt worden, der Böse findet sich genau zur Stunde ein. Wenn er aber schon dort säße und tvartete? In Hirten ver- Der Israeli». nen Gemeinschaft bleiben und sich davor hüten, Fremder Kastanien aus dem Feuer zu holen. Es liegt für die Juden Oesterreichs nicht der geringste Grund vor, sich für die Sache Anderer die Finger zu verbrennen und dabei den Argwohn gegnerischer Nationalitäten heraufzubeschwören, der, wie es die Vorgänge in Karow gezeigt, so leicht seinen blutigen Ausdruck findet. Profmcr Carl fiilly über üudenttim und Christentum. II. S. 171. „Das Wunderbarste der an sich schon wunderbaren Verbindung des ewigen GotteSgeistes mit der Menschenseele durch das, was man eben „Verbindung" (religio) nennt, und von welcher das Christentum die beste pofitive Ausgestaltung ist, besteht in einer Bereinigung von völliger Gerechtigkeit und Wahrheit, die an und für sich kein Mensch aushalten würde, mit Gnade." Wenn bei Erwähnung der wirklich wunderbaren Vereinigung von göttlicher Gerechtigkeit und göttlicher Gnade, das Christentum als die beste, positive Ausgestaltung jeder Religion bezeichnet wird, so setzt diese Bezeichnung voraus, daß diese wunderbare Verbindung in den christlichen Bekenntnisschriften positiver und besser als in den jüdischen ausgesprochen ist. Aber es ist kaum denkbar, daß dies irgendwie eindringlicher und nachhaltiger geschieht als an zahllosen Stellen des „Alten Testaments." Es sei hier nur auf die Stelle im zweiten Buche Mosis verwiesen, wo nach dem Vergehen mit dem goldenen Kalbe und der dann erfolgten Sühne und Verzeihung, Moses selber diese wunderbare Vereinigung der Gerechtigkeit und Gnade Gottes die Bitte abringt: „Laß mich doch Deine Wege kennen! Laß mich doch Deine Herrlichkeit schauen!" Dieser Bitte wurde, soweit sie Menschen erfüllt werden kann, durch die Mitteilung der Gotteswaltung entsprochen: „Gott bleibt immer Gott, der Allmächtig-', Gnädige, Largmütige, reich an Liebe und an Wahrheit, der die Liebe Tausenden von Geschlechtern bewahrt, der jede Schuld trägt, jeden Abfall u»d Leichtsinn, der aber (deshalb doch) keinen ungestraft ausgehen läßt usrv." Mit ergreifender Symbolsprache ist diese Wahrheit in der prophetischen Erscheinung dargestellt, die dem Propheten Elia Trost in die gebeugte, bekümmerte Seele redete, als Gott an ihm am Horeb vorüberzog, im Sturm, im Feuer, im Erdbeben und zuletzt in leisem Flüstern, in kleidete er sich gern. Ter'ans dem Fels block saß, trillerte: „Lieber Freund, ich frage dich. — Lieber Freund, was fragst du mich? Sag' mir, was ist Eins? — Eins und Eins ist Gott allein, Ter da webt nnd der da schwebt Im Himmel nnd ans Erden." Erlefried atmete ans. Ter Teufel ist es also nicht. Er trat hin itnb fragte den Hirten: „Was machst du da?" — „Ich singe mein' Abendgebet", antwortete jener .gleichmütig mtb tviücvte tvcitcv: „Lieber Freund, ich frage dich. — Lieber Freund, was fragst bit mich? Log' mir, was ist zwei? — Zwei Tafeln MosiS, EinS und Eins ist Gott allein, Ter da lebt und der da schwebt Im Himmel und ans Erden." - — — Ter Sänger sagt weiter: - „Bei dew Lied aber sollten Zwei sein, kannst da mir helfen?" Erlefried kannte das Lied von seiner Mutter her, es heimelte ihn an. Die Mutter hatte gesagt, dieser Gesang wäre so hochheilig, daß, wenn er auf Erden gesungen würde, die Sterne am Himmel still ständen nnd wie Altarkerzen leuchteten. So konnte zu solch' gefährlicher Stunde dem Burschen kaum etwas willkommener sein, als dieses »Lied. „Ling' vor," sagt er, „ich tu' mit!" Ter Hirt fuhr fort: „Lieber Freund, ich frage dich." Erlefried enkgegnete: „Lieber Freund, was fragst du mich?" . Ter Hirt: „Sag' mir, was ist Drei?" Erlefried: „Drei Patriarchen." _ ._4 Mai 1S11 vielen Psalmen und so vielen Stellen der Propheten, daß man eben, wie gesagt, die mir unbekannten Aussprüche aus den christlichen Bekenntnisschriften kennen müßte, um die subjektive Ueberzeugung des Verfaffers zu begreifen, daß diese Wahrheit dort eine positivere und bessere Darstellung finden solle. Von den schwerer zu überbrückenden Gegensätzen zwischen Christentum und Judentum sollen hier nur diejenigen kurz gestreift werden, zu welchen die Lektüre der „Briefe" direkt