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Der Israelit · 1911-04-12 · Heft 15 (12.4.1911) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 15 (12.4.1911)
Date
1911-04-12
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Da die „Peah" solche jüdische Arbeiter beschäftigt, die infolge der Wahrung des Sabbats anderweitig nicht leicht unterkor men können, so dürfte eine Unterstützung dieser Institution durch Zuwendung aller im häu irchen und geschäftlichen Betriebe überflüssigen Materialien s h am Plage sein. Es ist hier in Frankfurt a. M. tn letzter Zeit aus nichtjüdischen Kreisen eine ähnliche Institution unter einem biblischen Namen gegründet wo den. Um Verwechslungen vorzubeugen, beachte man, daß die „Peah" nur eine Geschäftsstelle — Aller- Her ltgenuraße 40— unterhält. Für Abholungen genügt Telephonruf 5070. Berlin, 3. April. Voll Befriedigung kann die „Bereinigung Jüdischer Akademiker" I. A.) zu Berlin (t „ „ Hun&e Jüdischer Akademiker) au daS vergangene Wintersemester zurückblicken. Denn die in diesem Semester besonders große Zihl mn Mitgliedern (unter 49 Mitgliedern 35 Studenten) b we st, daß Nie Vereinigung ihrem Zwecke, den Zusammensch uß gleich gesinnter jüdischer Akademiker zu fördern, voll und ganz gerecht geworden ist. Der Größe der Bereinigung entsprach aach eine rege Tätigkeit. Die jüngeren Mitglieder wurden im obligatorischen Fuxenunterricht etngefuhrt in die jüdische Geschichte und Literatur und in die Zeitsragen, besonders die, die den ges tz tztreuen Akab'miker angohen. Dem Einbringen tn die jüdische W ssenschaft diente zunächst ein Scktur zur Einführung in die Gemoroh unter Leitung des Buadesbraders cand. phtl. A. MrchalSkt. Die in der T ilmulkennlnts schon weiter Fortgeschrittenen versammelten sich zw imal wöchentlich zu einem Gemoroh- Schtur unter der Leitung des Bor. Herrn Dr. E Munk. Dem praktisch jüdischen Leben diente ein Mttgltderschtur über „Din.m". Bei den allwöchentlich stattfindenden Bereinsabonden wurden in w ssenschaitlichen Bor'ragen und bin sich daran anschließenden regen Diskussionen die Grundlagen der jüdischen Welt- und Let ensanschauung behandelt und vertieft und allgemein wrssensitastliche Fragen, soweit sie mit dem Judentum tn Berührung kommen, erörtert. Behandelt wurden solaende Themata: „Der Ehrbegriff im Judentum", „R.chtSPhilosophische Grundlagen des jüdischen Rechts und de« Rechts deS bürgerlichen Gesetzbuches für das Deutsche Reich in vergleichender Darstellung", „Brauchen wir jüdische Schulen?" „Gedanken über den Zweck und das Wese.l des Gebets", „DaS jüdische Gebet", „Das Alter der'Tradition", „Emiges über den Geist des jüdischen LtrasrechtS im Vergleich mit anderen Strafrechtslheorien", „Nicht obwohl, sondern weil wir Juden find", „Die Bedeutung des Tragverbotes am Sabbat", „Der jüdische Kalender" und „Nru O.thodoxte". Neben der Wissenschaftlichen Bereinsarbeit wurde auch die Geselligkeit durch Veranstaltungen von Kneipen, Ausflügen und Kegeln gepflegt. Der für daS kommende Semester gewählte Vorstand setzt sich zusammen aus den Herren: cand. Phtl. Sam. B r o m, Vorsitzender,' Rabb. Tr. E. Munk, stlllvertr. Vorsitzenderstud. jur. Max Oppenheimer, 1. Schriftführer - stud. med. dent. Rudolf Stein, 2. Schriftführercand. med. MoseS Strauß, gaffenwart Zu Auskünften aller Art an jüd sche Akademiker ist der 2. Schriftführer, Herr Rudolf Stein, stud. med. dent., Berlin 24, Gr. Hamburgerstr. 