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Der Israelit · 1911-03-02 · Heft 9 (2.3.1911) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 9 (2.3.1911)
Date
1911-03-02
Page
– (sequence 7)
Language
German
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er ISN. -... 2 März 1911 Der JSrarÜt. Herrscht rauen und ihr eine Frist von einem Monat einsetze irr ihre Arbeiten zu geben, len Au Somit ist die Frage in ein neues Stadium nslust t zerückt und zwar in ein solches, das zu den resten Hoffnungen berechtigt. (Siehe auch Wochen- ) II, d, mndschau. Die Red.) )asWm *=■— c Recht, England, triotisch, 27. Februar. Von Dienstag, den sei ur i bis Donnerstag, den 9. März, findet hier im ' geleit großen Saale des Beth-Hamidrasch, Lower > machtiBrunswick Street, die erste Konferenz der sJ m orthodoxen Rabbiner in England statt, der G Das Programm für die Verhandlungen enthalt ev folgende Punkte: en. D i. Wahl des Präsidiums, Irde de 2. Eröffnungsrede, usw. Q 3. Festsetzung der Tagesordnung, dagege Als erstes Referat ist ein Vortrag des Herrn j Rabbiner Hurwitz, Sunderland, über „ K i n- Eeivtz ererzieh ung und Förderung der ichteiThoralehre" vorgesehen, lls de Als zweiter Referent spricht Herr Rabbiner noch die Bloch aus Birmingham über „Die Weihe ^Är^der jüdischen Familie", rs Wes! Um zweiten Verhandlungstag spricht Herr M sch>Robbiner Hellmann aus Glasgow über die Mjch b^g^der „Ehescheidungen undChaliza". Herr Rabbiner Jaffe aus Manchester betitelt "wkrati seinen Vortrag „ Gegen die Assimilation". Anklag, Das Referat über die „v'iVIN-Frage" ttber- >en, ih^mmt Herr Rabbiner Hurwitz-Sunderland, zu setzegber die Herstellung von Ritualien llen anr usw.) Herr Rabbiner Deiches aus i- R-g g^z. tz t n o Am letzten Verhandlungstagc referiert Herr % fern Rabbiner Rabin 0 witz - Liverpool über „Die Sabbathetligung" und als letzter Redner ltionltst Herr RabbinerSchönfeld-London bestimmt, der über „Die Organisation der ortholisselih^^^u Rabbiner wie.überhaupt der g e- Erregu setzestreuen Judenh eit in England" _ »«läütno.!N reakt Ierusslemer ttslsmilülen. da Ierusatem, 19. Febr. selben Furchtbaren Schneesällen von einer Stärke, wie sie seit Jahrzehnten hier unbekannt waren, . rr ist jetzt Tauwetter gefolgt. Da man hier auf ©?*, solches nordeuropäisches Wetter natürlich nicht rrrmm^faßt und vorbereitet ist, so waren die Folgen recht ernst. Man muß bedenken, daß der Schnee sich an eine 5 Wochen dauernde Regenperiode anschloß, daß man weder Oefen kennt, noch warme Winterkleidung, und daß es der Konstitution überhaupt an der nötigen Abhärtung fehlt, um derartige Temperaturen ohne Schaden zu ertragen. Das schlimmste aber ist, daß der Verkehr durch den Schnee vollkommen gestört war. Die Bevölkerung war drei Tage ans Haus gefesselt, der größte Teil der Läden geschlossen; die telegraphische, zum Teil auch die postalische Verbindung mit auswärts gestört, die Nahrungsmittelzufuhr erschwert, so daß auch in wirtschaftlicher Hinsicht geradezu ein Notstand für den ärmeren Teil der Bevölkerung hervorgerufen worden ist. Die Lebens Mt t ei - preise sind stark gestiegen'Und esfällte die e m. Ei das i ,en köm auben lliere rreffe wtretur düng b geordm Geschick elften, Geschick die mng Rosci Arbeit Ün?el* Tausenden von Familien schwet) die