Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 52 (1911)
- Issue
- Heft 15 (12.4.1911)
- Date
- 1911-04-12
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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1911 12. April 1911 Der JSraeltt «o. 15. Seite 8 :Y0Netz zu Mann ) Leien der tlichen ssolger ozow, ionäre rrften, Waffen, r auch on jtt- Soll,- Duma c Konierung »tädte : von assung chtung vissen. schloß j ohne e Kanslust ierung it dem altung Juden onalen n, wie drückt, üschen rität c, daß tät in o gibt ir bcu ander eniger Spitze Die e, das Polen g und inmen. l über in der mngörb.'U > ll mir ücflic!» iebeitu it b;n Wien tC tK'!l tniier y er zu ein 'H jiibni vor! n bloil' , mein teriii." jodnv ettMt i» Men :» von alschen eüiner „beii cblen nrn nn iliche». K chna in t, auf Sie 'n Hach 9er Ruflöuna 9es öfterreidiijdien Reidtsrafes. Der O österreichische Reichsrat ist aufgelöst und mehr als in einem jeden anderen Lande nehmen in Österreich die Juden teil an den Geschicken des Parlamentes. Seit Einführung der nationalen Kurien im Jahre 1907 haben die Juden im Reichstag eine eigene nationale Vertretung, den aus vier zionistischen Abgeordneten bestehenden „Jüdischen Klub". Auch eine Reihe assimilatorisch gesinnter Juden haben als Angehörige der verschiedenen politischen Fraktionen im österreichischen Parlamente ihren Platz. Diese verhältnismäßig ansehnliche Zahl jüdischer Abgeordneten verhinderte es indessen nicht, daß das nun aufgelöste Parlament bei der Lösung politischer und Wirtschaftsfragen offenkundig antisemitische Politik trieb. Man braucht nur an die bekannte Resolution Schmid zu denken, die nach gewissen Mustern die Prozentnorm für die österreichischen Schulen wünschte. Dieser echtrussische Antrag wurde in der Kommission angenommen und erlangte im Plenum eine große Minorität. Gegen die wirtschaftliche Vernichtung der jüdischen S ch ä n k e r seitens der galizischen Machthaber hatte das Parlament, dem Gelegenheit geboten wurde, die ruinierten Existenzen aus eigener Anschauung kennen zu lernen, nichts unternommen. Dagegen konnte es seinerseits leichten Herzens die Unglücklichen durch Annahme des Hausierergesetzes um den letzten Rest der Erwerbsmöglichkeiten bringen. So sah der nun vorzeitig aufgelöste Reichsrat aus. Der „Jüdische Klub" wehrte sich so gut es ging. Aber er war zu klein und zu gering an Kraft in diesem Babel der Nationalitäten, deren jede mit blinder Leidenschaft für ihre Interessen kämpfte und die sich in der Regel nur auf der Basis einer direkt oder indirekt gegen die Juden gerichteten Politik zusammenfanden. Zudem standen die jüdisch-nationalen Abgeordneten zu wenig in innerer Fühlung mit den jüdischen Massen, um, von deren vollem Vertrauen getragen, vollkommen ihrer Aufgabe zu genügen. Allein, es zeigte sich bet dieser Miniaturpartei wenigstens stets der gute Wille zu helfen, während die jüdischen Allpolen, die jüdischen Deutschen und die jüdischen Sozialdemokraten, die antijüdische Politik oft genug mitmachten' und vom Standpunkte der Partei, die sie in ihrer Mitte duldete, auch mitmachen mußten. . . Aus alldem ergibt sich die Aufgabe der galizischen Juden für die demnächst stattfindenden Wahlen von selber. Seit 1907 hat die galizische daß sie festgelgt find durch bestimmte, heilige Normen und Gesetze. CIDn ohne bestimmten oder bestimmenden Artikel zeigt, daß eS auf dem unendlichen großen Gebiete des Elends und der Not keine Festsetzungen gibt, sondern daß jede Zeit und jedes Land andere Erfordernisse hat und daß ein jeder diese Liebestättgke t erfüllen kann, ob arm ober reich nnxi ,1212.1 118 B’rttön- * Es ist nur ein Zufall, -aß das Wort 21V ,/zurückehren" rückwärts gelesen P12 »sich schämen", ebenso 121t£?1 rückwärts fltfian „Scham" ergibt, aber Erfordernis jüdischer Lebensührung ist, daß der wahren Rückkehr zu '"l2?1 die Scham und Reue vorangehen muffen. * Bet dem weihevollen Akte des j-j^£ j-pi2 sprechen die Anwesenden den schönen jüdischen Glückwunsch aus: 2"r2bi