Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 52 (1911)
- Issue
- Heft 17 (27.4.1911)
- Date
- 1911-04-27
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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•?,-.y,:-r. - " schmelzt», g der Reproduktion mit der Apperzeption wurde schon von unseren Weisen gebührend beachtet und gewürdigt. Was scheinbar eine Errungenschaft der Neuzeit ist, finden wir bereits im Talmud in kurzen Zügen angedeutet. In Kidduschin wird erzählt, daß Rabbi Chija nicht eher den Morgenimbiß nahm, bis er mit seinem Kinde das früher Gelernte wiederholt und daran anknüpfend etwas Neues durchgenommen hatte: npöT IV KXÖlK OTO xb X2X “Q xvn 'n mpr hö n tt.*tö ’en "'S .tudiöi «pir*? -nm* piDS nw Hötei toan# Die Reproduktionskraft äußert sich in der Wiedererinnerung an frühere Vorgänge oder in der Wiedererzeugung alter Vorstellungen. Die Seele besitzt nämlich die Fähigkeit, die verblaßten Bilder früherer Wahrnehmungen und Erlebnisse wieder ins Bewußtsein zurückzurufen. Wenn auch viele Gedankeninhalte, welche die Seele ausgenommen hat, wieder vergessen werden, so gehen sie nicht völlig verloren. Die Erfahrung lehrt, daß scheinbar völlig vergessene Sinneseindrücke wieder auftauchen und deutlich vor das geistige Auge treten. Diese Erscheinung liefert uns den Beweis, daß diese Eindrücke nicht völlig verwischt find. Die Seele vermag fie wieder ins Bewußtsein zurückzurufen, sie kann sie wieder produzieren. Dieser psychologische Vorgang ist von der höchsten Bedeutung im Unterricht, indem der Lehrer die Eindrücke der Seele durch die Erinnerung wieder auffrischt und an das Bekannte anknüpft. Die Reproduktion kann unverändert oder verändert sein, je nachdem das Gedächtnis oder die Phantasie in Aktion tritt. Während das Gedächtnis die Gedankeninhalte einfach und unverändert reproduziert, werden sie von der Phantasie schöpferisch umgestaltet. Die Besprechung beider Arten wäre zu umfangreich, daher wird in den folgenden Ausführungen nur die einfache Reproduktion in den Kreis der Betrachtung gezogen werden. (Schluß folgt.) 5a«ls 5«nüe des Ungehorsams. Lehrprobe im Geschichtsunterricht der Mittelstufe (3.—5. Schuljahr). * Von H. Reutz, Hauptlehrer a. T. A. Methodische Grundsätze. In dem Aufsätze „Nicht Neligionsschulen sondern Thoraschulen"*) ist als Ausgabe des Geschichtsunterrichts festgestellt: Sie (die Geschichte) soll überall zeigen, daß die Thoratreue den einzelnen Menschen und das ganze Volk erhöht, daß Abfall von Gott und seinem Worte den Untergang zur unausbleiblichen Folge hat, daß die Thora das einzige Lcbenselement, der Ausgangs«" und Zielpunkt der Lebensaufgabe Israels und Judas ist. Sie soll die religiös-sittliche Gesinnung fördern, eine ethisch-religiöse Charakterbildung anbahnen. Sie soll erkennen lassen: „Gerade sind die Wege des Ewigen, Fromme schreiten darin fort «und Frevler straucheln." Was die methodische Behandlung betrifft, so ist zu fordern, daß diejenigen Geschichten, die wegen ihrer psychologischen Struktur, ihrer didaktischen Tendenz, der Wichtigkeit ihres religiösen und ethischen Inhalts, ihres Verhältnisses zum Gesamterziehungswerke Gottes von wesentlicher Bedeutung Und, auch dementsprechend gewürdigt und gelehrt werden. Das bloße Vorsagen, Auswendiglernenlassen und Abhören ist ohne jeden Wert. Was im Gedächtnisse haftet, ist noch nicht Eigentum des Geistes und Gemütes. Wenn die Geschichte einen starken Willen zum Guten bilden, Begeisterung für unsere Religion erwecken, das Gemüt veredeln, das Herz läutern, den Sinn