Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 52 (1911)
- Issue
- Heft 10 (9.3.1911)
- Date
- 1911-03-09
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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Der Israelit. 9. März 1911 No. 10. Seite 23. Gin mißlungener Purimsfreicft. (Nach einet* wahren Begebenheit.! Von Bählam. Wenn nach Winters trüben Plagen Man sich naht den Frühlingstagen, Jubelt Knab' wie Mägdelein: Bald wirds wieder Purim sein! Auch im Städtchen Frankenort Hörte man dies frohe Wort, Und zumeist im Hause Rüben: „Pensionat für böse Buben." Lehrer Rüben war bekannt Als ein strenger Mann im Land, Er erzog zu Sitt' und Tugend Tie ihm anvertraute Jugend. Bei dem Werk, das hart und schwer Stützt ihn die Frau Rüben sehr. War e r streng und nimmermüde, So zerfloß sie ganz vor Güte. Auch im Kochen war sie groß. Kurz: Frau Rüben halt' was los. Trotz des Taanith Esther steht se Und backt Kuchen, das versteht sc. Doch die sieben bösen Buben Aus dem Pensionate hl üben Sind heut schulfrei und zuhaus — Und da wird nichts Gutes draus! Immer Einer hinterm Andern Sieht man sie zur Küche wandern, Wo Frau Rüben grad voll Eifer Ihren Schnee schlägt steif und steifer. Böses brütend im Gemüt Stell'» sie sich in Reih' und Glied, Und voll arger Neugier plagen Sie die gute Frau mit Fragen, Ob der Kuchen wie alljährlich Sei bestimmt dem Lehrer E h r l i ch. Als dies hat bejaht Frau Rüben, Freuten sich die losen Buben, Tenn es plant ihr Schelmenherz Einen argen Purimscherz. Einer holt vom Bord die Tüte, ' Voll mit Pfeffer erster Güte: Tiefen Inhalt werfen sie In die Masse sonder Müh', Als Frau Rüben sorgsam sehr Nochmals prüft die Ofenröhr', Ob sie fei genug erhitzt. Wie es ihrem Kuchen nützt. Des Gewürzes scharfer -£uft Füllt hie warme Küchenluft, Taß Frau Rüben unbewußt Treimal „hazzi" niesen mußt. Leider kann sie nicht versuchen. Weil sie fastet, ihren Kuchen, Toch die Buben tun's für sie Und beteuern: „Gut, wie nie," Rührn ihn - auch noch einmal »nt, Ach, sie wissen wohl, warum. Ahnungslos in ihren Stuben Putzt für Purim die Frau Rüben, Sieht auch mal so nebenher Nach dem Kuchen in der Röhr'. Ter geht hoch und bräunt sich schön, Ein Vergnügen ists zu sehn. Doch die Buben, die sind heute Poll von innrer Schadenfreude. Als der Purim kommt heran, Sieht man's ihnen deutlich an. Und Frau Rüben mginet weise: Sehr in Sorgen um se sei se, Tenn sie lächeln so versteckt. Als ob sie was ausgeheckt. Toch ihr Mißtraun rasch verfleucht sich, Als Herr Rüben sagt, sie täuscht sich, Weils doch einmal Purim heute, Gönn' er Jedem seine Freude, Allerdings, worum er bitte. In den Grenzen guter Sitte. Trans, so sieht man diese Knaben Rach Herrn Ehrlichs Hause traben Mit dein Kuchen in den Händen, Ten zu Purim Rubens senden Dem Kollegen Meier Ehrlich Als Schelach-Monaus wie alliäbrlich. Und es sagt der gute Lehrer, Sehr zu Tank gerühret wär' er. So gelang der böse Scherz — Ach ihr loses Bubenherz Fühlt von Reue keine Spur Und sic denken: „Iß du nur!" Als am selben Nachmittage Von des Purims Küchenplage Ruhet grad Frau Rüben aus, Tritt Herr Ehrlich in ihr Haus. Fürs Schelach-Monaus danken möcht' er Und es wär' das Beste, dächt' er, Kämen Herr und Madame Rüben Heut zu ihm