kärgliche 5 ff' Lebenshaltung, an die sie bester als an Kälte yen Schnee gewähnt sind, auch nur auf ihrer bisherigen Höhe zu erhalten. Eine ganze Reihe von Gebäuden haben dem Schnee nicht standgehalten oder find vorbeugend von den Behörden demoliert worden. Leider ging es dabei nicht ohne Verluste an Menschenleben ab. antrag, eisen, des Vi jetzt ni tzes ha sie ein In n mit 21 orla oeise eschlost« > nli q ge zu Weil ein Unglück selten allein kommt, fällt diese elementare Kalamität mit der starken geschäftlichen Panik zusammen, die durch den finanziellen Zusammenbruch zweier großer Wohltätigkeitsanstalten, der Jeschiboh „Tauras Chajtm" und der Anstalt „Mauschab Sekenim", hervorgerufen worden ist. Der Zusammenbruch zeigt deutlich, wir verhängnisvoll das zur Gewohnheit gewordene Berwaltungssystem der Jerusalemer Wohltätigkeitsanftalten und der geradezu unbegreifliche Optimismus ist, mit dem diese Institute sich in Schulden stürzen, ohne zu wissen, wo die Deckung Herkommen soll. Hoffen wir, daß die Erfahrungen, wenigstens bis zu einem gewissen Grade, bessernd wirken und zur Vorsicht mahnen. * * '■7 * Der Gesundheitszustand ist leidlich, wenigstens soweit Infektionskrankheiten in Frage kommen. Eine unendlich segensreiche, geradezu lebenrettende Tätigkeit entfaltet das „S chaare- Z e d e k - H 0 s p i t a l", dessen musterhafte Einrichtungen für die Behandlung und Isolierung von Jnfektionskranken sicherlich der Ausbreitung am wirksamsten entgegentreten, zumal es das einzige jüdische Hospital in Jerusalem ist, das mit den hierzu erforderlichen modernen Hilfsmitteln arbeitet. Für den Kenner der Verhältnisse ist es geradezu unfaßbar, daß sich nicht in Europa und in Amerika großdenkende Millionäre finden, die das Hospital endlich einmal in den Stand setzen, seinen Betrieb intensiver zu gestalten und den großen verfügbaren Raum auszunützen. Es könnte wahrlich nicht zu schwer sein, in Amerika etwa eine Viertel- oder halbe Million Dollars für diesen Zweck aufzubringen. Soll denn das alte jüdischeWort nicht mehr seine Wahrheit beh alten, daß, wer ein Leben vomTode rettet, eine ganze Welt erhalten hat? —■—■— Aethach-Tikrva-, 14. Febr. Unter freudiger Beteiligung der gesamten Einwohnerschaft wurde vorgestern (fcntto wy rwön) das von der „Freien ^Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums" neu errichtete zweite Schulgebäude Der „Talmud-Thora" feierlich eingeweiht. Ausführlicher Bericht über die eindrucksvolle Feier folgt. vermischtes. Frankfurt a. 1. März. Die fett zwei Jahren hier bestehende Jüdische Brockensammlung „Peah" leidet fast fett Beginn ihrer Tätigkeit unter zu engen Räumen. Sie hat deshalb ihr Augenmerk von vornherein auf die Schaffung eigener Räumlichkeiten gerichtet. Zu Gunsten ihres Vaufonds, der z. Zt. erst wenige tausend Mark umfaßt, findet am DtenStag, den 7. Marz, im großen Saale des Kaufmännischen Vereines ein festlicher Abend statt, für den namhafte Künstler ihre Mitwirkung zusagten. Für Unterhaltung und Erfrischungen ist Sestens Vorsorge getroffen. Karten find im Büro der „Peah', «llerheiligenstr. 