38, II, gern bereit. Nürnberg. 9. April. Unserem hiesigen Lernveretn „Chewrah Bachurtm" ist es gelungen, ähnlich wie in den Vorjahren einige beslöewührte Redner für das abgelaufene Wintersemester zu gewinn.«. Zwischen genanntem Vereine uad der „Ortsgruppe des Versandes der Sabbmfteunde" wurde eine Vereinbarung getroffen, der zuf lge vier Vortragsabende im „Ablersaale" gemeinsam vcranstal et wurden. Der erste Abend brachte einen Bortrog unseres um die Beretnsbestrebungen wohlverdienten Herrn Rabbiners Dr. Klein. Derselbe sprach in bekannt meisterhafter Weise über die „Pharisäer und Sadducäer". Ihm verdanken wir auch die Einführung der beliebten Cyoreö- Abende, an welchen er durch überaus vielseitige geistvolle Erörterungen und durch eine faszinierende Beredsamkeit seine Zuhörer stets zu feffeln vermag. Ten zweiten Bornag hielt Herr DtstriktSrabbiner Dr. Raph. Breuer auS Aschaffenburg. DaS Thema „Der Talmud als Schönheitsrichter" bot dem begabten Referenten Gelrgenhett, Proben se ner trefflichen R dekunst abzulegen und ferne ideal angelegten Gedankengänge zu entwickeln. Herr Distnftsrabbtner Dr. D. Kohn aus Ansbach stellte sich uns für den dritten Abend zur Berlügung mit einem Vorträge über „Das Lernen". Seine populär grhaltenen, anregenden und lichtvollen Ausführungen lohnte reicher Beifall des zahlreich erschienenen Auditoriums. Wider feine Gepflogenheit, außerhalb seines engeren Wirkungtkreises keine Vorträge zu halten, hat sich Herr Diftrtkcsravbiner Dr. Stein aus Schwetnfurt auf die Initiative sert.ns unseres Herrn Rabbiners Dr. Klein hin bereit finden lassen, in unserem Vereine zu sprechen. Gegenstand seiner Katen, gründlichen Darlegungen waren die denkwürdigen „Funde von Assuan und Eiephanttne", über dw der Redner ausführlichen Aufschluß erteilen konnte. ES wäre zu wür scheu, daß stch Herr Dr. Stein auch künftighin von ähnlichen Vereintn als Vortragender gewinnen ließe. Dank dem Entgegenkommen genannter Herren waren wir in der Lage, dem unseren internen Lehrvorträgen fernerstehenden Publikum eine Auswahl int reffanter und wertvoller öffentlicher Borträge Steten zu können. Hamburg, 6. April. Der „Verein zur Un terstützung kurbedürftiger JSraelttrn" hielt seine diesjährige Generalversammlung unter dem Borfitz de« Herrn Dr. B. Levy ab. Der Vorsitzende bob bet Eistrttung des Jahresberichts hervor, daß der Verein auch im verflossenen Jahre in der Lage war, einer großen Anzahl von kurbedürfttgen Personen einen ErholungsMf nthalt von durchschnittlich vier Wochen zu gewähren. Die Zahl der unterstützten Personen betrug «M Jahrs 1910: 73. Jnkgefammr wurden auS der Beretnskaffe 8222,50 Mk. Unterstützungen, resp. B ihtlfen gewährt. Aus dem von Herrn v Son erstatteten Kassenbericht war zu entnahmen, daß die jährlichen Bet träge auch diesmal nur 2557 Mk. betrugen, während an einmal'gen Beiträgen 3000 Mt. etngtngen. Wie in dm Vorjahren, erhielt der Verein auch lm Jahre 1910 von d^r Deutsch-Israelit schen Gemeinde erne Subvention von 1000 Mk. Die Gewinn- und Berlustrechnung schließt mir einem Fehlbetrag von 1692,55 Mk., wovon 1313,73 Mark dem Roulancesvnds entnommen werden mußten, so daß immerhin noch ein ungedeckter Verlust von 378,$2 Mark vorhanden