laubi min*? owp ma*? D323U? ai2?2- Wiederum steht nur bei mil der bestimmte Artikel, während er bei NLIN und £'212 D1t2?P2 fehlt. Der jüdische Baier, der den JV12 (1^12^?') in den alten durch Gesetz bestt-nmten Formen ausgeführt hat oder hat ausführen lasien, kann nach der Auffaffung der Anwesenden keinen anderen Wunsch hegen als den, den ste ihm gegenüber zum Ausdruck bringen, daß sein neugeborener Sohn den V^112?21 Lin Alttsraels wahr mache, der da heißt: £"££ 1211, 1111- 2"!?21 1Q11 können ste nicht bestimmen, weil diese kraft ihrer Natur nicht bestimmt find. Denn nöll — nun der Geschmack ist verschieden; B^ltt EFVtffc — nun, ste haben zu allen Judenheit so manches gelernt, was praktisch zu verwerten sich jetzt die günstigste Gelegenheit bietet. — Wie ein Mann müssen daher die nach Hunderttausenden zählenden gesetzestreuen Wähler in Galizien für ihre heilige Sache einstehen und nur diejenigen als Männer ihres Vertrauens in den Reichsrat senden, die nach Persönlichkeit und Lebensart volle Garantie dafür bieten, daß sie die Jntereffen ihrer Wähler nach innen und außen vertreten werden. Geschlossen und entschlossen müssen die galizischen Juden mit dem Wahlzettel in der Hand all die Märchen von ihrer Disziplinlosigkeit und politischen Unreife, die Galtztenkenner von der Art der Herren Geiger und Lessing in die Welt gesetzt, restlos widerlegen. Der einzige günstige Moment dafür ist da, und wir sind überzeugt, daß er in Galizien nicht unausgenützt vorübergeht. Aas läßt ffermanu Loden vom Znaenwm übrig? Bon Referendar Jiaae Breuer. (Schluff.) Es ist eine bemerkenswerte und wobl erklärliche Erscheinung, daß die Beziehung Cohens zum Judentum völlig der Beziehung Kants zum Christentum entspricht. Der tiefsinnige Versuch Kants, die Dogmen des Christentums in sein ethisches System durch eine zwar völlig unhistorische, aber unendlich geistvolle Nmdeutung einzubeziehen, ist bekannt genug. Bekannt auch, daß gerade dieser Versuch ihm die Berfolgungswut eines beschränkten Ministers zugezogen, die das Königsberger Idyll des Weltweisen nicht wenig gestört hat. Der Mar burger Philosoph ist vor Verfolgung sicher genug. Auch mußte sein Versuch ihm unendlich leichter fallen, als seinem großen Vorgänger. Denn itnmer wieder muß hervorgehoben werden, das Cohen eine Um den tun g des Judentums im eigentlichen Sinne nicht vorgenommen hat. Den von ihm behandelten Instituten des Judentums kommt tatsächlich auch die Bedeutung für den ethischen Fortschritt der Menschheit zu, den er ihnen vindiziert. Nur erschöpfen sie sich eben darin nichtnur ist eben das Judentum weit mehr, als der von Cohen aus ihm gezogene ethische Extrakt. Weil aber gerade Cohens Behandlung des Judentums eine halbe Wahrheit ist, und halbe Wahrheiten sich regelmäßig als gefährlicher erweisen als ganze Unwahrheiten, so würde ich in Cohens Traktaten über das Judentum das wirksamste Vehikel zum Abfall vom historischen Judentum Zetten andere Formen. Aber mil hat keine anderen Formen zu irgend einer Zeit, ste ist Itfllpl 11111 für Immer dar, darum wünschen die Anwesenden mi*? DSD’ p- In diese bestimmende und '3'£ 11£ bestimmte pplin soll der Sohn eingeführt werben, um ein würdiges Glied in der Kette der Geschlechter zu werden, bas die Traditionen der mil hochhält. Das ist der Wunsch einem jüdischen Vater gegenüber an dem Tage, an dem sein Sohn ein 1'12 p wird. Denn min ist ihm nicht eine Lehre schlechthin, sondern die Lehre. In dem täglichen ^"^-Gebete möchte ich in der ,1212' die mit D'2'12£1 bv beginnt, nicht lesen, wie in unseren £'111£ steht: D*?!#4? D12I? 13D*?1 2'12?1 127123 K*?1/ sondern wie ich es auch einmal in kinem aiten llID sab, 2*?1V*?1 21721? 13p*?n Q'VI In diesem Falle würde diese ,1^31 übereinsttmmen mit den Worten in |TTOn 1212 121 2*?ir?*? 0^23 K*?l t£?123 «*?&?