heiligen soll, dann muß sie, dann müssen die Absichten des himmlischen Lenkers und Erziehers, die Triebfedern des menschlichen Handelns dem unerfahrenen Verständnis der Schüler nahegcbracht, sie müssen verinnerlicht, noch einmal erlebt werden. An den vorhandenen Begriffen und Wissensstoffen muh angeknüpft, daran muß weitergebaut werden. Falsche Phantasiegebilde sollen verhindert oder berichtigt, falsche Vorstellungen vermieden werden. Jeder weiß aus seiner eigenen Schulzeit, daß er als Kind manchmal einem Unwürdigen sein Mitgefühl, manchem Glaubens- und Tugendhclden eine starke Abneigung entgegengebracht hat, weil die Schule ihm keinen Einblick in das Innenleben der *• Erziehung und Lehre, Jahrgang 1910, Nr. 13 u. 13. biblischen Personen, kein Verständnis für die religiösen und moralischen Forderungen, die an sie gestellt werden mußten, vermittelt hat. Bei einer Wertung der biblischen Personen sollen wir uns nicht leiten lassen von einer überschwenglichen Gefühlsempfindelei, von dem „aufgeklärten Zeitgeiste", sondern das Urteil der Thora muß der unverrückbare Maßstab sein, an dem die geschichtlichen Personen und Erscheinungen gemessen werden. Nicht alle Geschichten können in solch zergliedernder und aufbanender Schularbeit behandelt werden. Dazu reicht die Zeit nicht aus. Der Lehrer weiß am besten, welche Erzählungen in ihrem Wortlaute, in ihrem Inhalte schon ihre Erklärung und ihr Verständnis finden. Tiefe trage er in möglichster Nil QQifipftrrnrt urtK Seit nf 'rit Anlehnung an Bibelwort und Bibelton den Schülern frei vor, frage sie ab oder lasse sie gleich nachcrzählen. Den statarisch behandelten Geschichten dagegen geht eine Vorbereitung voraus. Tie Schüler sollen für das Neue Anknüpfungspunkte in ihrem Gedächtnisse und in ihrem Geiste finden. Ihre innere Teilnahme soll fürs Neue geweckt, die Gedankenarbeit ihnen erleichtert werden. Tie Vorbereitung muß darum der Lehraufgabe vorangehen, diese soll die Vorbereitung gewissermaßen abschliehen. Gipfelt die Vorbereitung in einer Frage, so folgt als Antwort daraut die T^r r b i e t u n g des Lehrstoffes als eines Ganzen. Tie ganze Geschichte wird vom Lehrer in freier Rede einmal oder wiederholt,' und dann möglichst in demselben Wortkleide, porgetragen. Ter Lehrer soll durch die Art und Weise, durch die verschiedene Färbung des Tones die Aufmerksamkeit der Schüler fesseln, ihr Herz fassen. Ein guter Bortrag ist mehr als die Hülste der Arbeit. Meistenteils wird nach der Darbietung der Schluß der Schulstunde eine Unterbrechung der Lektion notwendig machen. Dadurch wird sie aber nicht zerstückelt, das Interesse nicht zersplittert. Es handelt sich doch nicht, wie beim Gedicht, nur um die Erzeugung einer lyrischen Stimmung oder einer ästhetischen Empfindung. Es soll ja nicht das Strohfener jäh auflodernder Begeisterung angefacht werden. Ten Willen zur Betägigung einer religiösen Wahrheit zu stärken, geschichtliche Vorgänge dem Geist zu erschließen, wichtige Begebenheiten irnd Lehren dem Gedächtnisse einzuprägen, ein kräftiges jüdisches Fühlen und Bewußtsein zu erzeugen, das kann nicht Aufgabe'" einer Schulstunde sein. Die Natur kennt für ihre Produktionen.nicht fest abgeschlossene Zeiträume, die Geistesarbeit soll sich auch nicht darauf versteifen. Zum Zwecke der Verwert u n g für Gei st. u n d G e ni ü t folgt die Zergliederung. Ter Lehrer stellt zunächst mit beit Schülern die Hauptglieder der Geschichte fest und versieht sie mit solchen Ueberschristen, die dem in der Lehraufgabe genannten .Hauptgedanken sich als