ist, Hamburg, 6.April. Der „Verein zurSpei sung hilsbebürftiger israelitischer Kinder" hielt seine diesjährige Generalversammlung unter Vorsitz deS Herrn Ludwig M a t h t a f o n ab. Bet der Eriiattung des Jahresberichts hob der Vorsitzende hervor, daß der Verein euch im verfloffenen Jahre tn der Lage mar, 20520 Portionen warmes Mi.tageffen an htlf-- bedürftlge schulpfl'chttge Kinder zu verteilen, gegen 21968 Portionen im Borst h-r. Wie tn de« vorhergehend:« Jahren, erhielt der Verein auch im vrrfloffenen Jahre von der Deutfch-JSraelttischm Gemeinde eine Subvention von 1000 Mk. Wettere Einnah nen waren einmalige Beiträge 810 Mk. und MitgUedst eiträge 3597 Mk, Unter den Ausgaben figuriert an erster Stelle das Küchen'onto mrt 5806,34 Mk. Die Abrechnung schließt mit emrm Defizit von 201,44 Mk. Nordhauscn um H»rz, 7. April. Auch tn unserer Gemeinde scheint neues jüdisches Leben erwachen zu wollen. Darauf beutet der große Erfolg, den die unter der tatkräftigen Leitung des Herrn Rabbiners Dr. Ledh vor stch gehende Erziehung der Jugend zum Judentum gezeitigt hat. Der „I u g e n d v e r e t n", der beständige Lernschturim abhält, veranstaltet auch gemenfame Sederabende für die au wörltgen jungen Leute. Auch für die diesjährigen Sederabende hat der größte Teil der auswärtigen jüdischen Jugend feine Teilnahme zugesagt. Auch die Lernkurse nahmen guten Verlauf, sodaß wir vor kurzem wieder einmal die Freude hatten, unter starker Beteiligung von Grmemdemttgltebern einen QVD auf ri^rn 'ö zu veranstalten. Sopron, 7. April. Der „Israel. Jugend- Verein TtfereS Bachurim" dahier, der seit zwei Jahren bestehr, hielt am 2. d. Mts. seine Generalversammlung. Herr Leopold Schlesinger schilderte tn kurzrn Worten daS ersprießliche Wirken des Vereins im ab gelaufenen Jahre. Hernach wurden die Neuwahlen vor genommen, bet denen Herr Leopold Schlesinger alS Präses, Herr Heinrich Müller als BizepräseS, und als Kontrolleur und Bibliolh koe Walter die Herren Jak. LöwtNger und Max Rosenberger gewählt wurden. Außerdem wurden noch gewählt die Herren Gig- Adolf Breuer sen., Gustav Breuer jun. und Joseph mund Rosenberger, Schlesinger, Adolf Htrfchl. Personalien. Wertheim, 3. April. Am Samstag, den 1. April waren eS 25 Jahre, daß Herr Thalmann als Lehrer der hiefigen jüdischen Gemeinde wirkte. Trotzdem eS bei lem bekannten schlichten Sin» des Jubilars ficher nicht in dessen Absicht lag, dm Tag zu feiern, ließ stch jedoch die dankbare Gemeinde dieses nicht nehmen. Zu Ehren des Jubilars traf bereits am Freitag Herr Bezrrksradb. Dr. L ö w e n st e t n aus Mosbach hier ein, durch dessen Erscheinen der Festlichkeit eine ganz besondere Weihe gegeben wurde. Zum FestgotteSdtenst, der auf SamStag Vormittag 9 Uhr angesetzt war, wurde der Jubllar mit keiner Gattin vom GynrgogenratSvorstand zur festlich geschmückten Synagoge geleitet. Die Festpredigt des )errn BezirkSmvb. Dr. Lvw enstein, in der er d.e hohen Verdienste des Jubilurs schilderte, bildete den Glanzpunkt der Feier. Um 11 Uhr war offizielle Gratulation. Namens deS BeztrkeraööinarS brachte Herr Dr. Löwenstein die herzlichsten Glückwünsche dar, hierauf trug die Schülerin Johanna B e n a r t o ein der Feier entsprechendes Gedicht vor. Sodann gratulierte der Vorsteher namens der dankbaren Gemeinde, Herr Dr. Kienitz für das Gymnasium. Tief