40, zum Preise von 2 Mk. und 3 Mk. zu erhalten. (Näheres bringt der Inseratenteil.) Frankfurt a. M., 1. März. Dem Frankfurter Lokalkomitee sind zur Förderung seiner Arbeiten für die Abteilung „Hygiene der I u d e n" auf der Hygienischen Ausstellung inDreSben namhafte Subventionen von verschiedenen Selten bewilligt worden. Da zweifellos manche Private historische Gegenstände besitzen, welche für die Ausstellung von Wert find, wie L. B. alte Wohnungseinrichtungen, Kleidungsstücke, KuimSgegenstände, Speisezettel aus früheren Jahrbunverten, so richtet daS Komitee die Aufforderung an diese Besitzer, einschlägige Gegenstände für die Ausstellung zur Verfügung stellen zu wollen. Auch Modelle, Photographien, Abbildungen, Gemälde find willkommen. Kosten erwachsen den Befitzern nicht und es wird jede Garantte für unversehrte Rücklieferungen übernommen. Nähere Auskunft erteilen Dr. Hülfen, Bockenheimer Landstr. 2, und Dr Hanauer, Reuterweg 57. Berti«, 24. Febr. Wie uns der „Verband der jüdischen Jugendveretne Deutschlands" mitteilt, findet seine Delegtertenvers a m m l u n g am Sonntag, den IS. März d. IS. in Sann0ver in den Räumen des KonzerthaujeS an der oetheörücke statt. Würzbnrg, 25. Febr. Man schreibt unS: Was soll daS Loblied auf Spital und Verwaltung? Ganz unbestreitbar bleibt die Tatsache, daß der Ausschuß fich bet der Wahl des Verwalterehepaares über unabänderliche, ganz eindeutige Vorschriften der Statuten hinweggesetzt hat. Gewiß, Pietät mag die Herren vom Ausschuß zu ihrem Batum bestimmt haben: und trotzdem beging« ste mit der Wahl eine schwere Pietätlosigkeit gegen die Gründer der Anstaltwie verechttgt diese Ro. 9#fceite 7 Behauptung ist, hat der Ausschuß selbst ganz klar bewiesen; hielt er eS doch für notwendig, eine zu engagieren, um Sicherheit für daS rVPN&D zu haben. — Wie das Spital finanziell gestellt ist, weiß ich nicht) aber jedenfalls scheinen die Mittel sehr reichlich zu fließen, wenn man so ohne weiteres einm Posten schaffen kann, der doch eine jährliche Ausgabe von mindestens 1000 Mk. erfordert. „Nachdem die erste m&W ihren Posten verlaßen," heißt c8 in den Ansführungen, die Aufllärung bringen sollen. Ja, warum denn nichts davon verraten, weshalb die Dame die Stelle aufgegeben hat? SS ist auch nicht eine der Behauptungen entkräftet worden, die in der Korrespondenz in Nr. 7 dieser Zeitung ausgestellt waren. Um so naiver muß daher die Frage deS Aufklärung versprechenden Artikels klingen: „Was soll denn diese Mahnung . . . überhaupt bezwecken?" WaS ste bezwecken soll? Sie soll den Herren vom AuSschuffe die Augen öffney, damit ste erkennen, daß ste ein Unrecht, ein schweres Unrecht begangen haben. Wollen ste das nicht etnsehm, gut, dann bleibt dem Gesetzestreuen nichts übrig als die einzig richtige Konsequenz zu zieh«: er wird, wenn er l"n ein Spital aufsuchen muß, in eine der Universitätskliniken gehen, die ja fast alle fich einen guten Namen erworben haben durch ihr taktvolles Entgegenkommen gegenüber orthodoxen Juden. Würzbnrg, 26. Febr. In Ergänzung der Mitteilung in der vorigen Nummer Ihres gefch. Blattes über die dahier gegründete rPOn ftt noch mitgetetlt, daß die sämtlichen Abschnitte des TaimudS von zahlreichen rnV) ’!D in hiesiger Stadt und im Steife llnterfrankm zum „Lernen" übernommen worden find. Wir werden daher am nächsten Jahres n'^K einen feierlichen MD M begehen Gelegenheit haben. Zweibrücken, 20. Febr. Eine „Spezial-Fleischnot"' ist in der.Pfalz ausgebrochen. Ter Schächter der Israelitischen