• Denn die 1O31L ni222 tm Vertrauen auf n'^dH war dem '111' zu allen Zeiten die wichtigste Herzensangelegenheit. * In unserer Zeit, in der so viele alles Ideale von sich werfen und nur ausschließlich nach Geld und Gut streben, ist man versucht, die Worte des #£17 p 121 1283«? Ip*?n2 12«?1 TW irrT-K nicht mehr zu übersetzen: „Wer ist reich? der zufrieden ist mit seinem Teile"- sondern anders zu lesen und so zu übersetzen: erblicken, wenn nicht der dem Laten überaus schwer verständliche philosophische Kunststtl des gedankenreichen Mannes seinen Traktaten die Möglichkeit der Maffenwirkung von vornherein benehmen würde. Und das ist gut so. Cohen ist der erste, wirklich ernst zu nehmende Reformjude, wenn man diesen nun einmal üblich gewordenen Ausdruck gebrauchen will. Ueber die Reformrabbiner mit ihrem läppischen Gezänk über die beste Art, wie man das Judentum salonfähig machen könne, verliere ich kein Wort. Ueber sie hat die Geschichte längst gesprochen. Das tat wunder wie groß über die mundgerechte Beschneidung der Gebete, setzte hier einen Flicken auf, brachte dort eine Bügelfalte an, enthusiasmierte sich am Damenchor und erblickte in der Einführung der Orgel eine welthistorische Tat allerersten Ranges. Ueber all das Pfaffengeschwätz hat die Laienwelt längst das Verfahren geschlossen, kurzer Hand die Geistlichen entmündigt und ihnen die Gemeindevorstände zu allmächttgen Vormündern bestellt. Ste sollen seitdem viel stiller geworden sein. Ganz anders Cohen. Sollte er jemals seinen Cicerone« finden, so wird er der Neologie das bringen, was sie bis jetzt am schmerzlichsten vermißt: ein System. Und dann erst wird die Sektenbildung wirklich vollendet sein. Es wird die Sekte der Ethik er sein, der vielleicht in der Zukunft, wenn sie eine solche hat, eine ähnliche Rolle beschieden ist, wie weiland der Sekte der I u d e n ch r i st e n. Sie wird vielleicht das welthistorische Werk vollenden oder von neuem anfangen, das jene begonnen. Schon einmal hat das Judentum durch Vermittlung der Judenchristen der Welt einen Gott geschenkt. Es ist aber dieser Gott alsbald in dogmatische Verdunklung verfallen, die ihn gerade in der Gegenwart zu einem Problem von schier unerträglicher Zuspitzung hat werden lassen. Vielleicht kommt die Zeit, da das Judentum der Welt zum zweiten Mal einen Gott wird schenken müssen. Der jüdische Gott-König, der die Einheit von Ethik und Recht darstellt, wird es immer noch nicht sein können. So rvird es der in seiner absoluten Einzigkeit als Vorbild und Gesetz der Sittlichkeit freilich nur die eine Seite des Judentums darstellende Gott der Ethik sein, den die abermals abgesprengte Sekte der Judenethiker der Menschheit verkündet, und dieser Gott wird nicht wieder dogmatischer Trübung verfallen. So wird auch — vielleicht — die Reform, die das deutsche Judentum an den Rand des Verderbens gebracht hat, vom Judentum losgelöst, ihre Mission erfüllen.- Aber wie ein Granit bleibt im Wandel der Zeiten das historische Judentum in ragender Größe und Unveränderlichkeit bestehn und harret „Wo ist ein Reicher, der zufrieden ist mit seinem Teile?" so daß es von ihm heißen könnte: „deiner Händ- Arbeit" usw. * IpIXl n*?sm na1«?1 - Die drei leitenden Moe mente der £'81131 £'2' find bereits wi dergegeben in den Worten des 2 'ß der ril2K 'plB: ^2121 121 11'22 'T*? K2 118 p8i cmi i«?i?tt?2 121 1221«? J781 i8ii p2- Denn 121«?1 p2 i8ii; 122«? p8 n*?Bn?yi2i *p«?22 S21 --- npns- Das will uns sagen: Du sollst wissen, daß über dir ein Auge, welches deine Rückkehr steht,' ein Ohr welches dein Gebet hörteine Hand, welche deine guten Taten genau aufschretbt. Wenn du dies stets bedenkst *?21O1/ dann wirst du nicht zur Sünde kommen. rms m*? «2 ii8 p8i rrvui 211 praws * Es gibt meines Erachtens keine schönere und treffendere Uebcrtragung der Worte des Ps. 8 ('n D^nn) 121 13lpan '2 DTK p 131277, '2 «713K .12 als dle Worte des Dichters Platen: „Daß du ritt Mensch bist der Gedanke bcuae das Haupt dirdaß du aber ein Mensch bist, der Gedanke hebe dich freudig empor." * Wer anderen vergibt, vergibt sich nichts. * Bekannt ist, daß das Wort n&K Wahrheit diese als e«ne alles umsaffende hmstellt, da x der erste, £ der -- ■ , v „ —L.