Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 52 (1911)
- Issue
- Heft 12 (23.3.1911)
- Date
- 1911-03-23
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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23 März 1911 Der SStotltt « 12 Sette 9 Zöglinge, die an der Maturitätsprüfung der hiesigen Oberrealschule teilnahmm, auf Grund ihrer vorzüglichen schriftlichen Leistungen von der mündlichen Prüfung dispensiert wurden. Die Möglichkeit, gegen sehr bescheidene Kosten ihren Kindern eine so vor« zügltche religiöse, geistige und körperliche Erziehung avgedeihen zu lassen, wird von unseren Glaubensgenossen nach Kräften ausgenützt, so daß die Verwaltung des Schülerheims oft aus bloß räumlichen Gründen nicht in der Lage ist, allen Anforderungen um Ausnahme zu entsprechen. Schmerzlicher berührt es, daß aus Mangel an Mitteln so oft Minderbegüterte abgewiesen werden müssen. Hier erblüht den jüdischen Körperschaften und Gemeinden noch eine Witte und dankbare Aufgabe. Durch tatkräftiges Interesse für diese prächtige Institution, durch Gewährung größerer Jahresbeiträge, Schaffung von Freistellen kannten hier ganze Ströme reichsten Segens für unsere Jugend geschaffen Weeden. Uerein$we$en. Frankfurt a. M«, 20. März. Gestern Abend feierte die „Vereinigung Nachlaß Zwi" im großen Saal des Kaufmännischen Vereins ihr Purtmsest. Es ist, was wir voranschicken wollen, dem Festkomitee vollauf gelungen, durch sein reichhaltiges, vorzüglich durchgeführtes Programm auch nachträglich eine echte, rechte Purimstimmung zu erwecken und ste bis zum letzten Momente, der bis tief nach Mitternacht hinein reichte, ungeschwächt zu erhalten. Man hat diesmal auf die sogenannten Kunst Nummern verzichtet und wa , abgesehen von einer schönen Begrüßungsrede des Herrn Joseph Bamberger und einem ernsten BegrüßungSch 0 r e, vielmehr darauf bedacht, durch Schwänke, Humoresken, Schnurren und Witze aller Art das lokale Interesse zu erregen und so den seucht-fröblichen — denrr man saß an Tischen vor gesüllten Gläsern — Humor ungestört walten zu laffen, der denn auch Wunder vollbrachte. Ganz Hervorragendes auf diesem Gebiete leistete Herr Nathan Rothschild, sowohl in den» von den Herren Hermann Hirsch und Siegfried Mantel in Szene gesetzten ersten Schwanke, in dem er in Herrn Gabriel Plaut einen durchaus würdigen und ebenbürtigen Partner hatte, als in seinem späteren originellen Couplet „Der Schnipelpetzer". Ts wirkten im ersten Stücke noch außerdem recht flott und rollenfest mit: Fräulein Johani a Rofenbaum und die Herren Alfred Mayer und Edwin F e i st. Ein diesem Stücke vorangegangener Liedervortrag deS Herrn N u ß b a u m fand den Beifall der Versammlung, ebenso wie die Rezitationen der Damen Ctllh Rapp, Recha Schwarzschild, Rosa Kahn und Mathilde Oppenheimer. Ein zweites Stück, der bekannte Kadelburg'sche Einaüer „In Civil", der gegen Schluß in Szene ging, wurde durch Fräulein JohannaH a l b e rstadr und die Herren Sally Gottlteb, Heinrich B en d h e t m, Siegfried Strauß und JonasH alberst a d t ebenfalls mit großer Kunstfertigkeit gespielt und löste ununterbrochen förmliche Lachsalven aus. Besonders der letztere verstand es, aus seiner Rolle eine Glanznummer echt würzigen Humors zu machen. Die Zwtschennummern bestanden aus vorzüglichen Gesängen, die unter der bewährten Leitung des' Herrn Lehrer Reich von einem gemischten Chor für Männer und Knaben volltönend und formschön zu Gehör gebracht wurden. Ferner bot ein von den Damen Jenny und Ctllh Rapp auSgeführter Tanz ein Bild seltener Anmut, und ein Couplet von Herrn Heinrich B e n d h e i m trug ungemein viel zur Belustigung der Festversammlung bei. Dazwischen fetzte wiederholt die Militärkapelle unter persönlicher Leitung des Herrn Fehling ein, die auch jüdische Melodien nach Motiven der Herrn M. S ch n e r b hören ließ und