llnterglieder unterordnen. Größere Glieder werden, nn, die Einsicht in die Gedankengänge der biblischen Personen, in dem Zusammenhang der verschiedenen Vorgänge zu vermitteln, nochmals in kleinere Teile zerlegt. Ter Lehrer erzählt die einzelnen Hauptglieder oder kleineren Teile noch einnial oder auch öfter, damit sie in ihrem Rohstoffe den Schülern ganz bekannt werden, erfragt dann den Inhalt jedes Stückes, sucht die Beweggründe und die Absichten des Geschehens den Schülern begreiflich zu machen und vergleicht diese mit den Forderungen der Thora und ihres Sittengesetzes. Wenn durch geschickte Fragen das psychologische Triebwerk des betreffenden Ausschnitts aus dem biblischen Leben dem Kinde klar geworden und durch gutes Nacherzählen der Beweis für das Verständnis erbracht ist, werden von den Schülern unter Nennung der jedesmaligen Neberschrift die Glieder zu dem Ganzen der Stofseinheit zusammengefaßt. (Zusammenfas s u n g.) Ter Unterricht darf sich mit der Verwertung der Geschichte für Geist und Gemüt nicht begnügen, er soll sie auch n u tz b a r m a ch e n fü r den Willen zu einem jüdischen Leben und Wirken. Er stellt die aus der Geschichte heraüsleuchtenden Grundsätze auf, die für eine jüdische L'bensanschaunng maßgebend sind. Er stellt die Lehren der Erzählung in das rechte Licht und prägt die ewig gültig?« Sätze des Gotteswortes, di: die Geschichte enthält, dem Gedächtnisse der Schüler als Normen und Wegweiser für eine jüdische Lebensführung unverlierbar ein. Lehrgang: I. Vorbereitung und Lehraufgabe. II. Darbietung des Lehrstoffs. IU. Verwertung für Geist und Gemüt. Zergliederung. Zusammenfassung. IV. Nutzbarmachung zur Gewinnung fester Grundsätze für eine jüdische Lebensführung und Lebensanschauung. ö. Methodische Behandlung. I. 1. Vorbereitung. Welches Volk hat die Israelit;n, als sie beim' Auszug aus Aegypten matt und müde waren, im Rücken überfallen und alle Schwachen am Ende des Zügel getötet? Hatte Arnalet zu diesem hinterlistigen Uebersall einen berechtigten Grund? Und doch war Amalck ein Brudervolk Israels, denn es nennt Esau seinen Stammvater. Ter alte Brnderhaß Esaus, der Jakob den Abrahanissegen nicht gönnte, war in Amalek lebendig. Er wollte Israel vom Erdboden vertilgen, damit es den von Gott dem Abraham erteilten Segen nicht weiter der Menschheit bringen könne, Amalek führte keinen Raub- und Eroberungskrieg, sondern einen Bernichtungskampk gegen Israel. Welche Plicht hat jeder Mensch und jedes Volk, wenn es von eine,,, anderen in seinem Leben und Dasein bedroht ist? Sich zu wehren, den anderen unschädlich zw machen, ihn sogar zu töten. In wessen Austrage erteilte» aber unsere Erzväter ihren Segen? Gegen wen also war der Kampf Amaseks gerichtet? Gegen Gott. Amalck war der Feind Gottes. Welches Gebot hat deshalb Gott Israel gegeben? Gedenke dessen, was dir Amalek getan! Vertilge das Andenken Amaleks unter dem Himmel weg! Vergiß es nicht! Wann sollte dieser Ansrottungskrieg gegen Amalek geführt werden? Wem, Israel, in Kenaan wohnte und Ruhe vor seinen Feinden hatte? Hatte Israel in den Zeiten Josuas und der Richter schon diese Ruhe? Nein, denn zuerst wußte das Land erobert und dann der Feind an der Grenze gedemütigt werden. Welches dieser Völker machte Israel am meisten zu schaffen? Wer besiegte sowohl die Philister als die benachbarten Völker? Saul. Welche Pflicht hatte Israel jetzt zu erfüllen, als es ruhig in seinem Lande wohnte? Ten Kampf gegen den Feind Gottes und Israels, gegen Amalek, aufzunehmen. Wer war der berufene Führer in diesem Glaubenskriege? 