ergriff, n dankte Herr Thalmann für die ihm erwiesenen Ehrungen. Abevds 9 Uhr war »'diel Gemeinde vollzählig im „Hotel Held" versammelt, um dem Tag noch etnen würdigen Abschluß zu geben. Ein abwechslungsreiches Zrogramw, zwei Theaterstücke, zwei gemischte Chöre, sowie eine Reche von schönen, herzlichen Toasten und Reben verschönerten den Abend, der ficher dem Jubilar und allen Anwesenden unvergeßlich bleiben wird. Im Verlaufe deS Abends übergab Herr SigmundCahn inet einer Paffenden Ansprache dem Hrrrn Jubilar eine M pp?, enthalteneine große Zahl von Glückwunschschreiben und Dankesbriefm ehemaliger Schüler und Schülerinnen von hier und auswärts. Auch eine Deputation des „Vereins badischer israelitischer Lehrer", dessen Borstand Herr Thalmann ist, übe brachte unter F rhrung des Herrn Hauptlehrers Müller- Heidelberg die Glückwünsche genannten Vereins nebst einer Aufmerksamkeit. Petersburg, 8 April. Im zweiundneunzigsten Jahre ist hier Professor Chwolson vorgestern gestorben. Der Name dieses gelehrten Orientalisten ist «eit über die Grenzen seines Fachgebietes hinaus rühmltchst bekannt. Chwolson war ursprünglich von der jüdischen Theologie ausgegangen, verlegte aber später sein Studtengebtet auf die rein orientalische Linguistik und auf religionsgeschtchtl che Kritik. Sein Werk über «Die Ssabter" gehört zu den grundlegenden auf diesem Gebiete, daS den Be.faffer berühmt gemacht hat. Ganz eigrnartiq war ChwrlsonS Stellung zu Judm und Judentum. Aus dem jüdischen Ghetto heraus und ein Zögling bedeutender Jeschiwoth, ist er nach Annahme der Taufe zu den höchsten Ehren und Würben gelangt. Doch hing er mit einer für einen Renegaten gewiß ungewöhnlichen Liebe an seinem Stamme und verteidigte mit Einsetzung seines ganzen gewaltigen Einflusses die Lehre des Judentums. Bon weittragender Bedeutung war fein im Aufträge deS Kaisers Nikolaus I. mit größter kritischer Schärfe geschriebenes Buch über d i e 5s«Me»acdricdte». Geburten: Eine Tochter: Cantor Steinberg» Frankfurt a. M. Verm&hlte; D vidWeill, Alice geb. Walch, Zürich. Donnerstag, 13. April näBYK Festeingmg Frankfurt a. M. 7 Uhr. Freitag, 14 Apr l NVSY2 Fcsttusgang Frankfurt a. M. 8 Uhr. Sabbat - Anfang u. Ausgang ö"mn mm »M»r Anfang DntAM Ausgang sllbriMim mH 5691 UdrlMin. 15. 17 «. M. 6 45 Avril Nissan 8 05 Berlin .... — — 7 46 Miinchen . . . — — 7 46 Vtrnßchnrn . 7 — 8 — Stnttgnrt. . . 6 45 7 55 Posen .... — — 7 38 Mirnker- . . 6 50 7 50 H«nbnr« . . . I — — 8 09 M'tkwoch, 21. April nDÖ 'P'IV Festeingang Frankfurt a M. 7lft Uhr. Donnerstag, 22. April pjDB bm s'NNtk Festausgang Frankfurt a. M. 8'° Uhr. Für de» RetlaaKutetl ist die Stedaktto» nicht verantwortlich; insbesondere ist es ausschließlich Sache der Leser, die in» «erlaweteil enthnltenen «wpfehlnnae» ritueller Ware» oder sonftiae Nnaade» rrltgtouSaefetz liche» UbnrnkterS ans ibre ftuvertäiNakeit *, vrilfen. Menbacher Druckluft ■ Anlage Telefon 123. Offenbaeli a. M. Telefon 123. Unübertroffene bewährteste Tappiahralnlgaag« 4 Landesbiller t Leinenand Gebüd-Weberei F. V. Grünfeld Königl., Grossherzogl. a. Fürstlicher Hoflieferant Barlin W., Ichtzichnn 21-!. Criuli Anna ailar Wäscbeartike! fir in bosMarl lihrOmi 1112er fiisslattiiiu. PMUUttf alt IhUMugai rsMis K*stn- «MftUlff« ZI DtattCl. 0604» ft

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