zu dem mit großem Feuer von der Versammlung gesungenen Ttschliedern den Takt gab. Die Klavierbegleitung hatte Fräulein Mathilde Oppenheimer übrrrommen/ die een vielgestaltigen musikalischen Aufgaben teS Abends mit gutem künstlerischen Können gerecht wurde. Alles tu allem war es ein Fest, wie man es in hiesigen jüdischen Kreisen so animiert und stimmungsvoll nicht oft erlebt hat, und bei dem das vvllgefüllte Haus ganz auf seine Rechnung kam. Neben den genannten Mttwirkenden hat sich unt das Arrangement des Festes auch Herr Harry Hirsch ganz besonders verdient gemacht. Frankfurt a. M., 22. März. Die „Jüdische Frauenveretntgung-' hat nunmehr ihr Wintersemester beentet, und wenn sie gleich an Hand der gewonnenen Erfahrungen weiter bestrebt sein wird, die Wünsche ihrer Mitglieder in stetS größerem Maße zu berücksichtigendarf sie doch mit Befriedigung auf daS verflossene Semester zurückbl'cken, das ste etnm Erfolg nennen kann. Und diesen Erfolg schuldet sie dem so freundlichen Entgegenkommen der verschiedenen Herren Dozenten, schuldet fie noch ganz besonders Herrn Rabbiner Dr. Breuer, dessen erhebende und fördernde Vorträge stets dm größten Anklang fanden. All den so jelbstlcS und liebenswürdig an dm Bestrebungen unseres Vereins Mttwirkenden sei hierdurch unser innigster Dank auSgefprochm. Alsfeld, 20. März. Am kommenden Sonntag findet hier der Oberhesstsche Bezirkstag der ..Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums" statt, wobei auf eine starke Beteiligung aus Alsfeld und dm oberhessischen sowie dm benachbarten G-meiiden gerechnet wird. Referate erstatten die Herrm Provinzialrabbiner Dr. Hirsch selb-Gießen, Kaufmann A. M. LoeS- Dieburg und vom Borstande der „Freien Bereinigung" Jacob R 0 f e n h e t m - Frankfurt a. M. Dem Bezirkstag geht eine Plenarsitzung der „Kommisstvn für ländliche Wohlfahrtspflege voraus. Für den geselligen Teil ist von den Ortsgruppen der „Freien Bereinigung" und deS „Verbandes deS Sabbatfreunde" ein sehr reichhaltige- Programm, ernste und heitere Darbietungen jüdischen und allgemeinen Inhalts umfassend, vorbereitet. Die Kommt f s i 0 n cs i tz un g findet nicht, wie urs. rünglich vorgesehen, um JO Nhr, sondern um l1/* Nachm, statt. Ptrsonalitii. Kitzingen, 21. März. Soeben wurden die irdischen Ueberreste unserers allverehrten Rabbiners I. Adler nach Höchberg zur letztm Ruhe überführt. Der Ueberführung ging in unserer Synagoge eine Trauerfeter voran, die den zahlreichen Teilnehmem unvergeßlich bleiben wird. ES hielten tief ergreifende Gedenkreden die Herren DtstriktSrabbiner Dr. Stein aus Schweinfurt und Lehrer Bamberger dahier. Es sprachm noch außerdem die Geistlichen der beiden Konfessionen und im Ramm der Stadt der Oberbürgermeister. Eine eingehende Würdigung deS Lebens und WtrkenS deS Verstorbenen sowie ausführlicher Bericht über die Berrdigung folgt in nächster Nummer. Wallertheim, 21. März. Letztm SamStag verschied hier im Alter von 69 Jahren Herr Jos. Herrn. Baum, wenige Monate nach dem Tode seiner teuren Gattin. Durch die Geradheit und Bescheidenheit seines Charakters hat fich der Dahtngefchiedene zahlreiche Freunde erworben und neben feinen Angehörigen trauern viele, die ihm durch geschäftlichen und privaten" Verkehr nahe standen. Welch großer Hochachtung und Wertschätzung sich der Verblichene in allen Kreisen derhlefigm Bevölkerung erfreute, bewies das große Trauergesoige, das fich aus allen Konfesfionen zusammensetzte. Am Grabe schilderte der BeztrkSrabbtner in ergreifenden Worten die Verdienste deS wackeren Mannes, der als Mensch und alS Jude gleich vorbildlich dastand, und gab dem Gefühle allgemeiner Trauer und dem herben Verlust, dm Familie und Ort erlitten, einen tiefempfundenen Ausdruck. Alle, die dm Verstorbenen kannten, werden ihm ein gutes Andmken bewahren. n"2C3ri Sprtcbsaal. Jüdische