2. Lehrausgabe. Heute sollt ihr nun lernen, w r e König Saul die Aufgabe Gottes, den von der Thora gebotenen Krieg gegen Amalek zu führen, erfüllt hat. Ich erzähle euch: Sauls Krieg gegen Amalek. II. 3. Darbietung. Ter Lehrer erzählt die ganze Geschichte ohne jegliche Einteilung in Anlehnung an das Bibelwort.*- ) a) G o t t b e fr e h l t Saul den Krieg gegen Amalek. (Gottes Auftrag an Saul.) Samuel sprachj zu Saul: „Mich sandte Gott, dich zum König über Israel zu salben; so höre nun aus die Stimme Gottes. So hat nämlich Gott gesprochen: Ich gedenke dessen, was Amalek Israel getan, wie es sich ihm auf dem Wege entgegengestellt hat, als es aiis^ Aegypten zog. So geh jetzt hin und banne (vernichtealles, was ihm gehört. Habe kein Erbarmen mit ihm: töte Mann und Weib, Kind und Säugling, Rind und Lamm, Kamel und Esel!" b) Sauls Sünde des Ungehorsams. aa) Saul vernichtet Amalek. Saul rief das Volk zusammen, zog bis zur Stadt Amaleks und stritt im Tale. Tie Keniter aber, Nachkommen Jithros, ließ er unbehelligt (unbefeindct) aus Amalek fort ziehen, weil sie Jsracl Liebe erwiesen hatten, als es aus Aegypten zog. Saul schlug Amalek, ergriff Agag, den König von Amalek, lebendig "und vernichtete das ganze Volk mit der Schärfe des Schwertes. bb) Saul läßt Agag a m Leben. Saul und das Volk hatten Erbarmen über Agag und dir besten Schafe und Rinder. Mes was gut war, wvllten sie nicht vernichten; nur was geringwertig und verächtlich war, das bannten (vernichteten) sie. ee) Sauls Tun mißfällt Gott. Da erging an Samuel Gottes Wort: „Ich habe mir darüber Gedanken gemacht (bereut), daß ich Saul zum König eingesetzt habe; denn er hat sich von mir abgekehrt und hat mein Wort nicht erfüllt." Samuel grämt? sich darüber und schrie die ganze Nacht zu Gott. i (Fortsetzung folgt.) Korrespondenz. Friedberg i. H. Bei der jüngst am hiesigen Seminar stattgcfundenen Aufnahmeprüfung bestanden von 36 Aspiranten, die außerhalb der Präparandcnanstalt vorgebildet waren, nur — sage und schreibe: fünf diese Prüfung. Unter den Zurückgewiesenen befanden sich viele, die das Examen für den einjährigfreiwilligen Militärdienst bestanden hatten. Wie man sieht, ist Hessen durchaus nicht das Dorado, als das man es von Alzey aus geschildert hatte, um Schüler au zulocken. Briefkasten. St. in H. Ein Teil Ihrer Anfrage ist durch die obige redaktionelle Annrerkung zu der Lehrprobe erledigt. Nichts hindert uns, auch göttliche Aussprüche in einer der kindlichen Fassungskraft angepaßten Weise zu erzählen, immer vorausgesetzt, daß der Inhalt nicht verändert wird. Halachische Bedenken stehen, wie ich von autoritativer Seite weiß, dem nicht entgegen. verg herz- Jud jedoi man zu t schor nicht Zahl sch re land er I« Köni neue: liege, Zuer roi’b, die durch rtc, merk! diene reichs wäre Letzte nen seine, bereit die I *) Anmerkung der Redaktion. Nur da, wo die Beweggründe für das Tun und Lassen der handelnden Personen nicht offen zu Tage liegen, sondern aus dem Text der heiligen Schrift geschöpft lverden müssen, wie bei der vorliegenden Geschichte, empfiehlt sich eine so strenge — teilweise sogar wörtliche — Anlehnung an das Bibelwort, wie sie Herr Kollege Reuß hier bietet. In allen anderen Fällen ist mit Rücksicht auf die Fassungskraft der Schulen und auf die zur Verfügung stehende Zeit eine einfache, freie Erzählungsweise vorzuzichen. ner r lismr Verdi bruns das , bewol Cu*tcn urit fi begab iu bei Tje c "'X. große Anna .Eiltet der Z werde verwe Burg. 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