Kultusgemeinde in Zweibrücken hat bisher seine Schächtgebühr von den Metzgern, für die er tätig war, jeweils nach der Schlachtung erhalten. Ta bekam er mit einigen Metzgern Streitigkeiten und verlangte, daß die Schlachtgebühr im Voraus entrichtet werde. Tie Metzger lehnten die Forderung ab, beschwerten sich über den Schlächter beim jüdischen .Gemeindevorstand und Synagogenausschuß, der Schächter aber erhielt dort Recht und da die Metzger auch diesen Spruch nicht anerkennen wollten, fingen sie einfach zu streiken an und stellten das Schächten ein. Tie Mitglieder der Israelitischen Gemeinde hätten jetzt keinen Bissen Fleisch zu essen gehabt, wenn nicht ein Metzger aus dem Anti-Schächterring ausgebrochen mnr* und sich gegen Vorauszahlung der Gebühren zur Verfügung gestellt hätte. Er macht nun als einziger, der schachten läßt, ein glänzendes Geschäft, die übrigen Metzger aber haben sich beim Bezirksamt beschwert und verlangen, daß allgemein geschlichtet werde oder gar nicht. Einigungsverhandlungen sind im Gange. Grevenbroich, 17. Febr. Zur Nottz aus Colmar in voriger Nummer dürfte es Ihre Leser vielleicht interessieren, daß nicht alle Gerichte hierin der Meinung des Eolmarer Amtsgerichts sind. Wie aus der der Redaktion vorliegenden Eingabe und dem darauf ergangener! Beschluß der Strafkammer hervorgeht, war auch ich auf einen Sabbat als Zeuge geladen. Es wurden mir 8,30 Mk. Zeugengebühren incl. meiner Auslagen zugewiesen. Später erhielt ich noch 4,90 Mk. Ich wollte die noch fehlenden 1,70 Mk. auch noch reklamieren, hatte aber die Frist verstreichen lassen. Efchwege, 24. Febr. Efchwege hat einen Schuldirektor, der fich einen sehr sonderbaren Begriff von staatsbürgerlicher Erziehung gemacht zu havm scheint. Er hat tn der Schule daS Thema behandelt: „Warum ist die Wirtschaftliche Bereinigung antisemitisch?" Die Aufzeichnungen, die eine Schülerin darüber gemacht hat, lauten u. a.: Die Wirtschaftliche Bereinigung vertritt die Jntereffen des Mittelstandes, und zwar des Handwerks, der kleineren Bauern und der kleinen Geschäftsleute. Die Israeliten find meistens Händler und Spekulanten. Durch das Spekulieren wird der Boden teuer. Dadurch werden die kleinen Bauern und Geschäftsleute geschädigt. Solche Art von Erziehung ist denn doch ein starkes Stück, und man darf wohl erwarten, daß sich die Schulbehörde diesen Jugendbtldner näher betrachten wird. Neukirchen bet Ztegenhain, 27. Febr. Mn älterer Mann, Herr Stern von hier, kam am Donnerstag abend spät mtt der Bahn hier an und geriet infolge der Dunkelhett in einen Sumpf, wo er bis an dm Hals in Schlamm etnstnkenb bis zum folgenden Morgen stecken blieb, da feine Hilferufe bei dem stürmischen Wetter ungehört verhallten. Er wurde dann von Bahnarbeitern aus seiner hilflosen Lage befreit. Er liegt so schwer darnieder, daß man an seinem Aufkommen zwetfett. Samter, 25. Febr. Herr Eduard Holländer auS Breslau, der erst unlängst seiner Heimatsgemeinde Samter eine größere Unterstützung zur Renovierung der hiesigen Synagoge überwies« hat, spendete anläßlich deS 50. Todestages seines hier rühmltchst bekannt« Vaters Simon Holländer am 26. Adar wieder einen größeren Betrag zur Bervefferung der FriedhofSanlag« der hiefigm jüdisch« Gemeinde.

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