Soldaten Da nun das Peffachfest isbevorsteht, so möchte ich zunächst die Hrrrm Rabbinen, Lehrer und jüdtsche Gemeinde-Bor stände bitten, doch baldigst bei dm betreffenden Milttär-KommanboS dm Festurlaub für die kommenden Peffachtage der Soldaten jüdischer Konfession zu befürworten. Der Urlaub ist um so mehr zu rrhcffen, als doch dieses Jahr das Osterfest der anderen Konfessionen mit dem unfrigm zusammen gefeiert wird. Hrrc Lehrer L. K a tz zu Kiel, Exerzierplatz 31, berichtet mir, daß in diesem Jahre für die rituelle Pessach-Berpflegung der dort stationierten 18 Mann jüdischer Konfession (15 Mann auf der kaiserlichen Marine und 3 Mann beim Lanbheer) noch ca. 300 Mk. fehlen und möchte ich zur Förderung dieses wichtigen Liebes- Werkes durch weitgehende Unterstützung hiermit anregen. Frankfurt a. M., 21. März 1911.''j Laffar Lewifohn. (Ein Erlaß deS Kriegsministers betr. Peßach-Urlaub ist sei ms de „Freie Br einigung" bereits erwirkt worden. R d.) Briefkasten. Rabb. Dr. M. K. Der Tprechsaalartikel erscheint, sobald wir den nötigen Raum für ihn haben. Rabbiner C. R. in T. Wir haben bereits in letzter Nummer die Ansicht d:S -jHlv Dfin in der Sache bekannt gegeben, so daß fich eine zweite diesbezügliche Notiz erübrigt. Besten Dank. S M. Die hebräische Uebersktzung der bayerischrn Nationalhymre, von der in einem Berichte auS Schwabach in der letztm Nummer die Rede war, hat Herm DlstrtktSrabb. Dr. Kohn in AnSbach zum Verfasser. Dr. N. Berlin. Die Rezension ist leider nicht rechtzeitig in unsere Hände gelangt, um diese Woche noch zu erscheinen. A F. L. Solche Präparate könnm nur dann für D'njPB Garantie bieten, wenn fie unter zuverlässiger Aufsicht hergestellt werdm. I. H. in Köln. Der. Bericht gehört feiner ausführliche» Form nach in die pädagogische Beilage und haben wir ihn daher dem Redakteur derselben, Herm Lehrer Ehrmann, Frtebberg, zugestellt.' Sl. L. in H. Gewiß haben Sie recht. Doch genügt der Poststempel allein noch nicht, um die Sache zum Gegenstände einer vffmtlichen Kritik zu machm. Die Verspätung könnte z. B. auch von einem ntchijüdischen Angestellten ohne Wissen und Willen deS Vorstandes verschuldet sein. Oereinskalender. Verein Mekor Ebajim. (Bereinslokal Sange* ratze 18.) Freitag, dm 24. März, abends 8V» Uhr im ieretnSlokal: Zwanglose Zusammenkunft. SamStag, den 25. März, nachmittags 3% Uhr im »vrfaale der Synagoge Friedberger Anlage; Mtkro-! ortrag beS Herm stud. Phil. Philipp Feist. TantiliennacbricMen. Geburten: Eine Tochter: Tobias Hamburg (Emanuel) Amheim. Verlebte: Nany Levi, Gustav Mühlfelder, Frankfurt a. M. Vermfthlte: Dr. May, Sara geb. Meyer, Frankfurt a. M. Barmitzwohfeiern: Alfred, Sohn von Salo LewinSki, BreSlau, Sklower-Syn. — Joseph, Sohn von L. A. Hey mann, Frankfurt a. M, Herderstr. 88, Synagoge Friedberger Anlage. — Harry Sodn von Heinrich Schott Adalbertstr. 13», Synagoge in Bockenheim. , Sabbat - Anfang a. Ausgang 'Tips Sufi rorc KT: Anfang Datum Ausgang Uhr iMin. 1911 5671 UhrlMiu. 25 85. fft*«fVtttt *.*). 6 15 Mär» Adar 7 30 Werlte .... — — 7 07 «tttechOU . . . — — 7 14 ««tebstrs . 6 80 7 30 Stuttgart. . . 6 15 7 25 Voie« .... — — « 58 MSnktrg . . 6 20 7 15 bmnh«r* . . — - 7 27 »w am wmwuwtn IN ne «evarrro» nicht verantwortUch r insbesondere ch es aaSfchtteffUch dache der Leser, die tm nteflameteil enthaltene» «atpfehlaaae» ritueller Ware« oder sonstige «aaabe» reltOiousaefetz lichen SharatterS auf ihre 8*be*I«ffigfeit »» pxAfm. (erfekt muß man schneidern lernen, erfekt wird bei ans BCbneid. gelehrt erfekt nicht mit enderenUnter nehmen za verwechseln erfekt schneidern lernt man innerhalb 2—3 Monaten. Mäßiges Honorar. sss s® Ö y Annahme v. Schülerinnen — täglich —- Frankfurt a. Unterweg 8 Offenbarter Druckluft - Anlage Telefon 123. Offenbaeli a. M. Telefon 123. 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