mit ihren Buben. Als mans diesen anvertraut, Sind sie nicht davon erbaut. Und mit Zittern nur und Zagen Abends den Besuch sie wagen, Und sie tuscheln sich ins Ohr: „Tu, mir ist recht mies davor!" Ihr Gewissen mächtig drückt se, Toch Herr Ehrlich kaum erblickt se, Als er spricht voll Freundlichkeit: „Was Besondres gibt es heut. Jedes Jahr, zum Purimseste Hab' allein ich, ohne Gäste Solches Kunstwerk schon verzehrt, Wies Frau Rüben mir verehrt. .Heut jedoch tat ich versuchen Nur ein Stückchen von dem Kuchen, Alsdann faßt' ich den Beschluß, Taß ich diesen Hochgenuß Auch verschaffen müßt' den Buben Aus dem Pensionate Rüben, Weil sie sichtlich so voll Freude Mir den Kuchen brachten heute." Tiefe drückt's Gewissen heiß. Ach, kein Zweifel, daß er's weiß, Ihr Gesicht wird lang und länger, Und ihr Herz schlägt bang und bänger. „Nun, langt zu und laßts Euch schmecken." Doch für seine andren Gäste Holt herbei er's Allerbest-, Zwischendurch dann nötigt er: „Jnngens, esset doch noch mehr!" Und sie essen voller Grauen, Wagen kaum mehr aufzuschauen. Und mit unterdrücktem Pusten. Tenn der Kuchen reizt zum Husten. Trauf recht würdig spricht Herr Rüben: „Ich versteh' nicht diese Buben, Schwärmen sonst für Kuchen sehr. Und am Purim gehts so schwer!" Seine Frau voll Freundlichkeit Sagt: „Tas ist nur Schüchternheit!" Als der Kuchen geht zu Ende. Reibt Herr Ehrlich sich die Hände Und dann spricht er voll Gemüt: „Ihr habt Mut, soviel man sieht!" Als die Kuchenplatte leer. Plagt ein Turstgefühl sie sehr. Ehrlich fragt infolgedessen: „Habt Ihr heut wohl scharf gegessen?" Was nach ihrem besten Wissen Rubens glatt verneinen müssen. Und er spricht noch salbungsvoll, Er sei gegen Alkohol Bei der ihm vertrauten Jugend. Nur im Wasser läg' die Tugend. Magenbrennen ist nicht schön, Sich die Buben still gestehn. Einer immer hinterm Andern Sieht man sie zur Küche wandern. Zu der Leitung edlem Naß! „Siehste wohl, das kommt von das!" Als man dann vom Tische geht, Weils Herr Rüben findet spät. Tankt man, wie das heischt die Pflicht, Tie Gefühle sind gemischt. Herzlich dankt Familie Rüben, Schändlich findcns ihre Buben, Taß man schließlich trotz Verdruß Auch noch höflich danken muß. Lehrer Ehrlich gibts Geleite, Draußen nimmt er sie beiseite — Während heimwärts lenkt die Wege Mit der Gattin der College — Spricht er: „Seht ihrs nun, ihr Buben, Grabt ihr Andern solche Gruben, Fallt wie Haman ihr hinein; Laßt euch dies 'ne Lehre sein! Zwar nicht an den Galgen müßt 'r. Wie Achaschweroschs Minister, Toch es gibt zu unserem Glücke Auch für solche Galgenstricke Einen Pranger, weit zu sehn, Tran sollt Ihr zur Strafe stehn: Fort mit Euch, zu Nutz' und Schrecke In die Purim-Kinder-Ecke! I. C, Hambg. Curl Grebenau, Fnmlifurt o. kl.. "ü 3 uwelen, U Irren, Gold- Mit Auswahl u. Silberwaren, Israel. Knltnsgegenstände. Tafelbestecke. Diensten. :: Israelitisches Männerheim:: Bad Nauheim. Aufnabmegesucke für die Saison 1911 sind bis spätesten- 20. März, unter Beifügung eines ärztlichen Ältestes, wonach speziell eine Kur in Nauheim erforderlich ist, bei Herrn David Fürth, Frankfurt a. BI., kl. Pfingstweid strafte 9 einzureichen. Das Kuratorium des Isr. Männerheims Kad Kauheim (UMerstützungsoerrin für undrmitt. jüd.Kurbrdürstigr) i. A.: Hermann Cramer. 