anregt. Der Begriff „Religion" wird S. 126 folgendermaßen definiert: „Sie (die höchste Intelligenz, Gott) anerkennen, sie auf das höchste schätzen und verehren, ihren Willen, den Sinn und Geist ihrer Gesetze kennen und tun, überhaupt mit ihr in Uebereinstimmung und nicht in törichtem und nutzlosem Widerspruche leben, das ist eben die Religion, d. h. die Verbindung mit Gott." Es wird dann noch hinzugesügt, daß der Stifter des Christentums dics alles bisher ani richtigsten und besten erkannt und gelehrt habe. (S. 127.) Deshalb sollen die Kinder in der Religion selbst, d. h. so erzogen werden, wie dieselbe aus den eigenen uns in denEvangelien überlieferten Worten des Stifters hervorgeht. (S. 128.) Da es sich hier um eine Verständigung vom Standpunkte des Verfaffers der „Briefe" handelt, so mögen die Bedenken, die sich vielleicht gegen diese Formulierung des Begriffes „Religion" geltend machen ließen, hier unerörtert bleiben. Stellen wir uns also einen Augenblick ganz auf diesen Standpunkt. Dieser verlangt als wesentliches Postulat der Religion den Willen Gottes erkennen und tun. Vom Skifter des Christentums wird hier zwar nur gesagt, daß er dies alles bisher am besten erkannt und gelehrt habe, aber der Verfasser will damit gew ß nicht die praktische Erfüllung des göttlichen Willens ausschließen. Es wird ja zum Ueberfluß noch ausdrücklich seine Religion als diejenige betont, wie sie aus seinen eigenen in den Evangelien überlieferten Worten hervorgeht. Nun geht aber aus vielen seiner in den Evangelien überlieferten Worten hervor, daß er den Willen Gottes und einzelne göttliche Gesetze genau so erfüllt hat, wie sie im Alten Testament vorgeschrteben sind, wie sie die Israeliten damals und zu aller Zeit erfüllten und heute noch erfüllen. Der Stifter der Christentums war also nicht nur von Geburt Israelit, sondern er war es auch durch die Art und Weise der Erfüllung des göttlichen in der Bibel niedergelegten Gesetzes. Ein Leben nach seinen Worten heißt ein Leben nach seinen Taten, und das ist der Punkt, der Judentum und Christentum am wesentlichsten scheidet: die praktische Erfüllung Beide zusammen: „Drei Patriarchen, zwei Tafeln Mosis, Eins nnd Eins ist Gott allein, der da lebt und der da schwebt im Himmel nnd auf Erden." Auch der steierische Tichter kennt die Quelle dieses Gedichtes nicht, denn er weiß im weiteren Verlaufe der Erzählung nur anzngeben, daß diese Hymne während der große n P r o z e s s i o n a m Fro h n - l ei ch n a m s t a g ges n n g.en wird. . . Tie Frohnleichnamsfeier ist aber einer der jüngsten Feiertage der römisch-katholischen Kirche und wurde erst ans dem Konzil zu Vienne im Jahre 1311 zur allgemeinen Bedentlmg erhoben, während die Anordnung in der Hagada uralt ist, was dadurch erwiesen wurde, daß die sogenannte „ I l l n st r i e r t e Hagada v o n T e r a j c w oderen Ursprung von sachverständigen Gelehrten Ins 11.. spätestens 12. Jahrhundert gewiesen wurde, diese Hymne schon enthält. (Der jüdische .Kultus in «Partien.) Spa,rische Zeitungen bringen folgende Nachricht ans Sevilla: „Am 10. April wurde in der Synagoge die Uonsirmation des jungen Israeliten Salomo« Sabal gemäß dem Ritus der jüdischen Religion gefeiert. Alle hiesigen und eine Anzahl eigens zugereister Israeliten nahmen an dem Akte teil, bei dem der Knabe, in den rituellen Mantel gehüllt, vor dem Rabbiner Salomon Coen einen Abschnitt aus denc alten Testa- Cment sowie einen Lobgesang auf seine Religion und das spanische Vaterland rezitierte. Unter beit zahlreichen Mitgliedern der sevillaner Gesellschaft, die der Feier beiwohnten, befanden sich auch der Bürgermeister, mehrere Stadträte und der ehemalige Minister Borbolla." Also eine Barmizwah-Feier, wie sie in den Synagogen anderer Länder gewiß keine Saltenheit sind. Aber man vergefse nichts daß es sich um Spanien 4.S oder hat 1 wisse die israe lange Recht gefor! heit 1 Erfül ja öl was doch nehm kein ei Erfül sich a äußer A dessen das z keit s derter Zehn, kurze (S. c E gebot, wie f sind, weggc zahl j hat. die H von £ mehr Bekev Tag fächln entfer Es hc daß d ohne zu ve D ihren doch s Prüfr das ei Sabb, Mens. 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