15597 r n Israel. Franenbeim, Bad Nauheim. Aufnahmegesuche für die Sommerkur 1911 find, an unseren Sekretär. Herrn Gustav Strauß» Tbeabaldftr. 5 in Frankfurt a. M.» unter Beifügung eines ärztlichen ZeugnifleS und ArmenattesteS bis 15. April er. zu richten. Spätere Anmeldungen können nicht berücksichtigt werden. Frankfurt a. M.» den 3. Plärr 1911. (15930 Verwaltung des Isr. Kraueuhrims Kad Kauheim. jJ Für meine Tochter, 24I. alt, bübsche Erscheinung, tücht. im Haushalt, anS feiner Fam., Mitgift 12 Mille, mit schöner Aussteuer, suche paffende Partie. Off. u. K 2938 an die Expedition d. Bl. 15620 Heiratsmsiil. Selbständ. junger isr. Kauf« mann mit nachweisbar lohnend. Ladengeschäfte, sucht geeignete Lebensgefährtin. Gest. Amräge unter P. 2279 an Haafen stein Sc Bögler, A«G., Frankfurt am Main erbeten. 15638 Heirat. Für «einen Bruder, Mitte d. 30. Mitinhaber ein. langjähr. gutgehend. Gngros-Gefch ftes (GamStag u. Feiertag streng geschloff«) suche rel. Mädchen auS guter Kam. Da selbst vermögend, mindest Mftgift 70 Mille. Ehrimwörrlich strengste Diskret, zugestch. Off. erb. u. K 2418 an n«fenSein ft «-gier Mi., rankfnrt a. M. «bfolvirter Handels - Aka demiker, Ungar» aus vornehmen streng religiösem Hause, soeben im Begriffe, ein Manufaktur- Gngros-Geschäft zu gründen, würde eS vorziehen, feine Capitalien in ein bereits bestehen» des Geschäft zu investieren eoentl. i'edst entsprechender HEIRAT Off. erb. unt. U Z12408 an Haafensteinäc Bögler. A.-G., «rankfnrt am Main. 12611 Für ruriml Adler, AuS den Zagen von Mordechai u Esther (Die Purimgrschichte nach Midraschquellen erzählt) M 0.80. Dae Buch Esther übersetzt u. nt. einer Einleitung versehen v Pros Dr. Sulzbach. Mit Illustrationen und den Abendgebeten am Purimfeste. Carlebach, Für d. jüdisch. HauS. Borträge u. Aufführungen für Purim n. andere Gelegenheiten. S Hefte. Jed.Heft Mk. 1. J. Kaaflnauu. Seilt«, Frankfurt a.M., B2rnestr.11 «rthod. nifcw emp mir Zeus», mm irrt berühmter bvn K*np *>S2 .SPIN 722 .nS'BTl 30 Jahre «U. «ueht einen Posten. Off. erb an Schalst» Wetntranb. Ktüst« tNlUten. r»3t o-NpN ^21 Isr. Kinderheilstätte, Bad Nauheim. Aufnahmegesuche für die Sommerkur 1911 find bis zum 15 April a. c. schriftlich an unseren Sekretär Herrn Gustav Strauß, Theobaldstraße 5 in Frankfurt a. unter Beifügung eines Kranken- und ArmenattesteS zu richte». Anmeldungen nach dem 15. April, sowie mündliche An- Meldungen bei einzelnen BerwaltungSmitgliedern werden nicht berücksichtigt. (15629 Frankfurt a. M., 3. März 1911. Vermattung -er Isr. Kin-rr-eitstatte Kad Uauheim. WM" Bei Bestellungen oder fanstigen fällen Sitten wir nufere verehrt. Inserenten unsere» Blatte» zu SerSSstchttgen. VeSarf»- Leser, stet» Sie ickficht KKKlKlKIKK«! Suche für meine Schwester MT Heirat, yoa Schön. Mädchen, tücht. im HauS u. Geschäft, sehr brav. Nein. Bermöge», gute Ausstattung; auch Wttwer tu. kl. Sind. Off. unt. C. 9186 an «ndolf sffe, Kr«nkf.a.M. 13015 nninBiiHinnia 11 Technikum || JJ Mittvreida. II Direktor: mneor ft. HaUfc fr Bafctroa. naooklaoatockalk. iMdmbUUnp. t tagoBteare, Taahaikar aWataolsa. B. uiMUiwmwa.g iUBoV«kMlttw.| ■ iiamai lanieaiwill wwlwr. Pnar— Sa. || kaum fSSSU _ ».wwiaia. inmn